Der Begriff „Projekt“ hat seinen Ursprung in dem lateinischen Wort „projicere“, was so viel bedeutet wie „entwerfen, planen, sich vornehmen“. Er findet in vielen Sparten Anwendung und erhält, je nach Fachgebiet, meist eine individuelle Note in der Begriffsdefinition.
Im schulischen Kontext wird die Projektmethode oft als Lückenfüller vor den Sommerferien degradiert. Dementgegen wertet Meyer das Projekt als „eine der schwierigsten und anspruchsvollsten Formen methodischen Handelns“.
Letztlich bleibt es der Lehrkraft (L.) selbst überlassen, mit welchen Methoden er oder sie im jeweiligen Schuljahr arbeiten möchte. Allgemein bekannt ist jedoch auch wie knapp bemessen die Zeit innerhalb einer solche Jahresplanung, für die im Bildungsplan festgelegten Inhalte, oftmals ist. Daher ist die Evaluation der verschiedenen Methoden im Vorfeld essentiell, um eine effiziente Planung durchführen zu können.
Die folgende Arbeit soll als kurze Handreichung dienen, um sich mit dem Begriff des „Projektunterrichts“ vertraut zu machen. Es wird zunächst ein kleiner Einblick in die diversen Definitionen des Wortes „Projekt“ gegeben. Weiterhin ist die Projektarbeit ein wichtiger Bestandteil des offenen Unterrichts und findet daher ihre Anwendung auch in unterschiedlichen Dimensionen. Diese kurz zu skizzieren und gegenüberzustellen ist Aufgabe des in Kapitel 3 beschriebenen Sachverhalts. Nachfolgend wird auf die zehn Merkmale nach Gudjons eingegangen. Der idealtypische Ablauf, nach Freys sieben Komponenten, gewährt weiterführend einen groben Überblick zu den einzelnen Schritten. Nachfolgend soll eine kurze Diskussion darüber Aufschluss geben, ob und inwiefern eine Leistungsbewertung für diese Unterrichtsform erfolgen kann. Im letzten Kapitel werden dann die nicht nur in der Fachliteratur so vielfach gelobten Chancen der Methodik aufgeführt, sondern auch deren Grenzen beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Diverse Ansätze zur Begriffsdefinition „Projekt“
3. Projektunterricht in Abgrenzung zu ähnlichen Unterrichtsmethoden
4. Merkmale des Projektunterrichts nach Gudjons
5. Idealtypischer Ablauf eines Projekts
6. Leistungsbewertung im Projektunterricht
7. Chancen und Grenzen der Projektmethode im Unterricht
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Lehr- und Lernarrangement "Projekt" als anspruchsvolle Unterrichtsmethode. Ziel ist es, durch eine theoretische Fundierung sowie eine methodische Einordnung aufzuzeigen, wie Projektarbeit den Unterricht bereichern kann und welche Herausforderungen bei der Umsetzung sowie Leistungsbewertung zu berücksichtigen sind.
- Grundlegende Begriffsbestimmungen von "Projekt" in verschiedenen Kontexten
- Differenzierung des Projektunterrichts gegenüber anderen Unterrichtsformen
- Analyse der zehn charakteristischen Merkmale nach Gudjons
- Strukturierung des Projektprozesses in idealtypische Phasen
- Diskussion von Möglichkeiten und Problematiken der Leistungsbewertung
Auszug aus dem Buch
4. Merkmale des Projektunterrichts nach Gudjons
Gudjons umschreibt die offen gehaltene Form des Lehren und Lernens an Hand zehn charakterischtischer Merkmale.
I Situationsbezug
Ausschlaggebend für die Festlegung einer zu erarbeitenden Thematik ist nicht die Systematik der Wissenschaft. Der Gegenstand des Unterrichts sollte im Bezugsrahmen der SuS liegen und die darin auftretende Aufgaben und Probleme in der Projektarbeit thematisieren.
II Orientierung an den Interessen
In Bezugnahme auf den oben genannten Situationsbezug, bringen die Lernenden natürlich auch bereits (Vor-)Erfahrungen aus ihrer Lebenswelt mit. Es sollte eine Korrelation zwischen der Aufgabenstellung und den Interessensgebieten der SuS vorhanden sein und somit einen Bezug zu ihrer aktuellen Lebenssituation aufweisen.
III Gesellschaftliche Praxisrelevanz
Im Idealfall beinhaltet die Projektarbeit eine Symbiose der gesellschaftlichen Wirklichkeit und dem Schulalltag. Um an dieser Stelle auf Meyer in Kapitel 2 zurückzugehen, so sollte eine Verzahnung der Kopf- und Handarbeit stattfinden, die ein Eingreifen der Teilnehmenden in lokale oder regionale Entwicklungen erfordert bzw. dessen Produkt einen konkreten Gebrauchswert aufweisen.
IV Zielgerichtete Projektplanung
Wie der Name bereits vermuten lässt, liegt der Fokus dieses Merkmals von Gudjons auf der zielgerichteten Aktivität. Diese diktiert quasi die einzelnen Arbeitsschritte hin zum Endprodukt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Etymologie und Bedeutung des Projektbegriffs ein und definiert den Zweck der Arbeit als Handreichung für Lehrkräfte.
2. Diverse Ansätze zur Begriffsdefinition „Projekt“: In diesem Kapitel werden verschiedene fachspezifische Definitionen analysiert, von wirtschaftswissenschaftlichen bis hin zu schulpädagogischen Perspektiven.
3. Projektunterricht in Abgrenzung zu ähnlichen Unterrichtsmethoden: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen dem Projektunterricht, dem lehrgangsförmigen Unterricht und dem hybriden projektorientierten Unterricht.
4. Merkmale des Projektunterrichts nach Gudjons: Die zehn Kernmerkmale nach Gudjons, darunter Situationsbezug, Selbstorganisation und Interdisziplinarität, werden detailliert vorgestellt.
5. Idealtypischer Ablauf eines Projekts: Dieses Kapitel erläutert den Prozess der Projektarbeit anhand der sieben Komponenten nach Frey, von der Initiative bis zum Abschluss.
6. Leistungsbewertung im Projektunterricht: Es werden die Schwierigkeiten bei der Notengebung diskutiert und verschiedene Bewertungsoptionen wie Portfolios oder Situationstests vorgeschlagen.
7. Chancen und Grenzen der Projektmethode im Unterricht: Abschließend werden die motivierenden Aspekte der Methode den organisatorischen und pädagogischen Herausforderungen gegenübergestellt.
Schlüsselwörter
Projektunterricht, Projektmethode, Gudjons, Frey, Handlungsorientierung, Projektplanung, Leistungsbewertung, offener Unterricht, Interdisziplinarität, Selbstorganisation, Gruppenarbeit, Bildungsplan, Schüleraktivierung, Produktorientierung, Lernarrangement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Einordnung des Lehr- und Lernarrangements "Projekt" im schulischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Projektarbeit, die Abgrenzung zu anderen Methoden, die Strukturierung von Abläufen sowie die Möglichkeiten der Leistungsbewertung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Lehrkräften eine fundierte Handreichung zu geben, um Projektunterricht effizient zu planen und umzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse und den Vergleich etablierter pädagogischer Konzepte von Autoren wie Meyer, Gudjons und Frey.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Projektbegriffs, die methodische Struktur des Projektunterrichts sowie die Chancen und Grenzen dieser Unterrichtsform.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Projektmethode, Handlungsorientierung, Selbstorganisation, Interdisziplinarität und Leistungsbewertung.
Warum wird die Leistungsbewertung in Projekten als problematisch angesehen?
Die Bewertung ist schwierig, da die Lehrkraft keine ständige Omnipräsenz hat und individuelle Beiträge in kollektiven Arbeitsprozessen nur schwer objektiv erfassbar sind.
Welche vier Bewertungsoptionen werden für Projekte genannt?
Genannt werden die Selbsteinschätzung durch die Teilnehmer, Situationstests, Teilnoten für verschiedene Projektphasen sowie die Portfolio-Methode.
- Quote paper
- Kristina Müller (Author), 2016, Lehr- und Lernarrangement "Projekt". Chancen und Grenzen des Projektunterrichts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365976