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Führt ein niedriger sozioökonomischer Status zu Adipositas bei Kindern und Jugendlichen?

Titel: Führt ein niedriger sozioökonomischer Status zu Adipositas bei Kindern und Jugendlichen?

Hausarbeit , 2017 , 29 Seiten , Note: 1.7

Autor:in: Inga Müller (Autor:in)

Soziologie - Medizin und Gesundheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit hat das Ziel, der Frage nach dem Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Status und Übergewicht bzw. Adipositas bei Kindern und Jugendlichen nachzugehen. Als theoretische Grundlage wird hierzu Bourdieus Habituskonzept verwendet, das besagt, dass übermittelte Werteinstellungen und Überzeugungen basierend auf der Verteilung von materiellem, kulturellem und sozialem Kapital zu unterschiedlichen Lebensstilen führen. Daraus folgt die Hypothese, dass der Habitus für das Gesundheitsverhalten verantwortlich ist, materielle Faktoren allein hingegen weniger.

Bei der Analyse zweier Studien, die so einen Zusammenhang untersuchen, der deutschen Kieler Adipositas-Präventionsstudie (KOPS) aus dem Jahr 2010 und einer amerikanischen Studie von 1971 bis 2002 mit der gleichen Fragestellung, wird deutlich, dass das ökonomische Kapital allein tatsächlich wenig zur Assoziation von niedrigem SES und Adipositas beiträgt. Nur die Preise von gesunden Lebensmitteln oder Sportvereinen sind also nicht ausschlaggebend. Tatsächlich sind Lebensstilfaktoren wie ethnische Zugehörigkeit bzw. Nationalität, Wohnumgebung, Bildung der Eltern oder Lebensmittelangebot die Elemente, die eine größere Rolle spielen und somit vor allem Bestandteile des kulturellen Kapitals sind, die ein ungünstiges Gesundheitsverhalten bedingen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

2. Einleitung

3. Erklärung der Begriffe

3.1 Sozioökonomischer Status

3.2 Adipositas

4. Theoretische Grundlage: Bourdieus Konzept des Habitus und der Raum der Lebensstile

5. Präsentation von Studien

5.1 Die Kieler Adipositas-Präventionsstudie

5.1.1 Vorgehen

5.1.2 Ergebnisse

5.1.3 Diskussion

5.2 Are American children and adolescents of low socioeconomic status at increased risk of obesity?

5.2.1 Vorgehen

5.2.2 Ergebnisse

5.2.3 Diskussion

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status und dem Auftreten von Übergewicht bzw. Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Dabei wird analysiert, inwieweit ökonomische Faktoren oder kulturell geprägte Lebensstile, basierend auf Bourdieus Habituskonzept, die Entstehung von Adipositas beeinflussen.

  • Einfluss des sozioökonomischen Status auf das Gesundheitsverhalten
  • Bourdieus Theorie des Habitus und Lebensstile
  • Analyse der Kieler Adipositas-Präventionsstudie (KOPS)
  • Untersuchung amerikanischer Datensätze zur Adipositas-Entwicklung (NHANES)
  • Bedeutung von Bildung und kulturellem Kapital im Kindesalter

Auszug aus dem Buch

4. Theoretische Grundlage: Bourdieus Konzept des Habitus und der Raum der Lebensstile

Um dem Einfluss des sozioökonomischen Status auf das Ernährungsverhalten eine theoretische Erklärung darzubieten, wird Bourdieus Konzept des Habitus und der Raum der Lebensstile näher erläutert.

Bourdieu beginnt die Einleitung seiner Theorie zum Habitus und zum Raum der Lebensstile mit einer Erklärung des sozialen Raums, der analog einer Landkarte Gruppierungen in der Gesellschaft repräsentiert. In den Räumen herrschen vielfältige Wechselbeziehungen, die in ihrer Gesamtheit nicht wahrnehmbar sind. Jeder Raum ist geprägt von einem Habitus. Der Habitus erzeugt objektiv klassifizierbare Formen von Praxis und klassifiziert diese Formen, was bedeutet, dass er die Praxisformen nicht nur hervorbringt, sondern auch unterscheidet und bewertet. Er trägt also zu Merkmalen der sozioökonomischen Lage bei und erschafft so ein System distinktiver Zeichen, wodurch der Lebensstil einer Gruppe oder Klasse von anderen unterschieden werden kann.

Die unterschiedlichen Formen des Habitus werden durch die verschiedenen Existenzbedingungen, die je nach Klasse existieren, hervorgebracht. Das Besondere am Habitus jedoch ist, dass er nicht nur strukturiert, er ist auch strukturiert durch die Teilung in logische bzw. soziale Klassen. Jede soziale Klasse bzw. Lage ist definiert durch ihre inneren Eigenschaften und Merkmale und die Gesamtheit dessen, was sie nicht ist, insbesondere aber in dem ihr Gegensätzlichem. Die soziale Identität bekommt so durch ihre eigenen und die relationalen Merkmale Kontur und bestätigt sich in ihrer Differenz. Die Grundlage dieser strukturierenden und strukturierten Differenzierung beruht auf der Dialektik der sozialen Lage und dem Habitus, da die strukturierten Produkte derselben strukturierenden Struktur entstammen, die sie wiederrum mit der gleichen speziellen Logik strukturieren, mit der sie erschaffen wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zusammenfassung: Diese Hausarbeit untersucht mittels Bourdieus Habituskonzept den Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Adipositas bei Kindern.

2. Einleitung: Das Kapitel führt in das Thema ein, skizziert den Wandel des Schönheitsideals und begründet die Relevanz der Untersuchung von Armut und Ernährungsverhalten.

3. Erklärung der Begriffe: Es werden die zentralen Begriffe wie sozioökonomischer Status und Adipositas definiert und deren gesundheitliche Relevanz dargestellt.

4. Theoretische Grundlage: Bourdieus Konzept des Habitus und der Raum der Lebensstile: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Basis, wonach übermittelte Werte und Kapitalverteilung zu schichtspezifischen Lebensstilen führen.

5. Präsentation von Studien: Es werden die Kieler Adipositas-Präventionsstudie sowie eine amerikanische Langzeitstudie vorgestellt, um die theoretischen Annahmen empirisch zu prüfen.

6 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass materielle Faktoren allein Adipositas nicht erklären können und stattdessen tief verankerte Lebensstile ausschlaggebend sind.

Schlüsselwörter

Sozioökonomischer Status, Adipositas, Habitus, Bourdieus Konzept, Gesundheitssoziologie, Übergewicht, Kinder und Jugendliche, Lebensstil, Kulturelles Kapital, Ernährung, Kieler Adipositas-Präventionsstudie, NHANES, Gesundheitsverhalten, Soziale Ungleichheit, Bildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob ein niedriger sozioökonomischer Status die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Kinder und Jugendliche an Adipositas erkranken.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind soziale Ungleichheit, die Auswirkungen des sozioökonomischen Status auf das Ernährungsverhalten sowie die theoretische Fundierung durch das Habituskonzept von Pierre Bourdieu.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Kernfrage lautet: Führt ein niedriger sozioökonomischer Status direkt zu Adipositas bei Kindern und Jugendlichen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie die Auswertung und Diskussion zweier empirischer Studien (KOPS aus Deutschland und eine US-amerikanische Längsschnittstudie).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die theoretische Herleitung über den Habitus sowie die detaillierte Präsentation und kritische Diskussion der Ergebnisse aus der deutschen Kieler Adipositas-Präventionsstudie und der amerikanischen NHANES-Studie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie sozioökonomischer Status, Habitus, Adipositas, soziale Ungleichheit und Ernährungsverhalten geprägt.

Warum reicht ein höheres Einkommen allein laut der Arbeit nicht aus, um Adipositas zu bekämpfen?

Die Arbeit argumentiert, dass Adipositas eher durch einen "gesundheitsunbewussten" Habitus und kulturell geprägte Verhaltensmuster entsteht, die nicht allein durch finanzielle Ressourcen korrigiert werden können.

Welche Rolle spielt die Bildung der Eltern bei der Entstehung von Adipositas?

Die Bildung wird als wesentlicher Teil des kulturellen Kapitals identifiziert, da sie Einstellungen und Vorbilder vermittelt, die das Gesundheitsverhalten der Kinder langfristig prägen.

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Details

Titel
Führt ein niedriger sozioökonomischer Status zu Adipositas bei Kindern und Jugendlichen?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Soziologie)
Veranstaltung
Gesundheitssoziologie
Note
1.7
Autor
Inga Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
29
Katalognummer
V367928
ISBN (eBook)
9783668463295
ISBN (Buch)
9783668463301
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adipositas Kinder Jugendliche sozioökonomischer Status
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Inga Müller (Autor:in), 2017, Führt ein niedriger sozioökonomischer Status zu Adipositas bei Kindern und Jugendlichen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367928
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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