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Franz Joseph I und seine Außenpolitik. Ein Integrationsfaktor für den Bestand Österreich-Ungarns

Titel: Franz Joseph I und seine Außenpolitik. Ein Integrationsfaktor für den Bestand Österreich-Ungarns

Masterarbeit , 2015 , 119 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Matthias Thöne (Autor:in)

Geschichte - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht die Rolle von Franz Joseph in der Außenpolitik und seine Einsetzung für die Erhaltung des Friedens. Inwiefern sah er möglicherweise einen Krieg als notwendig oder unvermeidbar an? Nahm er Einfluss, und wenn ja, in welcher Form? Diese Fragen sollen im Vergleich mit anderen wichtigen außenpolitischen Entscheidungsträgern in Österreich-Ungarn mit Schwerpunkt auf der Zeit ab 1908 untersucht werden.

Im ersten inhaltlichen Beispiel möchte der Autor auf den Ausgleich eingehen. Seine Entstehung wird nur kurz geschildert, da sich die Arbeit auf dessen Inhalte und praktischen realen Auswirkungen konzentriert. Im zweiten Kapitel möchte der Autor auf Franz Joseph als Familienoberhaupt eingehen. Dabei soll auf die Personen Maximilian, Rudolf, Elisabeth, Franz Ferdinand und ihre Tötungen jeweils kurz eingegangen werden. Etwas näher soll das jeweilige Verhältnis Franz Josephs zu diesen Figuren beleuchtet werden. Im dritten Kapitel soll es um das Zusammenleben der Völker gehen. Am Beispiel der Ungarn, Tschechen, Südslawen und Deutschen soll das konfliktreiche Zusammenleben verdeutlicht werden. Dabei soll es zentral um die Frage gehen, inwieweit dem Kaiser ein identitätsstiftendes Zusammenhalten des Reiches gelang.

Auch der unterschiedliche Umgang mit den Völkern in der österreichischen und der ungarischen Reichshälfte soll verglichen und analysiert werden. Dabei soll es ausschließlich um die internationalen Krisen in den letzten 9 Jahren vor Kriegsausbruch gehen. Im Mittelpunkt der gesamten Darstellung soll der Entscheidungsprozess in der österreichisch-ungarischen Außenpolitik stehen. Der rote Faden der Untersuchung soll sein, inwieweit die einzelnen Führungspersonen auf die Erhaltung des Friedens bedacht waren oder inwieweit sie möglicherweise einen baldigen Krieg anstrebten. Gerade die innen- und außenpolitischen Entscheidungsprozesse in der Donaumonarchie sollen mit der differenzierten Herangehensweise beleuchtet werden. Im fünften Bespiel soll es um die zwischen den Historikern Jean Paul Bled und Manfried Rauchensteiner umstrittene Frage gehen, ob Franz Joseph in der Julikrise 1914 grundsätzlich auf den Erhalt des Friedens bedacht war und dies nur durch Hinterlistigkeit anderer hintertrieben wurde oder ob er selbst den Krieg fatalistisch anstrebte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der österreichisch-ungarische Ausgleich 1867

3. Franz Joseph und seine Familie

3.1. Franz Joseph

3.2. Seine Ehefrau Kaiserin Elisabeth

3.3. Sein Bruder Maximilian

3.4. Sein Sohn Kronprinz Rudolf

3.5. Sein Neffe Franz Ferdinand

4. Franz Joseph und seine Völker

4.1. Ungarn

4.2. Südslawen

4.3. Tschechen

4.4. Deutsche

5. Franz Josephs Außenpolitik

5.1. Conrad, Aehrenthal und Berchtold

5.2. Bosnische Annexionskrise 1908/09

5.3. Balkankriege 1912/13

5.4. Julikrise 1914

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Rolle von Kaiser Franz Joseph I. als zentrale Integrationsfigur der österreichisch-ungarischen Monarchie. Der Autor geht der Forschungsfrage nach, inwieweit der Monarch durch seinen spezifischen Herrschaftsstil und seine Außenpolitik dazu beitragen konnte, das heterogene Vielvölkerreich trotz interner nationaler Spannungen und externer Krisen zusammenzuhalten, mit besonderem Schwerpunkt auf den Entwicklungen ab 1908 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs.

  • Die Bedeutung des österreichisch-ungarischen Ausgleichs von 1867 für die Stabilität der Monarchie.
  • Die Analyse der komplexen familiären Beziehungen des Kaisers und deren Auswirkungen auf seine Herrschaft.
  • Das konfliktreiche Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen (Ungarn, Südslawen, Tschechen, Deutsche).
  • Die außenpolitische Entscheidungsfindung und der Einfluss des Kaisers sowie wichtiger Akteure wie Aehrenthal, Berchtold und Conrad von Hötzendorf.
  • Die Untersuchung der Krisenjahre bis 1914 und der Frage nach der persönlichen Verantwortung des Kaisers für den Kriegsausbruch.

Auszug aus dem Buch

3.1. Franz Joseph

Schon zu Lebzeiten war Franz Joseph eine Legende. Dass hing sicherlich mit seiner langen Regentschaft von 68 Jahren zusammen. Ein vielleicht noch wichtiger Grund war jedoch, dass seine Person das Augenfälligste war, was dieses Reich als Monarch verband. Er wurde im In- und Ausland bewundert, weil er es schaffte, einen heterogenen Vielvölkerstaat zumindest soweit zusammenzuhalten, dass er nicht auseinanderfiel.

Aber Franz Joseph war sich auch selbst bewusst etwas Besonderes und Teil einer aussterbenden Art von Herrscher zu sein. 1910 bezeichnete sich Franz Joseph selbst in einem Gespräch mit US-Präsident Theodore Roosevelt als „letzten Monarchen der alten Schule“. Das meinte er allgemein und es traf den Nagel auf den Kopf. Sowohl auf seine Werte, aber auch auf seinen Lebens- und Führungsstil traf das zu. In seiner Zeit passte er damit aber genau zu seinem Reich und seinen Untertanen.

Von vielen seiner Untertanen und Zeitgenossen wurde Franz Joseph vor allem in seinen späten Regierungsjahren sogar als Verkörperung des Geistes des Reiches gesehen. Der US-Historiker Sean McMeekin formuliert es so: „Zum einen war er das lebende Symbol in Bezug auf Grandezza, Lebensart und Stil sowie in seiner halsstarrigen Weigerung zu modernisieren (…), und zum anderen zeigten beide ihr Alter und ihre Gebrechlichkeit.“

Inwieweit die Monarchie, aber auch Franz Joseph wirklich gebrechlich war, gilt es noch näher zu untersuchen. Ob seine Weigerung, irgendwelche als modern geltenden Reformen mitzumachen, wirklich immer halsstarrig oder nicht einfach in vielen Fällen vernünftig und richtig war, lässt sich auch nicht so einfach sagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Forschungsziel vor, die Rolle Franz Josephs als Integrationsfigur vor dem Hintergrund der internen ethnischen Vielfalt und externen diplomatischen Krisen zu bewerten.

2. Der österreichisch-ungarische Ausgleich 1867: Analysiert die verfassungsrechtlichen Grundlagen des Dualismus, dessen Stabilisierungsfunktion sowie die Rolle der Ehefrau Elisabeth bei der Einigung mit Ungarn.

3. Franz Joseph und seine Familie: Beleuchtet das private Umfeld und die problematischen Beziehungen zu nahen Verwandten wie Elisabeth, Maximilian, Rudolf und Franz Ferdinand, die den Kaiser teils stark belasteten.

4. Franz Joseph und seine Völker: Vergleicht das Zusammenleben und die Konflikte der unterschiedlichen Völkergruppen, wobei der Schwerpunkt auf den Spannungen zwischen den nationalen Interessen und dem zentralistischen Staatsgedanken liegt.

5. Franz Josephs Außenpolitik: Untersucht die diplomatischen Krisen (Bosnien, Balkan) und die Interaktion des Kaisers mit seinen Außenministern und Militärführern im Vorfeld des Ersten Weltkriegs.

6. Schlussbetrachtung: Reflektiert die Ergebnisse und diskutiert, ob der Untergang des Reiches 1918 angesichts der Integrationsbemühungen des Kaisers tatsächlich unausweichlich war.

Schlüsselwörter

Franz Joseph I., Österreich-Ungarn, Habsburger Monarchie, Dualismus, Ausgleich 1867, Vielvölkerstaat, Außenpolitik, Franz Ferdinand, Nationalismus, Balkankrise, Julikrise, Integrationsfigur, Kaisertum, Konservatismus, Geschichte des 19. Jahrhunderts.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Rolle von Kaiser Franz Joseph I. als stabilisierenden Faktor im zerbrechlichen politischen Gefüge Österreich-Ungarns und untersucht, wie er innenpolitische Reformen mit außenpolitischen Notwendigkeiten verband.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentral sind der Ausgleich von 1867, die dynastischen Krisen innerhalb der kaiserlichen Familie, das Verhältnis zu den Völkern des Reiches sowie die diplomatischen Herausforderungen der späten Regierungszeit.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob und wie Kaiser Franz Joseph trotz seiner konservativen Haltung als Integrationsfigur fungierte und ob das Reich durch seine Politik tatsächlich eine Überlebenschance besaß.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Der Autor wählt einen thematischen anstatt eines rein chronologischen Ansatzes und nutzt biographische sowie politikgeschichtliche Analysen, um den Entscheidungsprozess des Monarchen in seinen gesamthistorischen Kontext einzuordnen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die innenpolitische Verwaltung der verschiedenen Reichshälften, die familiäre Dynamik, die Spannungen mit Minderheiten wie Tschechen und Kroaten sowie die Eskalation durch internationale Krisen wie die Bosnische Annexionskrise.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Masterarbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dualismus, Integrationskraft, Vielvölkerstaat, Nationalitätenhader und die spezifische Rolle des Monarchen im Entscheidungsprozess definiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Kaiserin Elisabeth?

Die Arbeit zeigt Elisabeths ambivalente Rolle auf; während sie einerseits eine unterstützende Rolle beim Ausgleich mit Ungarn spielte, führte ihr Drang nach persönlicher Freiheit und ihre Abkehr von höfischen Pflichten zu erheblichen Spannungen in der Ehe.

War der Kaiser ein reiner Reformverweigerer?

Nein, der Autor verdeutlicht anhand der Einführung des allgemeinen Wahlrechts 1907 und seiner Haltung zu modernen Gesetzgebungen, dass Franz Joseph kein reaktionärer Blockierer war, sondern eine Politik der kleinen Schritte zur Erhaltung des Bestehenden bevorzugte.

Welche Rolle spielte Thronfolger Franz Ferdinand für das Reich?

Franz Ferdinand wird als ambivalenter Charakter dargestellt, der einerseits Reformpläne (wie die „Vereinigten Staaten von Großösterreich“) verfolgte, andererseits aber durch seinen Ungarnhass und seine irrationalen persönlichen Entscheidungen das politische Gleichgewicht des Reiches erheblich gefährdete.

Ende der Leseprobe aus 119 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Franz Joseph I und seine Außenpolitik. Ein Integrationsfaktor für den Bestand Österreich-Ungarns
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Department Geschichte)
Note
2,3
Autor
Matthias Thöne (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
119
Katalognummer
V373094
ISBN (eBook)
9783668510999
ISBN (Buch)
9783668511002
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franz Joseph Österreich-Ungarn Östereich Ungarn Habsburger Habsburgermonarchie Sisi Sissi Kronprinz Rudolf Maximilian von Mexiko Franz Ferdinand Erster Weltkrieg Tschechen Südslawen Conrad von Hötzendorf Aehrenthal Berchtold Balkankriege Ausgleich Vielvölkerstaat Bosnienkrise
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Thöne (Autor:in), 2015, Franz Joseph I und seine Außenpolitik. Ein Integrationsfaktor für den Bestand Österreich-Ungarns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373094
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