Methoden der Unternehmensfinanzierung durch Anleiheemissionen


Hausarbeit, 2001

11 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Industrieobligation
2.1 Das Wesen der Industrieobligation
2.2 Die Begebung von Industrieobligationen
2.3 Die Ausstattungsmerkmale einer Industrieobligation

3 Sonderformen der Industrieobligation

4 Der Genußschein

5 Die Wandelanleihe

6 Die Optionsanleihe

1 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit gibt einen Überblick über die Methoden der Unter-nehmensfinanzierung durch Anleiheemissionen. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Industrieobligation als Grundform gelegt. Einige Sonderformen der Industrie-obligation werden knapp umrissen. Den Abschluss dieser Arbeit bilden grobe Skizzierungen des Genußscheins sowie der Wandel- und der Optionsanleihe.

2 Die Industrieobligation

2.1 Das Wesen der Industrieobligation

Eine Industrieobligation ist ein langfristiges Kreditfinanzierungsinstrument für In- dustrie, Handels- oder Verkehrsbetriebe. Es handelt sich um ein festverzinsliches Darlehen, das an der Börse gehandelt und von einer Vielzahl von Kreditgebern aufgenommen wird (Bonn/Horsch, 1997, S.2). Insbesondere grossen Aktiengesellschaften wird durch die Emission von Teilschuldverschreibungen die Aufnahme von Fremdkapital ermöglicht. Bei der Finanzierung besonders grosser und langfristiger Investitionsgüter stehen die Unternehmen vor dem Problem, ein Kreditinstitut zu finden, das bereit oder in der Lage ist, das benötigte Kapital über einen langen Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Durch die Zerlegung der Kredit- summe in kleine Teilschuldverschreibungen eröffnen Industrieanleihen die Mög- lichkeit, dass neben grossen institutionellen Investoren wie Kapitalanlagege- sellschaften und Versicherungen auch Privatleute die benötigte Kreditsumme bereitstellen (Wöhe, 1996, S.826). Bzgl. der Kapitalüberlassungsdauer herrschen zwischen Kapitalnehmer und Kapitalgeber häufig unterschiedliche Vorstellungen. Dadurch, dass die Teilschuldverschreibungen in Wertpapieren verbrieft werden, können sie an der Börse gehandelt werden. Die Kündigung der Industrieanleihe seitens der Obligationäre ist nicht möglich, jedoch hat jeder Gläubiger für sich die Möglichkeit, das Kreditverhältnis durch Verkauf der Teilschuldverschreibung an der Börse zu beenden. Der Emittent der Industrieobligation erleidet hierdurch keinen Abfluss an Kreditmitteln, da der Käufer der Anleihe in das bestehende Schuldverhältnis eintritt (Bonn/Horsch, 1997, S.2-3).

Im Gegensatz zu Aktien, die Eigentumsrechte verbriefen, handelt es sich bei Industrieobligationen um Gläubigerpapiere. Der Inhaber der Anleihe hat einen Rechtsanspruch auf die vereinbarten Zinszahlungen und auf die Rückzahlung der nominalen Darlehenssumme. Die befristete Überlassung von Fremdkapital generiert weder Haftungsverpflichtungen, noch leitet sie Stimmrechte oder Leitungsansprüche an dem Unternehmen ab. Im Gegenteil: Im Konkursfalle werden die Anleihen zu den Konkursforderungen gerechnet (Wöhe, 1996, S.826). Die Emission von Industrieanleihen ist in der Regel auf grosse Aktiengesellschaften beschränkt, auch wenn die Ausgabe von Obligationen nicht an eine Unternehmensrechtsform gebunden ist. Die Ausgabekosten für Industrieobligationen sind recht hoch und rentieren sich erst bei einem Emissionsvolumen von mehreren Millionen DM. Die Börseneinführung bedingt einen Zulassungsbetrag von derzeit 500.000 DM. Von seiten des Staates, den Börsen sowie von institutionellen Kapitalanlegern werden bzgl. der Bonität zusätzlich hohe Anforderungen an den Emittenten von Industrieanleihen gestellt.

2.2 Die Begebung von Industrieobligationen

Neben der Möglichkeit der Selbstemission werden Industrieobligationen in der Regel als Fremdemission von einem Bankenkonsortium an den Markt gebracht. Das emittierende Unternehmen kann im Rahmen der Beratungs- und Vertriebsfunktion der Kreditinstitute deren Spezialkenntnisse und Kontakte zu Kapitalanlegern nutzen. Zusätzlich übernehmen die Banken auch das Unterbringungsrisiko der Obligation. Gegen eine Provision stellen die Kreditinstitute dem Emittenten sofort den gesamten Anleihebetrag zur Verfügung und veräussern die Industrieobligation auf eigenes Risiko an die Kapitalanleger. Häufig schliessen sich mehrere Banken in Form einer BGB-Gesellschaft (§705 ff. BGB) zu einem Konsortium zusammen, da die Übernahme einer Anleihe die finanziellen Möglichkeiten eines einzelnen Kreditinstitutes in der Regel übersteigt (Wöhe/Bilstein, 1998, S.173-176).

2.3 Die Ausstattungsmerkmale einer Industrieobligation

Unter den Ausstattungsmerkmalen einer Industrieobligation versteht man die folgenden Anleihebedingungen: Verzinsung, Ausgabe- bzw. Rückzahlungskurs, Laufzeit, Tilgungsmodalitäten und Besicherung. Diese werden im Emissionsprospekt beschrieben. Die Verzinsung einer Industrieobligation ist unabhängig von den Erfolgen des Emittenten. Die Anleihegläubiger haben in der Regel einen Anspruch auf einen festen Nomialzins bzw. auf feste Zinszahlungen. Diese ergeben sich aus der Anwendung des Nominalzinssatzes auf den Nennbetrag der Teilschuldverschreibung. Für die Rendite des Kapitalanlegers ist jedoch nicht die Nominalverzinsung, sondern die Effektivverzinsung entscheidend (Bonn/Horsch, 1997, S.3). Diese hängt von mehreren Faktoren ab: Höhe des Nominalzinssatzes, mittlere Laufzeit der Anleihe, Wahl der Zinsabrechnungs- periode (jährlich oder halbjährlich), Ausgabekurs der Anleihe und Rückzahlungskurs der Anleihe. Stellt die Festlegung des Nominalzinssatzes eine grobe Annäherung an den herrschenden oder erwarteten Marktzins dar, so erfolgt die Feinjustierung über die Höhe des Ausgabe- bzw. Rückzahlungskurs. Liegt z.B. der Ausgabekurs einer Obligation bei 98%, so zahlt der Anleger für eine Anleihe mit einem Nennwert von 1000 DM lediglich 980 DM. Man spricht dann von einer Unterpari-Emission. Der Nominalzinssatz legt jedoch den Nennwert über 1000 DM zugrunde, so dass die effektive Verzinsung über der nominellen liegt. Der Anreiz, die Anleihe zu zeichnen, wird zusätzlich erhöht, wenn der Rückzahlungskurs über pari, also z.B. bei 102% liegt. Die Unterpari-Ausgabe der Industrieanleihe bei gleichzeitiger Überpari-Rückzahlung führt bei dem emittierenden Unternehmen zu einem Disagio. Für je 1000 DM Nennwert der Obligation erhält der Betrieb lediglich 980 DM, er muss jedoch 1020 DM an den Inhaber der Teilschuldverschreibung zurückzahlen. Gemäss §253 Abs.1 HGB muss die Industrieanleihe in der Handelsbilanz zum Rückzahlungskurs bewertet werden. Bzgl. des Disagios besteht ein Wahlrecht: Es kann entweder sofort abgeschrieben oder zunächst als Rechnungsabgrenzungsposten geführt und über die Laufzeit der Obligation planmässig abgeschrieben werden (Wöhe/Bilstein, 1998, S.181+184). Mit der folgenden Formel lässt sich die Effektivverzinsung einer Industrieobligation näherungsweise berechnen:

Nominalzinssatz+((Rückzahlungskurs-Ausgabekurs)/Laufzeit)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

verzinsung Ausgabekurs

Die tatsächliche Effektivverzinsung ist etwas geringer als die durch die o.g. Formel errechnete. Dies liegt hauptsächlich daran, dass das Disagio über die ge- samte Laufzeit verteilt wird, obwohl es erst mit der Rückzahlung der Teilschuld- verschreibung am Ende der Laufzeit fällig wird (Schmalen, 1999, S.625).

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Methoden der Unternehmensfinanzierung durch Anleiheemissionen
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V37605
ISBN (eBook)
9783638368971
ISBN (Buch)
9783638778695
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die vorliegende Hausarbeit gibt einen Überblick über die Methoden der Unter-nehmensfinanzierung durch Anleiheemissionen. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Industrieobligation als Grundform gelegt. Einige Sonderformen der Industrie-obligation werden knapp umrissen. Den Abschluss dieser Arbeit bilden grobe Skizzierungen des Genußscheins sowie der Wandel- und der Optionsanleihe.
Schlagworte
Methoden, Unternehmensfinanzierung, Anleiheemissionen
Arbeit zitieren
Stefan Elfgen (Autor), 2001, Methoden der Unternehmensfinanzierung durch Anleiheemissionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37605

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