Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Die Eroberung Englands 1066 - Rechtfertigungen einer Invasion

Titel: Die Eroberung Englands 1066 - Rechtfertigungen einer Invasion

Seminararbeit , 2005 , 14 Seiten , Note: 2

Autor:in: Thomas Crämer (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

In der vorliegenden Arbeit soll aufgezeigt werden, welche Gründe Herzog Wilhelm II. zur Legitimierung seiner Invasionsziele der britischen Inseln heranzog. Die Bedeutung dieser Frage ist zentral, da es, ohne ausreichende Begründung und Rechtfertigung, Wilhelm dem Eroberer vermutlich nicht gelungen wäre, eine derartig effiziente Herrschaft in England zu installieren, falls seine Beweggründe nicht als moralisch richtig von Gesellschaft und Kirche angesehen worden wären. Zuerst soll gezeigt werden, welche anderen Möglichkeiten der Erbfolge es in England nach dem Tode Edward des Bekenners gab und wie Harald Godwinson von Wessex zum Monarchen gekrönt wurde. Ich beziehe mich in meiner Arbeit auf eine Darstellung von Richard Allen Brown1, nach der ich auch die nach meiner Meinung zentralen Quellen2 zu dieser Frage zitiere. Weiterhin wird eine umfassende Überblicksdarstellung von Kurt- Ulrich Jäschke3 Verwendung finden, die sich eingehend mit dem Problem der Legitimierung des normannischen Herrschaftsanspruches befaßt. Abschließend nehme ich Szenen aus dem Teppich von Bayeux als Beispiel für die quellenkritische Methode. Ich gehe der Frage nach, auf welche Weise und mit welchen Mitteln, der Teppich den Herrschaftsanspruch Wilhelms legitimiert. Der Teppich wird deshalb gewählt, weil er, neben den bekannten schriftlichen Quellen, zu den am schwersten zu interpretierenden Quellen gehört.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die normannische Invasion von 1066

2.1 Mögliche Erbfolgeregelungen

2.2 Rechtfertigungen der Invasion

3. Herrschaftslegitimation in einer Quelle: Beispiel des Teppichs von Bayeux

4. Bilanz

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

5.1 Quellenverzeichnis

5.2 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die zentralen Argumente und Strategien, mit denen Herzog Wilhelm II. von der Normandie seinen Herrschaftsanspruch und die Invasion Englands im Jahr 1066 legitimierte. Im Fokus steht dabei die Analyse schriftlicher normannischer Quellen sowie die quellenkritische Untersuchung des Teppichs von Bayeux als visuelles Instrument der Legitimationspropaganda.

  • Analyse der Erbfolgestreitigkeiten nach dem Tod Edwards des Bekenners.
  • Untersuchung der rechtlichen und moralischen Rechtfertigungen für die Invasion.
  • Die Rolle des Teppichs von Bayeux als Medium der Herrschaftslegitimation.
  • Bedeutung des päpstlichen Segens und des Vorwurfs des Eidbruchs.
  • Vergleich zwischen normannischer Darstellung und historischem Kontext.

Auszug aus dem Buch

3. Herrschaftslegitimation in einer Quelle: Beispiel des Teppichs von Bayeux

Das Hauptthema des Teppichs, der Eidbruch Haralds, kann an vier Bildern gezeigt werden:

Gleich das erste Bild, welches Edward den Bekenner darstellt, wie er sich im Westminsterpalast befindet und Herzog Harald von Wessex sowie eine weitere Person. Der bärtige Herrscher sitzt auf einem Löwenthron, als Symbol für die Königsmacht. Da der Grund für die Reise nicht genannt wird und keine annähernd zeitgenössische Quelle in England darauf eingeht, müssen wir uns an die normannischen Chroniken des 11. Jh. halten. Sie überliefern, wie schon vorher erwähnt, daß der kinderlose Edward gegenüber dem normannischen Herzog Wilhelm das Versprechen der Thronnachfolge erneuern wollte. Harold erhielt als Botschafter die Aufgabe, diese Nachricht zu überbringen. Allerdings muß man, wie in Abschnitt 2.2 behandelt, anmerken, daß Harald auch in Eigenregie in der Normandie gewesen sein kann. Der dargestellte Auftrag Edwards muß nicht tatsächlich vorhanden gewesen sein.

Das nächste relevante Bild ist das unter Abbildung 2 im Quellenverzeichnis gezeigte. Nachdem Wilhelm und Harold nach Bayeux geritten sind, schwört Harald, an dieser Tatsache läßt der Teppich keinen Zweifel, Herzog Wilhelm den Treueid. Der Eid wird nicht als ein Akt privater Übereinkunft, sondern als feierliche Zeremonie dargestellt. Wilhelm sitzt frontal auf einem Thron, das erhobene Schwert gegen die rechte Schulter gelehnt. Harald schwört mit ausgestreckten Armen auf zwei Reliquienschreine, die sicherlich zu der von Bischof Odo erbauten Kathedrale von Bayeux gehörten. Speziell diesen, später gebrochene, Eid zusammen mit der Waffenübergabe Harolds und dem Versprechen des Königs Edward benutzt Wilhelm als Rechtfertigung um England zu erobern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Legitimationsgründe Wilhelms des Eroberers und stellt die methodische Vorgehensweise anhand von Quellen und Literatur vor.

2. Die normannische Invasion von 1066: Dieses Kapitel analysiert die komplexen Erbfolgeregelungen nach Edward dem Bekenner und die spezifischen Rechtfertigungen Wilhelms, insbesondere den umstrittenen Eid Haralds.

3. Herrschaftslegitimation in einer Quelle: Beispiel des Teppichs von Bayeux: Hier wird anhand von vier zentralen Szenen des Teppichs aufgezeigt, wie die visuelle Darstellung des Eidbruchs als Propagandainstrument genutzt wurde.

4. Bilanz: Das Kapitel fasst zusammen, dass die normannischen Quellen den Fokus stark auf Wilhelms Rechtmäßigkeit und Haralds Eidbruch legen, um den Sieg als gottgewolltes Urteil darzustellen.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten zeitgenössischen Quellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur zur normannischen Eroberung.

Schlüsselwörter

Eroberung Englands, 1066, Wilhelm der Eroberer, Harald Godwinson, Thronfolge, Teppich von Bayeux, Herrschaftslegitimation, Eidbruch, Edward der Bekenner, Normannen, angelsächsisches Recht, Quellenkritik, päpstlicher Segen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Begründungen und Legitimationsstrategien, die Herzog Wilhelm II. von der Normandie nutzte, um seinen Anspruch auf den englischen Thron und die Invasion von 1066 moralisch und rechtlich zu rechtfertigen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Erbfolgestreitigkeiten nach dem Tod Edwards des Bekenners, die Bedeutung diplomatischer Eide im Mittelalter und die gezielte Nutzung bildlicher Darstellungen zur politischen Propaganda.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Wilhelm es schaffte, seine Invasion nicht nur militärisch, sondern auch als "moralisch richtige" Handlung gegenüber Kirche und Gesellschaft darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine quellenkritische Methode, bei der zeitgenössische schriftliche Chroniken mit der visuellen Überlieferung des Teppichs von Bayeux gegenübergestellt und interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der historisch-politischen Hintergründe der Erbfolge, die Analyse des Treueids Haralds gegenüber Wilhelm sowie die detaillierte Auswertung der Bildsprache des Teppichs von Bayeux.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Legitimationspropaganda, normannische Eroberung, Teppich von Bayeux, Eidbruch, Thronfolge und päpstliche Anerkennung.

Wie bewertet der Autor den Einfluss des Papstes auf die Legitimation?

Der Autor betont, dass der päpstliche Segen und das erhaltene Banner für Wilhelm essenziell waren, um geistige Zustimmung zu erlangen und die Invasion als göttlich sanktioniert erscheinen zu lassen.

Welche Rolle spielt der Teppich von Bayeux in der Argumentation?

Der Teppich dient als Instrument zur Verbreitung einer narrativen Sichtweise, die den Eidbruch Haralds ins Zentrum stellt und Wilhelm als rechtmäßigen Thronfolger nach Recht und Gesetz darstellt.

Warum war der Vorwurf des Eidbruchs so entscheidend?

In der mittelalterlichen Gesellschaft galt ein Meineid als schweres Verbrechen gegen Gott; dieser Vorwurf delegitimierte den Gegner Harald und stärkte die moralische Position Wilhelms im Vorfeld der Schlacht von Hastings.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Eroberung Englands 1066 - Rechtfertigungen einer Invasion
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Proseminar "Die Eroberung Englands"
Note
2
Autor
Thomas Crämer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V37496
ISBN (eBook)
9783638368193
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eroberung Englands Rechtfertigungen Invasion Proseminar Eroberung Englands
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Crämer (Autor:in), 2005, Die Eroberung Englands 1066 - Rechtfertigungen einer Invasion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37496
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  14  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum