Diese Arbeit geht der Frage nach, welche IT-Werkzeuge in welcher Weise bedient werden müssen, um Wettbewerbsvorteile für ein Unternehmen zu schaffen. Für den Bereich Beschaffung eignen sich die elektronische Einkaufsauktion E-Reverse Auction und E-Collaboration als die IT-gestützte Zusammenarbeit mit Lieferanten. Ihrem Image nach reduzieren E-Reverse Auctions zu Lasten des Zulieferers den Einstandspreis und sind daher mit einer konfrontativen Lieferantenbeziehung verbunden. E-Collaboration verspricht dagegen, im Rahmen einer langfristigen Partnerschaft die Gewinne auf beiden Seiten zu erhöhen. Doch lässt sich diese Sichtweise aufrecht erhalten? Wie sich zeigt, bedarf es einer wesentlich differenzierteren Betrachtung. Um dieser Genüge zu tun, entwickelt der Autor auf Basis der aktuellen Literatur eine Theorie, die er in Experteninterviews überprüft und verfeinert. Zahlreiche Abbildungen, praktische Beispiele und ein umfangreiches Stichwortregister erleichtern dem Leser hierbei das Verständnis.
Inhaltsverzeichnis
1 Beschaffungsseitige Wettbewerbsvorteile durch den beziehungsadäquaten Einsatz von Informationstechnologie
1.1 Supplier Relationship Management als das Resultat eines Paradigmenwechsels in der Beschaffung
1.2 Elektronische Werkzeuge zur effizienten Umsetzung eines effektiven Lieferantenmanagements
2 Vorteilhaftigkeit eines IT-gestützten Supplier Relationship Managements
2.1 Intensivierung des Preisdrucks durch E-Reverse Auctions
2.1.1 Ausschreibungen und Auktionen im E-Business
2.1.2 Die Englische Rückwärtsauktion als E-Sourcing-Instrument
2.2 E-Collaboration zur effizienten Integration von Schlüssellieferanten
2.2.1 Mehrdimensionale Erfolgswirkung des Collaborative Engineering
2.2.2 Electronic Data Interchange als Basis gemeinsamer Prozesse
3 E-Sourcing und E-Collaboration in der Praxis
3.1 Vereinbarkeit der E-Reverse Auction mit einer kollaborativen Lieferantenbeziehung
3.2 Die Vorteile der E-Collaboration gegenüber einer Offline-Zusammenarbeit
3.3 Berücksichtigung aktueller statistischer Daten in der eigenen Untersuchung
4 Erfolgreicher Einsatz von E-Collaboration und E-Reverse Auctions in einer kooperativen Lieferantenbeziehung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie E-Collaboration und E-Reverse Auctions die Lieferantenbeziehung im verarbeitenden Gewerbe beeinflussen und welche Wettbewerbsvorteile daraus für Einkäufer erwachsen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie webbasierte Werkzeuge eingesetzt werden können, um sowohl konfrontative als auch kollaborative Lieferantenbeziehungen effizient zu steuern.
- Einsatz von E-Reverse Auctions als Instrument zur Intensivierung des Preiswettbewerbs.
- Integration von Schlüssellieferanten durch E-Collaboration-Tools zur Prozessoptimierung.
- Analyse des Einflusses von IT-Tools auf das "magische Dreieck" aus Kosten, Zeit und Qualität.
- Empirische Überprüfung der Auswirkungen webbasierter Beschaffung auf langfristige Partnerschaften.
Auszug aus dem Buch
Die Englische Rückwärtsauktion als E-Sourcing-Instrument
Bei einer Englischen Rückwärtsauktion unterbieten sich, ausgehend von einem hohen Startpreis, die potenziellen Lieferanten so lange, bis nur noch ein Lieferant verbleibt. Die wiederholte Abgabe offener Echtzeit-Gebote induziert eine wechselseitige Beeinflussung der Reservationspreise und intensiviert auf diese Weise den Preisdruck. Während bei Verkaufsauktionen das Auktionsobjekt i. d. R. vor dem Beginn der Auktion physisch vorhanden ist und detailliert beschrieben werden kann, ist das Auktionsobjekt im Falle der E-Reverse Auction meist eine abstrakte Kaufverpflichtung, deren konkreter Kaufgegenstand vom beschaffenden Unternehmen zunächst genau spezifiziert werden muss.
Die Untersuchung hat zum einen gezeigt, dass E-Reverse Auctions i. d. R. auf Online-Ausschreibungen basieren. Zum andern lässt sich festhalten, dass nicht jede Reverse Auction (auch Inverse Auktion, Rückwärtsauktion oder umgekehrte Versteigerung) eine Beschaffungsauktion und nicht jede Vorwärtsauktion eine Verkaufsauktion sein muss. Weil aber in der Beschaffungs-Praxis vorwiegend Englische Auktionen zum Einsatz kommen, werden die Begriffe Reverse Auction und Beschaffungsauktion in der Literatur meist synonym verwendet. Für die vorliegende Arbeit werden eRA‘s wie folgt definiert:
Bei einer E-Reverse Auction handelt es sich um eine internetbasierte, beschaffungsseitig initiierte Englische Rückwärtsauktion im B2B, die in der Regel einer vorherigen elektronischen Ausschreibung (eRFx) bedarf.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Beschaffungsseitige Wettbewerbsvorteile durch den beziehungsadäquaten Einsatz von Informationstechnologie: Einleitung in die Bedeutung von SRM und dem Einsatz von IT-Tools zur Bewältigung von Wettbewerbsdruck im produzierenden Gewerbe.
2 Vorteilhaftigkeit eines IT-gestützten Supplier Relationship Managements: Theoretische Analyse der Einsatzmöglichkeiten von E-Reverse Auctions und E-Collaboration-Tools zur Optimierung von Lieferantenbeziehungen.
3 E-Sourcing und E-Collaboration in der Praxis: Empirische Untersuchung anhand von Experteninterviews zur Validierung der theoretischen Forschungshypothesen in der Unternehmenspraxis.
4 Erfolgreicher Einsatz von E-Collaboration und E-Reverse Auctions in einer kooperativen Lieferantenbeziehung: Synthese der Ergebnisse mit konkreten Gestaltungsempfehlungen für den Einsatz von E-Collaboration- und Auktionsinstrumenten.
Schlüsselwörter
Supplier Relationship Management, E-Collaboration, E-Reverse Auction, Beschaffung, Lieferantenintegration, Concurrent Engineering, E-Sourcing, EDI, Supply Chain Management, Kostensenkung, Wettbewerbsvorteile, Automobilindustrie, Lieferantenbeziehung, TCO-Ansatz, Prozessintegration.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Einsatz webbasierter Informationstechnologien im Lieferantenmanagement und deren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes.
Welche zwei zentralen IT-Instrumente stehen im Fokus?
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf E-Reverse Auctions zur Sourcing-Unterstützung sowie E-Collaboration-Tools für die langfristige Lieferantenintegration.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird erforscht, wie einzelne webbasierte Werkzeuge die Lieferantenbeziehung beeinflussen und inwieweit daraus messbare Wettbewerbsvorteile für den Einkäufer resultieren.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Arbeit kombiniert eine fundierte theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen qualitativen Untersuchung, basierend auf Experteninterviews mit Vertretern aus Industrie und IT-Branche.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der IT-gestützten Beschaffungsinstrumente und deren anschließende praktische Validierung sowie Zusammenführung zu Handlungsempfehlungen.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem E-Collaboration, E-Reverse Auction, Lieferantenintegration, Supply Chain Management und die Optimierung des "magischen Dreiecks" aus Kosten, Zeit und Qualität.
Wie unterscheidet sich die E-Reverse Auction von konventionellen Verhandlungen?
Die E-Reverse Auction zeichnet sich durch eine Echtzeit-Unterbietungssituation aus, die den Preisdruck durch Simultaneität intensiviert und den Verhandlungsprozess zeitlich deutlich verkürzt.
Warum ist eine klare Kommunikation der Auktionsregeln so wichtig?
Eine transparente Kommunikation verhindert Glaubwürdigkeitsverluste beim Auktionsinitiator und stellt sicher, dass die Lieferanten verstehen, wie die Vergabeentscheidung unter Berücksichtigung von Preis, Zeit und Qualität getroffen wird.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm. Peter Kleusberg (Author), 2009, E-Collaboration und E-Reverse Auctions zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen im Verarbeitenden Gewerbe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377271