Gründe für die Entstehung des starken Migrationszuflusses aus Mexiko in die USA und die wirtschaftlichen Implikationen auf beide Länder


Hausarbeit, 2017
20 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Theoretische Ansätze zur Erklärung von internationaler Arbeitsmigration
1.2. Makroanalytische Ansätze
1.2.1. Push-Pull Modell
1.2.2. Dependenztheoretischer Ansatz
1.2.3. Global City Forschung

2. Entwicklung der Migration in die USA

3. Gründe für die Migrationsentscheidung
3.1. Push Faktoren
3.2. Pull Faktoren lO

4. Aktuelle Situation der Migration

5. Wirtschaftliche Implikationen

6. Ausblick

7. Fazit

8. Bibliographie

1. Einleitung

Mexikaner verzeichnen eine lange Migrationsgeschichte mit den USA, wonach in der Zeitspanne von 1965 bis 2015 16 Millionen Mexikaner in die USA emigriert sind. Diese Historie datiert sich bis hin in die Zwanzigerjahre, als US-amerikanische Scouts der Farmerindustrie nach Mexiko gingen, um potenzielle mexikanische Arbeitskräfte in die USA zu werben; vor allem wegen des Arbeitskräftemangels in den USA, verursacht durch den Ersten Weltkrieg.

Ferner ermöglichte das Bracero Abkommen von 1942 bis 1964 5 Millionen Mexikanern als temporäre Gastarbeiter in die USA zu emigrieren, wobei die Einsetzung der mexikanischen Arbeitskräfte in Niedriglohnsektoren erfolgte. Eine andere wirtschaftliche Verhandlung zwischen Mexiko und den USA, die die Migration von Mexiko in die USA vehement beeinflusst hat, ist NAFTA. Das Freihandelsabkommen hat den Landwirtschaftssektor und die Agrarwirtschaft in Mexiko extrem in den Rückgang getrieben, da die amerikanische Landwirtschaft sich wirtschaftlich besser durchsetzte als die mexikanische.

Diese Forschungsarbeit wird im Folgenden die Migration von Mexiko in die USA thematisieren und diese Migration nicht nur auf theoretischer Basis erklären, sondern auch mit Hilfe der Push und Pull Faktoren. Darüber hinaus wird die vorliegende wissenschaftliche Arbeit auch die wirtschaftlichen Implikationen des Migrationsstroms aufdie USA und aufdas Herkunftsland Mexiko diskutieren.

Im Großen und Ganzen sind die damit einhergehende wirtschaftliche Notlage Mexikos, und die relativ niedrigen Löhne einer der Push Faktoren der Migration von Mexiko in die USA. Dazu stellen das erhöhte Gewaltauftreten in Mexiko, die sozial und politisch unsichere Lage und auch der Drogenkrieg signifikante Push-Faktoren dar, die im Rahmen dieser Forschungsarbeit herausgestellt werden. Pull-Faktoren, wie bessere Berufsaussichten, vor allem im Niedriglohnsektor, relativ höhere Löhne, eine bessere Infrastruktur und soziale und politische Sicherheit in den USA, verursachen, dass Mexikaner die USA anziehender und mit mehr individuellen Perspektiven empfinden als ihr Herkunftsland.

Darauf basierend werden im Folgenden wirtschaftliche Implikationen, wie ein steigendes Produktionspotential in den USA, sowie Steigen der Löhne in Mexiko, und ein Steigen des Bruttoinlandprodukts in Mexiko durch Remissionen gemessen und erörtert.

1. Arbeitsmigrationstheorien

Um den Begriff der Migration in seinen Grundzügen zu verstehen, ist es zum einen wichtig, die allgemeine Definition von Migration sowie die theoretischen Ansätze zu berücksichtigen.

Die allgemeine Definition von „Migration“ wird von dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als eine Person bezeichnet, dessen Lebensmittelpunkt räumlich verlegt wird. Dabei verursacht eine solche Lebensraumverlagerung über Staatsgrenzen hinweg eine internationale Migration. Hierbei kann zwischen Binnenwanderung und Transitwanderung unterschieden werden. Unter Binnenwanderung wird verstanden, dass in der Regel eine Migration stattfindet, ohne dass eine Staatsgrenze überschritten wird, wohingegen bei der Transitwanderung die Wanderung von dem Herkunftsland zum Zielland über die Wanderung durch ein Übergangsland (auch „Transitstaat“ genannt) erreicht wird. Letzteres kann zum Punkt der internationalen Migration zugeordnet werden (Baringhorst, 2010; Käss, 2008).

Als Arbeitsmigration hingegen wird das Auswandern von Personen aus dem Ursprungsland (meistens ökonomisch niedrig gestellte Länder) in ein ökonomisch höher gestelltes Land, mit dem Ziel sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, bezeichnet.

Mexiko betreffend stellt die hohe Migration von Mexiko in die USA eine Transitwanderung dar, die in den letzten Jahrzehnten teilweise auch der Arbeitsmigration entsprach.

1.1. Theoretische Ansätze zur Erklärung von internationaler Arbeitsmigration

Die Erklärung von internationaler Arbeitsmigration kann man durch makroanalytische Ansätze erreichen. Demnach findet nach der makroanalytischen Sichtweise bei internationaler Arbeitsmigration die Migration zwischen zwei Staaten statt (Transitwanderung) (Samp, 2008). Die betreffenden Staaten bestimmen die Voraussetzungen unter denen Menschen ein- und ausreisen dürfen und definieren den sozialen Status der Migranten, sowie die gesellschaftliche Position, die die Migranten in dem Auswanderungsland innehaben. Im Folgenden werden drei makroanalytische Theorien zur internationalen Migration vorgestellt.

1.2. Makroanalytische Ansätze

1.2.1. Push-Pull Modell

Ein Teilgebiet der makroanalytischen Theorie der internationalen Arbeitsmigration ist der Push-Pull Ansatz. Mit diesem Ansatz lassen sich die Ursachen von Migration erklären. Im Allgemeinen besagt das Push-Pull Modell, dass in dem Herkunftsland abstoßende Kräfte existieren, die die betroffenen Bürger metaphorisch gesprochen „wegdrücken“ (to „push“), während in dem Zielland anziehende Kräfte vorherrschen, die Migranten in ihr Land anziehen (to „pull“). Die Push-Faktoren können beispielsweise sowohl sozioökonomische Gründe wie Hunger und Armut, politische Gründe wie Krieg oder Diktaturen, als auch ökologische Gründe, wie zum Beispiel Umweltkatastrophen, sein. Die Pull-Faktoren sind des Öfteren hingegen ökonomische Gründe wie bessere Berufsaussichten und bessere Aufstiegs- und Bildungsmöglichkeiten, gesellschaftliche Gründe, wie bessere Wohnverhältnisse, mehr Toleranz gegenüber der religiösen Zugehörigkeit oder der Sexualität und politische Gründe wie günstige Einwanderungsgesetze oder eine besser aufgestellte Rechtssicherheit des Einwanderungslandes (Käss, 2008; Schamp, 2008).

Das Push-Pull Modell wurde von Everett S. Lee in den Sechzigerjahren aufgestellt und stellt das Zentrum der wirtschaftlich motivierten Migrationstheorie dar.

1.2.2. Dependenztheoretischer Ansatz

Der dependenztheoretische Ansatz, welcher vor allem von Harbach vertreten wird, besagt im Allgemeinen, dass die Ursachen der Migration in den Abhängigkeitsverhältnissen der Herkunftsländer zu den Zielländern liegen. Demnach geht die Historie des dependenztheoretischen Ansatzes bis hin zum Kolonialismus zurück, als die Kolonialmächte die Kolonialstaaten besiedelt und ausgebeutet haben, und somit zu der systematischen Unterentwicklung der kolonialisierten Regionen, unter anderem Mexiko, beigetragen haben. Die Merkmale dieses Systems sehen wie folgt aus: Es existieren zwischen den beiden Ländern ökonomische Unterschiede, welche zu einem Ungleichgewicht führen (Entwicklung und Unterentwicklung: Theorien und Diskussionen, kein Datum). Des Weiteren besagt die Theorie, dass es eine Schichtung der Staaten gibt, was bedeutet, dass die Herkunftsstaaten oft einen unterschiedlichen Status aufweisen, und die Rangierung der Staaten wie eine feudale Kommunikationsstruktur aussieht (Baringhorst, 2010; Käss, 2008; Schamp, 2008). Im Falle von Mexiko, liegt diese in einer der untersten Schichten in einer Beziehung mit höher rangierten Staaten wie die USA.

1.2.3. Global City Forschung

Der Ansatz der Global City Forschung bringt hervor, dass die heutige Welt, die von dem Prozess der Globalisierung geprägt ist, von einigen sogenannten „Global Cities“ beeinträchtigt wird. Saskia Sasser ist eine der Sozialwissenschaftlerinnen, die das Konzept popularisiert hat, mit ihrem Werk von 1991, The Global City: New York, London, Tokyo.

Bezüglich des Falls von Mexiko ist diese stark von der Wirtschaft von Nordamerika abhängig, wobei Wirtschaftskrisen in Nordamerika und anderen Wirtschaftspartnern einen signifikanten Einfluss auf die Wirtschaft Mexikos haben (Parnreiter, 2006). Dabei hat die Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 auch die wirtschaftliche Entwicklung Mexikos stark negativ beeinträchtigt. Sie hat zur erhöhten Armut Mexikos beigetragen, die für die meisten Auswanderer Mexikos ein Push-Faktor zur Emigration darstellt.

2. Entwicklung der Migration in die USA

Die historische Entwicklung der Migration der Mexikaner in die Vereinigten Staaten kann auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgeführt werden. Während des Zeitraums zwischen 1917 bis 1921 reisten US-Eisenbahnscouts und Scouts der Farmerindustrie nach Mexiko und warben um Arbeitskräfte, aufgrund des Arbeitskraftmangels nach dem Ersten Weltkrieg. So kam es zu einer enormen Abwanderung von Mexikanern in die USA. Circa 70.000 potenzielle Arbeitskräfte wurden somit als Vertragsarbeiter aus Mexiko in die USA geholt. Die Mexikaner waren als Arbeiter in den USA besonders beliebt, da sie harte Arbeit im Gegensatz zu den einheimischen Arbeitskräften für ein vergleichsweise geringeres Einkommen verrichteten (Fitzgerald, 2008; Käss, 2008).

20 Jahre später ist ein Abkommen, das Bracero Programm, zwischen den USA und Mexiko, entstanden, das von 1942 bis 1964 circa 5 Millionen Mexikanern auf legaler Weise erlaubte, als Gastarbeiter in den USA tätig zu sein. Die Gastarbeiter waren überwiegend im Niedriglohnsektor vertreten, wie z.B. in weniger qualifizierten Saisonjobs wie in Farmen, Plantagen, et cetera. Die Beschäftigung war oftmals mit sehr prekären Arbeitsbedingungen verbunden. Das Ziel des Abkommens war letztendlich, dass die Gastarbeiter nach dem Ablauf in ihre Heimat zurückkehren. Das Abkommen scheiterte jedoch, beziehungsweise brachte nicht den erhofften Erfolg, da viele Mexikaner nach Ablauf des Abkommens illegal in den USA blieben (Fitzgerald, 2008; Käss, 2008; Wieschalla, 2016; Zong & Batalova, 2016).

Um dem enormen Abwanderungsstrom und der illegalen Migration entgegenzuwirken, wurde 1994 von den USA, Kanada und Mexiko das Freihandelsabkommen NAFTA ratifiziert. Das Ziel war, dass im Exportsektor der mexikanischen Wirtschaft neue und gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Abkommen brachte viele Vorteile mit sich, gleichzeitig jedoch auch viele Nachteile, vor allem für die Ökonomie Mexikos. Subsistenzbauern und andere Landwirtschaftsarbeiter konnten mit der Landwirtschaft von den USA nicht mithalten, was folglich zu der Auswanderung vieler Agrarwirtschaftsarbeiter in die USA geführt hat. Dies kann man statistisch vor allem bei Maisbauern, und der Rinder- und Geflügelindustrie observieren (Fitzgerald, 2008).

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Gründe für die Entstehung des starken Migrationszuflusses aus Mexiko in die USA und die wirtschaftlichen Implikationen auf beide Länder
Note
1,7
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V373122
ISBN (eBook)
9783668506510
ISBN (Buch)
9783668506527
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migration, Mexiko, USA, wirtschaftliche Implikationen
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Gründe für die Entstehung des starken Migrationszuflusses aus Mexiko in die USA und die wirtschaftlichen Implikationen auf beide Länder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373122

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