In dieser Arbeit soll untersucht werden, inwiefern sich Trendsportarten im Schulunterricht bereits didaktisch begründen lassen und welche Legitimation sie erfahren. Ist die Integration in den Schulsport im Lehrplan oder anderen sportdidaktischen Vorgaben bereits verankert oder nehmen Trendsportarten noch keinen Stellenwert ein? Anhand verschiedener Kriterien, die sich aus der aktuellen Sportpädagogik und dem Lehrplan der Sekundarstufe I Schleswig-Holsteins ableiten, soll in einer didaktischen Analyse die Legitimation verschiedener Trendsportarten im Schulsport begründet werden.
Beachsport, Longboarden, Slackline-Laufen oder Stand-Up-Paddling? Die außerschulische Sportwelt lockt mit immer individuelleren und vielfältigeren Bewegungsaktivitäten. Fast täglich kommt eine neue Art des Sports dazu, die wir in der heutigen Zeit als Trendsportart bezeichnen. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sind die Zielgruppe vielseitiger Trends im Sport und Entwicklungsträger einzelner Trendsportarten, so bilden sie eigene Bewegungskulturen und entwickeln neue Jugendszenen, mit denen sie sich identifizieren und denen sich zugeordnet fühlen.
Es stellt sich die Frage, ob Schule in ihrem Sportunterricht diesen Trends nachkommen und den Vorlieben der Schülerinnen und Schülern gerecht werden kann oder ob sich der Unterricht noch immer an eher traditionellen Sportarten orientiert.
In den letzten Jahren hat sich der Schulsport bereits insofern entwickelt, dass nicht mehr der Leistungsgedanke im Vordergrund steht. Sportunterricht soll mehrperspektivisch sein und kann bzw. soll Kindern ermöglichen, ein positives Selbstkonzept aufzubauen. Dieser Gedankenwechsel beinhaltet gleichzeitig eine Veränderung der Inhalte im Unterricht. Gerade Trendsportarten schaffen im Unterricht Freiräume, in denen sich Schülerinnen und Schülern selbst und Aspekte von Sport auf eine andere Weise kennenlernen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau der Thesis
2. THEORETISCHER HINTERGRUND: TRENDSPORT
2.1 Gesellschaftlicher Wandel
2.2 Trendsportarten
2.2.1 Merkmale von Trendsportarten
2.2.2 Entstehung von Trendsportarten
2.3 Auswahl der Trendsportarten
2.3.1 Rollen und Gleiten
2.3.2 Teamsport
2.3.3 Wassersport
2.3.4 Klettern
2.3.5 Tanz
3. HERMENEUTISCHE ANALYSE
3.1 Darstellung der Befunde- Warum Trendsport in der Schule?
3.2 Aktuelle Sportpädagogik
3.2.1 Fachdidaktisches Konzept
3.2.2 Erlass ,,Lernen am anderen Ort“
3.3 Analyse und Diskussion der Trendsportarten in der Schule
3.3.1 Rollen und Gleiten
3.3.2 Teamsport
3.3.3 Wassersport
3.3.4 Klettern
3.3.5 Tanz
4. FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht, inwieweit Trendsportarten im schulischen Sportunterricht didaktisch begründet werden können und welche Legitimation sie im Rahmen geltender Lehrpläne, insbesondere des Landes Schleswig-Holstein, erfahren. Ziel ist es zu analysieren, ob die Integration moderner Bewegungspraktiken den Anforderungen zeitgemäßer Sportpädagogik entspricht und wie diese in der Schulpraxis umsetzbar sind.
- Gesellschaftlicher Wandel und Entstehung von Trendsportarten
- Methodische Analyse verschiedener Trendsport-Bereiche (Rollen/Gleiten, Teamsport, Wasser, Klettern, Tanz)
- Kriteriengeleitete didaktische Legitimation für den Schulsport
- Herausforderungen in Organisation und Sicherheitsanforderungen (Erlass „Lernen am anderen Ort“)
- Pädagogischer Mehrwert hinsichtlich Motivation und Kompetenzentwicklung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Merkmale von Trendsportarten
Es gibt laut Schwier (2002) verschiedene Merkmale, die Trendsportarten kennzeichnen.
- Stilisierung
Sport ist eine kulturelle Ausdrucksform und wird zu einem Teil des Lebensstils. Man identifiziert sich mit seinem Sport. In diesem Zusammenhang rückt die Szenenbindung an die Stelle des Vereinsleben. Vor allem innerhalb der Szenen kommt es zum Wettstreit um einen Stil, der mit dem Körper und das Sich-Bewegen gelebt wird. Die Selbstdarstellung und Distinktion stehen im Mittelpunkt.
- Beschleunigung
Die Rasanz und Dynamik des Sports, sowie die hohe Aktionsdichte und der schnelle Wechsel von Anforderungen nehmen enorm zu. Durch eine Technisierung des Körpers befindet sich der Sportler im Rausch. Weiterhin werden Sportspiele verändert, z.B. durch Veränderung der Spielerzahl, des Spielfelds oder des Regelwerks, so dass die Spiele an sich viel schneller und attraktiver werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Trendsportarten im Schulsport und Erläuterung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.
2. THEORETISCHER HINTERGRUND: TRENDSPORT: Definition und theoretische Herleitung der Begriffe Trend und Trendsport unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Wertewandel.
3. HERMENEUTISCHE ANALYSE: Detaillierte sportpädagogische Untersuchung der didaktischen Begründung verschiedener Trendsportbereiche im Kontext des Lehrplans.
4. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der didaktischen Legitimation und Empfehlungen für die zukünftige Integration von Trendsportarten in den Unterricht.
Schlüsselwörter
Trendsport, Schulsport, Sportpädagogik, Didaktik, Lehrplan, Bewegungskultur, Mehrperspektivität, Rollen und Gleiten, Teamsport, Wassersport, Le Parcours, HipHop, Kompetenzentwicklung, Sportunterricht, Körpererfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Begründung von Trendsportarten im Sportunterricht der Schule und prüft deren Legitimation innerhalb der aktuellen Bildungspläne.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Es werden fünf Bereiche analysiert: Rollen und Gleiten, Teamsport, Wassersport, Klettern (Le Parcours) sowie Tanz (HipHop).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob Trendsportarten eine sinnvolle Ergänzung zum traditionellen Schulsport darstellen und wie sie didaktisch legitimiert in den Unterricht integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Analyse, um die Passung der Sportarten zu den Zielperspektiven der Sportpädagogik und des Lehrplans zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Überblick, die Erläuterung des Entstehungsmusters von Trends und eine tiefgehende didaktische Analyse der ausgewählten Sportarten.
Welche Kriterien charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Kriterien sind die Grundbildung, die Förderung von Schlüsselkompetenzen, der Erlass „Lernen am anderen Ort“, das Gefahrenpotential sowie die praktische Umsetzbarkeit.
Inwiefern spielt der Erlass „Lernen am anderen Ort“ eine Rolle?
Der Erlass definiert rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen, die besonders für außerschulische Lernorte wie Skateparks oder Gewässer bei Trendsportarten entscheidend sind.
Welche Schwierigkeiten werden bei der Integration von Trendsportarten genannt?
Die Autorin weist auf Hürden wie fehlende Materialressourcen, notwendige Zusatzqualifikationen der Lehrkräfte, hohe Kosten und Sicherheitsaspekte hin.
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- Fenja Jensen (Author), 2015, Didaktische Begründungen von Trendsportarten in der Schule. Eine hermeneutische Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375775