Instrumente und Inhalte der Due Diligence


Studienarbeit, 2004

28 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Due Diligence als wesentlicher Bestandteil der Pre-Merger-Phase

2 Betriebswirtschaftliche Einordnung des Begriffes Due Diligence
2.1 Begriffliche Abgrenzung
2.2 Die Bedeutung der Due Diligence im Marktzusammenhang

3 Instrumente der Due Diligence und deren Ausgestaltung
3.1 Inhaltliche Abgrenzung
3.2 Financial Due Diligence als Analyse im Finanz- und Rechnungswesen
3.3 Wirtschaftlich-strategische Aspekte in der Commercial Due Diligence
3.4 Recht und Steuern im Rahmen der Due Diligence
3.4.1 Tax Due Diligence zur Auswertung steuerlicher Aspekte
3.4.2 Die rechtlichen Aspekte der Legal Due Diligence
3.5 Unternehmenskultur und Cultural Due Diligence

4 Die Due Diligence-Analyse in der betrieblichen Praxis
4.1 Inhaltliche Abgrenzung
4.2 Due Diligence auf dem US-amerikanischen Markt
4.3 Besonderheiten einer Due Diligence in Großbritannien

5 Due Diligence als win-win-Situation für Käufer und Verkäufer

Quellenverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Abbildung 1: Die 6 Phasen des Unternehmenskaufes

Nach: Ernst & Young: Auf www.ernstyoung.de, am 05.11.2004

Abbildung 2: Anlässe der Due Diligence

Zahlen nach: BERENS / STRAUCH (2002): in DWiPr, S. 511 ff.

Abbildung 3: Verbreitungsgrad der Due Diligence nach Rechtsformen, gewichteter Mittelwert

Zahlen nach: BERENS / STRAUCH (2002): in DWiPr, S. 511 ff.

Abbildung 4: Verbreitungsgrade der Teilreviews

Zahlen nach: BERENS / STRAUCH (2002): in DWiPr, S. 511 ff.

Abbildung 5: Verhältnis interne Mitarbeiter vs. externe Berater an den Manntagen des Käuferunternehmens in den jeweiligen Teilreviews

Zahlen nach: BERENS / STRAUCH (2002): in DWiPr, S. 511 ff.

Abbildung 6+7: Scheren- und Hockeyschlägereffekt einer Planung

Nach: KOCH / WEGMANN (2002): in Praktiker-Handbuch, S. 130

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Due Diligence als wesentlicher Bestandteil der Pre-Merger-Phase

„Deal making is glamourous; due diligence is not. That simple statement goes a long toward explaining why so many companies have made so many acquisitions that have produced so little value.”[1]

Dieses Zitat verdeutlicht: Nur eine umfassende Prüfung bereits im Vorfeld eines Unternehmenszusammenschlusses kann die Grundlage für eine erfolgreiche Akquisition bilden.

Wachsende bzw. neue Märkte bedeuten Chancen, enthalten aber auch Risiken. Beispiele für erfolgreiche Beteiligungen von Volkswagen an Skoda oder Renault an Nissan, sowie Beispiele für erfolglose Unternehmenskäufe wie der Versicherungskonzern Allianz bei der Dresdner Bank oder BMW und Rover zeigen, wie wichtig es ist, bereits im Vorfeld einer geplanten Übernahme, eines Going Publics oder einer vergleichbaren Veränderung der strategischen Positionierung eines Unternehmens eine sorgfältige Analyse des Wirtschaftsobjektes durchzuführen.

Bei dieser sogenannten Due Diligence-Analyse, die essentiell für eine Unternehmensbewertung ist, müssen zum einen alle Bereiche, die für die Betrachtung von Relevanz sind, definiert und von internen sowie externen Experten analysiert werden. Diese sog. Teilreviews (u.a. financial & tax, legal, strategic & market, human resources) werden einzelnen Aufgabenträgern zugewiesen. In diesem Zusammenhang müssen Analyseschwerpunkte herausgearbeitet sowie das Leistungsspektrum definiert werden.[2] Für eine erfolgreiche Fusion sind externe Berater einzubeziehen, die bei der Umsetzung helfen, weil es vielen Unternehmen an internen Spezialisten mangelt, um große Fusionen selbständig zu bewältigen.

Laut Berens et al. ist eine gute Due Diligence-Prüfung vergleichbar mit einer ärztlichen Diagnose: sie soll als zentrale Aufgabe Chancen und Risiken abwägen und kann auch zu einem Abbruch der Verhandlungen zweier Unternehmen führen, sofern keine Synergien oder langfristigen Erfolgspotentiale einer Partnerschaft erkennbar sind.[3] Nach Auffassung von Koch und Wegmann wird eine regelmäßige Due Diligence in absehbarer Zeit zum Standard einer modernen Unternehmensführung.[4]

Viele Manager unterschätzen die Aufgaben, die mit einem Zukauf oder Zusammenschluss einhergehen. Schließlich müssen zwei Finanzabteilungen, zwei Marketing- und Forschungsabteilungen, Fabriken und Lager, unterschiedliche IT-Strukturen und Auslandsgeschäfte verschmolzen werden. Dazu kommen weitere Komplikationen wie unterschiedliche Nationalitäten, Kulturen, Zeitzonen, Sprachen.[5]

Bei Vergleich amerikanischer, angelsächsischer und deutscher Literatur zu dem Thema Due Diligence ist kein Unterschied im Verfahrensablauf zu erkennen, der zu einer Unternehmensbewertung führt.[6]

Allerdings gibt es kulturelle Besonderheiten, die zeigen, warum dieses Verfahren seinen Ursprung in der US-amerikanischen Transaktionspraxis findet und quasi als „Trend“ nach Europa bzw. Deutschland gekommen ist. So ist unter anderem das amerikanische Rechtsverständnis von dem deutschen insofern abweichend, dass ungeachtet der zwischen zwei Parteien geschlossenen vertraglichen Regelungen zu den Gewährleistungsansprüchen der potentielle Käufer bereits im Vorfeld des Kaufes mit genügender Sorgfalt das Objekt zu prüfen hat.[7]

Diese Ausarbeitung gibt einen Einblick, welche Inhalte im Rahmen einer Due Diligence-Analyse untersucht werden und ordnet anhand von empirischen Daten Due Diligence als betriebswirtschaftliches Instrument ein. Auch ein Einblick in die Spezifika der angloamerikanischen Due Diligence wird gegeben.

2 Betriebswirtschaftliche Einordnung des Begriffes Due Diligence

2.1 Begriffliche Abgrenzung

Der Begriff Due Diligence kann wörtlich sowohl mit „erforderliche, angemessene, gebührende Sorgfalt“ als auch „sorgsame Erfüllung“[8] übersetzt werden. Der Begriff findet sowohl im juristischen als auch betriebswirtschaftlichen Sprachgebrauch Anwendung.[9] Ursprünglich lässt sich seine Entstehung aus den im US-amerikanischen Kapitalmarkt- und Anlegerschutzrecht (Securities Laws) definierten Haftungsregeln für Beteiligte bei der Begebung und dem Handel von Wertpapieren ableiten.[10]

Obwohl der Begriff oftmals im Kontext mit „Mergers & Acquisitions“ genannt wird, handelt es sich im amerikanischen Recht laut Merkt nicht um ein „speziell unternehmenskaufrechtliches, sondern um ein allgemeines privat- bzw. wirtschaftsrechtliches Konzept“. Vergleicht man den Begriff und seine inhaltliche Bedeutung mit dem deutschen Recht, so bezeichnet er in etwa die „im Verkehr erforderliche Sorgfalt“, die in § 276 BGB beschrieben ist.[11]

Die Bedeutung des Begriffes hat sich allerdings im Laufe der Zeit auch in der deutschsprachigen Literatur erweitert. Heutzutage beschreibt der Begriff nach gängiger betriebswirtschaftlicher Meinung die sorgfältige Analyse, Informationsverarbeitung und Bewertung eines Objektes im Rahmen (und Vorfeld) einer geschäftlichen Transaktion.[12] Diese geschäftliche Transaktion muss allerdings nicht zwingend ein Unternehmenskauf sein. Zielsetzung einer Due Diligence ist es nach Meinung von Jungblut, eventuelle unternehmensinhärente Chancen und Risiken frühzeitig zu entdecken. Neu ist diese Form der Unternehmensanalyse natürlich nicht, allerdings werden Prozesse systematisiert und organisiert.[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In dieser beispielhaften Abbildung des Unternehmenskaufes der Unternehmensberatung Ernst & Young ist zu sehen, dass die Due Diligence den Kaufprozess während der Analyse des Zielunternehmens bis zum Abschluss des Geschäfts begleitet und die Verhandlungsführenden des Käuferunternehmens mit Informationen versorgt. Nach Abschluss der Verträge kann die erfolgreiche Integration des gekauften Unternehmens vorgenommen werden.

Abb. 1: Die 6 Phasen des Unternehmenskaufes nach Ernst & Young[14]

Anlässe, die zu einer Due Diligence-Untersuchung führen können, sind äußerst vielseitig. Grundsätzlich können hierbei die Ursachen in zwei Gruppen unterteilt werden. Zum einen kann der Auslöser einer Betrachtung die Problematik einer zivil- oder öffentlichen-rechtlichen Auseinandersetzung sein, bei der die finanziellen Ansprüche der streitenden Parteien quantifiziert werden sollen.

Die andere Gruppe lässt sich dermaßen charakterisieren, dass die Unternehmung als Gegenstand einer strategischen Option wahrgenommen wird. Hierbei sollen im Gegensatz zur ersten Gruppe die Ergebnisse der Due Diligence nicht zur Quantifizierung von Ansprüchen, sondern als wesentliche Bewertungskriterien für die Entscheidungsträger dienen, ob die geplante Aktion sinnvoll und richtig für die Erfüllung der gesetzten Ziele ist.[15]

Die häufigsten Anlässe der Due Diligence werden in folgender Zusammenfassung aufgelistet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 : Anlässe der Due Diligence[16]

Der in der einschlägigen Literatur und in der betrieblichen Praxis hauptsächlich diskutierte Anlass ist die Due Diligence-Analyse im Rahmen eines Unternehmenskaufes. Daher wird im Folgenden ausschließlich diese Variante diskutiert.

2.2 Die Bedeutung der Due Diligence im Marktzusammenhang

Auf der Basis einer empirischen Untersuchung aus 2002 von Berens / Strauch[17] soll zum einen die ökonomische Relevanz der Due Diligence im Akquisitionsprozess beleuchtet und´zum anderen soll der Verbreitungsgrad der Due Diligence in Deutschland näher bestimmt werden.

Mittels eines Fragebogens wurden in der Untersuchung 3.926 deutsche Unternehmen aller Rechtsformen und Größenklassen befragt, inwieweit eine Due Diligence bei einer Akquisition durchgeführt werde. In die Ergebnisse der Studie sind die Rückläufer von 442 Firmen eingegangen.

Eine Erkenntnis, die die Autoren treffen ist, dass bei nicht börsennotierten AG´s und die KG / GmbH & Co. KG bei einer zunehmenden Anzahl von Akquisitionen der Anteil der Due Diligence-Prüfungen sinkt. Dies ist auf hohe Kosten, Erfahrungswerte und das aus der Prüfung resultierende zeitliche Involvement der beteiligten Personen zurückzuführen. (Vgl. auch Abbildung 3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der gewichtete Verbreitungsgrad wird

hier bestimmt, indem die Summe alle Akquisitionen mit Due Diligence durch die Summe aller Akquisitionen insgesamt dividiert wird.

Abzuleiten ist aus Abbildung 3: bei 86,3% aller Zielunternehmen, die von einer börsennotierten AG übernommen wurden, hat eine Due Diligence-Prüfung stattgefunden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Verbreitungsgrad der Due Diligence nach Rechtsformen, gewichteter Mittelwert (N = 199)[18]

Da sich die Due Diligence in diverse Teilreviews unterteilt, ist bei der empirischen Analyse auch von Interesse, welche Prüfungen im Falle der Durchführung einer Due Diligence ausgeführt werden. Wie zu erwarten, werden die Financial- und Legal Due Diligence am häufigsten ausgeführt. Das liegt laut Auffassung von Berens / Strauch an der Querschnittsfunktion, die diese beiden Funktionen ausüben. Die Financial Due Diligence zeigt alle finanziell relevanten Informationen des Unternehmens auf, während die Legal Due Diligence alle für den Kaufvertrag interessanten Daten verarbeitet.

[...]


[1] CULLINAN / LE ROUX / WEDDIGEN (2004): in HBR, S. 82

[2] Vgl. BERENS / STRAUCH (2002): in DwiPr, S. 511

[3] Vgl. BERENS / BRAUNER / STRAUCH (2003): in Due Diligence, Vorwort V

[4] Vgl. KOCH / WEGMANN (1998): Praktiker-Handbuch, Vorwort

[5] Vgl. HUBBARD (2004): Summer School: Übernehmen Sie sich nicht bei Übernahmen!, in FTD, Print-Archiv

[6] Vgl. z.B.: BOMER, STEDMAN, RAKINE (2003) / GAUGHAN (2002) / KOCH, WEGMANN (2002)

[7] Vgl. MIDDELMANN (2002): in Due Diligence von BERENS / BRAUNER / STRAUCH, S. 455 ff.

[8] Deutsch-Englisches Wörterbuch dict.tu-chemnitz.de (Website)

[9] Vgl. BERENS, STRAUCH (2002): in Due Diligence von BERENS / BRAUNER / STRAUCH, S. 5 f.

[10] Vgl. LÖFFLER (2002): in Tax Due Diligence, hrsg. von MARX, S. 8-9

[11] Vgl. MERKT (1996): in WiB, S. 145

[12] Vgl. LÖFFLER (2002): in Tax Due Diligence, hrsg. von MARX, S. 8-9

[13] Vgl. JUNGBLUT (2003): in Due Diligence, S. 9

[14] Nach Ernst & Young: Die 6 Phasen des Unternehmenskaufes, auf www.ernstyoung.de, am 05.11.2004

[15] Vgl. LÖFFLER (2002): in Tax Due Diligence, hrsg. von MARX, S. 18 ff. bzw. JUNGBLUT (2003): in Due Diligence, S. 12 ff.

[16] Nach JUNGBLUT (2003): in Due Diligence, S. 12 ff.

[17] Empirische Analyse zur Verifizierung, welchen Verbreitungsgrad und welche Bedeutung Due Diligence in Deutschland bei Unternehmensakquisitionen hat. Durchgeführt vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Controlling der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Berens und Dipl.-Kfm. Joachim Strauch. Vgl. BERENS / STRAUCH (2002): in DWiPr, S. 511 ff.

[18] Zahlen nach BERENS / STRAUCH (2002): in DWiPr, S. 511 ff.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Instrumente und Inhalte der Due Diligence
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, früher: Berufsakademie Mannheim
Note
1,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
28
Katalognummer
V36067
ISBN (eBook)
9783638358064
ISBN (Buch)
9783656029229
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Instrumente, Inhalte, Diligence
Arbeit zitieren
Dirk Schuran (Autor), 2004, Instrumente und Inhalte der Due Diligence, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36067

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