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Eine Annäherung an Familienunternehmen aus systemtheoretischer Perspektive

Title: Eine Annäherung an Familienunternehmen aus systemtheoretischer Perspektive

Seminar Paper , 2002 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Alexander Jung (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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In den vergangenen Jahren gewannen Themen wie Internationalisierung und Globalisierung, zunehmende Wettbewerbsdynamik und -intensität, steigender Innovationsdruck, etc. gewichtige Prominenz bei all denjenigen, die sich in Theorie und Praxis mit Organisationen und Unternehmen beschäftigten. Es scheint so, als wandle sich das Beständige und als sei das einzig Beständige der Wandel. In diesem Zusammenhang fallen vielfach auch die Schlagwörter des Strukturwandels und der (Umwelt-)Komplexität, denen Unternehmen und Organisationen vermehrt ausgesetzt seien. Der inflationäre Gebrauch der Begriffe des Strukturwandels und der Komplexität darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese weder auf einer klaren Definition, noch auf einem einheitlichen Begriffsverständnis beruhen. Interessanterweise scheint es aber gerade der Beratungsbranche an einem professionellen Selbstverständnis zu mangeln. So finden sich zwar zahlreiche Bücher über Berater und Beratung, „wo zwar Verfahren dargestellt werden, ohne dass aber der Begriff ‚Beratung’ überhaupt näher bestimmt wird.“
Nähert man sich Organisationen und Unternehmen hingegen aus der Perspektive der neueren Systemtheorie und interessiert sich dafür, wie Veränderungen durch Berater vonstatten gehen (können), erlangen die Begriffe der Komplexität und des Strukturwandels grundlegende Bedeutung. Darüber hinaus werden sie auch vom Nominalismusverdacht befreit, indem ihnen die Systemtheorie einen umfassenden theoretischen Nährboden liefert.
Setzt man die allgemeine systemtheoretische Brille auf und interessiert sich für Unternehmen und Organisationen aus diesem Blickwinkel, ergeben sich interessante, für manche möglicherweise überraschende und ungewöhnliche Implikationen für die Theorie und Praxis der Beratung von Organisationen. Der Blick mag am Anfang unscharf und undeutlich sein, gewöhnt man sich allerdings an das Gestell und die Gläser, dann sieht man die Welt vielleicht mit anderen Augen.
Im Sinne der systemtheoretischen Terminologie wird im Folgenden also eine Beobachterposition dritter Ordnung eingenommen, um den systemtheoretischen Ansatz der Organisationsberatung darzustellen und im Hinblick auf seine blinden Flecken zu untersuchen, ohne jedoch aus den Augen zu verlieren, dass man selber nicht sehen kann, dass man nicht sehen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

EINE ANNÄHERUNG AN DIE SYSTEMTHEORIE

2.1 Entwicklungsphasen der Systemtheorie

2.1.1 Geschlossene Systeme

2.1.2 Offene Systeme

2.1.3 Die neuere Systemtheorie/ Die Theorie selbstreferentieller Systeme

2.2 Organisationen als soziale Systeme

2.2.1 Soziale Systeme

2.2.2 Entscheidungskommunikationen als Besonderheit von Organisationen

2.3 Das Sozialsystem Familie

2.3.1 Die Familie in der modernen Gesellschaft

2.3.2 Die Inklusion der ganzen Person als spezifische Funktion der Familie

2. FAMILIENUNTERNEHMEN

3.1 Unterschiede von Familien und Unternehmen aus systemtheoretischer Perspektive

3.2 Besonderheiten von Familienunternehmen

3. SCHLUSSBETRACHTUNG: Chancen und Risiken von Familienunternehmen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Familienunternehmen aus der Perspektive der neueren Systemtheorie nach Niklas Luhmann zu analysieren, Unterschiede zwischen den sozialen Systemen Familie und Unternehmen herauszuarbeiten und die aus ihrer strukturellen Kopplung resultierenden Besonderheiten zu identifizieren.

  • Grundlagen der Systemtheorie und selbstreferentieller Systeme
  • Organisationen als soziale Systeme und Entscheidungskommunikation
  • Das Sozialsystem Familie und die Inklusion der ganzen Person
  • Systemvergleich: Familien vs. Unternehmen
  • Kritische Erfolgsfaktoren in Familienunternehmen

Auszug aus dem Buch

3.1 Unterschiede von Familien und Unternehmen aus systemtheoretischer Perspektive

Nach den bisherigen Ausführungen kann festgestellt werden, dass Familien als funktional ausdifferenzierte soziale Systeme interpretiert werden können. Um die Brücke zu Familienunternehmen zu schlagen, sollen im folgenden Unternehmen als Wirtschaftsorganisationen gedeutet werden. Die Wirtschaft ist ein ausdifferenziertes Funktionssystem der Gesellschaft die ihre Kommunikationen (bzw. Unterscheidungen) an dem binären Code Zahlung/ Nicht- Zahlung ausrichten.

Die funktionale Differenzierung bringt es mit sich, dass die beiden Teilsysteme (Unternehmen und Familie) unterschiedliche Funktionen erfüllen. Diese sollen im folgenden einander gegenübergestellt werden. Simon (1999) nennt folgende zentrale Unterschiede zwischen den beiden Systemen Familie und Unternehmen. Erstens steht in der Kommunikation von Familien – wie gesagt - die Person im Mittelpunkt, und nicht ihre Funktion, wie das bei Unternehmen der Fall ist. Familien haben im Gegensatz zu Unternehmen also keine sachliche Aufgabe zu leisten, sondern die emotionalen Bedürfnisse der Familienmitglieder zu befriedigen und insofern die Inklusion der ganzen Person zu gewährleisten. Ein zweiter Unterschied besteht darin, dass in Unternehmen aufgrund einer größeren Fluktuation die „(...)Spielregeln der Interaktion und Kommunikation relativ konstant(...)“ (Simon 1999) bleiben, die einzelne Person jedoch austauschbar und ersetzbar ist. Dies ist für das Unternehmen auch überlebenswichtig, da es sich sonst von einzelnen Personen abhängig macht. Ganz anders ist dies innerhalb der Familie. Hier herrscht das Prinzip der Nicht- Kündbarkeit, es bleiben also die Personen konstant und „(...) die Funktionen werden ausgetauscht.“ (Simon 1999) Effizienzerwägungen bestimmen das Kalkül in Unternehmen- für Altruismus ist hier kein bzw. weniger Platz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung motiviert die Auseinandersetzung mit Familienunternehmen aus systemtheoretischer Sicht und gibt einen Überblick über den geplanten Aufbau der Arbeit.

EINE ANNÄHERUNG AN DIE SYSTEMTHEORIE: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklung der Systemtheorie, insbesondere die Theorie selbstreferentieller Systeme von Niklas Luhmann, und definiert die Kernbegriffe.

2. FAMILIENUNTERNEHMEN: Hier werden die Systeme Familie und Unternehmen gegenübergestellt sowie die Besonderheiten der strukturellen Kopplung in Familienunternehmen analysiert.

3. SCHLUSSBETRACHTUNG: Chancen und Risiken von Familienunternehmen: Das Fazit identifiziert kritische Erfolgsfaktoren für Familienunternehmen und reflektiert die Möglichkeiten sowie Grenzen einer professionelleren Steuerung.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Familienunternehmen, soziale Systeme, Autopoiese, Entscheidungskommunikation, Organisation, Inklusion, Personenorientierung, strukturelle Kopplung, Erfolgsfaktoren, Unsicherheitsabsorption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Familienunternehmen aus der Perspektive der neueren Systemtheorie von Niklas Luhmann, um ein tieferes Verständnis für die Dynamiken dieser speziellen Organisationsform zu entwickeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Grundlagen der Systemtheorie, die Charakteristika von Organisationen und Familien als soziale Systeme sowie deren spezifische strukturelle Kopplung im Kontext von Familienunternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen und Chancen von Familienunternehmen auf Basis systemtheoretischer Begrifflichkeiten zu analysieren, anstatt diese lediglich als wirtschaftliche Einheiten zu betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Anwendung der systemtheoretischen Konzepte von Niklas Luhmann auf das Phänomen Familienunternehmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt zunächst die Darlegung der Systemtheorie, gefolgt von einer detaillierten Gegenüberstellung der Systeme "Familie" und "Unternehmen" und einer abschließenden Analyse der Verstrickungen in Familienunternehmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Autopoiese, Entscheidungskommunikation, Personenorientierung, strukturelle Kopplung und systemtheoretische Perspektive.

Wie unterscheiden sich die Kommunikationsmodi in Familien und Unternehmen?

In Familien stehen die Person und ihre Intimbeziehungen im Fokus, was zu einer "enthemmten" Kommunikation führt. In Unternehmen hingegen dominieren funktionale, meist schriftliche Kommunikationen, die auf Effizienz und Austauschbarkeit der Personen ausgerichtet sind.

Warum ist die Nachfolge in Familienunternehmen aus systemtheoretischer Sicht so kritisch?

Die Nachfolgeentscheidung ist deshalb kritisch, weil sie eine personelle Entscheidungsprämisse darstellt, die sowohl den privaten familiären Kontext als auch die organisatorische Struktur des Unternehmens gleichzeitig betrifft und dadurch hohe Konfliktpotenziale birgt.

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Details

Title
Eine Annäherung an Familienunternehmen aus systemtheoretischer Perspektive
College
LMU Munich
Grade
2,0
Author
Alexander Jung (Author)
Publication Year
2002
Pages
30
Catalog Number
V36011
ISBN (eBook)
9783638357647
ISBN (Book)
9783638653367
Language
German
Tags
Familienunternehmen Systemtheorie Luhmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Jung (Author), 2002, Eine Annäherung an Familienunternehmen aus systemtheoretischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36011
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