Stefan Zweigs Interaktionen mit russisch-literarischen Kontakten und die Anfänge seiner Bücher im sowjetischen Russland

Literarische Kontakte und politische Instrumentalisierung


Bachelorarbeit, 2015

32 Seiten, Note: 1


Leseprobe

III
Inhaltsverzeichnis
Forschungsstand ... 4
Einleitung ... 5
1
Beginn der Rezeption ... 6
2
Reise in die Sowjetunion 1928 ... 7
2.1
Bekanntschaften ... 9
2.2
Resonanzen in den Sowjetischen Enzyklopädien ... 10
2.3
Resonanzen in der sowjetischen Presse ... 12
3
Literarische Rezeption Zweigs ... 16
3.1
Zweig als Vertreter des kritischen Realismus ... 17
3.2
Stefan Zweig und Maksim Gor'kij ... 18
3.3
Der Einfluss Sigmund Freuds ... 21
3.4
Ambivalente Kritik ... 24
3.5
Zweigs jüdische Abstammung ... 25
3.6
Zweigs Freitod ... 27
Conclusio ... 29
Literaturverzeichnis ... 31

Forschungsstand
Die Frage nach den Beziehungen zwischen dem österreichischen Schriftsteller
Stefan Zweig und Russland kann aus verschiedenen Sichtweisen beleuchtet werden.
Den ersten Aspekt bildet das Verhältnis Stefan Zweigs zu russischen Dichtern und zur
russischen Kultur, als auch zur späteren Sowjetunion. Mit dieser Materie beschäftigen
sich u. a. die Artikel Sigfrid Hoeferts ,,Stefan Zweigs Verbundenheit mit Rußland und
der russischen Literatur" (1981) und William H. McClains ,,Soviet Russia through the
eyes of Zweig and Rolland" (1954). Hoefert zeigt das Verhältnis Zweigs zu Russland
und dessen verschiedene Stadien in chronologischer Folge auf. Eine Verbundenheit mit
der russischen Kultur hat Stefan Zweig im Rahmen seiner literarischen Arbeiten über L.
Tolstoj und Dostoevskij von Jugend an begleitet. Darauf geht der Aufsatz Eberhard
Dieckmanns ,, ,Der Tod des Iwan Iljitsch und ,Untergang des Herzens " (1972) ein.
Der Gegenaspekt ist die Frage nach der Rezeption Zweigs in Russland. Diesen
Gegenaspekt behandelt Christian Nymphius, der die Rezeption Zweigs parallel zu den
unterschiedlichen politischen Entwicklungsphasen in der UdSSR verfolgt hat und sie in
Zusammenhang mit der gesamten sowjetischen Literaturpolitik setzt. Auf die
zahlenmäßige Rezeption und die in der UdSSR veröffentlichte Sekundärliteratur über
Stefan Zweig geht er ebenfalls ein. Diese wird dabei als Spiegel der Literaturgeschichte
in der Sowjetunion betrachtet. Stefan Zweigs Russlandreise wird in der
Forschungsliteratur im Rahmen des allgemeinen Phänomens der Russlandreisen
deutscher Schriftsteller behandelt.
Matjaz Birk ist in ,,Stefan Zweigs Impressionen aus
dem kommunistischen Rußland 1928" (1995) bemüht die Hintergrundsmotivation
Zweigs zu dieser Reise darzustellen und geht der Frage nach der Glaubwürdigkeit der
Objektivität der Schilderungen dessen, was er in der Sowjetunion gesehen und erlebt
hatte, nach. Eingehender, nicht nur mit der Sicht Zweigs, sondern auch mit den
Reaktionen der sowjetischen Presse auf Zweigs Besuch, beschäftigen sich der Artikel
,,Stefan Cvejg v SSSR: 1920-e gody" (2011) des russischen Germanisten und
Übersetzers K. M. Azadovskij, und der Artikel ,, ,Ich bin glücklich alles gesehen zu
haben ... - Stefan Zweig bei den Tolstoj-Feierlichkeiten in der UdSSR 1928" (2013)
von Julia Köstenberger, die sich damit im Rahmen österreichisch-sowjetischer
Kulturkontakte befasst. Sie bilden die Grundlage für die Ausführungen zu Stefan
Zweigs Sowjetunionsreise.

Einleitung
Innerhalb der Rezeption Stefan Zweigs in der Sowjetunion werden in dieser
Arbeit zwei Schwerpunkte gewählt. Nach einer Darstellung der Berührungspunkte
Zweigs mit russischen literarischen Kontakten und die Skizzierung des Beginns der
Herausgabe und Verbreitung seiner Bücher im sowjetischen Russland folgt eine nähere
Betrachtung seiner Reise in die Sowjetunion, durch welche einerseits viele weitere
literarische Kontakte zwischen Schriftstellern u. a. geknüpft wurden, andererseits aber
durch sie die Aufmerksamkeit der sowjetischen kulturpolitisch tätigen Akteure auf
Zweig gelenkt werden konnte und eine Möglichkeit zur Instrumentalisierung Zweigs für
die ,,eigene Sache" darstellte. Im Zentrum der Betrachtung steht die Frage auf welche
Art und Weise sich die sowjetische Öffentlichkeit dieses Ereignis zu Nutzen machen
konnte. Unter der literarischen Rezeption, welche im zweiten Teil der Arbeit enthalten
ist, wird hier die Reaktion der sowjetischen Literaturpolitik, Literaturwissenschaftler
und -kritiker auf das Schaffen Zweigs und seiner Person verstanden. Dabei steht der
Versuch einige tendenziell auftretende Aussagen bzw. Kritikpunkte über die Werke
Zweigs festzuhalten, im Vordergrund .

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1 Beginn der Rezeption
Die erste Äußerung über Stefan Zweig in der russischen Presse wurde durch
Valerij Brjusov veranlasst und fand Platz in der neuen ,,rein symbolistischen", in
Moskau herausgegebenen Zeitschrift Vesy, in der westeuropäische Symbolisten oder
Künstler, die dem Symbolismus nahestanden, einen besonderen Stellenwert einnahmen.
Die beiden Schriftsteller verband ein gemeinsames Interesse für den belgischen
symbolistischen Dichter Émile Verhaeren, dessen Gedichte von V. Brjusov ins
Russische und von St. Zweig ins Deutsche übersetzt wurden. Infolgedessen
veröffentlichte Brjusov 1904 einen kurzen Beitrag zum Aufsatz Zweigs über Verhaeren.
In der Zeitschrift Vesy erschien 1907 außerdem eine Rezension über den Gedichtband
Zweigs ,,Die frühen Kränze" von Viktor Gofman. Nachdem die Zeitschrift im Jahr 1909
eingestellt wurde, bemühte sich Brjusov, Zweig für eine Zusammenarbeit im Rahmen
seiner literaturkritischen Zeitschrift Russkaja mysl' zu gewinnen (Azadovskij, 2011, S.
480). Im Jahre 1910 entspann sich zwischen Brjusov und Zweig ein Briefwechsel, der
sich durch den ausgebrochenen Weltkrieg nicht fortsetzen konnte. Zu diesem Zeitpunkt
war der Name Zweigs in Russland kaum bekannt. Das Einsetzen der eigentlichen
Rezeption und die beginnende Popularität der Werke Zweigs, ist mit der
Zusammenarbeit des Leningrader Verlags Vremja in den zwanziger Jahren anzusetzen.
Der Verlag Vremja begann seine offizielle Tätigkeit am 1. März 1923, die Leitung hatte
bis ins Jahr 1932 Il'ja Wol'fsohn inne. Er bestand bis 1934 und veröffentlichte neben
populärwissenschaftlichen Werken vor allem belletristische Literatur des Auslands.
Nachdem Zweig darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass seine Werke in russischer
Übersetzung ohne seine Zustimmung bereits in Umlauf gekommen waren ­
veröffentlicht wurden ein Sammelband seiner Novellen ,,Das brennende Geheimnis"
und ,,Amok" ­ wandte er sich 1925 an den Verlag, mit dem anschließend eine
regelmäßige Korrespondenz und Zusammenarbeit um die Herausgabe seiner Werke
entstand (Azadovskij, 1995, S. 62). Im Herbst des Jahres 1926 kam es vonseiten des
Verlages zur Entscheidung eine mehrbändige erste Gesamtausgabe der Werke Zweigs
zu publizieren, welche Zweig freudig bejahte. Im Frühling des Jahres darauf erschien
der erste Band, der letzte 1932.
Die Tätigkeiten des Vremja-Verlages in Bezug auf S. Zweig, führten zwischen
dem österreichischen Autor und dem bereits sowjetischen Volk zu einer gegenseitigen
Intensivierung des Interesses. Während einzelne Bände der Gesamtausgabe aufgrund

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der hohen Nachfrage zwei oder mehr Auflagen erfuhren, fühlte sich Zweig, worüber
sein Briefwechsel mit dem Verlag zeugt, immer mehr zu der revolutionären
Umgestaltung in der UdSSR hingezogen (Azadovskij, 2011, S. 487). In den ersten
Jahren nach der Oktoberrevolution war der kommunistische Staat politisch isoliert und
hatte nur sehr spärliche kulturelle und wissenschaftliche Beziehungen mit der
Außenwelt. Sein Wunsch aber, die vor sich gehenden Veränderungen mit eigenen
Augen zu sehen, konnte 1928 erfüllt werden. Durch seine Reise in die Sowjetunion
erweiterte sich nicht nur erheblich der Kreis seiner künstlerischen und literarischen
Bekanntschaften. Zudem stellte sie einen ,,der größten Erfolge" für die sowjetische
Propaganda dar (Köstenberger, 2013, S. 231). Die Reise aus dem Jahr 1928 wird aus
einer erweiterten Perspektive der gesamten sowjetischen Außenpolitik der zwanziger
Jahre betrachtet.
2 Reise in die Sowjetunion 1928
Mit dem Entstehen des Sowjetstaates setzten Erscheinungen wie internationale
kulturelle Organisationen, zwischenstaatliche Verträge über kulturelle Veranstaltungen
und staatliche Förderungen der Kultur unter dem Gesichtspunkt der Außenpolitik ein,
die als Folgen eines ,,neuen Phänomens" ­ der ,,Verbindung des Begriffs Politik mit der
Kultur" betrachtet werden (Doka, 1956, S. 13). So schuf die Sowjetregierung im
Dezember 1923 eine erste zentrale Organisation für kulturelle Auslandskontakte mit der
Bezeichnung Vereinigtes Informationsbüro ( ).
Sie sollte zunächst Besucher im Sinne der bolschewistischen Partei unterrichten. Die
Leitung hatte man Ol'ga Kameneva, der Schwester Trockijs, übertragen, was die hohe
Bedeutung, die der neuen Institution beigemessen wurde, verdeutlicht. Neben der
individuellen Gästebetreuung und der Organisation eines Buchaustausches wurde das
Vereinigte
Informationsbüro
vor
allem
zum
Partner
linksorientierter
Freundschaftsgesellschaften, die in verschiedenen Ländern Westeuropas entstanden
(Anweiler & Ruffmann, 1973, S. 349). Nach der Gründung der Gesellschaft der
Freunde des neuen Rußland in Deutschland in Berlin, die sich die Vermittlung der
sowjetischen Kultur in Deutschland zum vorrangigsten Ziel machte, erwuchsen bald
danach analoge Partnerorganisationen des Moskauer Vereinigten Informationsbüros in
England, Frankreich, der Schweiz und ferner Freundschaftsorganisationen in
Österreich, Italien, der Tschechoslowakei, Dänemark und in Schweden. Das
Anwachsen der Zahl der nationalen Vereinigungen hatte eine Umorganisation in

8
Moskau zur Folge. Anstelle des Vereinigten Informationsbüros wurde 1925 die
Allunionsgesellschaft für kulturelle Verbindung mit dem Ausland gegründet. Ol'ga
Kameneva blieb Vorsitzende. An erster Stelle der Aufgaben der neu gegründeten
VOKS ( ) stand die Pflege der
Beziehungen zu wissenschaftlichen und kulturellen Organisationen des Auslands, die
Realisierung von kulturellen Aktivitäten und die Beeinflussung der öffentlichen
Meinung im Ausland über die UdSSR. Offiziell wurde die manchmal auch Kameneva-
Institut genannte Organisation als nichtstaatliche Institution gegründet, de facto
unterstand sie jedoch der Kontrolle durch den sowjetischen Staat (Oberloskamp, 2011,
S. 62). In den ersten drei Jahren entstanden VOKS-Sektionen für Recht, Wissenschaft
und Technik, Literatur, Musik, Kunstgewerbe, Architektur und Studentenbewegungen,
sowie eine Sektion für das Erlernen fremder Sprachen in der Sowjetunion. Die VOKS
wurde zum zentralen Organ der sowjetischen Kulturpolitik bis zum allgemeinen
Nachlassen der Auslandskontakte der Sowjetunion in den dreißiger Jahren (Anweiler &
Ruffmann, 1973, S. 351).
Anlass zur Einladung westlicher Schriftsteller in die Sowjetunion, gaben die
Jubiläumsfeierlichkeiten in Moskau zum 100. Geburtstag Lev Tolstojs im Jahr 1928.
Die VOKS hatte bereits zu Beginn des Jahres Überlegungen angestellt, welche Vertreter
des literarischen Lebens dieser Veranstaltung eine internationale Note verleihen
könnten. Über Stefan Zweig wurde in Erfahrung gebracht, dass er sich bereits an
verschiedenen Aktionen der Russlandhilfe während der Hungersnot von 1921 bis 1922
beteiligt hatte. Außerdem sprach seine zu dem Zeitpunkt schon vorhandene Prominenz,
die durch die Kooperation mit dem Verlag Vremja wesentlich unterstützt wurde, für
ihn. Man dachte auch an weitere Schriftsteller aus Österreich wie Arthur Schnitzler,
Franz Werfel und Hugo von Hofmannsthal, doch während letztere aus Termingründen
ablehnten, nahm Zweig die Einladung ohne lange zu zögern an. Ebenso nahm Romain
Rolland die Einladung nach Moskau ­ offiziell aus gesundheitlichen Gründen ­ nicht an
(Köstenberger, 2013, S. 261 f.). Am 10. September wurde Zweig am Bahnhof von
Vertretern der Presse und der VOKS als ­ aus sowjetischer Perspektive ­ Delegierter
der österreichischen Schriftsteller und Vertreter des österreichischen PEN-Clubs in
Empfang genommen (Birk, 1995, S. 408). Erst kurz vor der Ankunft in Moskau erfuhr
er, dass er bei der Festveranstaltung im Bolschoj-Theater eine Rede über ,,Tolstoj und
das Ausland" halten sollte. Nach den Eröffnungsreden des ersten sowjetischen

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Volkskommissars für das Bildungswesen ­ Anatolij Lunacarskij, der Tolstoj als
,,Ideologen der bäuerlichen Masse" würdigte, und zwei sowjetischen Experten, kamen
auch ausländische Gäste zu Wort, die über den Einfluss Tolstojs auf ihre Heimat
erzählten (Köstenberger, 2013, S. 263). Außer dem von Zweig gehaltenen Vortrag in
deutscher Sprache, trat auch der deutsche Schriftsteller Bernhard Kellermann mit einer
Rede auf (Angres, 1970, S. 186). Am selben Abend wurde im Foyer des Bolschoj-
Theaters sein Buch über Tolstoj
1
, das gerade erst in Leningrad im Verlag Krasnaja
gazeta herausgegeben wurde, verkauft. Nach der Festveranstaltung im Bolschoj-Theater
besuchte Zweig am nächsten Tag (11. 09.) das Dostoevskij- und das Historische
Museum, wohnte der Eröffnung des Tojstoj-Museums und des Tolstoj-Hauses bei, traf
mit einigen jungen russischen Schriftstellern zusammen und besuchte die Oper Eugen
Onegin. Noch in der Nacht auf den Mittwoch (12. 09.) ging es gemeinsam mit einer
Delegation von insgesamt 76 Personen, darunter Lunacarskij und VOKS-Vorsitzende
Oga Kameneva, nach Jasnaja Poljana, dem Geburtsort von Lev Tolstoj. Nachdem man
dort übernachtet hatte, wurde ein Denkmal für Tolstoj enthüllt und die von ihm
gegründete Schule in einem Steinbau wiedereröffnet. Zurück in der Hauptstadt folgten
Treffen mit Schriftstellern und Künstlern. Am 13. September veranstaltete die VOKS
einen Empfang für die ausländischen Gäste, die an den Feierlichkeiten des Jubiläums
teilnahmen. An diesem Abend fand auch ein persönliches Treffen zwischen Zweig und
Maksim Gor'kij statt, außerdem ein Empfang beim Allrussischen Schriftstellerverband,
ein Rundgang im Kreml und eine Vorstellung des Moskauer Künstlertheaters
(Azadovskij, 2011, S. 489). Am Samstag (15. 09.) reiste Zweig auf Einladung des
Verlags Vremja ­ diese erwartete ihn bei seiner Ankunft ­ mit dem Nachtzug nach
Leningrad, konnte dort am Sonntag die Eremitage und die Oper besuchen, bevor er
abends wieder nach Moskau aufbrach. Am 19. September 1928 reiste er nach Salzburg
zurück (Köstenberger, 2013, S. 265).
2.1 Bekanntschaften
Die Anzahl der ausländischen Korrespondenzen Zweigs wurde nach seinem
Besuch der Sowjetunion um einige russische Freunde und Bekannte erweitert. Noch bis
ins Jahr 1932 unterhielt er einen sehr regen Briefwechsel, danach wurden die
Briefkontakte immer seltener (Azadovskij, 1995, S. 69). Auf der Fahrt und während des
1
. (1928): ( ), .

10
Aufenthalts in Jasnaja Poljana freundete sich Zweig u. a. mit Sof'ja Andreevna Esenina-
Tolstaja, der Enkelin Lev Tolstojs, die die Gruppe führte, an. In Folge korrespondierte
er mit ihr, die zur Zeit seines Besuches vor allem als Witwe Sergej Esenins bekannt
war, ab dem Jahr 1928 bis 1933. Zwischen den beiden wurde auch eine Auslandsreise
geplant, die aber infolge der innenpolitischen Situation in der Sowjetunion nicht
zustande kam (Azadovskij, 2011, S. 489). Unter die neuen Bekanntschaften fällt auch
jene mit dem bekannten russischen Sammler, Bibliograph und Kunstwissenschaftler
Pavel D. ttinger. Mit ihm stand Zweig bereits seit Mitte der zwanziger Jahre in
Kontakt; dieser hielt ihn über die Verbreitung seiner Werke in Russland am Laufenden
(Azadovskij, 1995, S. 63). Neben dem bereits erwähnten Zusammentreffen zwischen
Zweig und Gor'kij waren es Pjotr S. Kogan ­ der Präsident der Staatlichen
Kunstakademie, Abram M. fros ­ Übersetzer und Kunstforscher, die Moskauer
Schriftsteller Boris Pil'jnak, Konstantin Fedin, Vsevolod Ivanov, Vladimir Lidin, der
Regisseur S. M. jzenstein und der georgische Schriftsteller Grigol Robakidse, deren
Bekanntschaften St. Zweig machte. Persönlich lernte er Il'ja Wol'fsohn, den Leiter des
Vremja-Verlags und seine Familie kennen, sowie Aleksandra L'vovna Tolstaja, die
Tochter von L. Tolstoj und Leiterin des Museums in Jasnaja Poljana (Azadovskij, 2011,
S. 490 f.). Mit einigen von ihnen unterhielt er freundschaftlichen Kontakt (P. Kogan, V.
Lidin, K. Fedin u. a.) und bemühte sich, als manche die Sowjetunion verließen, auf
verschiedenste Art Hilfe zu leisten. Zur gleichen Zeit verkehrte Zweig mit russischen
Schriftstellern in Emigration, wie Osip Dymov, Michael A. Osorgin, Lev I. Sestov (a. a.
O., S. 495).
2.2 Resonanzen in den Sowjetischen Enzyklopädien
Die Bedeutung des Besuchs Stefan Zweigs der Sowjetunion für das sowohl nach
außen als auch nach innen präsentierte Selbstbild des Sowjetstaates, fand ihren
Widerhall in der Kurzen Literaturenzyklopädie bzw. in Artikeln der verschiedenen
Ausgaben der Großen Sowjetischen Enzyklopädie. Während er nach der von 1940 -
1960 herausgegebenen Ausgabe ,,c 30- . [..] " als ,,
" auftrat (Vavilov, 1957, S. 442), wird sein Besuch der UdSSR in der Ausgabe,
herausgegeben von 1946 - 1980, erwähnt und dass er mit Interesse die Erfolge des
sozialistischen Aufbaus verfolgte (Prochorov, 1978, S. 441). Nach dem Besuch der
Sowjetunion verstärkten sich seine Sympathien für die Revolution, schreibt F. Riza-
Zade, Autor des Artikels der Ausgabe von 1926 - 1974 (Smidt, 1934, S. 314). Danach
Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Stefan Zweigs Interaktionen mit russisch-literarischen Kontakten und die Anfänge seiner Bücher im sowjetischen Russland
Untertitel
Literarische Kontakte und politische Instrumentalisierung
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Slawistik)
Note
1
Autor
Jahr
2015
Seiten
32
Katalognummer
V375657
ISBN (eBook)
9783668533196
ISBN (Buch)
9783668533202
Dateigröße
775 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stefan Zweig, Sowjetunion, sowjetische Literaturpolitik, Instrumentalisierung, Berührungspunkte, Skizzzierung, Russland, Literatur, Bücher, Herausgabe
Arbeit zitieren
Roswitha Marangoni (Autor), 2015, Stefan Zweigs Interaktionen mit russisch-literarischen Kontakten und die Anfänge seiner Bücher im sowjetischen Russland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375657

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