Denkmalschutz heute. Kultureller Stil oder finanzielle Verschwendung?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Denkmalschutz heute

1 Einleitung
1.1 Anlass
1.2 Ziel der Belegarbeit
1.3 Arbeitsmethoden

2 Der Zweck des Denkmalschutzes

3 Die Bibliotheca Albertina in Leipzig
3.1 Historie
3.2 Nutzung in der Gegenwart
3.3 Denkmalschutzauflagen
3.4 Aufwand und Kosten

4 Ergebnis

5 Literatur - und Quellenverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Anlass

Die Stadt Leipzig verfügt über zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Denkmäler. Der Begriff Denkmalschutz ist vielen geläufig, jedoch verbirgt sich weit mehr dahinter, als es den Anschein gibt.

Neben den klassischen Bauten der Antike und des Mittelalters (ca. 6. - 16. Jahrhundert n.Chr.) gibt es sehr viele Bauwerke der Neuzeit, speziell aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert n.Chr., die als kulturell schützenswert gelten. Das Spannungsverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen des Denkmalschutzes bildet die Grundlage dieser Belegarbeit.

1.2 Ziel der Belegarbeit

Am Beispiel der Bibliotheca Albertina, einem Standort der Universitätsbibliothek der Stadt Leipzig untersucht der Verfasser folgende Kernfrage:

Denkmalschutz heute - finanzielle Verschwendung oder kultureller Stil?

1.3 Arbeitsmethoden

Der Verfasser erläutert den Begriff des Denkmalschutzes und gibt einen Überblick über dessen Zweck.

Für die Ausarbeitung betrachtet der Verfasser die Historie der Bibliotheca Albertina, deren heutige Nutzung, sowie die geltenden Denkmalschutzauflagen und die damit verbundenen Kosten anhand von einschlägiger Literatur und fundierten Expertenmeinungen.

Die kritische Auseinandersetzung mit konträren Auffassungen bildet die Grundlage für das vom Verfasser vorgetragene Ergebnis.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Der Zweck des Denkmalschutzes

Den Zweck des Denkmalschutzes beschreibt die Präambel der Satzung der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz wie folgt:

„Die Erhaltung unseres Kulturguts als Erbe und Fundament der Menschen in unserem Land ist zentrale Aufgabe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Zeugnisse aus vielen Jahrhunderten prägen unsere Dörfer, Städte und Kulturlandschaften und zeugen von unserer großen regionalen Vielfalt. [...]“

Um die Zweckmäßigkeit des Denkmalschutzes zu veranschaulichen, ist es erforderlich, die Erinnerungswerte und die Gegenwartswerte zu betrachten.

Erinnerungswerte beschreiben das Alter und den sichtbaren Verfall von Denkmälern, dem auch nicht gegen gewirkt werden soll. Gleichlautend beschreiben sie auch den historischen Wert, dem zufolge ein Denkmal erhalten, aber nicht verändert werden darf.[1]

Gegenwartswerte unterteilen sich in den Gebrauchswert eines Denkmals, also die Nutzbarkeit und in den Kunstwert.[2]

Zwischen den von Alois Riegl Anfang des 20. Jahrhunderts festgestellten Werten bestehen Spannungsverhältnisse, die eine eindeutige Definition von Kriterien für eine Denkmalschutzwürdigkeit nur sehr bedingt zulassen.

Mit dem im Jahr 1902 im Deutschen Reich eingeführten Denkmalrecht als Ursprung des heute geltenden Denkmalschutzgesetzes wurde erstmals ein juristischer Rahmen geschaffen, in dem die Definition, der Schutz, der Umgang und die finanzielle Förderung zur Instandsetzung von Denkmälern geregelt ist.

Der Staat trägt die Verantwortung für den Schutz, die Pflege und den Erhalt von Denkmälern. In Form von Gesetzen wurde der staatlichen Denkmalverwaltung ein Instrument gegeben, mit dem wirksam Einhaltung und Umsetzung des Denkmalschutzes gewährleistet werden kann.[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1 Historie

Die Bibliotheca Albertina wurde nach dem damaligen König Albert von Sachsen (23.04.1828 - 19.06.1902) benannt. Diesen Namen erhielt sie im Jahr 1891, als der Bau der Bibliothek im Stile der Neorenaissance durch den Architekten Arwed Roßbach abgeschlossen wurde. Die Bibliotheca Albertina ist Teil der 1409 gegründeten Landesbibliothek Leipzig.[4] Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges 1945 wurde die Bibliothek nahezu vollständig durch Bombeneinschläge zerstört.

Trotz intensiver Bemühungen um den Wiederaufbau konnten in den Jahren ab 1945 bis 1990 nur einzelne Teile der Bibliothek wiederhergestellt werden. Hierzu zählen bspw. diverse Magazinbereiche, in denen bis 1946 ca. 600.000 Bücher neu geordnet und benutzbar untergebracht wurden.

Der Erhalt und die Rekonstruktion der Bibliotheca Albertina wurden seitens der Regierung der ehem. DDR immer wieder verhindert. So wurden notwendige Gelder minimiert oder ganz gestrichen und anderen vermeintlich vordringlicheren Bauprojekten Vorrang gegeben.

Der Zustand der Bibliothek verschlechterte sich hierdurch über die Jahrzehnte deutlich. Ganze Gebäudeteile mussten wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Der Mangel an Material und Geld machte den Erhalt nahezu unmöglich.

Im Dezember 1989 wurde dem Institut für Denkmalpflege, zusammen mit dem Architektenbüro HJW & Partner, ein konzeptioneller Entwurf für den Wiederaufbau der Bibliotheca Albertina vorgelegt. Parallel erfolgte ein Spendenaufruf durch die Bibliotheksleitung. Schließlich wurde die Konzeption mit diversen Auflagen genehmigte und am 08.07.1994 begannen die Arbeiten zur Wiederherstellung, die 2002 abgeschlossen wurden.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Nutzung in der Gegenwart

Die Bibliotheca Albertina befindet sich in der Beethovenstraße 6 in Leipzig, im sog. Musikerviertel.

Der Schwerpunkt liegt auf den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Gegenwärtig bietet die Einrichtung 850 Arbeitsplätze und verfügt über ein umfangreiches Repertoire von Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und Nicht-Buch­Medien, also Kassetten, Schallplatten, CDs und DVDs. Daneben gibt es die Möglichkeit der Recherche in der elektronischen Zeitschriftenbibliothek über die Internetseite der Bibliotheca Albertina.

Auf insgesamt vier Etagen mit 31.000 Quadratmetern können Studierende täglich in den bis zu 3,2 Millionen gelagerten Magazinbänden, davon allein ca. 240.000 in den Freihandbereichen lesen.

Abbildung eines Etagenplans der Bibliothek 7

Alle Bücher der Bibliothek zusammen genommen entsprechen einer Gesamtlänge von 60 km.

Die Bibliothek weist eine enorme Nutzungsfrequenz auf. So wurden bspw. im Jahr 2003, also nur zwei Jahre nach der offiziellen Wiedereröffnung insgesamt 1.261.793 Kopien an den verfügbaren Geräten erstellt.[6] [7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1]Zitat: Präambel d. Satzung DSD 2014 Bacher, S. 74f.

[2]Bacher, S. 85

[3]Savigny-Stiftung, Band 85, Heft 1, S. 627

[4]Handbuch hist. Buchbestände, S. 36-37

[5]Berliner Handreichungen, Heft 151, S. 15-17

[6] Quelle: https://www.ub.uni-leipzig.de/typo3temp/pics/9389f45600.ipg. 16.04.2016, Uni Leipzig

[7] Berliner Handreichungen, Heft 151, S. 36

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Denkmalschutz heute. Kultureller Stil oder finanzielle Verschwendung?
Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V377826
ISBN (eBook)
9783668594081
ISBN (Buch)
9783668594098
Dateigröße
1053 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
denkmalschutz, kultureller, stil, verschwendung
Arbeit zitieren
Sven Leichsenring (Autor:in), 2016, Denkmalschutz heute. Kultureller Stil oder finanzielle Verschwendung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377826

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