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Die gesetzliche Frauenquote als Podiumsdiskussion. Materialien für einen kontroversen Politikunterricht

Title: Die gesetzliche Frauenquote als Podiumsdiskussion. Materialien für einen kontroversen Politikunterricht

Lesson Plan , 2016 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Annika Hartwig (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Ein Beispiel für die bildungswirksame Gestaltung von Kontroversität im Politik-Wirtschaftsunterricht ist die Thematik um eine Frauenquote in deutschen Aufsichtsräten. Bereits seit der Jahrtausendwende zeigt sich anhand dieser Thematik, wie andauernd und aufwühlend eine Kontroverse in Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit debattiert werden kann. Doch trotz jahrelangen Widerstandes großer Kreise aus Wirtschaft und Politik wurde das Gleichstellungsgesetz Ende 2014 beschlossen. Ab 2016 ist es voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Großunternehmen in Deutschland nun auferlegt, ihre Aufsichtsratspositionen bei Neuwahlen mit mindestens 30 Prozent weiblicher Kandidatinnen zu besetzen. Sollte ein Unternehmen keine geeignete Kandidatin aufweisen können, müssten solche Positionen unbesetzt bleiben, so die politische Sanktion. Doch auch wenn das Gleichstellungsgesetz längst beschlossen ist, die Thematik der Frauenquote bleibt aufgrund ihrer gesellschaftlichen Brisanz sowie anhaltender Fragestellungen für den Politik-Wirtschaftsunterricht relevant. Besagte Fragestellungen umfassen dabei sowohl ethische als auch wirtschaftliche sowie politische Argumentationen. Unterstützt wird diese Relevanz zudem durch analoge Vorgaben des entsprechenden Kerncurriculums: Laut diesem sollten Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II politische wie ökonomische Thematiken anhand von spezifische Kriterien (hinsichtlich Effizienz, Legitimität und Grundrechten) beurteilen. Eben diese Kriterien werden durch die unterschiedlichen Positionen des Materials bedient, welche eine Verzahnung von ethischen, politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Argumenten sowie dementsprechend eine kontroverse, wie auch mehrdimensionale Diskussion bedingt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Entscheidung für Thema und Methode

1.1 Begründung der inhaltlichen Thematik

1.2 Begründung der Methodenwahl

2. Entscheidung für Akteure und Positionen

3. Aufbereitung von Materialien für die Podiumsdiskussion in der Sek II

3.1 Basismaterial zur gesetzlichen Frauenquote in Deutschland

3.2 Darstellung der Diskussionssituation sowie Arbeitsaufträge für die Lernenden

4. Anmerkungen zur methodischen Umsetzung des Materials

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die didaktische Aufbereitung der gesetzlichen Frauenquote in deutschen Aufsichtsräten für den Politikunterricht der Sekundarstufe II. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Lernende durch die Methode der Podiumsdiskussion befähigt werden können, komplexe politische und ökonomische Debatten multiperspektivisch zu erschließen und fundierte Urteile zu bilden.

  • Vermittlung des Kontroversitätsprinzips und der Multiperspektivität im Politik-Wirtschaftsunterricht.
  • Authentische Inszenierung politischer Entscheidungsprozesse durch ein Rollenspiel (Podiumsdiskussion).
  • Analyse der gesetzlichen Grundlagen und der ökonomischen Implikationen der Frauenquote.
  • Förderung der kommunikativen Handlungsfähigkeit und Mündigkeit bei Lernenden.
  • Konstruktive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Interessensgruppen (Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften).

Auszug aus dem Buch

1. Entscheidung für Thema und Methode

Laut dem politischen Philosophen Jaques Ranciere basiert Politik auf der kritischen Auseinandersetzung von Subjekten hinsichtlich der sie umgebenden Strukturen. Dissens ist dementsprechend die Triebfeder jedes Politischen, Konsens wiederrum ihr Ende. Rancieres Ansicht den „Streit um das Öffentliche“ (Ranciere 2003, 1) als Basis der Politik zu erachten, findet seinen Eingang auch in den Politikunterricht, indem laut Schiele (1996, S. 10) die „Kontroverse das Salz der politischen Bildung“ darstellt.

Doch ein solcher Anspruch auf Kontroversität im Rahmen des Politikunterrichtes erfordert Rahmenbedingungen, welche angemessene Lernprozesse politischer Bildung ermöglichen und strukturieren (vgl. Sutor 2002, 24). Antwort auf dieses Erfordernis war der Beutelsbacher Konsenses, welcher sich im Folgenden als „Minimalkonsens der politischen Bildung etabliert(e)“ (Loerwald 2012, 48) und in dessen Kern das Kontroversitätsprinzip steht. Letzteres zeigt an, dass all diejenigen politischen Inhalte, welche in Wissenschaft und Politik kontrovers erscheinen, auch im Unterricht kontrovers erscheinen müssen (vgl. ebd.). Demzufolge ist eine auf Konsens ausgerichtete, einseitige Beeinflussung von Lernenden seitens ihrer Lehrkräfte in der politischen Bildung undenkbar.

Im Gegenteil: Kontroversität als „(…) spezifische Form der Multiperspektivität“ (Loerwald 2012, 48) mittels derer das elementare Ziel des Fachunterrichts, „(…) der Aufbau von Perspektivität“ (vgl. ebd.) erreicht werden kann. Das Kontroversitätsprinzip jedoch ausschließlich auf die politische Bildung anzuwenden würde zu kurz greifen und einem Gemeinschaftsfach Politik-Wirtschaft nicht gerecht werden. Laut Loerwald (2012, 48) kommt der Kontroversität auch im Rahmen der ökonomischen Bildung ein relevanter Stellenwert zu, da eigenständiges Lernen hier als Basis, der als Ziel des Gemeinschaftsfaches deklarierten Mündigkeit angesehen wird. Mittels des Beutelsbacher Konsenses sowie weiterer wissenschaftlicher Publikationen (siehe unter anderem Loerwald 2012) kann dementsprechend festgehalten werden, dass Kontroversität ein unabdingbares Unterrichtprinzip des Faches Politik-Wirtschaft ist, um ihrem inhaltlichen Gehalt sowie den angestrebten Bildungszielen gerecht zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entscheidung für Thema und Methode: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Kontroversität im Politikunterricht und begründet, warum die Frauenquote ein geeignetes Beispiel für multiperspektivische Lehr-Lern-Prozesse ist.

2. Entscheidung für Akteure und Positionen: Hier werden die Rollen für die Podiumsdiskussion ausgewählt, um verschiedene Sichtweisen aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften authentisch abzubilden.

3. Aufbereitung von Materialien für die Podiumsdiskussion in der Sek II: Dieses Kapitel bietet das inhaltliche Basiswissen zur Frauenquote sowie konkrete Arbeitsaufträge für Rollenakteure, das Moderatorenteam und das Publikum.

4. Anmerkungen zur methodischen Umsetzung des Materials: Die Autorin gibt hier Hinweise für Lehrkräfte zur zeitlichen Planung und zur Einbettung der Unterrichtseinheit in den Lehrplan der gymnasialen Oberstufe.

Schlüsselwörter

Frauenquote, Politikunterricht, Kontroversitätsprinzip, Beutelsbacher Konsens, Podiumsdiskussion, Multiperspektivität, Politische Bildung, Sekundarstufe II, Gleichstellungsgesetz, Aufsichtsrat, Wirtschaftsethik, Mündigkeit, Rollenspiel, Arbeitnehmervertreter, Aktionärsvertreter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer Unterrichtseinheit zum Thema Frauenquote in deutschen Aufsichtsräten, die methodisch als Podiumsdiskussion umgesetzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen politische Bildungsarbeit, ökonomische Entscheidungsprozesse, Gleichberechtigung im Arbeitsrecht und die Anwendung des Kontroversitätsprinzips.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erstellung von Lehrmaterialien, die Lernende dazu befähigen, komplexe gesellschaftspolitische Debatten multiperspektivisch zu analysieren und eine eigene Urteilsfähigkeit zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird für den Unterricht vorgeschlagen?

Die Arbeit schlägt die Methode der Podiumsdiskussion vor, da diese eine kommunikative und interaktive Auseinandersetzung mit verschiedenen Positionen ermöglicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Begründungen für das Unterrichtsthema, wählt relevante Akteure aus und bietet ausgearbeitete Materialien sowie Arbeitsaufträge für Schülerinnen und Schüler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Frauenquote, Kontroversität, Podiumsdiskussion, Multiperspektivität und Mündigkeit.

Warum wird die Talkshow-Methode in der Arbeit abgelehnt?

Die Talkshow wird als ungeeignet erachtet, da sie oft nur auf die pointierte Darstellung konträrer Positionen abzielt, ohne den Lernenden den notwendigen Raum für Perspektivwechsel und konstruktive Problemlösungen zu bieten.

Welche Rolle spielt das Moderatorenteam?

Das Moderatorenteam fungiert als neutrale Instanz, welche die Diskussion strukturiert, Gesprächsregeln überwacht und durch gezielte Fragen die Qualität der Debatte sichert.

Wie wird das "Gleichstellungsgesetz" in der Arbeit bewertet?

Das Gesetz wird als kontroverses politisches Instrument dargestellt, wobei die Arbeit die verschiedenen Perspektiven der Befürworter (z.B. SPD/Gewerkschaften) und der Kritiker (z.B. CSU/Wirtschaft) beleuchtet.

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Details

Title
Die gesetzliche Frauenquote als Podiumsdiskussion. Materialien für einen kontroversen Politikunterricht
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Theorie und Praxis des Unterrichts im Fach Politik-Wirtschaft
Grade
1,0
Author
Annika Hartwig (Author)
Publication Year
2016
Pages
15
Catalog Number
V373636
ISBN (eBook)
9783668504790
ISBN (Book)
9783668504806
Language
German
Tags
frauenquote podiumsdiskussion materialien politikunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annika Hartwig (Author), 2016, Die gesetzliche Frauenquote als Podiumsdiskussion. Materialien für einen kontroversen Politikunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373636
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