Joseph von Eichendorff: - Aus dem Leben eines Taugenichts


Hausarbeit, 2001
13 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Biographie

2. Inhalt

3. Der Begriff „Taugenichts“

4. Der neue Troubadour

5. Die Zuordnungsproblematik

6. Die Taugenichtsgestalt

7. Die Welt des Taugenichts

8. Die Gedichte

1. Biographie

Joseph Freiherr von Eichendorff ‚ der letzte Ritter der Romantik ’, wie er oft genannt wird, entstammte einer schlesischen Adelsfamilie, die zur Zeit seiner Geburt mehrere Güter besaß. Die Notzeiten der napoleonischen Kriege und die Misswirtschaft seines Vaters erschütterten jedoch die Erbbesitztümer, und sie mussten teilweise verkauft werden. Die Eichendorffs waren katholisch. In diesem Sinne erzogen sie auch ihren Sohn Joseph.[1]

Joseph studierte Jura. Seine Studien betrieb er in Halle, Heidelberg, Berlin, abgeschlossen hat er sie in Wien. In Heidelberg besuchte Eichendorff das Kolleg von Joseph Görres, er lernte Loeben kennen und den Umkreis der beiden wichtigsten Vertreter der Heidelberger Romantik, Clemens Brentano und Achim von Arnim.[2]

Wie sein Vater, der preußischer Offizier war, diente auch Joseph unter der gleichen Fahne. Dennoch war es Eichendorffs Bestreben, als Beamter in österreichische Dienste zu treten, was ihm, im Gegensatz zu seinem Bruder, nicht gelang. Deshalb versuchte er, eine Anstellung in Preußen zu finden.[3]

1814 heiratete er gegen den Willen seiner Eltern – sie hatten sich eine bessere Partie vorgestellt – Luise von Larisch.

Ab 1816 stand er im preußischen Staatsdienst. Für Eichendorff begannen nun Jahre der schlecht bezahlten Tätigkeit als Beamter, die kaum ausreichte, die schnell wachsende Familie zu ernähren. Das Leben seines Taugenichts steht demnach im grellen Kontrast zu den alltäglichen Quälereien im Staatsdienst und der Einbindung ins familiäre Leben mit drei Kleinkindern.[4]

Bis 1820 war er Referendar in Breslau, dann ­ von 1820 bis 1823 ­ Regierungsrat in Danzig, von 1824 bis 1830 Regierungsrat und Oberpräsidialrat in Königsberg, schließlich ­ bis 1844, als er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt wurde, ­ war er am Kultusministerium in Berlin tätig.

In dieser Zeit entstanden die meisten seiner Erzählungen: 1819 ‚Das Marmorbild’, 1826 ‚Aus dem Leben eines Taugenichts’, 1832 ‚Viel Lärmen um nichts’, 1834 ‚Auch ich war in Arkadien’ sowie ‚Dichter und ihre Gesellen’, 1835/36 ‚Eine Meerfahrt’, 1837 ‚Das Schloß Dürande’­ im selben Jahr auch die erste Gesamtausgabe der Gedichte, 1841 ‚Die Glücksritter’ und 1849 ‚Libertas und ihre Freier’.

In der Zeit nach der Pensionierung arbeitete er hauptsächlich publizistisch; ein Dichter, so schrieb er, müsse wissen, wann er aufzuhören habe.

Im Jahr 1855 zog er zu seiner Tochter nach Neiße in Oberschlesien, bald darauf starb seine Frau.

Am 26. November 1857 starb Joseph von Eichendorff im Alter von 69 Jahren, an einer Lungenentzündung.

2. Inhalt

Der Ich – Erzähler, ein Müllersohn, hat Sehnsucht nach der Ferne. Als sein Vater ihn einen Taugenichts nennt, und ihn zum Wandern auffordert, kommt er dem gerne nach und zieht in die Welt hinaus.

Eine Kutsche mit zwei jungen Damen nimmt ihn mit. Er wird auf ihrem Schloss in der Nähe von Wien Gärtner. Der Taugenichts verliebt sich in die jüngere der beiden Damen, Aurelie, doch sie scheint - als vermeintliche Adelige - unerreichbar für ihn. Deshalb beschließt er, weiterzuwandern, und er gelangt schließlich nach Rom. Dort verfängt er sich in ein wirres Netz von undurchsichtigen Liebesabenteuern. Als aber seine Sehnsucht nach Aurelie unerträglich wird, beschließt er, umzukehren.

Mit Hilfe mehrerer Prager Studenten gelingt es ihm, heimzukehren. Als er zu Hause ankommt, stellt sich heraus, dass Aurelie keine unnahbare Adelige, sondern die Nichte des Portiers ist. Auch sie ist in den Taugenichts verliebt, und sie beschließen zu heiraten.

3. Der Begriff „Taugenichts“

In einem Lexikon des Jahres 1801 wird der Begriff Taugenichts definiert als ‚eine Person, die zu nichts taugt, zu nichts brauchbar ist.’ Ältere Belege stellen ihn sogar mit Strauchdieben und Gaunern auf eine Stufe. Erst Achim von Arnim, den Eichendorff als einen der größten Dichter der Romantik verehrte, löst mit seinem Aufsatz „Von Volksliedern“ (findet man im Anhang zum ersten Band von „des Knaben Wunderhorn“) eine Verschiebung der Wertbedeutung aus. Er beschreibt den Taugenichts als einen ‚unverbildeten’ höchst poetischen Menschen, der sich nicht an die gesellschaftlichen Muster anpasst und daher zum Philisterdasein nicht taugt.[5]

Der Begriff ‚Philister’ war ursprünglich ein Schimpfwort der Studenten gegenüber jedem, der nicht Student war. In der Frühromantik (bei Tieck, Novalis und den Brüdern Schlegel) wurde der Philisterbegriff auf alle phantasielosen, unpoetischen, spießbürgerlichen Menschen ausgeweitet, deren Denken fast ausschließlich von gesellschaftlichen Zwängen und der „Rationalität der Aufklärung“ geprägt ist.[6] Novalis schreibt zu diesem Thema:

„[.] Philister leben nur ein Alltagsleben. Das Hauptmittel scheint ihr einziger Zweck zu seyn. Sie thun alles, um des irdischen Lebens willen; wie es scheint und nach ihren eignen Äußerungen scheinen muß. Poesie mischen sie nur zur Nothdurft unter, weil sie nun einmal an eine gewisse Unterbrechung ihres täglichen Laufs gewöhnt sind. In der Regel erfolgt eine Unterbrechung alle sieben Tage [.] Sonntags ruht die Arbeit, sie leben ein bißchen besser als gewöhnlich und dieser Sonntagsrausch endigt sich mit einem etwas tiefern Schlafe als sonst; [.].“[7]

[...]


[1] Vgl. Joseph Freiherr von Eichendorff. In: A. Salzer u. E. Tunk (Hrsg.): Illustrierte Geschichte der Deutschen Literatur. Sonderausgabe. neu bearb. v. C. Heinrich u. J. Münster-Holzlar. 6 Bde., Frechen, Bd. 3, S 362 f.

[2] Vgl. ebd. S 362.

[3] Vgl. ebd. S 362.

[4] Vgl. Hartwig Schultz: Erläuterungen und Dokumente. Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts., Stuttgart 1994, S. 50.

[5] Vgl. Hartwig Schultz: Erläuterungen und Dokumente. Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts., Stuttgart 1994, S. 33.

[6] Vgl. ebd. S 36 f.

[7] Ebd. S. 37.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Joseph von Eichendorff: - Aus dem Leben eines Taugenichts
Hochschule
University of Sheffield
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V37338
ISBN (eBook)
9783638367110
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Joseph, Eichendorff, Leben, Taugenichts
Arbeit zitieren
Christiane Perdacher (Autor), 2001, Joseph von Eichendorff: - Aus dem Leben eines Taugenichts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37338

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