In dieser vorliegenden Arbeit wird das Scaffolding-Konzept unter Berücksichtigung des Fachunterrichts mit Schwerpunkt auf die Zweitsprachenlernenden erläutert.
Hierbei werden die grundlegenden Konzeptionen von Bildungssprache, nach Halliday, Bernstein und Cummins, als Grundlage für das Scaffolding-Modell genommen, das zu Beginn die theoretischen Eckpunkte von Bildungssprache aufzeigen soll, in dem sich die Arbeit bewegt. Folgend wird das Scaffolding-Modell nach Hammond und Gibbons beschrieben, wie auch das Scaffolding als explizierte Unterstützungsmethode für Zweitsprachenlernende.
Des Weiteren wird der Planungsrahmen erörtert, der sich für die Lehrkraft ergibt, wie auch der explizite Bezug auf den Fachunterricht hergestellt. Das Scaffolding wird im Laufe dieser Arbeit detailliert dargestellt, das durch die detaillierte Trennung in Makro- und Mikro-Scaffolding vorgenommen wird. Abschließend steht eine Schlussbetrachtung, das die Arbeit im Gesamten abrundet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Komplexität der Fach- und Bildungssprache für Lernende
2.1 Sichtweise von M.A.K. Halliday
2.2 Sichtweise von Basil Bernstein
2.3 Sichtweise von Jim Cummins
3. Definitionen von Scaffolding
4. Scaffolding-Modell nach Hammond & Gibbons
5. Scaffolding in der Zweitsprachendidaktik
5.1 Planungsrahmen des Scaffolding
5.2 Struktur eines Planungsrahmens
5.3 Umsetzung des Scaffolding
6. Scaffolding im Fachunterricht
6.1 in Bezug auf Zweitsprachlernende
6.2 Einsatz differenter Darstellungen und Register
7. Makro- und Mikro-Scaffolding
7.1 Makro-Scaffolding
7.2 Möglichkeiten zur fachlichen und sprachlichen Reflexion
7.3 Explizierung fachlicher und sprachlicher Lernziele
7.4 Mikro-Scaffolding
8. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Scaffolding-Konzept zur Förderung von Zweitsprachenlernenden im Fachunterricht. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Fach- und Bildungssprache sowie das Scaffolding-Modell nach Hammond und Gibbons zu erläutern, um Lehrkräften praxisorientierte Strategien zur Integration sprachlicher Unterstützung in den Unterricht an die Hand zu geben.
- Theoretische Konzeptionen von Fach- und Bildungssprache (Halliday, Bernstein, Cummins)
- Struktur und Ebenen des Scaffolding-Modells
- Planungsrahmen für einen sprachsensiblen Fachunterricht
- Unterscheidung und Zusammenspiel von Makro- und Mikro-Scaffolding
Auszug aus dem Buch
3. Definitionen von Scaffolding
Um eine spezifische Begriffserklärung über das Scaffolding zu erstellen, müssen vorab Begriffe wie die Output-Hypothese geklärt werden. Die Output-Hypothese beschreibt, wie das Output in Abhängigkeit mit dem Erhalt des Inputs und der entsprechenden Interaktion in zusammenhängender Wirkung steht. (Vgl. Wessel 2014: S.38f.)
Scaffolding kann im Allgemeinen als „eine Form der sprachlichen Unterstützung […]“ (Wessel 2014: S.45) gesehen werden. Als Ursprungsforschung ist die Erstspracherwerbsforschung zu nennen. Es werden Sprachgerüste, sogenannte scaffolds, eingesetzt, um den Lernenden zu helfen ihre Fähigkeiten im Bereich ihrer Sprachkompetenz zu vergrößern. (Vgl. Wessel 2014: S.45)
Der Begriff des Scaffolding, der heute als Begriff für diese vorübergehenden Hilfen eingesetzt wird, geht auf Wood et al. zurück. Sie beschreiben das System des Einsetzen der scaffolds wie folgt: “More often than not, it [the intervention of a tutor] involves a kind of ‘scaffolding’ process that enables a child or novice to solve a problem, carry out a task, or achieve a goal which would be beyond his unassisted efforts.” (Wood 1976: S.90) Scaffolds werden hier als wichtige Unterstützung im Bereich Problemlösen beim Spracherlernen definiert, die es ermöglichen sollen, über sein Sprachrepertoire herauszuwachsen und sich so weiterzuentwickeln. (Vgl. Wood 1976: S.90-99)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit, Zweitsprachenlernende im schulischen Kontext durch gezielte sprachliche Förderung zu unterstützen.
2. Die Komplexität der Fach- und Bildungssprache für Lernende: Es werden die theoretischen Ansätze von Halliday, Bernstein und Cummins zur Differenzierung zwischen Alltags- und Bildungssprache dargestellt.
3. Definitionen von Scaffolding: Das Kapitel definiert den Begriff Scaffolding als Form der sprachlichen Unterstützung beim Lernen.
4. Scaffolding-Modell nach Hammond & Gibbons: Hier wird das Modell in seine zwei Hauptkomponenten, Makro- und Mikro-Scaffolding, unterteilt.
5. Scaffolding in der Zweitsprachendidaktik: Dieses Kapitel behandelt den systematischen Planungsrahmen und die methodische Umsetzung des Scaffolding.
6. Scaffolding im Fachunterricht: Fokus auf die konkrete Einbindung des Modells und die Sequenzierung von Lernphasen im Unterricht.
7. Makro- und Mikro-Scaffolding: Detaillierte Analyse der Planungsebene sowie der interaktiven Unterstützung während des Unterrichtsgeschehens.
8. Schlussbetrachtung: Fazit über die Rolle der Lehrkraft bei der erfolgreichen Anwendung des Scaffolding-Modells.
Schlüsselwörter
Scaffolding, Zweitsprachendidaktik, Fachunterricht, Bildungssprache, Makro-Scaffolding, Mikro-Scaffolding, Sprachförderung, Unterrichtsplanung, Lernumgebung, BICS, CALP, Sprachgerüst, Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktische Anwendung des Scaffolding-Konzepts zur Förderung von Schülern, die Deutsch als Zweitsprache lernen, im fachunterrichtlichen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Spracherwerb im schulischen Kontext, die theoretischen Hintergründe von Bildungssprache sowie die praktische Unterrichtsgestaltung mittels Scaffolding.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erläuterung, wie Lehrkräfte durch den Einsatz von Scaffolding-Strukturen fachliches und sprachliches Lernen erfolgreich miteinander verknüpfen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Auswertung linguistischer und erziehungswissenschaftlicher Fachliteratur sowie der Rekonstruktion didaktischer Modelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Diskussion von Bildungssprache, die Vorstellung des Hammond-Gibbons-Modells und die konkrete methodische Umsetzung von Makro- und Mikro-Scaffolding.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Scaffolding, Zweitsprachendidaktik, Bildungssprache, Unterrichtsplanung und sprachsensibler Fachunterricht geprägt.
Was unterscheidet Makro- von Mikro-Scaffolding?
Makro-Scaffolding bezieht sich auf die langfristige Unterrichtsplanung im Vorfeld, während Mikro-Scaffolding die direkte interaktive Unterstützung durch die Lehrkraft im Unterrichtsprozess beschreibt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen BICS und CALP für das Scaffolding wichtig?
Die Unterscheidung hilft Lehrkräften zu verstehen, dass der Erwerb der für den Schulerfolg essenziellen Bildungssprache (CALP) länger dauert als der Alltagssprache (BICS) und daher gezielte Unterstützung benötigt.
- Arbeit zitieren
- Madeline Kaufmann (Autor:in), 2016, Scaffolding. Entwicklung und Umsetzung im Fachunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366838