Der Fokus der vorliegenden Arbeit wird auf der Selbstdarstellung der Nutzer in den Online-Netzwerken Facebook und Instagram liegen, sodass zunächst einmal die Funktionen, welche diese sowohl zur Selbstdarstellung, als auch zur Privatheitsregulierung anbieten, vorgestellt werden. In einer abschließenden Diskussion wird die im Titel gestellte Eingangsfrage geklärt und weiter erläutert, ob anhand der vorgestellten Theorien und Konzepte tatsächlich beurteilt werden kann, wie sich die Selbstdarstellung in den untersuchten Plattformen auf die Privatheit eines Menschen auswirkt.
Rund 1,23 Milliarden Menschen weltweit nutzten das Social Media-Netzwerk ‚Facebook‘ im Jahr 2016 täglich, die zum Facebook-Konzern gehörende Plattform‚ Instagram‘ verzeichnete 600 Millionen Nutzer. Im Fall von Facebook ist also rund ein Siebtel der Menschheit gewillt, online private Informationen über sich preiszugeben, denn eine erfolgreiche Nutzung dieser Plattformen setzt dies voraus. Die Steuerung der Privatsphäre ist dabei jedoch nicht nur von der Individualität einer Person, sondern auch vom Kulturkreis abhängig, dem diese angehört. Daraus kann man schließen, dass es differierende Bedürfnisse nach Privatheit, als auch unterschiedlich ausgeprägte Bereitschaften zur Selbstdarstellung und Selbstenthüllung geben muss.
Welchen Stellenwert die Privatheit im Zuge der Selbstdarstellung im europäischen Kulturkreis hat und ob die Darstellung auf Online-Profilen einen Verzicht auf Privatheit bedeutet, soll im Laufe dieser Arbeit geklärt werden. Dazu werden zunächst verschiedene Konzepte zur Privatheit vorgestellt werden, um ein grundlegendes Verständnis für die Thematik aufzubauen, im Anschluss werden die Termini ‚Selbstdarstellung‘ und ‚Selbstenthüllung‘ genauer definiert. Im darauffolgenden Kapitel liegt der Fokus auf unterschiedlichen Selbstdarstellungsstrategien im Zuge der Privatheit nach Erving Goffman, da diese eine bestmögliche Verknüpfung der bisherigen Grundlagenkenntnisse zur Privatheit und zur Selbstdarstellung bieten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Konzept der Privatheit
2.1 Definition
2.2 Funktionen und Dimensionen individueller Privatheit
3. Selbstdarstellung: Definition
4. Privatheit im Kontext der Selbstdarstellung: Gestaltungsstrategien individueller Privatheit nach Erving Goffmann
a) Privatheit als Ausgangspunkt von Selbstdarstellung
b) Privatheit als Bestandteil des Identitätsmanagements
c) Privatheit als Ziel des Identitätsmanagements
5. Selbstdarstellung auf Facebook und Instagram
5.1 Funktionen zur Selbstdarstellung
a) Facebook
b) Instagram
5.2 Funktionen zur Regulierung der Privatheit
a) Facebook
b) Instagram
5.3 Gründe für die Nutzung sozialer Netzwerke
6. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Stellenwert der Privatheit im Kontext der Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken. Das primäre Ziel ist es zu klären, ob die aktive Darstellung auf Plattformen wie Facebook und Instagram zwangsläufig einen Verzicht auf Privatheit bedeutet, indem die theoretischen Konzepte von Privatheit mit den praktischen Funktionen der Plattformen in Bezug gesetzt werden.
- Grundlegende Konzepte und Funktionen von Privatheit
- Definition von Selbstdarstellung und Selbstenthüllung
- Anwendung der Gestaltungsstrategien nach Erving Goffman
- Funktionen und Regulierungsmechanismen auf Facebook und Instagram
- Analyse verschiedener Nutzertypen und deren Interaktionsstrategien
Auszug aus dem Buch
Privatheit im Kontext der Selbstdarstellung: Gestaltungsstrategien individueller Privatheit nach Erving Goffmann
Schon Shakespeare schrieb „All the world’s a stage, and all the men and women merely players [...]“. Erving Goffman greift diese Theatermetaphorik auf, um seine Theorien zur Selbstdarstellung zu verdeutlichen, denn auch er ist der Meinung, dass Menschen in ihrem Alltag verschiedene Rollen spielen, um sich vor einem Publikum, also der Öffentlichkeit, bestmöglich zu inszenieren und dabei „[...] die offiziell anerkannten Werte der Gesellschaft zu verkörpern.“ In diesem Prozess der Selbstdarstellung schreibt Goffman dem Aspekt der Privatheit eine entscheidende Rolle zu.
a) Privatheit als Ausgangspunkt von Selbstdarstellung
Vergleichbar mit Westins Privatheitsphase der ‚self-evaluation’ stellt Goffman zunächst einen Zustand der Rollenvorbereitung heraus, in welchem der Akteur in einer Phase kontemplativer Privatheit seine unterschiedlichen sozialen Rollen plane und einstudiere. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit, in einem Zustand innerer Privatheit kreieet und reflektiere der Akteur seine Identität als essentiellen Bestandteil seiner folgenden Selbstdarstellung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Selbstdarstellung in sozialen Medien ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Verhältnis von Selbstdarstellung und Privatheit.
2. Das Konzept der Privatheit: In diesem Kapitel werden grundlegende philosophische und wissenschaftliche Konzepte der Privatheit sowie deren Funktionen und Dimensionen erläutert.
3. Selbstdarstellung: Definition: Hier werden die zentralen Termini der Selbstdarstellung, des Identitätsmanagements und der Selbstenthüllung definitorisch erarbeitet.
4. Privatheit im Kontext der Selbstdarstellung: Gestaltungsstrategien individueller Privatheit nach Erving Goffmann: Dieses Kapitel verknüpft Privatheit mit der Theatermetaphorik Goffmans, um Strategien zu analysieren, wie Privatheit innerhalb der Selbstdarstellung genutzt oder geschützt werden kann.
5. Selbstdarstellung auf Facebook und Instagram: Hier liegt der Fokus auf der praktischen Anwendung, den Funktionen der Plattformen zur Selbstdarstellung sowie der Regulierung der Privatsphäre.
6. Diskussion: Das abschließende Kapitel diskutiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen und beantwortet die Eingangsfrage kritisch.
Schlüsselwörter
Privatheit, Selbstdarstellung, soziale Medien, Facebook, Instagram, Identitätsmanagement, Selbstenthüllung, Privatsphäre, Erving Goffman, soziale Netzwerke, Online-Identität, Interaktionsstrategien, Datenschutz, Authentizität, soziale Normen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Selbstdarstellung des Nutzers in sozialen Medien und dem Bedürfnis bzw. dem Anspruch auf Privatheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definitionen von Privatheit, die Theorien zur Selbstdarstellung nach Erving Goffman und die praktische Umsetzung der Privatheitsregulierung auf Plattformen wie Facebook und Instagram.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob die Selbstdarstellung auf Online-Profilen zwingend einen Verzicht auf Privatheit bedeutet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Diskussion, wobei Konzepte zur Privatheit und Selbstdarstellung auf die Funktionalitäten und Nutzungsweisen aktueller sozialer Medien angewandt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert verschiedene Konzepte der Privatheit, definiert Selbstdarstellung, erläutert die Strategien nach Erving Goffman und untersucht die spezifischen Funktionen und Regulierungsmechanismen von Facebook und Instagram.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Privatheit, Selbstdarstellung, Identitätsmanagement, soziale Medien und Online-Privatheit.
Wie unterscheidet sich die Privatsphäreregulierung bei Facebook und Instagram?
Während Facebook komplexere Einstellungen für verschiedene Zielgruppen bietet, basiert Instagram auf einer grundlegenden Entscheidung zwischen einem öffentlichen oder privaten Profilstatus.
Warum wird im Fazit von einem "Verzicht auf Privatheit" abgeraten?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Selbstdarstellung nicht gleichbedeutend mit einem tatsächlichen Verzicht ist, da Nutzer weiterhin individuell ihre Privatheitsgrenzen setzen und kontrollieren können.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Rode (Autor:in), 2017, Die Selbstdarstellung in den sozialen Medien Facebook und Instagram. Ein Verzicht auf Privatheit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374837