Das 19. Jahrhundert brachte einige neue Medien auf, welche unsere heutige Gesellschaft immer noch stark prägen, wie beispielsweise das Kino, die Photographie und das Telefon. Medien, nach dem engen Medienbegriff. von McLuhans Theorien des erweiterten Medienbegriffes, befassen sich mit Sprache, Schrift, Druck, Film, Hörfunk, Fernsehen und darüber hinaus mit dem Licht als Erweiterung des Menschen. Diese Öffnung ermöglichte breitere Betrachtungsperspektiven in der Medienwissenschaft.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Medium “elektrische Beleuchtung“ und seine Auswirkung auf das 19. Jahrhundert. Zu Beginn wird die geschichtliche Entwicklung der Glühbirne aufgezeigt, die den Impuls für die damit einhergehende Elektrifizierung setzte. In den darauf folgenden Abschnitten werden diese Fakten mit den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen sowie teils politischen Auswirkungen der elektrischen Beleuchtung kontextualisiert. Anschließend werden die Auswirkungen des Mediums in der Wirtschaft thematisiert. In diesem Abschnitt sollen ausgewählte Modernisierungsprozesse des Mediums auf die Wirtschaft und Ökonomie des 19.Jahrhunderts im geschichtlichen Kontext aufgezeigt werden. Unter anderem an Edisons Beispiel soll ersichtlich werden, wie Erfindungen mit neuen ökonomischen Praktiken einhergingen. Daraufhin werden die sozio-kulturellen Veränderungen beleuchtet und die damit verbundenen Änderungen des Kaufverhaltens durch die Modernisierung der Werbebranche.
Inhaltsverzeichnis
1. FORSCHUNGSFELD
2. EINFLÜSSE DER ELEKTRISCHEN BELEUCHTUNG
2.1. GESCHICHTE DER ELEKTRISCHEN BELEUCHTUNG
2.1.1. Entwicklung der Glühlampe
2.1.2. Elektrifizierung
2.1.3. Der Stromkrieg – Edison und Tesla (1886 – 1893)
2.2. AUSWIRKUNGEN DES MEDIUMS IN DER WIRTSCHAFT
2.3. SOZIO-KULTURELLE VERÄNDERUNGEN UND ANNAHME DES MEDIUMS
2.3.1. Änderungen des Kaufverhaltens durch Modernisierung der Werbebranche
2.3.2. Annahme des Mediums in der Gesellschaft
2.3.3. soziale Distinktion
3. EXPOSÉ
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Medium "elektrische Beleuchtung" als zentralen technologischen Treiber, der im 19. Jahrhundert tiefgreifende wirtschaftliche, sozio-kulturelle und politische Veränderungen initiierte und die Moderne nachhaltig prägte.
- Technologische Evolution und Kommerzialisierung der Glühlampe
- Strukturwandel der Elektrizitätswirtschaft und der Aufstieg von Monopolen
- Einfluss der künstlichen Beleuchtung auf Konsum und städtisches Kaufverhalten
- Gesellschaftliche Ambivalenzen zwischen Fortschrittsglaube und Skepsis
- Die Rolle von Licht als Instrument der sozialen Distinktion
Auszug aus dem Buch
2.1.3. Der Stromkrieg – Edison und Tesla (1886 - 1893)
Der Stromkrieg war ein Konflikt zwischen den Erfindern und Unternehmern Edison, Westinghouse und Tesla, die um den Strommarkt stritten. Edison für seine Gleichstromversorgung, sowie Westinghouse und Tesla für ihren stärkeren Wechselstrom. Hier lässt sich erkennen, dass der Wettbewerb die Entwicklung und die Expansion des elektrischen Lichtes deutlich beschleunigte. Edison hatte bereits sein Netzwerk für Gleichstrom deutlich erweitert. Doch für Leitung der elektrischen Spannung war sehr dickes Kupferkabel nötig, welches zum einen hohe Kosten mit sich zog und zum anderen zu wenig Spannung aufbrachte. Es konnten vorerst nicht einmal die größeren Städte vollständig mit elektrischem Licht versorgt werden.
Westinghouse & Tesla setzten seit Erfindung des Transformators (3000 V Leistung) auf ihre Wechselstromtechnik. Sie schlossen einen Wechselstromgenerator an eine Wassermühle in Great Barrington an und leiteten den Strom über eine Meile in die nächstgelegene Stadt. Edison wollte dem Vormarsch des Wechselstroms ein Ende setzen und betrieb in mehreren Bundesstaaten Initiativen um die Hochspannungsübertragung per Gesetz auf 800 Volt zu beschränken und untersagte per Urheberrecht den Betrieb seiner Glühlampen an Westinghouse-Netzen. In New York wurden erst 2007 komplett alle Gleichstromversorgungen abgeschaltet, was interessant zeigt, wie lange doch die Auswirkungen dieses Stromkriegs in die unmittelbare heutige Gegenwart hineinreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. FORSCHUNGSFELD: Einleitung in die medientheoretische Relevanz des Lichts und Darstellung des Untersuchungsrahmens der Arbeit.
2. EINFLÜSSE DER ELEKTRISCHEN BELEUCHTUNG: Analyse der technischen und historischen Genese der elektrischen Beleuchtung sowie deren breite gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen.
2.1. GESCHICHTE DER ELEKTRISCHEN BELEUCHTUNG: Historischer Abriss über die technischen Meilensteine von der Gasbeleuchtung hin zum elektrischen Licht.
2.1.1. Entwicklung der Glühlampe: Darstellung der Innovationsprozesse bei Edison und der Suche nach praktischen Leuchtmaterialien.
2.1.2. Elektrifizierung: Beschreibung des Aufbaus zentraler Stromversorgungsmodelle für Großstädte.
2.1.3. Der Stromkrieg – Edison und Tesla (1886 – 1893): Untersuchung des marktstrategischen Konkurrenzkampfes zwischen Gleich- und Wechselstrom.
2.2. AUSWIRKUNGEN DES MEDIUMS IN DER WIRTSCHAFT: Untersuchung der ökonomischen Transformation durch die Elektrifizierung und die Entstehung von Industriekonzernen.
2.3. SOZIO-KULTURELLE VERÄNDERUNGEN UND ANNAHME DES MEDIUMS: Analyse der gesellschaftlichen Wahrnehmung und der Auswirkungen auf den urbanen Alltag.
2.3.1. Änderungen des Kaufverhaltens durch Modernisierung der Werbebranche: Erörterung der Verbindung zwischen beleuchteten Schaufenstern und modernem Konsumverhalten.
2.3.2. Annahme des Mediums in der Gesellschaft: Diskussion über die ambivalente Haltung der Bevölkerung gegenüber der neuen Lichttechnik.
2.3.3. soziale Distinktion: Betrachtung der symbolischen und sozialen Bedeutung von Licht im 19. Jahrhundert.
3. EXPOSÉ: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Elektrifizierung als dauerhaften Einschnitt in die moderne Lebenswelt.
Schlüsselwörter
Elektrische Beleuchtung, Glühlampe, Elektrifizierung, Stromkrieg, Thomas Alva Edison, Nikola Tesla, Westinghouse, Modernisierung, Konsumverhalten, Urbanisierung, Kapitalismus, Soziale Distinktion, Licht, Energiewirtschaft, Technikgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet das Medium der elektrischen Beleuchtung und dessen prägenden Einfluss auf die sozio-ökonomische und kulturelle Landschaft des 19. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt die technische Geschichte, die wirtschaftliche Monopolbildung sowie die soziologische Wahrnehmung von Licht und künstlicher Helligkeit ab.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den umfassenden Wirkungsradius der elektrischen Beleuchtung aufzuzeigen und zu kontextualisieren, wie Licht als Medium gesellschaftliche Transformationsprozesse steuerte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine medienhistorische und kulturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf Fachliteratur zu Medienwissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Technikgeschichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologische Entwicklungsgeschichte, den wirtschaftlichen Stromkrieg zwischen Edison und Tesla sowie eine sozio-kulturelle Analyse der Auswirkungen auf den Konsum und das gesellschaftliche Leben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zu den zentralen Begriffen zählen Elektrifizierung, Stromkrieg, Edison, Tesla, Modernisierung, Monopolkapitalismus, Konsum und Licht.
Wie bewerteten die Menschen des 19. Jahrhunderts die neue elektrische Beleuchtung?
Die Reaktionen waren ambivalent: Einerseits wurde Licht als Fortschritt für Sicherheit und Wirtschaft gefeiert, andererseits gab es tiefe Skepsis durch Intellektuelle und Theologen, die eine Störung der natürlichen Ordnung befürchteten.
Warum war der sogenannte Stromkrieg für die wirtschaftliche Entwicklung so entscheidend?
Der Konflikt zwischen Gleichstrom (Edison) und Wechselstrom (Tesla/Westinghouse) forcierte den technischen Innovationsdruck und legte den Grundstein für die moderne Energieinfrastruktur und marktwirtschaftliche Strategien.
Welche Rolle spielte das Licht bei der sozialen Distinktion?
Licht wurde als Symbol der kulturellen Überlegenheit und als Mittel genutzt, um soziale Schichten, Geschlechterrollen sowie städtische Zentren von der Peripherie abzugrenzen.
Wie beeinflusste das elektrische Licht das Konsumverhalten?
Durch die Möglichkeit, Geschäfte und Warenhäuser länger und attraktiver zu beleuchten, veränderte sich das Freizeitverhalten der Menschen und förderte eine neue Kultur des Konsums und des spontanen Einkaufs.
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- Johannes Micha Kraft (Author), 2015, Das Medium "elektrische Beleuchtung" und seine Auswirkung auf das 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371544