Diese Broschüre analysiert die Qualitätssicherungsrelevanten Aspekte der Rückverfolgbarkeit innerhalb der eigenen Unternehmensproduktion. Dabei wird die Rolle des MES aufgezeigt. Anschließend wird Rückverfolgbarkeit bezüglich des Zieles der Qualitätssicherung kurz bewertet und die übergeordnete Frage beantwortet, ob Rückverfolgbarkeit eher eine Notwendigkeit oder Chance darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Abgrenzung
2. Gründe und Möglichkeiten der Rückverfolgbarkeit
3. Rückverfolgbarkeit durch MES in der Produktionswirtschaft
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Bedeutung der Rückverfolgbarkeit (Traceability) zur Qualitätssicherung in der modernen Produktionswirtschaft und untersucht, inwieweit Systeme zur Rückverfolgbarkeit für Unternehmen eine notwendige Compliance-Anforderung oder eine strategische Chance zur Prozessoptimierung darstellen.
- Analyse der Anforderungen an Transparenz und Qualität in der Produktion.
- Untersuchung der Rolle von Manufacturing Execution Systemen (MES) bei der Datenverfolgung.
- Identifikation von Gründen für die Implementierung von Traceability-Systemen.
- Herausforderungen der Datenintegration und Usability im Fertigungsumfeld.
- Bewertung von Rückverfolgbarkeit als Chance zur Produktivitätssteigerung.
Auszug aus dem Buch
Rückverfolgbarkeit durch MES in der Produktionswirtschaft
Aktuelle MES (Manufacturing Execution Systeme) bieten neben sämtlichen Aufgaben der Produktionssteuerung die Möglichkeit an, Rückverfolgbarkeit inkl. Qualitätssicherung von Produkten gewährleisten zu können. Alle weiteren Funktionen eines MES, auf die hier nicht weiter eingegangen wird, können in der VDI-Richtlinie 5400 nachgelesen werden. Ein MES ist u. a. ein IT-System, welches an bestimmten Punkten des Herstellungsprozesses und der Qualitätskontrolle Produktions- und Materialdaten erfasst (an sog. Infopoints, siehe Datenbanksymbole in Abbildung), um die Rückverfolgbarkeit vom Endprodukt bis hin zum Rohstoff bzw. der Materialcharge (Upstream Trability) gewährleisten zu können. Innerhalb der Produktion können, abhängig von der Setzung der Infopoints, die aufgelaufenden Leistungsdaten jeder Outputeinheit “per Knopfdruck” rückverfolgt werden. Die Aufnahme der Informationen an diesen Informationsübergabepunkten kann über Maschinen, Mitarbeiter oder das Material selbst erfolgen. Je nach Branche haben die Infopoints an bestimmten Stellen eine gesetzlich vorgeschriebene Mess- bzw. Überwachungsfunktion, meist zum Schutz des Verbrauchers. Auch über die Gesetze hinaus sind die Anzahl und Positionen der Informationsübertragungspunkte, die je nach Anspruch festlegt werden, besonders wichtig. Hier kann einem Unternehmen im Rahmen der Qualitätssicherung eine besondere Unterstützung bei der Fehlererkennung und -behebung während des gesamten Erstellungsprozesses zukommen.
Umgekehrt kann durch ein MES auch die Verwendung eines bspw. problembehafteten Rohstoffs in den Endprodukten ausgemacht werden (Downstream Traceability). MES können dies innerbetrieblich und auch in der gesamten Lieferkette (integriertes Tracing) ermöglichen. Ein MES hat eine Schnittstelle zum innerbetrieblichen ERP-System, welches bei Bedarf auf die erfassten Daten des MES zugreift. Das MES widerrum nutzt die Plandaten des ERP-Systems.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung und Abgrenzung: Dieses Kapitel führt in die steigenden Anforderungen an Qualität und Transparenz ein und definiert den Begriff der Rückverfolgbarkeit im Kontext einzelner Produkte.
Gründe und Möglichkeiten der Rückverfolgbarkeit: Hier werden die zentralen Motive wie gesetzliche Compliance, Kostenkontrolle und Prozessoptimierung dargelegt, die Unternehmen dazu bewegen, Rückverfolgbarkeit zu implementieren.
Rückverfolgbarkeit durch MES in der Produktionswirtschaft: Dieser Abschnitt erläutert die technische Umsetzung der Rückverfolgbarkeit mittels IT-Systemen und analysiert die Erfassung von Prozessdaten an sogenannten Infopoints.
Fazit: Das abschließende Kapitel bewertet die Rückverfolgbarkeit als strategische Chance für Produktionsunternehmen, um Kosten zu senken, die Produktqualität zu steigern und sich in Richtung Industrie 4.0 zu entwickeln.
Schlüsselwörter
Rückverfolgbarkeit, Traceability, Qualitätssicherung, MES, Manufacturing Execution System, Produktion, Prozessoptimierung, Infopoints, Datenmanagement, Compliance, Supply Chain, Produktqualität, Fehlererkennung, Industrie 4.0, Materialfluss
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Rückverfolgbarkeit (Traceability) als Werkzeug der Qualitätssicherung in produzierenden Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören die Notwendigkeit von Transparenz, gesetzliche Anforderungen, die technische Implementierung durch MES und die daraus resultierenden Chancen für die Wettbewerbsfähigkeit.
Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Rückverfolgbarkeit für Unternehmen primär eine lästige Notwendigkeit oder eine strategische Chance zur Effizienzsteigerung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse aktueller Standards, Richtlinien und technischer Systeme, um den Nutzen von Rückverfolgbarkeit in der Produktion aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die funktionalen Möglichkeiten von MES-Systemen, die Rolle von Datenerfassungspunkten (Infopoints) und die Herausforderungen bei der Integration in bestehende Produktionsabläufe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Rückverfolgbarkeit, MES, Qualitätssicherung, Prozessdaten und Produktion definieren.
Wie unterscheidet sich Upstream- von Downstream-Traceability?
Upstream-Traceability beschreibt die Rückverfolgbarkeit vom Endprodukt zurück bis zum Rohstoff, während Downstream-Traceability die Identifikation von Endprodukten ermöglicht, in denen beispielsweise ein fehlerhafter Rohstoff verarbeitet wurde.
Welche Rolle spielen Mitarbeiter bei der Qualitätssicherung?
Mitarbeiter sind als Datenquellen für das System von großer Bedeutung, bergen jedoch aufgrund ihrer Fehleranfälligkeit Risiken, die durch papierlose Organisation und Systemunterstützung minimiert werden sollen.
Warum ist das "Produktzertifikat" wichtig?
Das Produktzertifikat dient als finaler elektronischer Herstellbericht, der lückenlos dokumentiert, unter welchen Bedingungen und mit welchen Komponenten ein spezifisches Produkt gefertigt wurde.
- Arbeit zitieren
- Oliver Kühn (Autor:in), 2017, Qualitätssicherung in der Produktionswirtschaft durch Rückverfolgbarkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373136