Sportdidaktische Konzepte des Schulsports


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

9 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Prolog

2 Sportdidaktische Ansätze
2.1 Trainings- und Fitnessdimension
2.2 Sportartenkonzept
2.3 Mehrperspektivische Vermittlung
2.4 Soziales Lernen
2.5 Der senso-motorische Ansatz
2.6 Körpererfahrung
2.7 Offener, verständigungsorientierter Unterricht
2.8 Gesundheitserziehung

3 Persönliche Einschätzung des Hauptseminars

LITERATURVERZEICHNIS

1 Prolog

In der kritischen Auseinandersetzung mit den Inhalten des Hauptseminars „Probleme der gegenwärtigen Sportpädagogik und Sportdidaktik“ liegt der Kern der nun folgenden Arbeit. Um die Essenz der unterschiedlichen sportdidaktischen Ansätze herauszufiltern, bedarf es einer inhaltlichen Aufarbeitung der vorgestellten Konzepte und einer persönlichen Bewertung der Veranstaltung. Da jedes Konzept ausführlichst im Seminar diskutiert wurde, möchte ich meine Betrachtung allein den Kernaussagen der einzelnen Arbeiten widmen und nicht noch einmal die Vor- und Nachteile der einzelnen Ansätze ‚wiederkäuen’. Des Weiteren habe ich zur besseren Bearbeitung die Grundstruktur der Seminarvorlage beibehalten. An den abgehandelten Ansätzen lässt sich sehr gut verdeutlichen, wie ihre Vertreter bzw. Erfinder auch ein Spiegelbild der historisch-sozialen Entwicklung im Deutschland der letzten 30 Jahre abgeben, aus diesem Kontext heraus, lassen die Konzepte sich nicht nur einordnen sondern auch besser verstehen.

2 Sportdidaktische Ansätze

2.1 Trainings- und Fitnessdimension

Das Zustandekommen sportlicher Leistungen ist an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Ihre genaue Kenntnis ist eine wesentliche Voraussetzung für die Planung und Gestaltung eines wissenschaftlich begründeten Trainings. Die Fitnesserziehung hat die Aufgabe trainingswissenschaftliches Erfahrungswissen mit Aspekten der gesundheitlichen Förderung zu kombinieren, um eine Unterforderung des jugendlichen Organismus zu vermeiden. Diese Unterforderung tritt oft durch einen ausgeprägten Bewegungsmangel zu Tage, den sich in manchen Fällen nur der Schulsport entgegenstellen kann. Sportunterricht muss mit seinen Inhalten, Mitteln und Zielen bzw. Teilzielen, zum Einen am Ablauf der (körperlichen) Ontogenese und zum Anderen an den gegebenen und wechselnden Leistungsvoraussetzungen, orientiert werden. Das Wirkungsgefüge von sportlicher Aktivität, in deren Folge sich psychische und physische Anpassungsprozesse vollziehen, und deren Beeinflussung des körperlichen Wohlbefindens muss in seiner ganzen Komplexität von den Lehrenden und Lernenden erfasst werden. Die Aufgabe der Schule liegt in der ganzheitlichen Förderung von Gesundheitsfaktoren, der Verminderung von Risikofaktoren und als logische Schlussfolgerung, in der Bindung an eine gesunde Lebensweise. Innerhalb dieses Ansatzes vollzieht sich Lernen insbesondere durch kognitive Prozesse wie Erfahrung/Einsicht aber auch durch Lernen am Erfolg/Misserfolg.

2.2 Sportartenkonzept

Die Vertreter dieses Ansatzes spiegeln das Menschenbild der „70iger Jahre“ wieder, welches den Menschen als planendes und analysierendes Wesen betrachtet, sie sehen den Mittelpunkt des Lehrens und Lernens in den Sportarten begründet. Fähigkeits- und fertigkeitsorientiert, insbesondere auf die gegebenen körperlich-biologischen Merkmale ausgerichtet, soll die Zielsetzung sein, damit eine gezielte Entwicklungsförderung stattfinden kann. Das traditionelle Sportartenkonzept, mit seinem sehr eng gefassten Sportbegriff, findet auch heute noch in der Schulpraxis sehr weite Verbreitung. Einen ‚Schwachpunkt’ bildet die augenscheinlich zu ‚banal’ anmutende Zielsetzung des Konzepts, die neben der Sportartenvermittlung keine weiteren pädagogischen Ansprüche an den Lehrer stellt. Hecker, ein Vertreter der strukturalistischen Sportdidaktik, sieht „im Sport, wie er sich in den Sportarten im öffentlichen Leben darstellt“ den wahren Gegenstand des Sportunterrichts. Der Sport bzw. die Sportarten sollen aber keineswegs unreflektiert in den Sportunterricht einfließen, der Lehrende soll sich zunächst des breiten Spektrums verschiedenster Zieldimensionen des sportartenorientierten Lehrens sowie Lernens bewusst werden und diese selber reflektieren. Hecker macht somit das Verständnis der Methodik und Didaktik zur Grundlage des Sportunterrichts. Leistungsbewertung hat laut Hecker anhand des didaktischen Implikationszusammenhangs, also der individuellen Entwicklung des Schülers, zu erfolgen. Die Umsetzung des Sportartenkonzepts hat in der Schulsportpraxis hauptsächlich durch Lernen am Modell (Arbeit über methodische Reihe), welches den psychologischen Aspekt des operanten Konditionierens (Erfolg/Belohnung der Handlung) berücksichtigt, zu erfolgen.

2.3 Mehrperspektivische Vermittlung

Kurz (1977) stellte ein Konzept zur Konzeptionalisierung des Sportunterrichts auf. Den Kernpunkt seiner Arbeit bildet die Entwicklung der individuellen Handlungsfähigkeit, die Aufgabe des Sportlehrers kann in der Vertiefung oder Erweiterung derselben liegen. Laut Kurz (1977) gewinnt Schulsport das Material für seine Elemente aus dem außerschulischen Sport. Es müssen drei Dimensionen (morphologisch-physiologische Anforderungen oder „Trainings-Dimension“; motorisch-strategisch-taktische Anforderungen oder „Bewegungs-Dimension“; sozial-regulativ-normative Anforderungen oder „Normen-Dimension“) innerhalb der Anforderungen, die Situationen des Sports stellen können, und der Qualifikationen, die in ihnen zu bewähren oder zu erwerben sind, unterschieden werden. In den beiden letzten Dimensionen ist der Erwerb der Qualifikationen durch Lernen und in der ersten Dimension durch Anpassung gekennzeichnet. Zudem erfolgt eine Unterscheidung der motorischen Eigenschaften und Fertigkeiten, das Kriterium hierfür liegt im Aneignungsprozess. Unter dieser Perspektive wäre (erweiterte) Handlungsfähigkeit so zu be­schreiben: 1. Schulsport sollte zum Handeln im außerschulischen Sport qualifizieren, welcher unterschiedliche Bewegungs-, Interaktions- und Sinn-Aspekte des Sports repräsentiert; 2. Die Elemente des Schulsports sollten so gewählt werden, dass eine Weiterentwicklung der Handlungsfähigkeit im Sport in allen drei Dimen­sionen gefördert wird; 3. Eine Focussierung der Handlungsposition des Sportlers hat zu erfolgen, erforderliche Qualifikationen müssen bei der Auswahl der Elemente des Schulsports berück­sichtigt werden. Demnach ist Sportunterricht, der affektive oder kognitive Aspekte des Lernens nicht betrifft, laut Kurz (1977) nicht denkbar, dafür aber ein Unterricht, der in einer der drei Dimensionen keine Anforderungen stellt. Lernen kann durch Einsicht oder am Modell (operantes Konditionieren) zu erfolgen.

2.4 Soziales Lernen

Brodtmann und Köppe beschäftigten sich in ihrer Abhandlung zum sozialen Lernen hauptsächlich mit sportschwachen Schülern, also mit Schülern die in auffälliger Weise den Erwartungen des motorischen Lernens nicht gerecht werden. Aus ihren Untersuchungen zogen sie letztlich die Erkenntnis, dass die üblichen Problemlösungsstrategien (Sonderturnen, Förderunterricht) im Ergebnis nicht die erwünschte Wirkung erzielen. In dem Wissen um diesen Sachverhalt übten sie nun grundlegende Kritik an differenzierenden Unterrichtsmaßnahmen, da diese nur der Lernökonomie dienen und Einzelne sich nicht genügend in diese Abläufe unter Berücksichtigung ihrer individuellen Fähigkeiten integrieren ließen. Zusammen entwickelten sie 3 grundsätzliche Prinzipien zum Umgang und zur Kooperation mit Schülern: 1. Vermeidung von Diskriminierung; 2. Kompensation von Lern-/Leistungsdefiziten; 3. Entwicklung von integrativ gerichteter Handlungsfähigkeit; und machten diese zur Aufgabe der Lehrerausbildung.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Sportdidaktische Konzepte des Schulsports
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Probleme der gegenwärtigen Sportpädagogik/-didaktik
Note
bestanden
Autor
Jahr
2003
Seiten
9
Katalognummer
V36192
ISBN (eBook)
9783638358828
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sportdidaktische, Konzepte, Schulsports, Probleme, Sportpädagogik/-didaktik
Arbeit zitieren
Lars Wegner (Autor), 2003, Sportdidaktische Konzepte des Schulsports, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36192

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