Französische Revolution und moderner Nationalstaat
Aus dem feudalen Regime entwickelt sich ein neuer, moderner Staat, der im Zentrum des Machtsystems stehen wird. Die Modernisierung des Staates bestand in der Unterscheidung zwischen Regierenden und Staat und der Formung einer Nation, welche in naher Verbindung zum Staat steht, der die Interessen derer verkörpert. Die Nation steht für eine kollektive Identität neben der sich keine andere dulden lässt. Während der Französischen Revolution entsteht ein Kult der Nation, eine loyale Verbundenheit, welche sich auch durch den militärischen Dienst zeigen lässt. Damit wird der Krieg immer mehr zu einer nationalen Angelegenheit. Die Nation wird zum Ort, an dem die Kultur entsteht und Ausdruck findet
Inhaltsverzeichnis
1. Französische Revolution und moderner Nationalstaat
2. Nationalstaat und Bildung
3. Staat und Produktionsweise
4. Taylorismus
5. Re-Modellierung der Machtstrukturen
6. Nationaler Wohlfahrtsstaat
7. Dominanz des Finanzkapitalismus
8. Bildung und Globalisierung
9. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der wechselseitigen Abhängigkeit von Bildungssystemen und politischen Machtstrukturen. Dabei wird analysiert, wie sich die Zielsetzung staatlicher Bildung von der Legitimierung des Nationalstaates hin zur Anpassung an die Anforderungen des globalisierten Kapitalismus gewandelt hat.
- Historische Genese des modernen Nationalstaates und dessen Einfluss auf die Erziehung.
- Die Rolle des Bildungswesens bei der Herausbildung kollektiver Identitäten.
- Ökonomische Funktionen der Bildung: Von der Alphabetisierung zur Akkumulation des Kapitals.
- Der Transformationsprozess von nationalen Wohlfahrtsstaaten zum globalisierten Finanzkapitalismus.
- Auswirkungen der Internationalisierung auf die Autonomie nationaler Bildungssysteme.
Auszug aus dem Buch
Staat und Produktionsweise
Im 19. Jh. war es Aufgabe des Staates, die wirtschaftlichen Handlungen zu koordinieren und zu steuern. Der Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Staat zeigte sich deutlich in der Verteilung des Wahlrechts, welches nur die Besitzenden genossen. Im 20.Jh. wird das allgemeine Wahlrecht durchgesetzt. Durch die Beteiligung des Volkes am Staatsgeschehen, gewinnt das Bildungssystem weiter an Bedeutung. Es übernimmt drei wichtige Aufgaben: Kontrolle, Legitimation des Systems und Akkumulation des Kapitals.
Die Industrialisierung entwickelte sich zu einer Gegenbewegung zum Nationalstaat. Produktive Entwicklung nimmt an Bedeutung zu, damit auch die Bedeutung der Erziehungsinstitution die Kompetenz und kulturelle Homogenisierung zu gewährleisten sucht.
Zusammenfassung der Kapitel
Französische Revolution und moderner Nationalstaat: Beschreibt die Entstehung des modernen Staates aus dem feudalen Regime und die Etablierung der Nation als Zentrum kollektiver Identität.
Nationalstaat und Bildung: Erläutert, wie institutionelle Erziehung genutzt wurde, um ein nationales Bewusstsein zu schaffen und die Bevölkerung im Sinne des Staates zu alphabetisieren.
Staat und Produktionsweise: Analysiert die Koordination von Wirtschaft und Staat sowie die drei Kernaufgaben des Bildungssystems: Kontrolle, Systemlegitimation und Kapitalakkumulation.
Taylorismus: Beleuchtet die Einführung neuer Arbeitsorganisationsformen während des Zweiten Weltkriegs und deren Einfluss auf die Verbindlichkeit des Schulbesuchs.
Re-Modellierung der Machtstrukturen: Untersucht die Neuorganisation von Wirtschaft und Politik nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Fokus der Internationalisierung durch große Konzerne.
Nationaler Wohlfahrtsstaat: Thematisiert die Bildungsökonomie als Instrument zur Förderung sozialer Gerechtigkeit und als Stütze für den Fortschritt der Nation.
Dominanz des Finanzkapitalismus: Beschreibt den Übergang zu einer neuen Phase des Kapitalismus ab den 70er Jahren, in der der Nationalstaat zunehmend externen Machtstrukturen gegenübersteht.
Bildung und Globalisierung: Erörtert die Abkehr von rein nationalen Bildungszielen hin zur Ausrichtung an globalen Kapitalmarktrichtlinien.
Schlussbetrachtung: Führt aus, dass Bildung heute dazu dient, neuen Machtstrukturen Beständigkeit zu verleihen, anstatt lediglich den Nationalstaat zu legitimieren.
Schlüsselwörter
Bildung, politische Macht, Nationalstaat, Kapitalismus, Globalisierung, Industrialisierung, Bildungsökonomie, Institutionelle Erziehung, Machtstrukturen, Finanzkapitalismus, Nationale Identität, Arbeitsmarkt, Wohlfahrtsstaat, Internationalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Beziehung zwischen Bildung und politischer Macht vom modernen Nationalstaat bis hin zum heutigen globalisierten Kapitalismus.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Legitimationsfunktion von Bildung, der ökonomischen Verwertung durch Kapitalakkumulation und der Transformation staatlicher Souveränität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Bildungssysteme historisch instrumentalisiert wurden, um Machtstrukturen zu stabilisieren und an ökonomische Anforderungen anzupassen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine historische Analyse, welche die Entwicklung von politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen in Bezug auf bildungspolitische Konsequenzen nachzeichnet.
Was steht im Zentrum des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Epochen und Phasen, von der Französischen Revolution über den Taylorismus bis hin zur modernen Globalisierung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind die Begriffe Nationalstaat, globale Machtstrukturen, Kapitalakkumulation und internationale Bildungsökonomie.
Wie veränderte sich die Rolle der Erziehung durch die Industrialisierung?
Die Erziehungsinstitutionen mussten verstärkt die Kompetenzen für die produktive wirtschaftliche Entwicklung sichern und zur kulturellen Homogenisierung der Gesellschaft beitragen.
Warum wird Bildung im Kontext des globalisierten Kapitalismus zunehmend exportiert?
Bildungsdienstleistungen werden im Zuge der globalen Mobilität von Studierenden zunehmend als handelbare Güter und damit als wichtige Exportquelle für einige Länder betrachtet.
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- Neema Li (Autor), 2015, Bildung und politische Macht in historischer Perspektive, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366536