Ob Berater ihre Emotionen gegenüber ihren Klienten verbergen sollten


Essay, 2015

8 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 GEGENSTANDSBESTIMMUNG
2.1 BERATUNG
2.2 BERATUNGSBEZIEHUNG

3 DAS KLIENTENZENTRIERTE BERATUNGSKONZEPT

4 HERAUSFORDERUNGEN IN DER KLIENTENZENTRIERTEN BERATUNG

5 FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

1 Einleitung

Im Laufe der Industrialisierung hat sich ein starker Wandel gesellschaftlicher Struk- turen durch Individualisierungs- und Modernisierungsprozesse vollzogen. Traditio- nelle Lebensmuster lösen sich auf und rufen neue Anforderungen hervor (vgl. Belar- di 2011, S. 18). Dies bringt eine Vielfalt von Lebensbewältigungsstrategien mit sich, welche unter Umständen nicht alleine zu bewältigen sind. Die gestellten Herausfor- derungen, die früher im Rahmen der Familie aufgefangen und bearbeitet wurden, er- fordern heute spezialisierte Arbeitsfelder (vgl. Belardi 2011, S. 19), wie z.B. die So- ziale Beratung, die Eheberatung oder die Leb

ensberatung. Im Hinblick auf die Be- wältigung von individuellen sowie gesellschaftlichen Problemen gewinnt das Tätig- keitsfeld „Beratung“ insofern zunehmend an Bedeutung (vgl. Mutzeck 2008, S. 12). In der vorliegenden Arbeit wird sich speziell mit dem Aspekt der Beziehungsgestal- tung zum Ratsuchenden auseinandergesetzt. Hierbei sind die Auswirkungen von Ge- fühlsoffenbarungen seitens der Berater von besonderem Interesse, da diese als Haupteinflussfaktor für einen positiven Verlauf der Beratung gelten. Im zweiten Ka- pitel wird in einer Gegenstandsbestimmung zunächst auf die Begriffe „Beratung“ und „Beratungsbeziehung“ eingegangen. Im dritten Kapitel erfolgt die ausführliche Erläuterung der Beratungsmethode „klientenzentrierte Beratung“ nach Carl R. Ro- gers, die im Rahmen dieser Arbeit als Beispiel dienen soll. Im vierten Kapitel erfolgt schließlich die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, die an die Berater im Beratungsgespräch gestellt werden. In einem abschließenden Fazit werden die wich- tigsten Aussagen zusammengefasst und kritisch hinterfragt.

2 Gegenstandsbestimmung

2.1 Beratung

Die ursprüngliche Bedeutung der Begriffe „Beratung“ und „beraten“ ist nach Mutzeck auf „Rat“ und „raten“ zurückzuführen. „Beratung als vertrauensvolle, ziel- gerichtete, nach Rat suchende Interaktion hat sich in der Pädagogik unterschiedlich etabliert“ (Mutzeck 2008, S. 12). Sie ist auf der einen Seite eine Form des erzieheri- schen Handelns, wobei die Autonomie und Freiheit des Ratsuchenden nicht einge- schränkt werden soll. Zum anderen ist sie ein pädagogisch-psychologischer Prozess, der sich wissenschaftlicher Theorien und Methoden bedient. Hilfe bei Problembewäl- tigungen soll systematisch und verbindlich erfolgen (vgl. Mutzeck 2008, S. 13). Beratung ist eine Interaktion zwischen zwei Menschen, die sich „berühren und berühren lassen“ (Sanders 2004, S. 797). Indem der Klient um Rat fragt, macht er dem Berater ein Beziehungsangebot. Die Beziehungsgestaltung ist für den Erfolg der Beratung von großer Bedeutung (vgl. Sanders 2004, S. 797).

2.2 Beratungsbeziehung

Als Grundlage für eine erfolgversprechende Beratung nennt Nestmann die Bezie- hung zwischen dem Berater und dem Klienten, die im Beratungsprozess zunächst aufgebaut wird. Eine „offene, vertrauensvolle und auf Zusammenarbeit orientierte Beziehung“ (Nestmann S. 791) ist für das Gelingen einer Beratungssituation notwen- dig und kann nicht durch bloße Methodenauswahl und gekonnten Einsatz erzeugt werden (vgl. Nestmann 2004, S. 791). Anfangs ist die Beratungsbeziehung durch Asymmetrie gekennzeichnet, mit dem Ziel beider Interaktionspartner, sich in den Rollen des „Ratsuchenden“ und des „Beraters“ zu begegnen. Als Rahmen dient hier- bei die Erlebniswelt des Klienten. Der Therapeut besitzt durch Wissensvorsprung und Professionalität eine soziale Einflussnahme. Er sollte somit seine Beziehung zum Klienten aufmerksam und achtsam reflektieren, um nicht in die Rolle des Experten für das Leben des anderen zu geraten (vgl. Rechtien u.a. 2009, S. 19f).

3 Das klientenzentrierte Beratungskonzept

Eine der bedeutenden Richtungen der Beratung ist die klienten-, oder personenzen- trierte Beratung. Diese Form der Beratung „(...) versteht sich in erster Linie als ein Weg zu gelingender Kommunikation“ (Seithe 2008, S. 11). Carl R. Rogers hat in sei- ner „Theorie der Therapie und der Persönlichkeitsveränderung“ die unterschiedlichen Grundhaltungen eines Beraters für einen gelingenden Beratungsprozess untersucht (vgl. Rogers 2007, S. 46). Die drei Beziehungsvariablen Empathie, Akzeptanz und Kongruenz sah er als grundlegend und notwendig zur Erreichung positiver Bera- tungsergebnisse sowie einer stabilen Beratungsbeziehung an (vgl. Nestmann 2004, S. 792).

Empathie oder einfühlendes Verstehen bedeutet nach Nestmann, sich in die gefühls- mäßige und gedankliche Welt eines Menschen hinein versetzen zu können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Ob Berater ihre Emotionen gegenüber ihren Klienten verbergen sollten
Hochschule
Fachhochschule Münster  (Sozialwesen)
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
8
Katalognummer
V368126
ISBN (eBook)
9783668465978
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berater, Klienten, Emotionen, Beratungsbeziehung, Rat, Offenheit
Arbeit zitieren
Simone Horn-Grgic (Autor:in), 2015, Ob Berater ihre Emotionen gegenüber ihren Klienten verbergen sollten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368126

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