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Groteske und Karnevaleske Elemente in José Sanchis Sinisterras "¡Ay, Carmela!"

Titel: Groteske und Karnevaleske Elemente in José Sanchis Sinisterras "¡Ay, Carmela!"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lisa Zumpf (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hauptseminararbeit untersucht, inwiefern José Sanchis Sinisterra in seinem Werk groteske und karnevaleske Elemente verwendet. Basierend auf der Theorie der "karnevalesken Lachkultur" von Michail Bachtin werden die literarischen Strategien Sanchis Snisterras beleuchtet, welche die sensible Thematik der Erinnerungskultur des spanischen Bürgerkriegs und der nachfolgenden Diktatur aufarbeiten.

Nach einer kurzen Biografie Sanchis Sinisterras und einer Inhaltsangabe von "¡Ay, Carmela!" sowie einer kontextuellen Verortung des Dramas soll das Konzept Bachtins zunächst vorgestellt werden. In einem zweiten Schritt erfolgt dann die Analyse des Dramas "¡Ay, Carmela!" von Sanchis Sinisterra. Ziel ist es herauszufinden, inwiefern groteske und karnevaleske Elemente nach der Theorie Michael Bachtins im Drama vorzufinden sind und wenn ja, an welchen Stellen sie gehäuft vorkommen. Unter Rücksichtnahme auf den historischen Kontext – sowohl des Theaterstückes, als auch der Entstehungszeit des Dramas - sollen schließlich die Effekte der grotesken und karnevalesken Stellen herausgearbeitet werden und mögliche Intentionen des Autors antizipiert werden.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

1.1 Über José Sanchis Sinisterra

1.2 Das Theater nach der Diktatur Francos

1.3 Zum Drama ¡Ay, Carmela!

1.4 Die drei Ebenen in ¡Ay, Carmela!

2. Hauptteil

2.1 Das Konzept des Grotesken und der karnevalesken Lachkultur nach Michail M. Bachtin

2.2 Der Karneval und seine Lachkultur

2.3 Das Groteske und der groteske Körper

2.4 Groteske und karnevaleske Elemente in ¡Ay, Carmela!

2.5 Effekte der grotesken und karnevalistischen Elemente

3. Schluss

4. Bibliographie

4.1 Primärliteratur

4.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Drama „¡Ay, Carmela!“ von José Sanchis Sinisterra im Kontext der theoretischen Konzepte des Grotesken und der karnevalesken Lachkultur nach Michail M. Bachtin. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern diese Elemente im Stück Anwendung finden, um die Vergangenheit des spanischen Bürgerkriegs aufzuarbeiten und das kollektive Gedächtnis gegenüber einem politisch verordneten „Pakt des Vergessens“ zu aktivieren.

  • Analyse des Grotesken und der karnevalesken Theorie nach Bachtin.
  • Kontextuelle Einordnung des Theaters nach der Diktatur Francos.
  • Strukturelle Untersuchung der drei Ebenen im Drama.
  • Nachweis von grotesken und karnevalesken Elementen in der Sprache und Körperdarstellung.
  • Untersuchung der befreienden Wirkung und Intentionen des Autors.

Auszug aus dem Buch

2.4 Groteske und karnevaleske Elemente in ¡Ay, Carmela!

Im Folgenden soll nun das Drama ¡Ay, Carmela! nach karnevalesken und grotesken Elementen untersucht werden.

Auffällig ist der durchgehende Gebrauch von Schimpfwörtern und die insgesamt eher umgangssprachliche Wortwahl. Paulino und Carmela beschimpfen sich selbst, scheuen sich aber auch nicht davor, Kleriker oder andere Autoritätspersonen zu verunglimpfen. Diese treten vor allem auf der Erinnerungsebene, seltener auf der Gedächtnisebene auf. Es verdeutlicht die konfliktgeladene, aber dennoch innige Beziehung zwischen Paulino und Carmela. Wenn sie sich auf andere Personen beziehen, verdeutlicht dies ihre kritische Haltung gegenüber der Kirche, den Politikern, dem Militär und der Aristokratie (vgl. ¡Ay, Carmela!: 194, 196, 200, 201, 230). Wie im Karneval nehmen sich die beiden die Freiheit, ihre Meinung unverblümt kundzutun, obgleich sich beide auf einer Bühne befinden, welche eigentlich unter der Beobachtung von Gustavete steht. Paradox erscheint dabei, dass Paulino ihn konstant auf Italienisch anspricht, obwohl dieser offensichtlich des Spanischen mächtig ist. Dies erzeugt eine deutliche Komik, scheint jedoch vor allem der Unterwürfigkeit von Paulino geschuldet zu sein. Die Bühne kann während der Probe mit dem Marktplatz im Mittelalter verglichen werden, wobei sich während der Aufführung der gesamte Theatersaal in eine Bühne zu verwandeln scheint.

Insgesamt ist eine konstante Degradierung und Verunglimpfung des Klerus, der Kirche als Institution und der nationalen Symbole zu verzeichnen. Diese, um es in den Worten Bachtins auszudrücken, Profanation geschieht zum Beispiel durch die vielen, wenn auch häufig aus Unwissenheit entstehenden, Versprecher der beiden Protagonisten, wenn sie versuchen dem vorgegebenen Diskurs der Nationalisten gerecht zu werden (vgl. ¡Ay, Carmela!: 202, 232). Vor allem Paulino wirkt sehr oft unsicher und nervös wenn er in der Inszenierung vor dem Publikum steht und sich der Überwachung durch den Leutnant bewusst ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Grotesken in der Literatur ein und legt den Fokus der Untersuchung auf die Theorie von Michail M. Bachtin sowie die Intention des Dramas von Sanchis Sinisterra.

2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert zunächst das theoretische Konzept der karnevalesken Lachkultur nach Bachtin, um dieses anschließend detailliert auf das Drama ¡Ay, Carmela! anzuwenden und dessen Wirkungen zu analysieren.

3. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und betont die Rolle des Werkes als Beitrag zur Aufarbeitung der Bürgerkriegsvergangenheit durch den bewussten Einsatz grotesker Elemente.

4. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

José Sanchis Sinisterra, ¡Ay, Carmela!, Michail M. Bachtin, Groteskes, Karneval, Lachkultur, spanischer Bürgerkrieg, Diktatur Francos, kollektives Gedächtnis, Theaterwissenschaft, Literaturanalyse, Postmodernismus, Körperlichkeit, Dialogizität, Profanation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert das Drama „¡Ay, Carmela!“ von José Sanchis Sinisterra im Hinblick auf literarische Mittel, die den politischen Kontext der spanischen Diktatur und des Bürgerkriegs reflektieren.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die Aufarbeitung der spanischen Vergangenheit, die Funktion von Erinnerung sowie die literarische Darstellung von Machtkritik durch komische und groteske Elemente.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu zeigen, wie durch Bachtins Theorie der karnevalesken Lachkultur eine politische Botschaft gegen das verordnete Schweigen nach der Diktatur transportiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Arbeit nutzt als theoretisches Fundament primär die literaturwissenschaftlichen Konzepte von Michail M. Bachtin zur karnevalesken Kultur und dem Grotesken, ergänzt durch theaterwissenschaftliche Perspektiven.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Bachtins Begrifflichkeiten und deren praktische Anwendung auf Textstellen und Inszenierungsmerkmale in „¡Ay, Carmela!“.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Groteskes, Karnevalisierung, kollektives Gedächtnis, politische Aufarbeitung und die spezifische Ästhetik des Dramas von Sanchis Sinisterra.

Welche Bedeutung kommt dem „grotesken Körper“ im Drama zu?

Der groteske Körper fungiert laut der Arbeit als Medium der Degradierung von Autoritäten und als Ausdruck einer menschlichen Realität, die sich gegen ideologische Zwänge auflehnt.

Wie unterscheidet die Arbeit die verschiedenen Ebenen im Drama?

Die Arbeit unterscheidet zwischen der Realitätsebene, der Erinnerungsebene und der Gedächtnisebene, um die komplexe Zeitstruktur und die verschiedenen Rollen des Zuschauers zu erklären.

Welche Rolle spielt das Publikum in der Analyse?

Das Publikum wird als aktiver „Co-Creator“ betrachtet, der durch die Inszenierung direkt in das karnevaleske Geschehen einbezogen und zur Reflexion über die Vergangenheit angeregt wird.

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Details

Titel
Groteske und Karnevaleske Elemente in José Sanchis Sinisterras "¡Ay, Carmela!"
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,0
Autor
Lisa Zumpf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
23
Katalognummer
V366393
ISBN (eBook)
9783668451643
ISBN (Buch)
9783668451650
Sprache
Deutsch
Schlagworte
groteske karnevaleske elemente josé sanchis sinisterras carmela
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Zumpf (Autor:in), 2016, Groteske und Karnevaleske Elemente in José Sanchis Sinisterras "¡Ay, Carmela!", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366393
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Leseprobe aus  23  Seiten
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