In dieser Arbeit wird ein kurzer Überblick über das Thema Crowdfunding und die diversen Unterformen gegeben. Der Fokus liegt dabei auf Crowdinvesting als Finanzierungsform für Startups und neue Projekte. Letztlich soll aufgezeigt werden, ob Crowdinvesting eine ernstzunehmende Alternative zu den klassischen Finanzierungsformen darstellt, auf welche aus Platzgründen nur oberflächlich eingegangen wird. Ebenso wird die recht komplexe und kaum eindeutige Rechtslage in dieser Seminararbeit ausgeklammert.
„Eine Geschäftsidee, aber kein Geld. Ist Crowdfunding die Alternative?" In den einschlägigen Blogs gilt die neue Finanzierungsart als das Modell welches die Banken in Zukunft ersetzten soll. Das Vorgehen ist dabei sehr einfach. Man stelle die Geschäftsidee oder das Projekt in einer Crowdfundingplattform, wie z. B. Startnext oder mySherpas, vor und lockt damit Investoren an, um das Projekt zu unterstützen. Die "crowd", also die Masse, hat beispielweise die Regisseure der Kultserie "Stromberg" für den aktuellen Kinofilm mit Kapital unterstützt. Die Entwickler der auf Android basierenden open-source Spielkonsole "Ouya" haben mit Hilfe der Crowd über die Crowdfunding- Plattform Kickstarter ihr Projekt finanziert. Innerhalb von nur 29 Tagen kamen dabei von 63.000 Unterstützern fast 8,6 Mio. USD zusammen. Man findet zurzeit im Internet viele weitere erfolgreich abgeschlossene Projekte oder Gründungen neuer Unternehmen die über Crowdfunding finanziert worden sind. Die aktuellen Statistiken zeigen einen rasanten Anstieg des über Crowdfunding eingesammelten Kapitals. Allein im vierten Quartal des Jahres 2013 wurden auf den deutschen Crowdfunding-Plattformen über 1,9 Mio. EUR für Startups, Projekte oder Unternehmen eingesammelt, dies entspricht dem Volumen vom gesamten Jahr 2012. Weltweit wurden im Jahr 2013 sogar 5,1 Mrd. USD eingesammelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Crowdfunding?
2.1. Entwicklung des Crowdfundings
2.2. Crowdfunding - Definition
3. Crowdinvesting
3.1. Ablauf und Beispiel
3.2. Marktsituation
3.3. Vor- und Nachteile gegenüber klassischen Finanzierungen
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Crowdinvesting als eine alternative Finanzierungsmethode für Startups, bewertet deren Eignung als Ersatz oder Ergänzung zu klassischen Bankfinanzierungen und analysiert die Vor- und Nachteile für Gründer und Investoren im Kontext der aktuellen Marktsituation.
- Grundlagen und historische Entwicklung des Crowdfundings
- Prozessablauf einer Crowdinvesting-Kampagne am Praxisbeispiel
- Analyse der aktuellen Marktsituation und Finanzierungslücke für Startups
- Vergleichende Gegenüberstellung von Crowdinvesting und klassischen Finanzierungsarten
- Diskussion von Risiken, rechtlichen Aspekten und Zukunftspotenzialen
Auszug aus dem Buch
3.1. Ablauf und Beispiel
„Unternehmensgründer kommen in der Regel nur schwer an Bankdarlehen und noch schwerer an Eigenkapital. Das Geschäft mit klassischen Börsengängen liegt ohnehin am Boden, erst recht für junge Unternehmen. Wenn sich Crowdfinance durchsetzt, dann wäre das eine echte Alternative zu Banken", sagt Torsten Schreiber, der die Plattform www.best-bc.de aufbaut.“20 Die Innovation des Crowdfundings im Vergleich zu anderen Finanzierungsmethoden ist, dass beim Crowdfunding der Mittelsmann, also die Bank, nicht mehr gebraucht wird. Die Unternehmer sprechen die Investoren selbst an, die Kommunikation findet über das Internet statt.21 Die Beteiligungsart, die Mindesthöhe einer Investitionseinlage und der Vertrag werden individuell zwischen dem Unternehmen und den Anlegern festgelegt.22 Man kann, wie in der Abbildung 1 gezeigt, den Finanzierungsprozess beim Crowdfunding in drei Hauptphasen unterteilen. Diese sind die Vorbereitung, die Startphase (Crowdsourcing) und das Crowdfunding an sich. Die letzte Phase besteht aus der Bewerbung des Projekts und der eigentlichen Finanzierung.
In der ersten Phase findet die Entwicklung der Projektidee statt. Der Projektinitiator stellt sein Vorhaben vor. Dabei kann er seine Idee als Text, mit Bildern und mit einem Video präsentieren. Wichtig ist vor allem die Festlegung der Finanzierungshöhe, des Finanzierungszeitraums und bis wann das Finanzierungsziel erreicht werden soll.
In der darauf folgenden Testphase des Projektes geht es hauptsächlich um die Feinabstimmung und Verbreitung. Um das Vorhaben schnell realisieren zu können dienen zur Verbreitung der Idee soziale Netzwerke, der Freundes- und Familienkreis, die Fans, Leser oder Hörer, als Katalysatoren. Viele Crowdfundingplattformen stellen für die Projekte soziale Netzwerke, einen Blog, eine Pinnwand und manche auch ein Projekt-Widget, welche in die Website des Unternehmers integriert werden können, zur Verfügung. Ziel in dieser Phase ist das Ansprechen und Aktivieren von Fans, Netzwerkern, sowie das Verbessern der Projektbeschreibung durch Auswertung der Rückmeldungen von potentiellen Investoren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Crowdfunding ein, verdeutlicht die Relevanz der Finanzierungsform für Startups und beschreibt die Zielsetzung sowie den Fokus der Arbeit.
2. Was ist Crowdfunding?: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung des Crowdfundings von ersten Subskriptionsmodellen bis hin zu modernen Online-Plattformen und definiert den Begriff im heutigen Kontext.
3. Crowdinvesting: Das Hauptkapitel erläutert den Finanzierungsprozess, die aktuelle Marktsituation und vergleicht Crowdinvesting hinsichtlich seiner Vor- und Nachteile mit klassischen Finanzierungsinstrumenten.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet Crowdinvesting als sinnvolle Ergänzung am Finanzmarkt und gibt einen Ausblick auf die notwendige professionelle Weiterentwicklung der Plattformen.
Schlüsselwörter
Crowdfunding, Crowdinvesting, Crowdlending, Startups, Unternehmensfinanzierung, Eigenkapital, Fremdkapital, Finanzierungslücke, Business Angels, Venture Capital, Mikrofinanzierung, Investoren, Online-Plattformen, Schwarmfinanzierung, Finanzmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Crowdinvesting als eine alternative Möglichkeit für Startups und junge Unternehmen, Kapital zu beschaffen, und analysiert deren Rolle gegenüber klassischen Finanzierungsinstituten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und historische Herleitung des Crowdfundings, den konkreten Ablauf von Crowdinvesting-Projekten sowie die Bewertung der Chancen und Risiken dieser Finanzierungsform.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, ob Crowdinvesting eine ernstzunehmende Alternative zu Bankdarlehen oder traditionellem Risikokapital für Startups darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Statistiken und Praxisbeispielen, um den aktuellen Stand und die Entwicklung des Crowdinvesting-Marktes abzubilden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf den Prozess des Crowdinvestings, die Marktsituation, die Schnittstelle zwischen Investoren und Gründern sowie eine kritische Gegenüberstellung mit klassischen Finanzierungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben Crowdinvesting prägen Begriffe wie Schwarmfinanzierung, Startup-Finanzierung, alternative Finanzierungsmodelle und das Spannungsfeld zwischen Chancen für Gründer und Risiken für Privatanleger die Arbeit.
Welches Praxisbeispiel wird für das Crowdinvesting angeführt?
Als Beispiel dient die Plattform Companisto und der Fall des Startups „sporTrade“, an dem der Ablauf einer Finanzierung durch Kleininvestoren verdeutlicht wird.
Warum ist die Marktsituation für Startups aktuell schwierig?
Viele Gründer leiden unter restriktiven Kreditvergaben der Banken, hohen Hürden bei Venture-Capital-Gesellschaften und einem Mangel an verfügbarem Eigen- oder Fremdkapital, was Crowdinvesting attraktiv macht.
Was sind die größten Risiken beim Crowdinvesting?
Zu den Risiken gehören die unsichere Rechtslage am grauen Kapitalmarkt, das Risiko des Totalverlusts für Anleger ohne Anlageentschädigung sowie die oft mangelnde Beratung auf den Plattformen.
Welche Rolle spielen die USA im Vergleich zu Deutschland?
Die USA fungieren als Vorbild, da dort Crowdinvesting durch den „JOBS Act“ bereits rechtlich fest geregelt und etabliert ist, während es sich in Deutschland noch in einer Experimentierphase befindet.
- Quote paper
- Ronald Zietz (Author), 2014, Crowdinvesting als alternative Finanzierungsform für Startups, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373927