Versicherungen online abschließen. Chancen im Trend der Digitalisierung


Hausarbeit, 2015

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in die Finanzdienstleistung Versicherung
2.1. Definition eines Versicherungsunternehmens
2.2. Versicherungsbedarf bei Privatkunden
2.3. Besonderheiten eines Versicherungsvertrages
3. Versicherungen online abschließen
3.1. Grundlegendes zum Onlinevertrieb von Versicherungen
3.2. Momentaner Stand der Branche
3.3. Rechtliche Aspekte
3.4. Der neue Kunde
3.5 Marketing-Kanäle im Onlinevertrieb
4. Zukunftsausblick
5. Fazit

IV. Literaturzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Anteil der Kunden, welche 2020 einen On- und Offline Zugang bevorzugen 13

1. Einleitung

Dieser recht neue Vertriebsweg in der Versicherungsbranche befindet sich immer weiter auf dem Vormarsch. Gerade größere Serviceversicherer versuchen heutzutage diesen Schritt anzubieten, um nur einen Klick vom Kunden entfernt zu sein – und das ohne kostenträchtige Außendienstmitarbeiter oder Vermittler. Neue Technologien ermöglichen neue Service- und Absatzmodelle, die sogar kostengünstiger[1] sind. Aber gerade während der Zeit der Digitalisierung ist es wichtig, die sich bietenden Informations- und Kommunikationstechnologien für den Wettbewerb mit anderen Marktkonkurrenten zu nutzen.[2] Da Versicherungsprodukte bis auf die Versicherungspolice[3] keine Haptik besitzen, können sie fast vollständig digital dargestellt werden.[4] Erst vor kurzem erklärte auch der größte Versicherungskonzern, die Allianz SE, binnen drei Jahren zusätzlich 100 Mio. Euro in den Ausbau der Digitalisierung zu investieren.[5]

Von diesem Trend können nicht nur die Versicherungsunternehmen profitieren, auch der Kunde- der sich in der letzten Zeit ebenfalls weiterentwickelt hat - kann davon profitieren. Heute stellt es kein Problem dar„mal eben einzukaufen“, obwohl die Geschäfte geschlossen sind. Produkte sind durch den stetigen Informationsfluss im Internet schnell und effektiv vergleichbar. Der Kunde gewinnt an Marktmacht.[6] Er ist besser informiert und auch zum Teil nicht mehr auf Hilfe angewiesen. Also schließt er heutzutage auch Versicherungen im Internet ab.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Chancen der Digitalisierung für den Onlinevertrieb von Versicherungen zu identifizieren und den sich daraus entwickelnden Nutzen für Versicherungsunternehmen sowie auch für den Endkunden zu benennen. Um einen Blick auf die Chancen zu erhalten, aus diese sich auch zukünftige Entwicklungen herleiten, wird erst auf die Rahmenbedingungen der Versicherungsvermittlung eingegangen. Dabei werden Nebenbedingungen, wie rechtliche Aspekte, neuen Marketing-Möglichkeiten sowie auch der moderne Kunde beachtet. Details zu der Technik, die dafür notwendig ist, ist nicht Bestandteil der Arbeit. Besondere Berücksichtigung findet die aktuelle Situation durch Zitierung aktueller Branchennews sowie Studien. Zur Hilfe werden auch Vergleiche mit der Bankenwelt miteinbezogen. Der Abschluss bildet das Fazit, wo die Inhalte der vorausgegangenen Kapitel gebündelt und die Erkenntnisse benannt werden.

2. Einführung in die Finanzdienstleistung Versicherung

Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten des täglichen Lebens oder Branchen, mit denen man in Berührung kommt, sind Versicherungsprodukte bzw. Versicherungsunternehmen sehr speziell. Der Kunde ist hier besonders schutzbedürftig.

2.1. Definition eines Versicherungsunternehmens

Ein Versicherungsunternehmen ist der Branche der Assekuranz zuzuordnen. Volkswirtschaftlich gesehen ist eine Versicherung ein sogenanntes Kapitalsammelbecken, ähnlich wie das klassische Bankunternehmen.[7] Die grundlegende Wertschöpfung einer Versicherung erfolgt durch das Angebot von Versicherungsschutz und somit das Übernehmen finanzieller Risiken. In der heutigen Zeit spricht man daher vom „ Risikotransfer vom Versicherungsnehmer auf den Versicherer gegen Prämienzahlung[8]. Durch die weite Verzweigung und durch die Eigenschaft des Kapitalsammelbeckens kommt neben dem eigentlichen Kerngeschäftsbetrieb auch das Handeln von gewissen Finanzinstrumenten auf den Kapitalmärkten in Frage.[9] Die Hauptumsätze werden aber durch positive Schadenläufe generiert, wo ein Risiko gedeckt wurde aber nicht eingetreten ist. Versicherungen haben die Möglichkeiten, die Prämien entsprechend den Risiken anzupassen, um negativen Kostenverläufen vorzubeugen. Durch die enge Verstrickung im Bereich der Finanzwelt besitzen Banken oft eigene Versicherungen, diese Verschmelzung wird als Bancassurance bezeichnet.[10]

2.2. Versicherungsbedarf bei Privatkunden

Versicherungen sind allgegenwärtig im Leben. Sie begleiten die Menschen Tag für Tag, ohne dass sie manchmal wahrgenommen werden. Ende 2012 gab es in Deutschland ca. 459,4 Mio. private Versicherungsverträge[11]. Gerechnet auf die Bevölkerung in Deutschland zahlt jeder Mensch im Jahr 2.255 EUR[12] für private Versicherungen – gerechnet ohne die Beiträge, die in die gesetzlichen Versicherungen fließen. Diese gesetzlichen Versicherungen ergeben den Grundbedarf an Versicherungen, die ein Mensch in Deutschland besitzen muss. So gibt es Pflichtversicherungen, wie zum Beispiel die Krankversicherung, die für jeden Bürger verpflichtend ist[13]. Hinzukommen gesetzliche Grundlagen, die den Bedarf an einer Versicherung rechtfertigen, wie zum Beispiel das Haftpflichtgesetz[14]. Hier dient dann eine private Haftpflichtversicherung dazu, eventuelle finanzielle und nicht kalkulierbare Risiken des Bürgers abzusichern. Da die gesetzlichen Versicherungen aber nur die Grundabsicherung darstellen, können private Versicherungen diese ergänzen. Neben dieser freiwilligen Möglichkeit hat auch der Gesetzgeber entsprechende Lösungen wie zum Beispiel die Riesterrentegesetzlich verankert. Welche Versicherungen benötigt werden, hängt von der Motivation[15] und von der Lebensphase der Person ab. Hier bedarf es immer einer individuellen Beratung, die Service bieten muss und allen voran Vertrauen vom Kunden erfordert.[16] Die größten Bedürfnisse, gemessen am Gesamtprämienvolumen in Deutschland, liegen bei der Lebensversicherung, bei der privaten Rentenversicherung, der privaten Krankenversicherung und der KFZ-Versicherung.[17]

2.3. Besonderheiten eines Versicherungsvertrages

Grundsätzlich ist ein Versicherungsvertrag ein Dauerschuldverhältnis, welches zwei übereinstimmende Willensklärungen benötigt. Das Versicherungsunternehmen bietet gegen entsprechende Prämienzahlung dem Versicherungsnehmer an, ein bestimmtes Risiko bei Eintritt eines versicherten Leistungsfalles zu übernehmen.[18] Da ein Versicherungsvertrag jedoch spezieller Natur ist, schützt der Gesetzgeber den Versicherungsnehmer besser als bei normalen Alltagsgeschäften. Im Gegensatz zuallgemeinenVerträgen gibt es eine festgelegte Widerruffrist, die erst mit der Aushändigung der Widerrufsbelehrung beginnt[19]. Ferner ist der Versicherungsnehmer vor Vertragsabschluss über alle wichtigen Inhalte der Versicherung sowie der Rechtsverordnungen in geeigneter Form zu informieren.[20] Wird der Versicherungsvertrag durch einen Versicherungsberater vermittelt, so muss zusätzlich die Beratung hinsichtlich der Komplexität der angebotenen Versicherung entsprechend dokumentiert werden.[21] Durch diese besonderen Anforderungen entstehen Risiken aus der externen Vermittlung, so dass entsprechendes Fachwissen der Mitarbeiter und Vermittler vorausgesetzt wird[22], da sonst kostenträchtige Rückabwicklungen bei Fehlern die Folge wären.[23]

[...]


[1] Vgl. Schneider [2004], S. 2.

[2] Vgl. Bechmann [2002], S. 1.

[3] Vgl. § 3 Absatz 1 VVG.

[4] Vgl. Schmidt [2013], S. 115.

[5] Vgl. Gebert [o. J.], o. S.

[6] Vgl. Cole/Cromball [2000], S. 13.

[7] Vgl. Knauth/Simmert [1993], S. 1.

[8] Farny [2006], S. 9.

[9] Vgl. Farny [2006], S 11ff.

[10] Vgl. Schlechthaupt/Hopmeier [1995], S. 229.

[11] Vgl. GDV [2014], S. 12.

[12] Vgl. GDV [2014], S. 20.

[13] Vgl. § 5 Absatz 1 SBG V.

[14] Vgl. § 823 Absatz 1 BGB.

[15] Vgl. Weihs [2010], S. 19.

[16] Vgl. Auge-Dickhut/Koye/Liebetrau [2013], S. 162.

[17] Vgl. Wagner [o. J.], o. S.

[18] Vgl. § 1 VVG.

[19] Vgl. § 8 Absatz 1 ff. VVG.

[20] Vgl. § 7 VVG.

[21] Vgl. § 61 VVG.

[22] Vgl. Endres/Trauth [1999], S. 624.

[23] Vgl. § 6 Absatz 6 VVG.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Versicherungen online abschließen. Chancen im Trend der Digitalisierung
Hochschule
Hochschule Fresenius Düsseldorf
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V366681
ISBN (eBook)
9783668453609
ISBN (Buch)
9783668453616
Dateigröße
585 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Versicherungen Online Vertrieb Digitalisierung Kunde
Arbeit zitieren
Alexander Röttger (Autor), 2015, Versicherungen online abschließen. Chancen im Trend der Digitalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366681

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