Diese Arbeit wird sich neben einer Darstellung der Innerbetrieblichen Leistungsverrechnung im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung zusätzlich auch mit den Charakteristiken sowie der Bewertung verschiedener Verfahren zur Durchführung der ILV beschäftigen.
Das Rechnungswesen ist ein bedeutsamer Bestandteil einer jeden Unternehmung. Es gilt als Informationssystem des Unternehmens, welches unter anderem entscheidungsrelevante Informationen und Daten für Management und Unternehmensführung bereitstellt. Zu den wesentlichen Funktionen des betriebswirtschaftlichen Rechnungswesens zählen daher Planungs-, Kontroll-, und Dokumentationsaufgaben. Dabei wird generell zwischen externem und internem Rechnungswesen unterschieden.
Ein Teilgebiet des internen Rechnungswesens bildet die Kosten-und Leistungsrechnung, welche hauptsächlich dazu dient, den Verzehr produzierter Güter und Leistungen mengen- und wertmäßig aufzunehmen. Den Hauptadressaten der KLR bildet daher die Unternehmensführung.
Da Güterentstehung und Güterverbrauch einem fortlaufenden Prozess zugrunde liegen, muss die Kosten- und Leistungsrechnung kontinuierlich erstellt werden, um zu effizienten Ergebnissen zu gelangen. In diesem Zusammenhang werden nicht nur für den Absatz bestimmte Leistungen betrachtet, sondern auch solche, die innerhalb des Betriebes für die Unternehmung geleistet werden. Bezüglich der Verrechnung solcher innerbetrieblichen Leistungen sind verschiedene Verfahren entwickelt worden. Innerhalb der Kosten- und Leistungsrechnung, insbesondere der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung (kurz ILV), gilt es demnach, die zur Unternehmung passenden Verfahren sorgfältig auszuwählen sowie durchzuführen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Teilgebiete der Kosten- und Leistungsrechnung
3 Abgrenzung der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung
4 Sukzessive (nicht-exakte) Verfahren ohne Hilfskostenstellen
4.1 Kostenartenverfahren
4.2 Kostenstellenausgleichsverfahren
5 Sukzessive (nicht-exakte) Verfahren mit Hilfskostenstellen
5.1 Anbauverfahren
5.2 Stufenleiterverfahren
6 Exakte Verfahren mit Hilfskostenstellen
6.1 Simultanes Gleichungsverfahren
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die verschiedenen Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung darzustellen, ihre Charakteristiken zu erläutern und diese methodisch zu bewerten, um eine fundierte Auswahl für die Unternehmenspraxis zu ermöglichen.
- Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung
- Systematik der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung (ILV)
- Sukzessive Näherungsverfahren (Anbau- und Stufenleiterverfahren)
- Exaktes simultanes Gleichungsverfahren
- Kriterien für die Auswahl des geeigneten Verrechnungsverfahrens
Auszug aus dem Buch
6.1 Simultanes Gleichungsverfahren
Im Gegensatz zu den zuvor beschrieben Verfahren berücksichtigt das simultane Gleichungsverfahren auch wechselseitige Leistungsverflechtungen und bietet eine Lösung zur verursachungsgerechten Verrechnung aller Kosten. Die Bildung der Verrechnungssätze von Kostenstellen, welche in wechselseitiger Leistungsbeziehung stehen, ist in sofern problematisch, da einerseits die geleisteten Leistungen berücksichtigt werden müssen, jedoch andererseits auch die empfangenen Leistungen miteinbezogen werden müssen. Die Kostenstellen müssen daher in einem Zusammenhang betrachtet werden, sodass die Verrechnungssätze simultan, also parallel, ermittelt werden können. Dies geschieht mittels eines „Systems linearer Gleichungen, dessen Variablen die gesuchten Verrechnungssätze sind und dessen Gleichungszahl mit der Anzahl der berücksichtigten Kostenstellen übereinstimmt.“
Ein vereinfachtes Beispiel, soll den Ablauf des Verfahrens verdeutlichen.
Angenommen es gibt eine Hilfskostenstelle für Reparaturleistungen und eine weitere für Energieerzeugung. Beide Hilfskostenstellen tauschen Leistungen untereinander aus. Das Verfahren basiert auf der Überlegung, dass die primären Stellenkosten (Kosten für von außen bezogene Leistungen) + empfangenen Leistungen gleich (=) den erstellten Leistungen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das betriebliche Rechnungswesen und die Rolle der Kosten- und Leistungsrechnung sowie Zielsetzung der Arbeit.
2 Teilgebiete der Kosten- und Leistungsrechnung: Erläuterung der Systematik der Kostenrechnung mit ihren drei Hauptgebieten und der Einteilung von Kosten.
3 Abgrenzung der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung: Definition innerbetrieblicher Leistungen und Einordnung der Leistungsverrechnung als Teilgebiet der Kostenstellenrechnung.
4 Sukzessive (nicht-exakte) Verfahren ohne Hilfskostenstellen: Vorstellung des Kostenarten- und Kostenstellenausgleichsverfahrens als Näherungsmethoden ohne Einbezug von Hilfskostenstellen.
5 Sukzessive (nicht-exakte) Verfahren mit Hilfskostenstellen: Darstellung des Anbau- und Stufenleiterverfahrens zur Verrechnung unter Berücksichtigung von Hilfskostenstellen.
6 Exakte Verfahren mit Hilfskostenstellen: Einführung in das simultane Gleichungsverfahren zur präzisen Erfassung wechselseitiger Leistungsströme.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der verschiedenen Verfahren und Hinweise zur Wahl des geeigneten Instruments für die Unternehmenspraxis.
Schlüsselwörter
Kosten- und Leistungsrechnung, Innerbetriebliche Leistungsverrechnung, Kostenstellenrechnung, Anbauverfahren, Stufenleiterverfahren, Simultanes Gleichungsverfahren, Verursachungsprinzip, Hilfskostenstellen, Gemeinkosten, Kostenartenverfahren, Betriebsabrechnungsbogen, Leistungsverflechtung, Wirtschaftlichkeitskontrolle, Kostenstellen, Zuschlagskalkulation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die methodischen Ansätze zur Verrechnung innerbetrieblicher Leistungen innerhalb eines Unternehmens und deren Bedeutung für eine verursachungsgerechte Kostenrechnung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kostenstellenrechnung, den unterschiedlichen Näherungsverfahren für einseitige Leistungsbeziehungen sowie exakten mathematischen Methoden für wechselseitige Leistungsverflechtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung zu geben und Kriterien für die Auswahl des jeweils passenden Verfahrens aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es erfolgt eine deskriptive Darstellung der betriebswirtschaftlichen Verfahren unter Einbeziehung von Fachliteratur sowie die Erläuterung der Berechnungsmethodik mittels mathematischer Ansätze (lineare Gleichungssysteme).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung sukzessiver Näherungsverfahren (ohne und mit Hilfskostenstellen) sowie die Erläuterung des exakten simultanen Gleichungsverfahrens anhand von Beispielen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind innerbetriebliche Leistungsverrechnung, Kostenstellen, Kostenarten, Anbauverfahren, Stufenleiterverfahren und das simultane Gleichungsverfahren.
Warum ist das Anbauverfahren in der Praxis weniger verbreitet?
Da das Anbauverfahren nur einseitige Leistungsströme betrachtet und Hilfskostenstellen nicht untereinander verrechnet, führt es häufig zu Kostenverzerrungen und erfüllt selten das Verursachungsprinzip vollständig.
Was zeichnet das simultane Gleichungsverfahren besonders aus?
Im Gegensatz zu den Näherungsverfahren berücksichtigt es wechselseitige Leistungsbeziehungen exakt durch das Lösen eines Systems linearer Gleichungen, was zu einer hohen Genauigkeit führt.
- Arbeit zitieren
- Julia Schwieger (Autor:in), 2015, Kosten- und Leistungsrechnung. Verschiedene Verfahren zur Innerbetrieblichen Leistungsverrechnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369445