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Der Wiener Kongress und die Etablierung einer europäischen Staaten- und Friedensordnung ("Wiener Ordnung")

Title: Der Wiener Kongress und die Etablierung einer europäischen Staaten- und Friedensordnung ("Wiener Ordnung")

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 47 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Johannes Ehrengruber (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Als die sechste antinapoleonische Koalition siegreich aus den Befreiungskriegen hervorging und Napoleon Mitte April 1814 abdanken und ins Exil nach Elba gehen musste, stellte sich nach über 20 Jahren Krieg, territorialen und politischen Umwälzungen, und französischer Hegemonie die Frage nach einer Neuordnung des europäischen Staatensystems und der (Wieder-) Herstellung einer auf einem Gleichgewicht beruhenden Staatenordnung, die den europäischen Frieden tragfähig und dauerhaft gewährleisten sollte. Nichts geringeres als dieses Primärziel hatten sich die europäischen Souveräne und ihre Bevollmächtigten auf dem vom Oktober 1814 bis Juni 1815 abgehaltenen Wiener Kongress als Aufgabe auferlegt. Durch geschickte Verhandlungen und pragmatische Kompromisse gelang es den Großmächten auf dem Kongress eine Ordnung zu etablieren, die für fast vier Jahrzehnte, bis zum Ausbruch des Krimkrieges 1853, Frieden zwischen den Großmächten schuf. Doch wie versuchte man die angestrebte Friedensordnung auf dem Kongress zu erreichen und welche Hauptzielsetzungen, Ergebnisse und Leitprinzipien und diesbezüglichen Bestimmungen und Maßnahmen kennzeichneten sie primär? Diese Arbeit wird sich diesen Fragen annehmen und befasst sich daher folglich mit der auf dem Wiener Kongress durch die Großmächte etablierten europäischen Staaten- und Friedensordnung und den sie kennzeichnenden primären Ergebnissen, Hauptzielsetzungen und Leitprinzipien sowie einigen vereinbarten potentiell friedenssichernden Bestimmungen und Maßnahmen.
Im ersten Punkt des Hauptteils (2. Punkt der Arbeit) wird auf die Vorgeschichte und Ausgangssituation des Wiener Kongresses, namentlich das militärische Ende Napoleons und den Erste Pariser Frieden, eingegangen, um dem Leser einen prägnanten Überblick darüber zu geben, wie es überhaupt zu einem solchen allgemeinen Staatenkongress in Wien kam, welche Aufgaben diesem Kongress zugedacht waren und welchen Charakter diesbezüglich der Erste Pariser Frieden besaß. Der zweite Punkt des Hauptteils (3. Punkt der Arbeit) befasst sich mit den am Kongress teilnehmenden und die „Wiener Ordnung“ etablierenden Großmächte, ihren Hauptvertretern und den jeweiligen primären Einzelinteressen, um dem Leser aufzuzeigen, welche machtpolitischen und einzelstaatlichen Ziele und Politiken die Verhandlungen des Kongresses neben dem kollektiven Primärziel der Schaffung einer für alle tragfähigen Staaten- und Friedensordnung im wesentlichen prägten und welche Konfliktlinien zwischen den....

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte und Ausgangssituation: Das militärische Ende Napoleons und der Erste Pariser Frieden

3. Die am Kongress teilnehmenden und die „Wiener Ordnung“ etablierenden Großmächte: Ihre Bevollmächtigten und Interessen

4. Die Etablierung und Charakteristika der „Wiener Ordnung“: Leitprinzipien, politische Hauptzielsetzungen, Ergebnisse und potentiell friedenssichernde Bestimmungen und Maßnahmen

4.1 Legitimität, Autorität, Solidarität und Intervention, Restauration bzw. Restitution sowie europäisches Gleichgewicht („Balance of Power“)

4.2 Gebiets- und Grenzbestimmungen: Territoriale Veränderungen und Neuordnung im Sinne der Gleichgewichtskonzeptionen

4.3 Frieden durch Handel und Internationalisierung der europäischen Flussschifffahrt? Wirtschafts-, handels- und verkehrspolitische Grundlinien, Bestimmungen und Entscheidungen

4.4 Europäisches Konzert der Großmächte („Concert européen“ bzw. Pentarchie) und die Einrichtung eines Konferenzsystems zur Wahrung des Friedens und der Ordnung

5. Fazit / Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Etablierung der „Wiener Ordnung“ nach dem Sturz Napoleons. Ziel ist es, die zentralen Leitprinzipien, die machtpolitischen Interessen der beteiligten Großmächte sowie die daraus resultierenden territorialen und diplomatischen Bestimmungen zu analysieren, die das europäische Staatensystem über Jahrzehnte stabilisierten.

  • Historischer Kontext der napoleonischen Kriege und des Ersten Pariser Friedens
  • Machtpolitische Interessen und diplomatische Strategien der fünf Großmächte
  • Leitprinzipien: Legitimität, Restauration, Solidarität und Gleichgewicht
  • Internationale Zusammenarbeit durch das System der Pentarchie und Konferenzen
  • Wirtschaftliche und verkehrspolitische Neuordnung der europäischen Flussschifffahrt

Auszug aus dem Buch

4.1 Legitimität, Autorität, Solidarität und Intervention, Restauration bzw. Restitution sowie europäisches Gleichgewicht („Balance of Power“)

Das zeitgenössische Schlagwort Legitimität stellte eines der zentralen Prinzipien des Wiener Kongresses und der Wiener Ordnung dar und sollte primär zur Begründung der Rechtmäßigkeit der neu durch die Großmächte zu etablierenden, wieder auf stabilen monarchischen und dynastischen Grundlagen fußenden Friedens- und Staatenordnung dienen. Das Legitimitätsprinzip betonte die Rechtmäßigkeit (Legitimität) der Herrschaft der dynastischen Fürstenhäuser auf Grundlage der Geburt, tradierter und althergebrachter Rechte, Tradition und des Gottesgnadentums und begründete damit auch den potentiellen Anspruch der durch Napoleon vertriebenen, abgesetzten und entmachteten Dynastien (u. a. Bourbonen, Welfen, Haus Braunschweig usw.) des Ancien Régime auf Wiedereinsetzung in die Herrschaft (Restitution; siehe dazu weiter unten).

So ermöglichte z. B. die erfolgreiche Durchsetzung der Wiedereinsetzung der französischen Bourbonen (Ludwig XVIII.) Talleyrand, einem Hauptverfechter des Legitimitätsprinzips, auf dem Kongress, [...] die monarchische Legitimität im allgemeinen zum Gegenprinzip gegen die Revolution zu erheben und dem Konzert der Mächte auf diese Weise einen Leitbegriff für seine Politik der Friedenssicherung an die Hand zu geben. Die aus dem Legitimitätsprinzip hergeleiteten Restitutionsansprüche mancher abgesetzter oder entmachteter Fürsten mussten jedoch indes auf dem Kongress oft Stabilitätsüberlegungen weichen. Denn wo die Berufung auf althergebrachte, jedoch durch die Macht des Faktischen der vergangenen Jahrzehnte durchbrochene Herrschaftsrechte Instabilisierung der neuen Ordnung bedeutet hätte, war eine Restitution nach Meinung vor allem Metternichs ausgeschlossen. Diese „Durchbrechung[en] der legitimistischen Kontinuität“ wurden dann von den maßgeblich bestimmenden Akteuren als rechtmäßig und rechtsbeständig erachtet. Das „[...] Stabilitätsbedürfnis [der maßgeblich bestimmenden Akteure] scheute die Wiederherstellung alter Rechtszustände, wo sie eine neue Umwälzung [und damit neue Spannungen und Konflikte] bedeutet[hätte]. Dem Prinzip der Legitimität zog das Prinzip der Stabilität eine feste Grenze“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Ausgangslage nach dem Sieg über Napoleon und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Etablierung einer dauerhaften europäischen Friedensordnung.

2. Vorgeschichte und Ausgangssituation: Das militärische Ende Napoleons und der Erste Pariser Frieden: Dieses Kapitel analysiert das Scheitern Napoleons und die darauf folgenden diplomatischen Rahmenbedingungen, die den Weg für den Wiener Kongress ebneten.

3. Die am Kongress teilnehmenden und die „Wiener Ordnung“ etablierenden Großmächte: Ihre Bevollmächtigten und Interessen: Der Abschnitt beleuchtet die individuellen Ziele und Machtansprüche der fünf europäischen Hauptakteure sowie deren Rolle innerhalb der Verhandlungen.

4. Die Etablierung und Charakteristika der „Wiener Ordnung“: Leitprinzipien, politische Hauptzielsetzungen, Ergebnisse und potentiell friedenssichernde Bestimmungen und Maßnahmen: Hier werden die zentralen Prinzipien der Neuordnung sowie die praktischen Maßnahmen zur Friedenssicherung und territorialen Stabilisierung detailliert erörtert.

5. Fazit / Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen und bewertet die Wirksamkeit der Wiener Ordnung als Instrument zur Vermeidung großflächiger Konflikte im 19. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Wiener Kongress, Wiener Ordnung, Pentarchie, Legitimität, Restauration, Mächtegleichgewicht, Balance of Power, Interventionspolitik, Europäisches Konzert, Diplomatie, Territoriale Neuordnung, Flussschifffahrt, Metternich, Talleyrand, Friedenssicherung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Strukturen der europäischen Staaten- und Friedensordnung, die durch den Wiener Kongress 1814/1815 geschaffen wurde.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die machtpolitischen Interessen der Großmächte, die Anwendung von Prinzipien wie Legitimität und Gleichgewicht sowie die praktische Implementierung eines internationalen Konferenzsystems.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie es den Großmächten gelang, nach der napoleonischen Ära eine über Jahrzehnte stabile Friedensordnung zu etablieren, welche Leitprinzipien sie dabei verfolgten und welche Kompromisse notwendig waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Bearbeitung genutzt?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung relevanter zeitgenössischer Quellen und umfassender Fachliteratur basiert.

Was wird im umfangreichen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Ausgangssituation, die Interessen der fünf Großmächte, die ideologischen Grundpfeiler der neuen Ordnung (wie das Gleichgewicht der Mächte) sowie deren konkrete Umsetzung in territorialen und wirtschaftlichen Fragen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind das „Europäische Konzert“, die „Pentarchie“, das Prinzip der „Legitimität“ sowie die „Balance of Power“ als Instrument der Stabilität.

Welche Rolle spielt das „Prinzip der Legitimität“ für die Wiener Ordnung?

Das Prinzip diente dazu, die Herrschaft der dynastischen Häuser zu legitimieren und eine Rückkehr zu den vorrevolutionären Verhältnissen zu rechtfertigen, wobei es jedoch bei praktischen Stabilitätsbedürfnissen an seine Grenzen stieß.

Wie bewertet der Autor das „Europäische Konzert“ im Hinblick auf spätere Konflikte?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Konzert als deeskalierendes System zwar einen großen europäischen Krieg für mehrere Jahrzehnte verhindern konnte, aber durch die Revolutionsereignisse 1848/49 und spätere machtpolitische Spannungen zunehmend an Wirksamkeit einbüßte.

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Details

Title
Der Wiener Kongress und die Etablierung einer europäischen Staaten- und Friedensordnung ("Wiener Ordnung")
College
University of Marburg  (Seminar für Neuere Geschichte - Frühe Neuzeit)
Grade
1,5
Author
Johannes Ehrengruber (Author)
Publication Year
2017
Pages
47
Catalog Number
V377320
ISBN (eBook)
9783668546981
ISBN (Book)
9783668546998
Language
German
Tags
Wiener Kongress Wiener Ordnung Friedensordnung Staatenordnung Großmächte Europäisches Konzert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Ehrengruber (Author), 2017, Der Wiener Kongress und die Etablierung einer europäischen Staaten- und Friedensordnung ("Wiener Ordnung"), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377320
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