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Literaturkritik im Wandel. Warum etabliert sich die Onlinekritik und welche Vor- und Nachteile bringt sie mit sich?

Title: Literaturkritik im Wandel. Warum etabliert sich die Onlinekritik und welche Vor- und Nachteile bringt sie mit sich?

Seminar Paper , 2014 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kira Fetter (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Es existiert seit jeher eine hitzige Debatte über die Literaturkritik. Man beklagt, sie wäre viel zu freundlich und milde. Schon Marcel Reich-Ranicki, der wohl bekannteste Literaturkritiker seiner Zeit beschwor einst den Untergang der Literaturkritik herauf. Auch Walther Boehlich, Literaturkritiker bei 'Die Zeit' und bei der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' und ab 1957 ebenfalls Cheflektor bei Suhrkamp, schrieb in der Kultzeitschrift Kursbuch 1968 vom Tod der Literaturkritik.

Es ist mittlerweile fast 10 Jahre her, dass sich diese Diskussion um die Freundlichkeit der neuen Kritiker und damit der endgültige Verfall der Literaturkritik zuspitzte. Damals beschimpften die älteren Kultkritiker die Jüngeren als Emphatiker und „dauerbegeisterte Leidenschaftssimulanten“ (Winkels 2008). Es exisitiert eine Art „Kumpelsystem“ zwischen den neuen Kritikern und Büchern beziehungsweise Lesern, die den wahren Sinn von Literaturkritik deutlich verfehlt. Bis heute herrscht eisernes Schweigen der beiden Parteien. Wie kann es sein, dass binnen weniger Jahre die Literaturkritik einen solchen Wandel mit sich brachte?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Literaturkritik im Wandel- Einführung

2. Literaturkritik in Deutschland - 18. Jahrhundert bis heute

3. Das Medium Internet als Faktor für den Wandel

4. Laienrezensionen

5. Laienkritik im Internet

5.1 Anonym im Netz

5.2 Die Problematik der Anonymität

6. Literaturkritik – zwei Seiten

6.1 Thesen zur Literaturkritik

6.2 Einige Bedenken zur Onlinekritik

7. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der Literaturkritik durch das Internet, analysiert die Etablierung der Onlinekritik sowie deren Vor- und Nachteile im Vergleich zur klassischen Literaturkritik und geht der Frage nach, ob der Literaturkritik durch den Einfluss digitaler Medien tatsächlich das Ende droht.

  • Historische Entwicklung der Literaturkritik
  • Einfluss des Internets auf den Literaturbetrieb
  • Die Rolle der Laienkritik und Anonymität
  • Chancen und Risiken digitaler Rezensionsformate
  • Objektivierung durch Ranking vs. subjektive Kritik

Auszug aus dem Buch

3. Das Medium Internet als Faktor für den Wandel

Der Mensch des 21. Jahrhunderts ist von medialen Einflüssen und ganz besonders dem Internet stark geprägt und zu einem gewissen Grad mittlerweile davon abhängig. Das Internet dringt immer schneller und intensiver in gesellschaftliche Bereiche ein und beeinflusst die menschliche Interaktion und Kommunikation und somit auch den Literaturbetrieb. Das Internet ist sehr stark von Interaktivität geprägt, sodass jeder Nutzer sowohl Empfänger als auch Sender sein kann. Damit macht das Internet der Presse und auch dem Fernsehen erfolgreich Konkurrenz. Deshalb ist es wohl absehbar, dass solch eine Karriere wie die von Marcel Reich-Ranicki unwiederholbar sein dürfte. „Denn das Internet neigt dazu, die Aufmerksamkeit des Publikums breit zu verteilen, anstatt sie auf eine Persönlichkeit und ihren Auftrittsort zu konzentrieren. Wenn man sich heutzutage über ein Buch informieren will, liest man nicht die Rezension eines bekannten Kritikers. Man öffnet das World Wide Web und liest sich Bewertungen anderer Leser durch. Diese wissenschaftliche Methode nennt man das Ranking.

Dadurch, dass teilweise mehrere tausend Menschen auf solchen Internetseiten, Blogs und Foren ihre Noten vergeben, wird eine Objektivierung erreicht, die sich von der Willkür-Kritik und dem subjektiven Geschmack einzelner Starkritiker distanziert. Wie bereits oben erwähnt lag den Kritikern wie Marcel Reich-Ranicki oder Fritz Raddatz nichts daran, eine objektive Bewertungsmethode zu kreieren. Sie polarisierten und kritisierten subjektiv in scharfem Ton, sodass so mancher Leser wohl die Lust am Lesen eines Buches verlor. Viele der Kritiker orientierten sich am literarischen Kanon. Die Leser spielten für sie mehr eine Nebenrolle, die höhere Instanz stellten ganz klar die Kollegen dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Literaturkritik im Wandel- Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Krise der traditionellen Literaturkritik und den Wandel hin zu einer freundlicheren, aber oft kritisierten Online-Kultur.

2. Literaturkritik in Deutschland - 18. Jahrhundert bis heute: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von den ersten gedruckten Literaturkritiken bis zum Einfluss der Massenproduktion und Bestsellerlisten nach.

3. Das Medium Internet als Faktor für den Wandel: Hier wird analysiert, wie das Internet durch Interaktivität und Ranking-Systeme die Rolle des Kritikers verändert und eine neue Objektivität ermöglicht.

4. Laienrezensionen: Dieser Abschnitt thematisiert die Legitimation von Laienurteilen und deren Bedeutung im Kontext der virtuellen Freiheit, insbesondere auf Verkaufsplattformen wie Amazon.

5. Laienkritik im Internet: Es wird untersucht, wie die Anonymität im Netz als Freiheit zur freien Meinungsäußerung dient, aber auch die Problematik von Pseudonymität und Informationsmüll aufwirft.

6. Literaturkritik – zwei Seiten: Anhand von Thesen wird die Nachhaltigkeit und Demokratisierung der Kritik diskutiert, während gleichzeitig finanzielle Aspekte und die Abhängigkeit von Verlagen kritisch hinterfragt werden.

7. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass die Literaturkritik keine Krise durchlebt, sondern sich in einem notwendigen Entwicklungsprozess befindet, der Koexistenz von Profis und Laien erfordert.

Schlüsselwörter

Literaturkritik, Internet, Onlinekritik, Laienrezension, Marcel Reich-Ranicki, Digitalisierung, Anonymität, Rezension, Bestseller, Ranking, Demokratisierung, Literaturwissenschaft, Medienwandel, Buchmarkt, Wertungspluralismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der Literaturkritik durch das Internet und untersucht, inwiefern sich die traditionelle Kritikkultur gewandelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der Übergang von Print- zu Onlinekritik, die Bedeutung von Laienrezensionen, die Auswirkung von Anonymität und die demokratisierenden Effekte des Webs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, warum sich die Onlinekritik etabliert hat und welche Vor- und Nachteile sie gegenüber der klassischen, professionellen Literaturkritik bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse von Fachliteratur, Biografien bedeutender Kritiker und die Auswertung aktueller Debatten zur Literaturkritik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die Rolle des Internets als Medium, die Entstehung der Laienkritik, die Anonymität der Nutzer sowie spezifische Thesen zur Onlinekritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Literaturkritik, Laienrezension, Digitalisierung, Demokratisierung, Onlinekritik, Anonymität und Wertungspluralismus.

Wie unterscheidet sich die Online-Kritik laut der Autorin von der traditionellen Kritik?

Die Online-Kritik zeichnet sich durch eine massenhafte Beteiligung, Interaktivität und eine stärkere Objektivierung durch Ranking-Systeme aus, im Gegensatz zur subjektiven, oft autoritären Meinung einzelner Starkritiker.

Welche Bedenken werden bezüglich der Anonymität im Internet geäußert?

Anonymität ermöglicht zwar freie Äußerungen zu Tabuthemen, gefährdet jedoch die Glaubwürdigkeit der Rezensenten und begünstigt die Entstehung von gefälschten Bewertungen oder "Informationsmüll".

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Details

Title
Literaturkritik im Wandel. Warum etabliert sich die Onlinekritik und welche Vor- und Nachteile bringt sie mit sich?
College
University of Stuttgart
Grade
1,3
Author
Kira Fetter (Author)
Publication Year
2014
Pages
18
Catalog Number
V372368
ISBN (eBook)
9783668500716
ISBN (Book)
9783668500723
Language
German
Tags
literaturkritik wandel warum onlinekritik vor- nachteile
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kira Fetter (Author), 2014, Literaturkritik im Wandel. Warum etabliert sich die Onlinekritik und welche Vor- und Nachteile bringt sie mit sich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372368
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