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Die vorkommunistische Philosophie von Iwan A. Iljin und ihr Einfluss auf Wladimir Putin

Ein Plädoyer für die Beachtung der philosophischen Schriften zum besseren Verständnis der aktuellen Politik Russlands und zur Verbesserung des Kulturdialoges

Titel: Die vorkommunistische Philosophie von Iwan A. Iljin und ihr Einfluss auf Wladimir Putin

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 36 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Ramon Weisskopf (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im ersten Abschnitt soll grundsätzlich ein Ein- und Ausblick zum methodischen Vorgehen in der Masterseminararbeit expliziert werden, Erörterungen zu dieser Wahl und grundsätzlich der wissenschaftsphilosophischen Ausrichtung. Darauf folgen die gedanklichen Vorüberlegungen zum Aufbau, kurze Überlegungen zur Zielsetzung der Arbeit sowie der Literaturauswahl.
Innerhalb der möglichen Arbeiten von lljin fiel die Auswahl unter folgenden Gründen auf das Werk „Wesen und Eigenart der Russischen Kultur“: Einerseits ist einzig jenes Werk von Putin selbst verbal als zentral für das Verständnis Russlands bezeichnet worden und anderseits ist die Auswahl eine Folge der Mengenkongruenz von ,Möglich' und ,Sinnvoll'. Ich erläutere.
,Möglich' insofern das der Bestand lljins durch Moskau aufgekauft wurde und die wenigen Übersetzungen die in kleinsten Auflagen im Umlauf waren vergriffen sind. ,Sinnvoll' in dem Sinne, dass ein Grossteil des Nachlasses lljins sich entweder zentral mit Religionsphilosophischen, zum Teil spezifischen theologischen Aspekten, befasst, eine Vertiefung innerhalb der Jurisprudenz resp. expliziter rechtsphilosophischer Themen hervorhebt oder gar innerhalb von prägnanten Teilbereichen der Philosophie, wie etwa der Kunstphilosophie arbeitet. Das sich exakt von diesem Werk die Übersetzung von Dr. Dähler finden liess und mir durch Jenen selbst zur Verfügung gestellt wurde, rundet die Auswahl über einen glücklichen Zufall ab.

Die Brücke von lljin zu Putin lässt sich am besten über die Philosophie selbst ziehen, also von der russischen Philosophie der Vergangenheit zur gegenwärtigen Philosophie in Russland. Ohne hier die Philosophielandschaft abzustecken ist eine kurze Situationsanalyse, bevor ich zur anderen Seite der Brücke, zum Präsidenten Putin übersetze, zur Philosophie sinnvoll. Der Lehrstuhlinhaber an der Moskauer Staatsuniversität, Fjodor Girenok, hierzu im Interview mit der neuen Zürcher Zeitung: „Zur Philosophie hatte man in Russland stets ein sehr schlechtes Verhältnis, ( ... ). Gemeint ist die an westlichen Vorbildern orientierte Schulphilosophie, gemeint ist jede Form von analytischem oder kritischem Vernunftsdenken, ( ... ). Im Gegenzug dazu fordert Girenok ein spezifisch russisches Organon des Denkens, das es dem Philosophen ermöglichen soll, zu zeigen statt zu beweisen, Existenzfragen in passende Bilder statt theoretische Konzepte umzusetzen.“

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Das Vorwort zur Masterseminararbeit

Der Aufbau, die Herangehensweise sowie Skizzierung der Arbeitsmethodik zur Masterseminararbeit

Der Philosoph und der Präsident: Iwan A. Iljin und Wladimir W. Putin

Die Externen Faktoren: Die Natur und die Geschichte des Russen

Exkurs I: Die Akzeptanz des Chaos, des Nichts

Der Glaube des Russen

Exkurs II: Die Ablehnung des Intellektualismus

Resümee und Schlussüberlegungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterseminararbeit untersucht das philosophische Werk des russischen Denkers Iwan A. Iljin und analysiert dessen Einfluss auf die gegenwärtige politische Doktrin und das Weltbild von Präsident Wladimir W. Putin. Ziel der Arbeit ist es, die tieferen philosophischen Hintergründe russischer Aussenpolitik zu verstehen, anstatt sie lediglich aus westlicher Perspektive zu erklären.

  • Die Analyse der vorkommunistischen russischen Philosophie und deren prägende Elemente.
  • Die Untersuchung der Rolle von Natur, Geschichte und Glauben im russischen Volkscharakter nach Iljin.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der westlich-analytischen Vernunft im Vergleich zur russischen "Lebensphilosophie".
  • Die Aufarbeitung der ideologischen Brücke zwischen der Lehre Iljins und der politischen Praxis Putins.

Auszug aus dem Buch

Die Externen Faktoren: Die Natur und die Geschichte des Russen

Durch das Werk Iljins hindurch findet sich eine grosse Zäsur zwischen Externen Aktionen und internen Reaktionen. Das Interne, der Glaube, hat dabei in einer Art Parallelismus seinen eigenen Weg, kann aber, so Iljin, unter den externen Faktoren quasi sein sonst schlummerndes Telos in Analogie zum Winterschlaf des sibirischen Bären zu entfalten beginnen. Die Natur und die Geschichte sind somit eine Art Katalysator welche den internen Faktor Glauben antreiben und durch welchen die russische Kultur überhaupt mit solch externen Faktoren umzugehen im Stande ist.

Die Eigenschaften wie Volksseele und historischer Auftrag, welche sich, so Iljin, tief im gegenwärtigen russischen Kollektivbewusstsein befinden, sind die Folge eines kontinuierlichen Einflusses der Natur und der russischen Geschichte. Parellelismus zwischen Externem und Internem, weil Iljin keinen direkten Übergang zwischen den Beiden konstatiert, keine Verbindung oder Kausalität. Ebenso kann keine Präpositionierung oder eine Art Suszeption vom Einen in das Andere gefunden werden.

Die Natur, Geschichte und der Glaube sind, so Iljin, eine gegenseitige Abhängigkeit und geschlossene Funktionalität. Ein ganz Holistischer Ansatz also. Die Bewegung geht aber, deshalb obgenanntes Zitat, von den externen Faktoren aus und überträgt sich, obschon nicht nachvollziehbar, in die internen Zustände des Russen. Iljin: „Die Seele des Volkes steht in einem lebendigen und geheimnisvollen Zusammenhang mit seiner Naturgegebenheit und darum lässt sie sich nicht gut ohne Beachtung dieses Zusammenhanges deuten und verstehen.“

Die pompöse Darstellung der Natur, welche Iljin über viele Seiten vollzieht, bietet nichts herauszuhebendes, sondern will dem Leser eine Art Ehrfurchtsgefühl einverleiben. Hier lässt sich, neben dem beeindruckenden Wortschatz Iljins, nichts destillieren. Der zentrale Punkt ist jedoch nicht zwingend die Qualität der Natur, also Flora, Fauna usw. sondern die quantitative Grösse des Landes.

Zusammenfassung der Kapitel

Das Vorwort zur Masterseminararbeit: Der Autor schildert seine persönlichen Erfahrungen und Beweggründe, die ihn zur Auseinandersetzung mit der russischen Philosophie und Iljin führten.

Der Aufbau, die Herangehensweise sowie Skizzierung der Arbeitsmethodik zur Masterseminararbeit: In diesem Abschnitt wird das methodische Vorgehen expliziert, das sich an einer hermeneutisch-holistischen Herangehensweise orientiert.

Der Philosoph und der Präsident: Iwan A. Iljin und Wladimir W. Putin: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Figur Iwan Iljin und analysiert die expliziten Bezüge des aktuellen russischen Präsidenten zu dessen Werk.

Die Externen Faktoren: Die Natur und die Geschichte des Russen: Der Autor erläutert Iljins Auffassung von Geografie und Historie als prägende, externe Katalysatoren für das russische Selbstverständnis.

Exkurs I: Die Akzeptanz des Chaos, des Nichts: Eine philosophische Untersuchung, wie in der russischen Kultur das "Nichts" und das "Chaos" im Gegensatz zur westlichen Ordnung als Bedingung für das Sein verstanden werden.

Der Glaube des Russen: Untersuchung der historischen Dimension des grossen Schisma und der Bedeutung der Orthodoxie für das russische Staats- und Weltbild.

Exkurs II: Die Ablehnung des Intellektualismus: Analyse der russischen Kritik am westlichen Rationalismus und dem Primat des Herzens gegenüber der reinen Vernunft.

Resümee und Schlussüberlegungen: Zusammenfassende Betrachtung über die Notwendigkeit, Russland in seiner eigenen ideellen Währung zu verstehen, um einen echten Dialog zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Iwan Iljin, Wladimir Putin, russische Philosophie, orthodoxes Christentum, russische Kultur, Geopolitik, Sonderweg, Hermeneutik, Intellektualismus, Naturgegebenheit, Kollektivbewusstsein, Ost-West-Dialog, Krim, Bolschewismus, Holismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterseminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Grundlage des heutigen russischen Staates, insbesondere durch die Rezeption des Werkes des Philosophen Iwan Iljin durch Wladimir Putin.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die russische Identität, die Bedeutung des orthodoxen Glaubens, die Einflüsse von Natur und Geschichte auf den "russischen Geist" sowie die Ablehnung westlicher rationalistischer Denkmuster.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die russische Innen- und Aussenpolitik zu entwickeln, indem die philosophischen Vorannahmen, auf denen diese basiert, jenseits westlicher Erklärungsmodelle analysiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutisch-holistische Herangehensweise, um Iljins Gedankenwelt in ihrem eigenen Kontext nachzuvollziehen, statt sie durch eine fremde, analytische Brille zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung externer Faktoren (Natur/Geschichte), des Glaubens und der Rolle des Intellektualismus, ergänzt durch Exkurse zur Philosophie des Chaos und zum Verständnis des "Herzens" bei Iljin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "russischer Sonderweg", "Gefühlsphilosophie", "Antagonismus zum Westen" und die historische Bedeutung des Schisma.

Wie bewertet der Autor Putins Rückgriff auf Iljin?

Der Autor sieht darin ein zentrales Mittel Putins, eine identitätsstiftende, konservative und religiös geprägte Gesellschaftstheorie zu legitimieren, die sich explizit von westlichen liberalen Werten absetzt.

Welche Rolle spielt die Krim im Kontext der Iljin-Analyse?

Die Krim wird als historisch aufgeladener Ort betrachtet, an dem sich die russische Identitätssuche zwischen Verteidigung, Glaube und imperialem Anspruch nach Iljins Denkmustern manifestiert.

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Details

Titel
Die vorkommunistische Philosophie von Iwan A. Iljin und ihr Einfluss auf Wladimir Putin
Untertitel
Ein Plädoyer für die Beachtung der philosophischen Schriften zum besseren Verständnis der aktuellen Politik Russlands und zur Verbesserung des Kulturdialoges
Hochschule
Universität Luzern
Note
2.0
Autor
Ramon Weisskopf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
36
Katalognummer
V371275
ISBN (eBook)
9783668489288
ISBN (Buch)
9783668489295
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Russland Putin Philosophie Politik Kulturdialog Russische Föderation Handlungstheorie Kommunismus Marxismus Plädoyer Iwan A. Iljin Intellektualismus Glaube Geschichte Moskow Russische Foerderation Schüssler russische Philosophie weisse Philosophie Zaren Philosophie Russland verstehen russische Philosophen Vorkommunistische Philosophie Iwan Iljin Russische Religionsphilosophie Naturphilosophie Romantik Wesen der russischen Kultur Russische Ideen Verbanntes Denken Sozialphilosophie
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GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ramon Weisskopf (Autor:in), 2016, Die vorkommunistische Philosophie von Iwan A. Iljin und ihr Einfluss auf Wladimir Putin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371275
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Leseprobe aus  36  Seiten
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