Die Familie im Wohlfahrtsstaat - Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden


Diplomarbeit, 2005

97 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Rahmenbedingungen sozialer Ungleichheit
1.2 Fragestellung der Arbeit
1.3 Stand der Forschung

2 Dimensionen und Determinanten sozialer Ungleichheit
2.1 Dimensionen sozialer Ungleichheit
2.2 Determinanten sozialer Ungleichheit
2.2.1 Familie und Sozialisation
2.2.2 Chancen(un)gleichheit

3 Deutschland und Schweden als Wohlfahrtsregime
3.1 Das Konzept Wohlfahrtsstaat
3.2 Grundlagen der Wohlfahrtsregime
3.2.1 Ein konservatives Modell: Deutschland
3.2.2 Schweden: Das „Volksheim“

4 Bezugspunkt Familie im Wohlfahrtsstaat
4.1 Zum Verhältnis von Staat und Familie
4.1.1 Familienpolitik in Deutschland
4.1.2 Familienpolitik in Schweden
4.2 Konstruktion von Kindheit im Wohlfahrtsstaat
4.3 Kinderbetreuung zwischen Subsidiarität und öffentlicher Verantwortung
4.3.1 Kinderbetreuung in Deutschland
4.3.2 Kinderbetreuung in Schweden
4.4 Deutschland und Schweden als Kinderbetreuungsregime

5 Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden
5.1 Familie, Kinder, Armut: Kinder in prekären Lebensumständen
5.2 Soziale Herkunft und Entscheidungen im Bildungssystem
5.3 Intergenerationale Mobilität in den Welten
5.4 Institutionelle Kinderbetreuung als Generator von Chancengleichheit

6 Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Anhang

Tabellen und Abbildungen

Abbildung 1: Potentieller Einfluss der sozialen Herkunft

Tabelle 1: Funktionen der Familie

Tabelle 2: Grundlagen der Wohlfahrtsregime

Tabelle 3: Deutschland und Schweden als Betreuungsregime

Tabelle 4: Bildungsniveau Vater/ höhere Schulbildung Sohn

Tabelle 5: Bildungsniveau Vater/ Hochschulbildung Sohn

Tabelle 6: Bildungsniveau Vater gering/ höhere Schulbildung Sohn

Tabelle 7: Bildungsniveau Vater gering/ Hochschulbesuch Sohn

1 Einleitung

Ergebnisse der Lebenslaufforschung verweisen darauf, dass moderne Gesellschaften durch einen Wegfall stabiler lebenslanger Berufs- und Arbeitsperspektiven gekennzeichnet sind.1 Dadurch geraten traditionelle wohlfahrtstaatliche Leistungen und Errungenschaften hinsichtlich der Absicherung der Risiken auf dem Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck. Individuelle Handlungskompetenzen gewinnen durch den dynamischen Strukturwandel moderner Gesellschaften zunehmend an Bedeutung.

Dabei ist Bildung eine notwendige Voraussetzung, qualifizierende Bildungsabschlüsse werden zu einer unabdingbaren Minimalvoraussetzung für die Wahrung von Lebenschancen und sozialer Mobilität.2 Hinzu treten als weitere notwendige Bedingungen soziale Kompetenzen, Persönlichkeitseigenschaften und kulturelles Kapital. Dabei wird der Stellenwert von kumulierten Fertigkeiten und Fähigkeiten des Menschen (in der wirtschaftswissenschaftlichen Sprache der Faktor „Humankapital“) besonders hervorgehoben. Eine zentrale Rolle kommt in diesem Zusammenhang dem Bildungssystem moderner Gesellschaften zu. Hier ist der Versuch westeuropäischer Gesellschaften einzuordnen, durch umfassende Bildungsreformen breiten Schichten den Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Im Kern dieser Systemänderungen stand auch die Absicht, bildungsferne Schichten an Bildung heranzuführen. Es zeigt sich, dass insbesondere in Deutschland die mit dieser Bildungsexpansion verbundene Hoffnung auf eine Aufhebung herkunftsbedingter Einflüsse nicht erfüllt wurde. Die Reproduktion sozialer Ungleichheiten in Deutschland wird durch das bestehende Bildungssystem nicht grundlegend abgeschwächt, eine Benachteiligung bestimmter Schichten ist nach wie vor zu beobachten.3 Es stellt sich die Frage nach den grundlegenden Vermittlungsprozessen sozialer Ungleichheit.

Einen großen Stellenwert bei der Frage nach der Reproduktion sozialer Ungleichheit hat die soziale Herkunft, die Familie. Dieser wird eine für Gesellschaften tragende Funktion der Sozialisation zugeschrieben, und deren Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden

Funktionieren als ein Kernelement gesellschaftlicher Stabilität betrachtet.4. Doch liegt hierin auch eine Problematik. Die soziale Herkunft gilt weiterhin als Determinante der Lebenschancen. Die Familie als zentrale Institution der industriellen Gesellschaft ist zwar, wie unterschiedliche familiensoziologische Forschungsergebnisse zeigen, in Wandlung begriffen. Ihren zentralen gesellschaftlichen Stellenwert hat diese Lebensform aber nach wie vor. Durch den Einfluss der Familie werden grundlegende sozialen Muster im intergenerationalen Austausch reproduziert. So sind die Startchancen von Menschen gesellschaftlich ungleich verteilt, nicht im Individuum (hier insbesondere dem Kind) zu verortende Verantwortungen spielen eine erhebliche Rolle für individuelle Entfaltungsmöglichkeiten und Lebenschancen. Dabei verengt eine ausschließliche Betrachtung monetärer Ungleichheiten die Perspektive. Wichtiger erscheinen nicht-monetäre Ungleichheiten.

Das Selbstverständnis moderner Gesellschaften ist das von Leistungsgesellschaften. Systematische Benachteiligungen, bedingt durch die soziale Herkunft werden in der Regel als illegitim betrachtet. Mit anderen Worten, Chancengleichheit soll ermöglicht werden. An dieser Stelle zeigt sich die Funktion des Wohlfahrtsstaats besonders deutlich. Es lassen sich nichtintendierte Folge wohlfahrtsstaatlicher Institutionen aufzeigen und insbesondere der universale dem konservativen wohlfahrtsstaatlichen Typ gegenüberstellen.

1.1 Rahmenbedingungen sozialer Ungleichheit

Bestehende Ungleichheiten werden durch einen sektoralen (von einer

überwiegend industriell organisierten Gesellschaft hin zu einer auf der Bereitstellung von Dienstleistungen basierenden postindustriellen Gesellschaft) und innersektoralen Strukturwandel unter Umständen noch komplexer.5 Es lässt sich in idealtypischer Weise von Gewinnern und Verlierern dieses Prozesses sprechen.6

Zu den Gewinnern dieses Prozesses können all diejenigen gezählt werden, die in Expertenberufen beschäftigt und über eine umfassende Basis unterschiedlicher Wissens- und Fähigkeitsoptionen verfügen und entsprechende Berufe ausüben. Hierzu zählen unter anderem produktionsnahe, anwendungsorientierte Dienstleistungsberufe in Forschung und Entwicklung, betriebswirtschaftliche und administrative Spezialisten mit hohem Wert für Organisationen (zu denken ist hier z. B. an den IT-Bereich; Netzwerkadministratoren, „Wissensmanagement“) oder auch professionelle Berater und Gutachter, deren Aufgabe für Organisationen darin besteht, aus einer Überfülle an Informationen relevante Daten zu filtern. Verlierer sind in dieser Entwicklung diejenigen, die durch Inkompatibilität ihres individuellen Kapitals (Bildung und kulturell) Einschränkungen hinsichtlich ihrer sozialen Mobilität aufweisen. Hierzu zählen u. a. Ungelernte, Hauptschulabgänger ohne berufliche Ausbildung, Ausbildungsabbrecher, aber auch jene die überqualifiziert sind sowie diejenigen, die Brüche in ihrer Erwerbsbiographie aufweisen.7

Gøsta Esping-Andersen verweist in diesem Zusammenhang auf zwei Aspekte einer postindustriellen Wirtschaft, die das individuell akkumulierte Kapital im hier verstandenen Sinn als zentrale Größe für die Positionierung des Individuums im sozialen Gefüge wichtig erscheinen lassen.8 So wird die Produktion zunehmend wissensintensiv. Es zeigt sich eine Entwicklung hin zum Expertentum in den Sektoren, die ihren hoch qualifizierten Arbeitern und Angestellten relativ hohe Gehälter und Löhne auszahlen. Verbunden mit dieser Entwicklung ist eine massive Ausdehnung des Dienstleistungssektors. Dieser lässt sich in wiederum idealtypisch in einen Expertensektor mit relativ hoher Vergütung für hoch qualifizierte und einem Niedriglohnsektor für gering qualifizierte Arbeitnehmer aufteilen. Im letztgenannten Beschäftigungsfeld besteht nach Esping-Andersen eine recht hohe Gefahr der sozialen „Immobilität“.9 Im„Golden Age“10 der Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden kapitalistischen Entwicklung bestand die Möglichkeit einen Großteil (auch gering) qualifizierter Arbeitskräfte im industriellen Sektor unterzubringen. Demgegenüber lassen struktureller Wandel und technologischer Fortschritt zwei zentrale Entwicklungen für postindustrielle Gesellschaften unvermeidbar erscheinen: formal erhaltene Bildung (d. h. der Erwerb von Bildungspatenten) wird zu einer Grundvoraussetzung für die Partizipation am Arbeitsmarkt, und die Nachfrage nach gering qualifizierter Arbeit wird im Zuge der weltweiten Vernetzung der kapitalistischen Wirtschaften in den fortgeschrittenen Gesellschaften sinken.11

Für die Stellung im Arbeitsmarkt spielen in dieser Entwicklung verstärkt kognitive Fähigkeiten des Individuums eine grundlegende Rolle. Dies zeigt sich auch in aktuellen arbeitsmarktbezogenen Programmen wie z. B. „Lebenslanges Lernen“ und Weiter- bzw. Fortbildungsangebote für Arbeitnehmer sämtlicher Berufszweige.12 Dies lenkt den Blick auf die diesen zugrundeliegenden Entwicklungsprozessen. Insbesondere in der frühen Kindheit wird dabei der Grundstock für die Beweglichkeit des Individuums in der Gesellschaft gelegt. So ist unter Umständen der Einfluss der Familie der entscheidende Faktor für Vorteile bzw. Nachteile und der Wohlfahrtsstaat sowie dessen Institutionen der zentrale institutionelle Rahmen für die Reproduktion sozialer Ungleichheit zwischen den Generationen. Dabei ist die Erkenntnis, dass die soziale Herkunft eine entscheidende Rolle im Reproduktionsprozess spielt, keineswegs neu. Im als klassisch zu betrachtenden Humankapitalansatz wird z. B. davon ausgegangen, dass Eltern in die Schulbildung ihrer Kinder investieren. Ökonomisches Kapital wird so in Bildungskapital transformiert.13 Eine neue Entwicklung in den Sozialwissenschaften zeigt sich darin, den zentralen Stellenwert der frühen Kindheit sowie frühkindlicher Betreuungsangebote für die Reproduktion sozialer Ungleichheit zu problematisieren.14

1.2 Fragestellung der Arbeit

Hierbei werden insbesondere Verknüpfungen von familialer Lebenslage, elterlichen Berufen und familialer Erziehung in den Vordergrund gestellt. Die Erziehung innerhalb der Familie sowie die Sozialisation des Nachwuchses sind nicht von der äußeren Umwelt entkoppelt. Erfahrungen von Eltern im Beruf, durch deren Probleme auf dem Arbeitsmarkt sowie deren selbsterfahrene Erziehung und Sozialisationsbedingungen wirken sich auf den Umgang mit dem eigenen Nachwuchs aus. Für die Analyse der Reproduktion sozialer Ungleichheit ist es zentral, die gesellschaftliche Einbettung dieses Prozesses zu deuten. Es kommt darauf an, die institutionellen Rahmenbedingungen für die gesellschaftliche Reproduktion sowie deren stratifizierende Elemente herauszuarbeiten.15 Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist das Verhältnis von Familie und Wohlfahrtsstaat sowie die daraus folgenden Konturen der Reproduktion sozialer Ungleichheit. Die im folgenden skizzierten Thesen sollen daher den Rahmen für die vorliegende Arbeit spannen.

Im Kern steht die Annahme, dass grundlegende Strukturen sozialer Ungleichheit durch Sozialisationsprozesse in Familien reproduziert werden. Das heißt, die Voraussetzungen für eine Positionierung im gesellschaftlichen Gefüge werden in den Familien geschaffen. Insofern lässt sich hierin ein Grund vermuten, warum bisherige Reformen im Bildungssystem nicht erfolgreich waren und die These des „constant flux“16, d. h. einer relativen Reproduktion des Schichtungsgefüges nach wie vor Gültigkeit besitzt. Hier spielt die Familie eine zentrale Rolle. Es stellt sich daher auch die Frage nach dem Stellenwert der Familie und des Kindes im Wohlfahrtsstaat. Eine entscheidende Variable bezieht sich auf die Struktur des Wohlfahrtsstaats und hier auf das Vorhandensein institutioneller Betreuungsangebote für Kinder. Die Annahme ist, dass je ausgeprägter ein solches System an Betreuungsangeboten ist, desto wahrscheinlicher ist eine Verminderung der Reproduktion sozialer Ungleichheit. Es stellt sich daher die Frage, wie diese Kinderbetreuungsangebote ausgestaltet sind. Die Annahme ist, dass je flächendeckender und hochwertiger institutionelle Kinderbetreuung, desto größer ist die Zurückdrängung der Familie als Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden Ungleichheitsgenerator. In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, ob der niedrige soziale Vererbungseffekt in Schweden möglicherweise eine Folge der außergewöhnlich umfassend vollzogenen Investitionen in Familien und Kinder ist.17

Der Wohlfahrtsstaat nimmt eine vermittelnde Position ein. Institutionelle Arrangements wirken sich auf den Reproduktionsprozess sozialer Ungleichheit aus. Entweder in dem sie durch massive Transferleistungen (ökonomische) Nachteile versuchen aufzuheben, oder durch Sachleistungen in Form von z. B. Kinderbetreuung bestimmte Reproduktionsmechanismen ausgehebelt werden. Es stellt sich dabei die Frage, ob diese Wirkungen beabsichtigt, d. h. intendiert sind, oder ob wohlfahrtsstaatliche Institutionen nichtintendierte Folgen zeitigen, die eine Reproduktion sozialer Ungleichheit als Folge einer gänzlich anderen Zielsetzung eindämmen.

In der vorliegenden Arbeit sollen zunächst Dimensionen und Determinanten sozialer Ungleichheit herausgearbeitet und dabei auf das für moderne Gesellschaften Gültigkeit beanspruchende Chancengleichheitspostulat eingegangen werden (Kapitel 2). Im daran anschließenden Kapitel werden Deutschland und Schweden als Wohlfahrtsregime vorgestellt. Im Zentrum stehen dabei zentralen Strukturelemente dieser beiden von Gøsta Esping-Andersen so bezeichneten „Welten des Wohlfahrtskapitalismus“. Das Kapitel über die Familie im Wohlfahrtsstaat (Kapitel 4) dient einer Auseinandersetzung mit dem Stellenwert der Familie und des Nachwuchses im Wohlfahrtsstaat. Es zeigt sich, dass die Wohlfahrtsregime auch als Betreuungsregime interpretiert werden können. Daran anknüpfend stelle ich im fünften Kapitel zentrale empirische Ergebnisse zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Beziehung zu dem Vorhandensein frühkindlicher Betreuungsangebote. Es gilt zu zeigen, dass umfassende wohlfahrtsstaatliche Leistungen in diesem Bereich einen zentralen Einfluss auf eine Aufweichung einer „persistent inequality“ haben, auf die wiederholt verwiesen wird.18 Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit diskutiert (Kapitel 6).

1.3 Stand der Forschung

Bei der Frage nach den zugrundeliegenden Mechanismen der Reproduktion sozialer Ungleichheit stehen nach wie vor Effekte des Bildungssystems im Vordergrund. Interessant für Deutschland ist ferner, dass die Forschung sich nicht unmittelbar mit der Frage nach der Chancengleichheit beschäftigt, im Gegenteil dieser Zweig der Forschung aus dem Blickfeld gerückt ist.19 Die Mehrzahl der Studien befasst sich mit den Auswirkungen unterschiedlicher Bildungssysteme.20 Ein Grund für die fortwährende und sich reproduzierende Ungleichheit wird dabei in der institutionellen Ausgestaltung und länderspezifischen Regelung von Bildungssystemen gesehen.21 Für Deutschland wird in diesem Zusammenhang oftmals die frühe Selektion des Nachwuchses (in der Regel nach der vierten Klasse, also beim Übergang vom Primär- in den Sekundärbereich) ins Feld geführt und diesem die Hauptverantwortung für die nach wie vor bestehenden Ungleichheiten zugeschrieben. Für Schweden wird das universale System angeführt, dass Kinder unterschiedlicher Schichten bzw. Klassen bis zur zehnten Klasse zur selben Schule gehen lässt.

Eine insbesondere in den USA forcierte Forschungsrichtung verweist hingegen auf frühe Entwicklungsstadien des Kindes und Effekte des elterlichen Einflusses in der frühen Kindheit.22 Es konnte wiederholt gezeigt werden, dass insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Familien von institutioneller Kinderbetreuung profitieren. Hier liegt der Schwerpunkt der Betrachtung nicht auf den Effekten des Bildungssystems, sondern auf der Frage nach den Einflüssen in der Sozialisation der frühen Kindheit. Diese Frage scheint in Deutschland erst wieder an Bedeutung zu gewinnen, nachdem sie bereits im Zuge der Bildungsexpansion in den 1960er im Vordergrund stand.23

Für den Bereich der frühkindlichen Betreuung und deren Auswirkungen lässt sich in bezug auf Deutschland von einem Defizit sprechen.24 Dabei hat Kurt Lüscher 1977 in einem einschlägigen Aufsatz bereits den Stellenwert der frühen Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden Kindheit für die gesellschaftliche Entwicklung hervorgehoben.25 Der Autor verweist auf Prozesse in der frühkindlichen Sozialisation und die Notwendigkeit von „Einsichten über die Bedürfnisse des Kindes und über die Anforderungen an seine Pflege und Erziehung [...].“26 Lüscher verweist auf die Berücksichtigung unterschiedlicher Sozialisationsbedingungen in modernen Gesellschaften und deren Problematisierung sowie den zentralen Stellenwert sozialpolitischer Unterstützungsleistungen des Wohlfahrtsstaats. In der aktuellen Forschung findet eine solche Problematisierung ihren Niederschlag insbesondere in der Sozialisationsforschung.27 Dabei werden Wechselwirkungen von gesellschaftlicher Entwicklung und familialer Sozialisation sowie die in Veränderung begriffenen Lebensumstände von Kindern betrachtet und in Zusammenhang mit wohlfahrtsstaatlichen Institutionen gesetzt.

In das Zentrum der Beschäftigung mit der Frage nach der Reproduktion sozialer Ungleichheit rückt zunehmend der Wohlfahrtsstaat und dessen Institutionen selbst. Dabei geraten neben monetären Gesichtspunkten, also primär Fragen der finanziellen Umverteilung, zunehmend Fragen der sozialpolitischen Unterstützungsleistungen in Form von Sachleistungen in den Vordergrund.28 Es stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Input zur Output Seite wohlfahrtsstaatlicher Leistungen. Problematisiert werden somit konsumtive und investive Aspekte wohlfahrtsstaatlicher Umverteilungsmaßnahmen, wenn z. B. nach den Objekten staatlicher Leistungen und dem daraus resultierenden unintendierten Einfluss dieser Leistungen auf die Reproduktion sozialer Ungleichheit gefragt wird. Um sich dieser Problematik zu nähern, sollen nun in einem ersten Schritt Dimensionen sozialer Ungleichheit aufgezeigt, und grundlegende Annahmen hinsichtlich des Einflusses der sozialen Herkunft dargestellt werden.

2 Dimensionen und Determinanten sozialer Ungleichheit

Im Rahmen des als Modernisierung bezeichneten Prozesses sind in Deutschland und Schweden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Entwicklung zu beobachten. Gemeinsam ist wohl beiden Ländern ein im historischen Kontext einmalig steigender Wohlstand sowie eine damit verbundene Ausdehnung der sozialen Sicherheit. Dies belegen erneut die für 2002 von der OECD veröffentlichten Daten zum internationalen Vergleich des Bruttoinlandprodukts.29 Schweden und Deutschland sind hier in der Gruppe der „high-middle income group“ eingeordnet. Dieses grobe Vergleichsmaß erlaubt es, die beiden Länder als reiche Länder zu bezeichnen. Ebenso lassen sich für beide Länder eine Bildungsexpansion, d. h. eine breite Qualifizierung von Menschen über (staatliche) Institutionen des Bildungssektors, sowie eine damit verbundene umfassende Höherqualifizierung der Bevölkerung feststellen.30 Beide Gesellschaften zeigen eine Entwicklung hin zu „postindustriellen Gesellschaften“, deren Strukturen sozialer Ungleichheit zunehmend komplexer erscheinen.31 Es zeigen sich aber keineswegs wirklich neue Ungleichheiten, vielmehr haben sich die ihnen zugrundeliegenden Voraussetzungen geändert. Eine Differenzierung der Lebensformen und Möglichkeiten der Lebensgestaltung zeitigt eine umso schwieriger erscheinende Festlegung der Faktoren, die als grundlegend für die Struktur sozialer Ungleichheit anzusehen sind. Ökonomische Faktoren sind nunmehr unter Umständen immer noch grundlegend, aber vielleicht nachrangig. Entscheidend für die Analyse werden zunehmend nicht monetäre Ungleichheiten, die Zugangschancen zu gesellschaftlich relevanten Bereichen einschränken.

2.1 Dimensionen sozialer Ungleichheit

Die Beschäftigung mit der Frage nach der sozialen Ungleichheit bezieht sich in der Regel auf die Aufdeckung bestimmter, als nicht hinnehmbar beurteilten gesellschaftlichen Umständen. Dabei ist soziale Ungleichheit zunächst von der natürlichen Ungleichheit zu unterscheiden. Nicht die (biologisch) vererbten Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden Eigenschaften und qua Geburt vorhandenen Ausstattungen des Menschen stehen hier im Blickfeld, sondern zentral ist die sozial konstruierte, gesellschaftlich begründete Ungleichheit. Hierzu lassen sich als Basisdimensionen die ökonomische Ungleichheit, die Bildungsungleichheit und die Ungleichheit hinsichtlich Prestige, Rang, u. ä. (demnach unter Umständen kulturell und gesellschaftlich definierten Ungleichheiten) sowie die Ungleichheit politischer Macht anführen. Weitere Dimensionen sozialer Ungleichheit lassen sich über Arbeits-, Wohn-, Umwelt- und Freizeitbedingungen beschreiben. Dabei sind letztere von den Basisdimensionen nicht strikt zu trennen. So betont Stefan Hradil die logische Unabhängigkeit der angeführten Dimensionen, gleichzeitig verweist er allerdings auf deren empirisch beobachtbaren Zusammenhang.32

Soziale Ungleichheit seit den Anfängen der Sozialphilosophie als Produkt gesellschaftlicher Entwicklungen und menschlicher Bestrebungen angesehen und damit prinzipiell als überwindbar erklärt. Ungleichheit ist dabei zunächst einmal als ein die Gesellschaft strukturierendes Element zu betrachten: (soziale) Ungleichheit ist ein Strukturphänomen und stellt nicht an sich ein Problem dar. Diese der funktionalistischen Theorietradition entnommene Bestimmung verweist dabei auf grundlegende Funktionen von sozialer Ungleichheit. So ordnet sich durch Ungleichheit das gesellschaftliche Gefüge, grundlegend über Rollendifferenzierung und hier in der elementarsten Stufe in der Differenzierung nach Geschlecht.

Eine differenzierungstheoretische Perspektive verweist in diesem Zusammenhang auf Aspekte der gesellschaftlichen Modernisierung.33 Demnach lässt sich seit der industriellen Revolution eine zunehmende berufliche Arbeitsteilung infolge des technischen Fortschritts beobachten, die Ungleichheiten generiert. Durch die Kopplung dieses Prozesses an die Zuschreibung bestimmter Rollen (z. B. Arbeitsteilung in Arbeitswelt und Familie) ergeben sich Fortschreibungen bestimmter Ungleichheiten. In der gesellschaftlichen Entwicklung kommt es zu unterschiedlichen Spezialisierungen von Arbeitstätigkeiten und in deren Folge zu ungleichen Entlohnungen von Arbeitskraft. Die sich nach diesem Prinzip vollziehende Strukturierung moderner Gesellschaften wird in der Regel nicht in Frage gestellt. Das Selbstverständnis moderner Gesellschaften ist das von Leistungsgesellschaften, deren einziges als legitim betrachtetes strukturierendes Element das „meritokratische Prinzip“. Ein bestimmtes Maß an sozialer Ungleichheit kann als dadurch induzierte Leistungsanreize legitimiert werden.

Bernhard Schäfers definiert soziale Ungleichheit als einen „gesellschaftliche(n) Zustand, in dem die Zugangschancen zu wichtigen Sozialbereichen (Bildung und Ausbildung, Beruf, usw.) für einzelne Personen oder Sozialgruppen erschwert sind und die ungleiche Verteilung von ökonomischen und sonstigen Ressourcen, von sozialen Positionen und Rängen als ein soziales Problem angesehen wird.“34 Diese Definition verweist auf die gesellschaftliche Konstruktion sozialer Ungleichheit. Insofern ist Ungleichheit ein Bewertungsphänomen, somit auch Bestandteil politischer Entscheidungen und kultureller Normen. Inwiefern eine ungleiche Verteilung geschätzter Güter auf gesellschaftliche Einheiten zum Problem wird, ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig. Soziale Ungleichheit ist ein mehrdimensionales und relatives Konstrukt.

Zunächst muss ein aus sozialer Ungleichheit resultierendes Problem gesellschaftlich artikuliert werden. Es müssen bestimmte gesellschaftliche Bedingungen als nicht hinnehmbar interpretiert und ihre Änderung zum (politischen) Ziel gemacht werden. Aus einer differenzierungstheoretischen Perspektive ergibt sich die These, dass je mehr Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben, die Chance für eine Offenlegung sozialer Ungleichheiten gegeben ist.35 Hier zeigen sich die Länder der OECD Welt sensitiv, dass heißt in allen Ländern scheint das Problem der sozialen Ungleichheit durchaus ein Thema zu sein. Die vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung hat die in verschiedenen Ländern unterschiedlich ausgeprägte Bewertung sozialer Ungleichheit gezeigt.36

Einen zentralen Einfluss auf die Bewertung hat dabei der Ausbau des wohlfahrtsstaatlichen Arrangements. So konnte Steffen Mau zeigen, dass die Ausgestaltung des Wohlfahrtsstaats die Beurteilung von sozialer Ungleichheit und Forderungen nach Maßnahmen zu deren Verringerung beeinflusst.37 Diese Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden Bewertung sozialer Ungleichheit bezieht sich sowohl auf die Verfügbarkeit als auch qualitative Beurteilung bestimmter Güter. Entsprechende Güter sind z. B. Bildung und Möglichkeiten, diese zu erwerben, Zugang zu wohlfahrtsstaatlichen Institutionen oder materieller Wohlstand. In der Regel besitzen diese Güter sozial geteilte und dominante (Be)Wertungen. Die für die Fragestellung der vorliegenden Arbeit zentrale Dimension der Lebenschancen kann wiederum über die Verfügbarkeit dieser Güter vermittelt werden.

Einkommen und Vermögen sind hier als zentrale Faktoren zu nennen, da sie nicht allein über den Konsum, sondern auch über die Inanspruchnahme bestimmter gesellschaftlicher Ressourcen bestimmen können. Insofern lässt sich die Hypothese formulieren, dass Einkommen und Vermögen Zugangschancen zu gesellschaftlich (hoch) bewerteten Gütern ermöglichen bzw. bei Nichtvorhandensein verhindern. Sie stellen Ressourcen dar, welche Hans- Joachim Giegel in den Rahmen der Strategien der Ungleichheitsverstärkung spannt.38 So sind zwar einerseits direkte Umwandlungen von z. B. Geld in Positionen in modernen Gesellschaften untersagt. Bildungsabschlüsse sind in der Regel nicht käuflich zu erwerben, und wo dies der Fall ist, ist die Nutzung dieser Möglichkeit negativ sanktioniert. Andererseits bietet die Ausstattung mit monetären Ressourcen oft die Chance, die Bedingungen für den Eintritt und das Gelingen in Bildungsinstitutionen zu erleichtern. Hier findet unter Umständen eine Ressourcenübertragung von Eltern auf Kinder statt.

Einkommen und Vermögen

Bei der Untersuchung sozialer Ungleichheit treten zwei Dimensionen zunächst in den Vordergrund: Einkommen und Vermögen. Diese Dimensionen können als harte Faktoren bei Betrachtung sozialer Ungleichheit in modernen Gesellschaften betrachtet werden. Sie stellen sozusagen die Basis dar, anhand derer sich Individuen gesellschaftlich verorten und Handlungsräume wahrnehmen. Einkommen und Vermögen korrelieren positiv, sind aber streng voneinander zu unterscheiden. Dabei hat die „Wohlstandsexplosion“ im Zuge der goldenen Jahre in Deutschland nichts Wesentliches an der Ungleichverteilung der Einkommen und Vermögen geändert.39 Auch unterscheidet sich die Ungleichheit der verfügbaren Einkommen in Deutschland nicht wesentlich von der in Schweden. Ein Vergleich der beiden Länder zeigt nur geringe Unterschiede in den beiden Dimensionen sozialer Ungleichheit. So betrug im Jahre 2001 die Ratio der Ungleichheit der Einkommensverteilung für Deutschland 3,6 und für Schweden 3,4.40

Ein zentraler Unterschied zwischen Deutschland und Schweden lässt sich allerdings mit Blick auf die Einkommensverteilung zwischen Familien mit Kindern und Familien ohne Kinder feststellen, wobei innerhalb dieser Gruppen weitere Unterschiede zu verzeichnen sind. Für Deutschland wird in der Literatur bereits von einem „Armutsrisiko Kind“ gesprochen.41 In Schweden sind Familien mit Kindern im Verhältnis zu Familien ohne Kinder weniger benachteiligt. Für die vorliegende Arbeit dienen dabei die Größen Einkommen und Vermögen als harte Indikatoren sozialer Ungleichheit, die den zentralen Aspekt der sozialen Reproduktion grundsätzlich beeinflussen. Vermögen kann als Kernstück von materiellen Grundlagen über Vererbung zur Reproduktion sozialer Ungleichheit beitragen. In der Ungleichheitsforschung wird in jüngster Zeit verstärkt dieser Form der Vererbung von Ungleichheit Aufmerksamkeit geschenkt.42 Samuel Bowles und Herbert Gintis konnten zeigen, dass das Vermögen der Eltern zur intergenerationalen Persistenz von Einkommen beitragen kann.43 Die Autoren verweisen auf die Annahme, nach der familiäres Vermögen auch einen Effekt auf schulischen Erfolg und andere personenbezogene Investitionen haben sollte. Eine empirische Überprüfung dieser These steht allerdings noch aus. Die theoretische Begründung scheint allerdings schlüssig zu sein. Potentiell lässt sich Vermögen auf unterschiedlichen Ebenen als Ressource nutzen bzw. in andere Ressourcen transferieren.44 So ist ein höheres Familienvermögen als Basis für den Bildungsweg interpretierbar. Diese Annahme wurde bereits von Gary S. Becker Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden 1964 formuliert und von ihm und Nigel Tomes wiederholt empirisch bestätigt.45 Ebenso ist ein höheres Familieneinkommen positiv mit höherem Bildungsabschluss des Nachwuchses korreliert.46 In diesem Fall wird das Gut Bildung konsumiert, und je höher das Einkommen der Familie, desto wahrscheinlicher der Konsum von mehr Bildung (z. B. im Sinne von verbrachter Zeit im Bildungssystem) und qualitativer Bildung (z. B. in Form von Privatschulen). Im Kontext dieser Arbeit steht dabei die Problematisierung ungleich verteilter Zugangsmöglichkeiten im Vordergrund sowie deren intergenerationale Weitergabe.

2.2 Determinanten sozialer Ungleichheit

Rainer Geißler reiht eine ausgeprägte soziale Ungleichheit der materiellen Lebensbedingungen zu den Kennzeichen der modernen Sozialstruktur.47 Dies wird in der funktionalistischen Variante von Gesellschaftstheorie als eine notwendige Bedingung für den Erhalt, die sozioökonomische Entwicklung und die Wohlstandsdynamik moderner Gesellschaften betrachtet.48 Einkommen als grundlegende Dimension zur Bestimmung materieller Lebensbedingungen dient dabei lediglich als ein Indikator für den Zugang zu elementaren Ressourcen.49 Dies kann einerseits als direkter Effekt oder indirekte Konsequenz auftreten. Ein direkter Effekt zeigt sich in der empirischen Beobachtung des Zusammenhangs von Einkommensniveau der Eltern und den Bildungsabschluss des Nachwuchses. Ein indirekter Effekt ist ungleich schwerer festzustellen und verweist auf Ergebnisse entwicklungspsychologischer und soziologischer (Sozialisations-) Forschung. Es lässt sich daher von einer potentiellen Erweiterung, und im einschränkenden Sinne von einer Limitierung von Wahlmöglichkeiten durch die soziale Herkunft sprechen.50 Hier sind neben monetären Transfer (im Sinne von Einkommen und Vermögen), kognitive und soziale Kompetenzübertragungen anzuführen.

Folgt man Esping-Andersen, dann sind die Möglichkeiten und Lebenschancen in modernen Gesellschaften zunehmend von sozialer Vererbung, und im Kern von der familialen Umwelt und deren Einfluss auf die kognitive Entwicklung des Nachwuchses abhängig.51 Die soziale Herkunft wirkt u. U. als Determinante individueller Lebenschancen. Nach Pierre Bourdieu spielt in diesem Zusammenhang die Weitergabe, d. h. die soziale Vererbung unterschiedlicher Kapitalformen durch die Herkunftsfamilie eine entscheidende Rolle. Er schreibt: „The family plays a decisive role in the maintenance of the social order, through social as well as biological reproduction, […]. It is one of the key sites of the accumulation of capital in its different forms and its transmission between the generations. […] It is the main ,subject’ of reproduction strategies.”52

Neben die monetären Dimensionen, können Basisqualifikationen treten, die direkt oder indirekt über die soziale Herkunft vermittelt werden. In diesem Sinne lässt sich die soziale Herkunft als Determinante der Lebenschancen interpretieren. Eine Kapitalform, die an Bedeutung gewinnt, ist das sogenannte kulturelle Kapital. Dieses bezieht sich auf Kenntnisse und Benutzung in einer Gesellschaft dominanter Symbole und Bedeutungen. Thomas Schwinn verweist in diesem Zusammenhang auf die geänderten Bedingungen der Reproduktion sozialer Ungleichheit. „Der Wirtschaftswandel (vom primären über den sekundären zum tertiären Sektor, J.S.) geht einher und ist zum Teil bedingt durch eine wachsende Verwissenschaftlichung, die die Reproduktion der Ungleichheitsverhältnisse zunehmend von ökonomischem Kapital auf kulturelles Kapital umstellt.“53

Kulturelles Kapital als verwertbare Ressource gewinnt zunehmend an Bedeutung und bietet die Möglichkeit, wie andere Kapitalformen auch, des sozialen Transfers. Jürgen Baumert ordnet kulturelles Kapital den „basalen Kulturwerkzeugen“ zu, und betont, dass „je nach [wirtschafts-]Bereich in unterschiedlichem Ausmaß [...] es der Beherrschung kultureller Basiskompetenzen [bedarf].“54 Diese sind nach Baumert u. a. zunehmend Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden fremdsprachliche Kompetenz, Selbstregulation des Wissenserwerbs und ITKompetenz. Die Grundlage zu deren Beherrschung wird in frühen Sozialisationsprozessen verortet.

2.2.1 Familie und Sozialisation

In modernen Gesellschaften treten somit für die Frage nach sozialer Ungleichheit die Art der Erziehung, Fürsorge und Betreuung, die Kinder durch ihre Eltern erfahren, in den Vordergrund. Grundsätzlich lässt sich zwischen Erziehung einerseits und Sozialisation andererseits unterscheiden. Erziehung ist eine zielgerichtete Handlung z. B. von Seiten der Eltern, eine konkreter Versuch der Einflussnahme von erwachsenen Personen auf die Entwicklung des Nachwuchses. Die Gesamtheit aller Vorgänge, in deren Verlauf sich das Individuum zu einem aktiven Angehörigen einer Gesellschaft und Kultur entwickelt, wird hingegen als Sozialisation bezeichnet.55 Es kann davon ausgegangen werden, dass sowohl die soziale und als auch die materielle Lage der Familie für den Erziehungs- und Sozialisationsprozess von entscheidender Bedeutung sind. In Tabelle 1 sind die generell mit der Familie als Institution in Zusammenhang gebrachten Funktionen dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Funktionen der Familie

(Quelle: Gerlach 1996: 21)

In der Forschung besteht breiter Konsens darüber, dass die Familie mit Blick auf die Erfüllung dieser Funktionen zunehmend mit Schwierigkeiten konfrontiert ist. Z. B. wird in aktuellen Debatten über bezüglich des demografischen Wandels die Reproduktionsfunktion problematisiert. Die Frage nach der Haushaltsfunktion von Familien spielt gerade für Deutschland eine entscheidende Rolle, und wie Esping-Andersen gezeigt hat, generell für die Frage nach dem Stellenwert der Familie im Wohlfahrtsstaat einer postindustriellen Gesellschaft.56

Die soziale und materielle Lage einer Familie wird oftmals als Umwelt aufgefasst, der ein auf die menschliche Entwicklung prägender Einfluss unterstellt wird. Der grundlegende Ansatz der sich dieser Thematik annimmt und dabei eine Integration unterschiedlicher soziologischer Theorien zur Sozialisation darstellt, ist die ökologische Systemtheorie.57 Urie Bronfenbrenner geht davon aus, dass individuelle menschliche Entwicklung a) als Prozess mit unterschiedlichen Stufen und b) als im sozialen Kontext stattfindend aufzufassen ist. Die für die menschliche Entwicklung zentrale Variable ist die Rollenstruktur in der sozialen Umwelt des Individuums. Dabei gilt in der ökologischen Systemtheorie, dass „je reichhaltiger die Anregungen der sozialen Umweltsysteme sind, desto stärker unterstützen sie eine differenzierte Persönlichkeitsstruktur.“58 Im Kern wird damit auf die Sozialisationsbedingungen von Kindern und Jugendlichen verwiesen und die Persönlichkeitsentwicklung als abhängige Variable mit Blick auf die familialen Umstände betrachtet.

Diesen zentralen Ansatz nimmt die moderne sozialisationstheoretische Jugendforschung auf und formuliert als grundlegende Annahme, dass sich die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen in einem Wechselspiel von (genetisch-bedingter) Anlage und (sozialer) Umwelt vollzieht.59 Dabei legt die genetische Ausstattung die Spiel- und Möglichkeitsräume für die durch Umwelteinflüsse geformten und veränderten Eigenschaften und Verhalten fest. In dieser Perspektive wird davon ausgegangen, dass in etwa die Hälfte der Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltenseigenschaften eines Menschen auf die genetische Ausstattung zurückzuführen sind. Die andere Hälfte wird demnach Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden durch die soziale und physische Umwelt (z. B. familiales Umfeld, Wohnsituation, Kultur- und Bildungsangebote, finanzielle Ressourcen) bestimmt. Bereits Mitte der 1980er Jahre hat Klaus Hurrelmann in diesem Zusammenhang auf eine Verkettung von familialer Umwelt und schulischem Erfolg hingewiesen.60 Er betont die soziale und strukturelle Problematik von Kindern aus benachteiligten Schichten. Diese sind oftmals den motivationalen, kognitiven, sprachlichen und sozialen Anforderungen der Schule nicht gewachsen. Die aktuelle empirische Sozialisationsforschung hat den Einfluss der familialen Umwelt sowohl auf die frühe Entwicklung als auch auf den schulischen Erfolg erneut gezeigt. Insbesondere in den USA und in England durchgeführte Studien belegen die frühen Ergebnisse.61 Insofern lässt sich nach den strukturellen Benachteiligungen von Familien fragen, und ob bestimmte familiale Lebensformen besonders benachteiligt sind. Der Grundsatz, dass ungleiche Lebenschancen auf Grund der sozialen Herkunft möglichst gering sein und wohlfahrtsstaatlich abgefangen bzw. ausgeglichen werden sollen, bezieht sich in modernen Gesellschaften nicht unmittelbar auf die Einkommens- und Vermögensverteilung. Er gilt insbesondere für die Bereiche Bildung und Erziehung, in denen nach dem Selbstverständnis moderner Gesellschaften Chancengleichheit gewährleistet sein soll.

2.2.2 Chancen(un)gleichheit

Chancengleichheit ist eine Dimension, die in modernen Gesellschaften einer relativ hohen Bewertung unterliegt. Dabei ist oftmals keineswegs eindeutig geklärt, was unter Chancengleichheit zu verstehen ist. Grundlegend für eine Bestimmung des Chancengleichheitspostulats ist die Verortung des Gleichheitsprinzips. Es stellt sich die Frage, was damit gemeint ist, wenn Gleichheit gefordert wird.

In modernen Gesellschaften formuliert das Gleichheitsgebot einerseits die grundsätzliche Gleichheit aller Menschen in ihrem Recht auf Wohlergehen.62 Dieses Prinzip findet seinen Niederschlag in den Verfassungen der westlichen Demokratien. Auf der anderen Seite verweist das Gleichheitsgebot, insbesondere in einer der liberalen Tradition verhafteten Vorstellung, auf ein Prinzip der Leistungsgerechtigkeit.63 In den Gesellschaften zeigen sich unterschiedliche Bewertungen für die qua Definition ungleichheitsschaffende Allokationsfunktion des Leistungsprinzips.64 Dabei steht im Kern die Idee, dass eine objektiv ähnliche Ressourcenausstattung von Individuen zu unterschiedlichen subjektiven Ressourcennutzungen führen kann. Das zentrale Problem hierbei stellt sich demnach nach dem Ressourcenvolumen der Individuen.65 Eine im Liberalismus wurzelnde Idee von Chancengleichheit verweist auf die Gleichheit der Startchancen. John Rawls spricht in diesem Zusammenhang von einer „Gerechtigkeit als Fairneß“, für ihn drückt „(S)ie [...] den Gedanken aus, dass die Grundsätze der Gerechtigkeit in einer fairen Ausgangssituation festgelegt werden.“66 Aus dieser Formel lässt sich ableiten, dass der Zugang zu gesellschaftlichen Gütern wie Bildung, Arbeit, etc. nicht systematisch durch die familiale Herkunft, soziale Netzwerke, das Geschlecht etc. determiniert sein soll. Hier steckt ein normativer Kern, über dessen Inhalt sich selbstverständlich streiten lässt. Grundsätzlich sind gleiche Startchancen nur durch bestimmte Umverteilungsmaßnahmen zu erreichen. Es stellt sich darüber hinaus die Frage nach der Bewertung der Startbedingungen. Was ist unter einer Gerechtigkeit der fairen Ausgangssituation zu verstehen? Es lässt sich zur Beantwortung dieser Frage auf eine Unterscheidung hinweisen. So können selbstverantwortete einerseits und nicht-selbstverantwortete Ursachen andererseits für die Ausgangssituation von Individuen analytisch voneinander abgegrenzt werden. Je nach Gleichheitsvorstellung herrscht dabei eine bestimmte Bewertung dessen vor, was als selbstverantwortet bzw. nicht-selbstverantwortet anzusehen ist.67 Radikale Gesellschaftskritiker würden sagen, alles ist außerhalb der Verantwortung des Individuums und in der gesellschaftlichen Struktur angelegt. Eine liberale und den Ideen der Aufklärung verhaftete Vorstellung verweist demgegenüber auf die Handlungsfähigkeit des Individuums, koppelt diese allerdings an eine Betrachtung der Ausgangssituation. Ausgangspunkt für eine solche Vorstellung ist das sogenannte aristotelische Fähigkeitsargument.68

Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden Nach Aristoteles ist es für jeden Menschen von Vorteil, seine (angeborenen) Fähigkeiten auf angemessene Weise ausüben zu können. In einer modernen Interpretation lässt sich daraus das Postulat ableiten, dass niemand durch von ihm nicht zu verantwortende Umstände an der persönlichen Entwicklung gehemmt werden soll. Grundlegend für eine solche Interpretation sind die Begriffe „Funktionen“ und „Fähigkeiten“.69 Im Unterschied zu menschlichen Grundbedürfnissen beziehen sich diese beiden Aspekte nicht auf die unmittelbare Selbsterhaltung. Der Rückgriff des aristotelischen Fähigkeitsarguments auf „Funktionen“ und „Fähigkeiten“ richtet sich nach Andreas Lange auf die Vorstellung, dass eine (wohlfahrtsstaatliche, J.S.) Politik der Gerechtigkeit sich auf „die Bereitstellung und Sicherung von Grundbefähigungen [bezieht], unter deren Voraussetzung Personen in ihrer Lebensführung Optionen wahrnehmen oder ausschlagen können.“70 Dabei ist die Entfaltung fundamentaler menschlicher „Fähigkeiten“ von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Erziehung, Fürsorge und die Bereitstellung von Ressourcen, demnach sozialisationstheoretisch entscheidende Faktoren, können hier als grundlegend betrachtet werden. Insofern ist die Entfaltung von individuellen „Fähigkeiten“ als ein Entwicklungsprozess aufzufassen, in welchem dem Staat bis heute eine zentrale Rolle für die Gestaltung der Rahmenbedingungen zufällt.71 Insofern ist für John E. Roemer „Equality of Opportunity“ das Kernstück jeder staatlichen, sozialpolitischen Intervention. Hierfür wird eine zeitbezogene Argumentation wichtig. Es wird postuliert, bevor Individuen in das (Aus)Bildungssystem eintreten, ist dafür Sorge zutragen, dass die Anfangssituationen keine systematischen Benachteiligungen aufweisen. Sobald dieser Eintritt erfolgreich vollzogen ist, ist das Resultat offen und nach dem Leistungsprinzip strukturiert.72 Das Konzept der „Equality of Opportunity“ betont daher, dass Gleichheit der Startchancen nicht gleichzusetzen ist mit Ergebnisgleichheit. Gleiche Startchancen können so in unterschiedliche Ergebnisse münden, die sich als Funktionen von persönlicher Begabung und individuellem Interesse beschreiben lassen. Roemer fasst für die Vorstellung der Chancengleichheit zusammen: „[...] equality of opportunity requires compensating individuals for their differential circumstances, but not for their differential efforts, [...].“73 Das folgende Schaubild soll das für diese Arbeit grundlegende Verständnis von Chancengleichheit und den Einfluss der sozialen Herkunft verdeutlichen. Chancengleichheit lässt sich auf wohlfahrtsstaatliche Interventionen hinsichtlich der Reduzierung des Einflusses der sozialen Herkunft, somit auf die relative Gleichheit zur Entfaltung individueller, angeborener Fähigkeiten beziehen.74 Im Kern soll demnach der Einfluss der sozialen Herkunft weitgehend neutralisiert werden. Dies ist auch Bestandteil der UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Diese bezieht sich auf die Forderung nach einer „Gerechtigkeit für Kinder“ einschließlich deren Betreuung, Bildung und Gesundheit.75

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Potentieller Einfluss der sozialen Herkunft (in Anlehnung an Atkinson 1983: 79)

Der in Abbildung 1 angedeutete Zusammenhang von Erfolg im (Aus)Bildungssystem und familialer Hintergrund soll dabei den potentiellen Reproduktionsmechanismus aufzeigen. Wenn man sich mit Chancengleichheit unter dem Aspekt Eliminierung von Einflüssen der sozialen Herkunft befasst, dann besteht ein Problem darin, die zentralen negativ intervenierenden Faktoren herauszuarbeiten.

[...]


1 vgl. Bittlingmayer/ Kraemer 2001, Mayer/ Hillmert 2004

2 so auch Bittlingmayer/ Kraemer 2001: 316

3 vgl. Ruschin 2004, Datenreport 2004, Geißler 2004, Becker/ Lauterbach 2004

4 vgl. statt vieler Leipert, Christian (Hrsg.) 2004, Demographie und Wohlstand. Neuer Stellenwert für Familie in Wirtschaft und Gesellschaft, Wiesbaden: Leske&, Jans/Habisch/Stutzer 2000

5 Das Präfix „post“ soll verdeutlichen, dass die industrielle Produktion nicht mehr als der dominierende Wirtschaftsbereich anzusehen ist. Rainer Geißler schlägt den Begriff einer „industriellen Dienstleistungsgesellschaft“ vor, vgl. Geißler 1990. Der Strukturwandel lässt sich in Deutschland anhand der dominierenden Bruttowertschöpfung des Dienstleistungssektors ableiten, vgl. BMWA unter: http://www.bmwa.bund.de/Redaktion/Inhalte/Pdf/Dienstleistungsgesellschaft,property=pdf.pdf, Stand 17.12.2004

6 Esping-Andersen 1999, 2002, Bittlingmayer/ Kraemer 2001

7 für eine ausführliche Diskussion vgl. Bittlingmayer/ Kraemer 2001

8 vgl. grundlegend Esping-Andersen 1999: 99f.

9 Esping-Andersen 1999: 107f.

10 Das „Golden Age“ wird in der Regel für Zeitraum von 1950-1973 angesetzt. Vgl. Maddison, Agnus 1982, Phases of Capitalist Development, Oxford: University Press

11 so Esping-Andersen 1999: 102

12 anzuführen sind hier zahlreiche Studien der OECD, insbesondere im Rahmen des Projects „Education and Skills“, abrufbar unter: http://www.oecd.org/department/0,2688,en_2649_33925_1_1_1_1_1,00.html, Stand 20.01.2004

13 grundlegend für den Humankapital Ansatz in der Ökonomie, vgl. Becker 1964

14 vgl. unter vielen Waldfogel 2004a, Becker 2004, Bittlingmayer u. a. 2004

15 vgl. Schwalbe 2000: 779

16 Erikson/ Goldthorpe 1992

17 Esping-Andersen 2002: 27

18 Bowles/ Gintis 2002: 7, Piketty 1998, Shavit/ Blossfeld 1993

19 vgl. Geißler 2004, ein neu erschienener Beitrag von Rolf Becker zeigt allerdings einen sich andeutenden Richtungswechsel in der Forschung, vgl. Becker 2004

20 vgl. insbesondere Erikson/ Jonsson 1996

21 vgl. Ruschin 2004, Becker/ Lauterbach 2004

22 statt vieler Waldfogel 2004a, Bornstein u. a. 2003, Currie 2001, Waldfogel/ Danziger 2000,

23 Die in diesen Jahren vollzogene Umstrukturierung des Kindergartens stand unter der Absicht, die Einflüsse der sozialen Herkunft einzuschränken.

24 OECD 2004: 63

25 Lüscher 1977

26 Lüscher 1977: 619

27 vgl. statt vieler Lange, Andreas, Lauterbach, Wolfgang (Hrsg.) 2000, Kinder in Familie und Gesellschaft zu Beginn des 21sten Jahrhunderts, Stuttgart: Lucius und Lucius sowie für einen Überblick Geulen, Dieter, Veith, Hermann (Hrsg.) 2004, Sozialisationstheorie interdisziplinär. Aktuelle Perspektiven, Stuttgart: Lucius und Lucius

28 vgl. Esping-Andersen 2002, Lessenich 2004

29 OECD 2005, siehe Anhang

30 vgl. Hradil 1997

31 so Hradil 1997: 478f.

32 Hradil 2001: 31

33 Schimank 2000: 76

34 Schäfers 1998: 399, Hervorhebung im Original

35 Leisering 2004

36 insbesondere Mau 1997b

37 vgl. Mau 1997a

38 Riegel 2004: 109

39 vgl. Schäfers 1996: 60f.

40 vgl. Mau 2004: 40, die Ungleichheit der Einkommensverteilung (Verteilungsquintil) ist dabei über das Verhältnis des Gesamteinkommens der 20 Prozent der Bevölkerung mit dem höchsten Einkommen (oberstes Quintil) zum Gesamteinkommen der 20 Prozent der Bevölkerung mit dem niedrigsten Einkommen (unterstes Quintil) definiert. „Einkommen“ bezieht sich hier auf das verfügbare Äquivalenzeinkommen

41 Armut ist hier als relative Armut aufzufassen, d. h. als arm gilt, der weniger als 50 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat, vgl. auch Kapitel 5

42 vgl. unter vielen Szydlik 2004a, für Schweden Domeij/ Klein 1998

43 Bowles/ Gintis 2002: 18f.

44 vgl. Schupp/ Szydlik 2004

45 vgl. Becker 1964, Becker/ Tomes 1986

46 vgl. Heckmann/ Lochner 2000: 51f.

47 Geißler 2002: 673

48 vgl. insbesondere die Ausführungen bei Schmidt 2000: 388f., eine Gleichheit der Lebensbedingungen kommt in dieser Perspektive einer Entdifferenzierung gleich, die potentiell leistungshemmend auf die Gesellschaft wirken würde.

49 vgl. Mayerhofer 2004: 94

50 Berger 2004: 366

51 vgl. Esping-Andersen 2004, auch Bittlingmayer u. a. 2004

52 Bourdieu 1996: 23

53 Schwinn 2004: 20

54 Baumert 2001: 8

55 Schäfers 1998: 321f. Zu unterscheiden sind hier drei Phasen: primäre Sozialisation (hier werden erste subjektive Handlungsfähigkeiten vermittelt), sekundäre Sozialisation (z. B. Erweiterung der Handlungsfähigkeiten durch schulisches Lernen) sowie tertiäre Sozialisation (für moderne Gesellschaften oftmals als „lebenslanges Lernen“ umschrieben).

56 vgl. Esping-Andersen 1999: 47f. sowie 2002, Kapitel 2

57 Bronfenbrenner/ Morris 2000

58 Hurrelmann 2004: 56

59 vgl. Bronfenbrenner/ Morris 2000, Hurrelmann 2004: 64f.

60 Hurrelmann 1985: 56

61 vgl. Duncan/Magnuson: 2003, Eccles/ Wigfield 2000

62 vgl. Ruschin 2004: 31f.

63 vgl. Rawls 1975

64 vgl. Meulemann 2004

65 vgl. Klocke 1998, Meulemann 2004

66 Rawls 1975: 29

67 Roemer 2000: 18

68 vgl. Sen 1999: 37, Lange 2003: 380f.

69 vgl. Lange 2003: 381

70 Lange 2003: 381

71 Lange 2003: 382

72 Roemer 2000: 18

73 Roemer 2000: 21

74 Für die sich daraus ergebenden Konsequenzen für den Bereich der kompensatorischen Erziehung vgl. Roemer 2000

75 vgl. Olsson/ Spånt

Ende der Leseprobe aus 97 Seiten

Details

Titel
Die Familie im Wohlfahrtsstaat - Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden
Hochschule
Universität Mannheim
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
97
Katalognummer
V36593
ISBN (eBook)
9783638361736
Dateigröße
997 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Familie, Wohlfahrtsstaat, Reproduktion, Ungleichheit, Deutschland, Schweden
Arbeit zitieren
Johannes Steigleder (Autor), 2005, Die Familie im Wohlfahrtsstaat - Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36593

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