Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema Ethnomarketing in Deutschland. Konkret soll im Folgenden untersucht werden, welche Chancen sich im wirtschaftlichen Sektor durch Ethnomarketing bieten und ob die Anwendung dieser speziellen Methode des Segmentmarketings in Deutschland effizient umsetzbar ist. Dazu wird beispielhaft die ethnische Zielgruppe der in Deutschland lebenden Türken mit Migrationshintergrund untersucht. Darüber hinaus werden verschiedene vergangene sowie aktuelle Ethno-Kampagnen und Marketingstrategien unterschiedlicher Unternehmen analysiert, um anschließend festzustellen, dass die Vorteile gegenüber den Herausforderungen bei der Umsetzung von Ethnomarketing überwiegen und dass das große Kaufpotenzial der Türken sowie die Bedeutung dieser Zielgruppe für die Zukunft noch nicht ausreichend beachtet wird.
Die Analyse macht deutlich, dass es noch extremen Forschungsbedarf in diesem Bereich gibt, hebt zugleich aber auch den Handlungsbedarf mit Hinblick auf die künftige Bevölkerungsentwicklung hervor.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Konzept des Ethnomarketings
2.1 Demographischer Wandel & Auswirkungen auf deutsche Wirtschaft
2.2 Ethnomarketing als Lösungsansatz für umsatzschwache Märkte
2.3 Türken als ethnische Zielgruppe
3 Umsetzung in Deutschland
3.1 Voraussetzungen für sinnvolle Implikation des Konzepts
3.2 Herausforderungen bei der Umsetzung
3.3 Methoden: Beispiele aus der Anwendung im deutschen Wirtschaftsraum
4 Diskussion der Resultate
4.1 Vor- & Nachteile von Ethnomarketing
4.2 Gestaltungsempfehlung für die Praxis
5 Fazit & Zukunftsprognose
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Chancen von Ethnomarketing in Deutschland und prüft die Effizienz dieser Segmentmarketing-Methode am Beispiel der türkischstämmigen Zielgruppe. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, ob Ethnomarketing ein adäquater Lösungsansatz zur Absatzsteigerung für deutsche Unternehmen darstellt.
- Analyse des demographischen Wandels und dessen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.
- Untersuchung der türkischstämmigen Bevölkerung als relevante ethnische Zielgruppe.
- Analyse vergangener und aktueller Ethno-Marketing-Strategien deutscher Unternehmen.
- Gegenüberstellung von Chancen und Risiken bei der Implementierung von Ethnomarketing.
- Ableitung von Gestaltungsempfehlungen für die praktische Anwendung in Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
2.2 Ethnomarketing als Lösungsansatz für umsatzschwache Märkte
Im Gabler Wirtschaftslexikon ist der Begriff „Ethnomarketing“ von Tanju Aygün (o.D.) folgendermassen definiert worden: „Ethno-Marketing ist die Ausgestaltung aller Beziehungen einer Unternehmung auf eine Zielgruppe, die sich aufgrund von historischen, kulturellen und sprachlichen Gegebenheiten von der Bevölkerungsmehrheit in einem Land unterscheidet“.
Ethnomarketing ist folglich ein zielgruppenspezifisches Segmentmarketing. Die betreffenden Zielgruppen müssen daher nach den spezifischen Merkmalen ihrer Herkunft differenziert, analysiert und angesprochen werden, um zu erreichen, dass diese sich mit dem Design und der Qualität der angebotenen Produkte oder der Marke an sich identifizieren können (Meissner, 1995, S.10).
Entwickelt und zuerst angewandt wurde das Prinzip des Ethnomarketings in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort wird diese spezielle Form des Marketings bereits seit dem Ende des 20. Jahrhunderts erfolgreich im grossen Stil praktiziert. Das Bedürfnis nach kultureller Differenzierung war in dem multinationalen Land mit seiner ausgeprägten Migrationstradition rasch entstanden und die amerikanische Industrie wusste dieses Potenzial sowie die Kaufkraft der verschiedenen ethnischen Gruppen für die jeweiligen Absatzinteressen effektiv zu nutzen (Valiente & Yetgin, 2006, S.103).
Der Pharmafabrikant Dr. Karl Thomae wird häufig als erster deutscher Pionier genannt, der 1987 die türkischen Migranten als potenzielle Zielgruppe erkannte und einen innovativen Vermarktungs-Versuch machte, der als eine Form von Ethnomarketing betrachtet werden kann: er fokussierte sich auf die türkischen Gastarbeiter, welche aufgrund ihrer harten physischen Arbeit häufig an Rückenschmerzen litten, und warb in türkischer Sprache für seine Schmerzsalbe „Finalgon“ in hiesigen Zeitungsanzeigen (Pfister, 2002).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Migranten in Deutschland und identifiziert das Potenzial von Ethnomarketing zur Bewältigung von Absatzproblemen in gesättigten Märkten.
2 Das Konzept des Ethnomarketings: Dieses Kapitel definiert Ethnomarketing als zielgruppenspezifisches Segmentmarketing und analysiert den demographischen Wandel sowie die Besonderheiten der türkischstämmigen Zielgruppe.
3 Umsetzung in Deutschland: Es werden die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung, die spezifischen Herausforderungen sowie praktische Anwendungsbeispiele deutscher Unternehmen dargelegt.
4 Diskussion der Resultate: Dieses Kapitel stellt die Chancen und Risiken der Methode einander gegenüber und bietet konkrete Gestaltungsempfehlungen für die unternehmerische Praxis.
5 Fazit & Zukunftsprognose: Der Abschlussteil resümiert die Ergebnisse der Arbeit und prognostiziert eine steigende Relevanz von Ethnomarketing in den kommenden Jahren.
Schlüsselwörter
Ethnomarketing, Segmentmarketing, Zielgruppe, Deutschland, Türken in Deutschland, Demographischer Wandel, Marketingstrategie, Absatzsteigerung, Kaufkraft, Unternehmenserfolg, Migration, Kundenloyalität, Marketing-Mix, Marktlücken, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Ethnomarketings als ökonomische Chance für deutsche Unternehmen im Kontext des deutsch-türkischen Zusammenlebens.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des demographischen Wandels, die Analyse türkischstämmiger Migranten als Konsumentengruppe sowie die praktische Anwendung und Bewertung von Ethno-Marketing-Strategien.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob Ethnomarketing eine effiziente Methode zur Absatzsteigerung für deutsche Unternehmen darstellt und welche Chancen sich daraus tatsächlich ergeben.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Die Autorin/der Autor stützt sich auf eine qualitative Analyse von Literatur, Branchenberichten und Fallbeispielen von Pionier-Projekten im deutschen Wirtschaftsraum.
Was sind die Kerninhalte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Ethnomarketings, die Voraussetzungen und Herausforderungen der Umsetzung sowie eine Diskussion der Vor- und Nachteile nebst Handlungsempfehlungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?
Die wichtigsten Schlagworte sind Ethnomarketing, Segmentmarketing, türkische Zielgruppe, Kaufkraft, Demographie und Marketing-Mix.
Warum wird die türkische Bevölkerungsgruppe als besonders attraktiv für Ethnomarketing betrachtet?
Die türkische Zielgruppe in Deutschland gilt als jung, markenaffin und verfüge über eine erhebliche Kaufkraft, wird jedoch von vielen Unternehmen bisher unzureichend angesprochen.
Was sind die größten Hürden bei der Umsetzung von Ethnomarketing?
Herausforderungen liegen vor allem in der Komplexität der Zielgruppenansprache, möglichen sprachlichen Fehlern bei der Werbung, dem Risiko der Stereotypisierung und den notwendigen Initialinvestitionen.
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- Anonym (Author), 2015, Ethnomarketing als ökonomische Chance des deutsch-türkischen Zusammenlebens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368476