Bildung und politische Macht in historischer Perspektive


Zusammenfassung, 2015
3 Seiten, Note: 2,0
Neema Li (Autor)

Leseprobe

Bildung und politische Macht in historischer Perspektive

Französische Revolution und moderner Nationalstaat

Aus dem feudalen Regime entwickelt sich ein neuer, moderner Staat, der im Zentrum des Machtsystems stehen wird. Die Modernisierung des Staates bestand in der Unterscheidung zwischen Regierenden und Staat und der Formung einer Nation, welche in naher Verbindung zum Staat steht, der die Interessen derer verkörpert. Die Nation steht für eine kollektive Identität neben der sich keine andere dulden lässt. Während der Französischen Revolution entsteht ein Kult der Nation, eine loyale Verbundenheit, welche sich auch durch den militärischen Dienst zeigen lässt. Damit wird der Krieg immer mehr zu einer nationalen Angelegenheit. Die Nation wird zum Ort, an dem die Kultur entsteht und Ausdruck findet.

Nationalstaat und Bildung

Da die Religion im modernen Staat kaum eine Rolle mehr spielt, muss auf eine andere Legitimation der staatlichen Macht zurückgegriffen werden. Um ein kollektives Nationalbewusstsein zu schaffen und die gemeinsame Kultur zu entwickeln und auszuleben wurde die institutionelle Erziehung als Mittel gefunden. Abgesehen von dem Kollektivgedanken welcher vermittelt werden soll, geht es nun auch um die Alphabetisierung der Menschen, um sie im Dienst für den Staat sinnvoll einsetzten zu können. Um die Idee der Nation weiter zu verwirklichen, wird nur eine nationale Sprache durchgesetzt, ohne Rücksicht auf Minderheiten. Eine Angleichung findet nicht nur im Bezug auf die Sprache statt, sondern es wird auch allen Menschen die gleichen Rechte zugesprochen.

Staat und Produktionsweise

Im 19. Jh. war es Aufgabe des Staates, die wirtschaftlichen Handlungen zu koordinieren und zu steuern. Der Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Staat zeigte sich deutlich in der Verteilung des Wahlrechts, welches nur die Besitzenden genossen. Im 20.Jh. wird das allgemeine Wahlrecht durchgesetzt. Durch die Beteiligung des Volkes am Staatsgeschehen, gewinnt das Bildungssystem weiter an Bedeutung. Es übernimmt drei wichtige Aufgaben: Kontrolle, Legitimation des Systems und Akkumulation des Kapitals.

Die Industrialisierung entwickelte sich zu einer Gegenbewegung zum Nationalstaat. Produktive Entwicklung nimmt an Bedeutung zu, damit auch die Bedeutung der Erziehungsinstitution die Kompetenz und kulturelle Homogenisierung zu gewährleisten sucht.

Taylorismus

Während des zweiten Weltkriegs wurden neue Organisationsformen der Arbeit eingeführt um die Produktivität zu steigern. Der Schulbesuch wurde daraufhin verbindlich und ein wichtiger Faktor im Bezug auf die Akkumulation des Kapitals. Die nationale Erziehung leistete einen wichtigen Beitrag in der Entwicklung des Nationalbewusstseins, wodurch die Abneigung vor Fremdem geschürt wurde und sich ein Ausgrenzungsmechanismus einstellte. Die völlige Homogenisierung ist dabei immer das angestrebte, aber nie erreichte Ziel der Macht.

Re-Modellierung der Machtstrukturen

Nach dem zweiten Weltkrieg findet eine Neuorganisation der Wirtschaft und Politik statt. Die Wirtschaft strebt erneut nach Internationalisierung. Die größten Unternehmen versuchten vermehrt, politisch Einfluss zu nehmen, wodurch sich eine Veränderung der Machtstrukturen im Kapitalismus vollzog. Es finden sich viele Organisationen zusammen, wie der Business-Council oder der Council of Foreign Relations mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft um die Wirtschaft und ihren politischen Einfluss zu stärken.

Nationaler Wohlfahrtsstaat

Es werden von Seiten der Unternehmen wie auch des Staates weiter Investitionen in Bildung geleistet. Bildung und Erziehung wird verstanden als Förderung der sozialen Gerechtigkeit, damit als Möglichkeit zu sozialem Aufstieg und in letzter Konsequenz als Unterstützung des Fortschritts der Nation. Daraus begründete sich die Bildungsökonomie, in der es darum geht, den Nutzen der Bildung zu ermitteln.

Weitere Neuerungen waren die Verlängerung der Schulpflicht wie auch die Erkenntnis der Dringlichkeit der internationalen Orientierung der Bildung.

Dominanz des Finanzkapitalismus

Erst in den 70er Jahren wurde die Idee des Internationalisierungsprozesses durchgesetzt, wodurch eine neue Phase des Kapitalismus beginnt. Steht zunächst der Nationalstaat nur seinem Bürgertum gegenüber, ist dieser nun konfrontiert mit externen Machtstrukturen. Mit der Internationalisierung gehen allerdings auch einige Schwierigkeiten einher, vor allem die Verminderung der autonomen Handlungsmöglichkeiten des Nationalstaates.

Bildung und Globalisierung

Durch den Internationalisierungsprozess ist Bildung nicht nationale Angelegenheit. Bildung und Erziehung orientieren sich an den Richtlinien des globalisierten Kapitalismus.

Durch Kontrolle von außen, mit der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten, nimmt auch das unternehmerische Produktivitätsbestreben Einzug in die staatlichen Bildungssysteme.

Im Zuge der Globalisierung stellt sich ein Handel mit Bildungsdienstleistungen ein, welcher durch die Erhöhung der studentischen Mobilität zustande kommt, welche einigen Ländern als wichtige Exportquelle gilt.

Schlussbetrachtung

Bildung wird nicht mehr für die Legitimation des Nationalstaats benötigt, sondern nur dazu, den neuen Machtstrukturen Beständigkeit zu verleihen, weswegen Bildung und Erziehung mehr auf den produktiven, konsumierenden Bürger ausgerichtet werden. Aufgrund des internationalen Arbeitsmarktes wird die Notwendigkeit gesehen, in manchen Ländern die Bildungsrichtlinien zu beschleunigen und in Übereinstimmung zu bringen. Darunter wird keine Homogenisierung, sondern eine Erweiterung verstanden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Bildung und politische Macht in historischer Perspektive
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
3
Katalognummer
V366536
ISBN (eBook)
9783668453951
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bildung, macht, perspektive
Arbeit zitieren
Neema Li (Autor), 2015, Bildung und politische Macht in historischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366536

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