Viele Lernende haben trotz des Schriftspracherwerbs in der Grundschule auch in der Sekundarstufe immer noch Schwierigkeiten, orthografische Regelmäßigkeiten zu erkennen und diese innerhalb ihrer Texte umzusetzen. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, die Rechtschreibleistungen der Lernenden auch in der Sekundarstufe weiterhin zu fördern, indem selbst geschriebene Texte rechtschreiblich untersucht werden. Die Zielsetzung ist, die darin enthaltenen Fehler eigenständig zu finden und zu verbessern.
Ziel dieser pädagogischen Facharbeit ist es, für eine Klasse der 7. Jahrgangsstufe eine integrative kompetenzorientierte Unterrichtseinheit zu entwickeln, mit deren Hilfe eine Verbesserung der Rechtschreibleistungen erreicht werden soll. Dieser Zielsetzung liegen zwei zentrale Fragestellungen zugrunde: Wie können die Rechtschreibleistungen im Rahmen einer integrativen kompetenzorientierten Unterrichtseinheit zur Sprachhandlungssituation "Rezepte schreiben" verbessert werden? und: Entspricht die gewählte Vorgehensweise den Bedürfnissen der Lernenden?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Facharbeit
1.2 Aufbau der Untersuchung
2 Der integrative kompetenzorientierte Deutschunterricht
2.1 Kompetenzbereich „Schreiben“
2.1.1 Bedeutung und Funktion der Schriftlichkeit
2.1.2 Schreibkompetenz und Schreibentwicklung
2.1.3 Der Schreibprozess
2.1.4 Anforderungen an den integrativen kompetenzorientierten Schreibunterricht
2.1.5 Das Sprachhandlungskonzept „Rezepte schreiben“
2.2 Kompetenzbereich „Sprache untersuchen und reflektieren“
2.2.1 Die orthografische Norm
2.2.2 Die Prinzipien der Orthografie
2.2.3 Das Prozess- und Erwerbsmodell des Rechtschreibens
2.2.3.1 Kognitive Prozesse beim Rechtschreiben
2.2.3.2 Entwicklungsstufen der kognitiven Rechtschreibung
3 Integrativer kompetenzorientierter Rechtschreibunterricht
3.1 Der Begriff Rechtschreibkompetenz
3.2 Didaktische Konsequenzen für einen integrativen kompetenzorientierten Rechtschreibunterricht
3.3 Die Struktur des integrativen kompetenzorientierten Rechtschreibunterrichts
3.3.1 Eingangsdiagnose
3.3.2 Kognitive Schulung der Rechtschreibkompetenz
3.3.3 Üben und Anwenden
3.3.4 Reflexion und Evaluation
4 Eine integrative Unterrichtseinheit zur Förderung der Rechtschreibleistungen
4.1 Angestrebter Kompetenzzuwachs innerhalb der Einheit
4.2 Allgemeine und spezifische Lernvoraussetzungen
4.3 Eingangsdiagnose
4.4 Darstellung der Unterrichtseinheit
4.5 Zielsetzung
4.6. Struktur der Unterrichtseinheit
4.7 Didaktisch-methodische Kommentierung und Dokumentation eines Beispiels aus der Praxis
4.7.1 Rechtschreibförderung anhand eigener Rezepte
4.7.2 Ausprobieren der selbstverfassten Rezepte
4.8 Evaluation
4.8.1 Evaluation der Lerngruppe
4.8.2 Entwicklung der Rechtschreibkompetenz zweier Lernender
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Rechtschreibleistungen einer siebten Klasse an einer integrierten Gesamtschule durch eine integrative, kompetenzorientierte Unterrichtseinheit, die das Sprachhandlungskonzept „Rezepte schreiben“ nutzt, zu verbessern und zu fördern. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob durch diese spezifische Methode die Leistungen gesteigert werden können und ob der gewählte Ansatz den individuellen Bedürfnissen der Lernenden gerecht wird.
- Integrativer Deutschunterricht und Verbindung von Schreiben und Rechtschreiben
- Prozessorientierter Schreibunterricht durch das Konzept „Rezepte schreiben“
- Qualitative Fehleranalyse zur Ermittlung individueller Fehlerschwerpunkte
- Strategiegeleiteter Rechtschreibunterricht und kognitive Schulung
- Individualisierte Förderung durch Differenzierung und Stationsarbeit
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Der Schreibprozess
Der traditionelle Aufsatzunterricht war völlig auf den fertigen Text ausgerichtet, der an die klassischen Darstellungsformen, wie zum Beispiel den Bericht, die Beschreibung und die Erörterung, gebunden war. Mithilfe der Erkenntnisse der Schreibforschung entwickelte er sich weg vom perfekten Endprodukt hin zur Orientierung am Schreibprozess (vgl. Fix, 2008, S. 36). Der fertige Text ist heute immer noch von besonderer Wichtigkeit, aber die Phasen der Planung und der Überarbeitung erhalten ein stärkeres Gewicht, da diese das eigentliche Schreibenlernen erst ausmachen. Insbesondere das Überarbeiten erhält große Aufmerksamkeit, denn auch Kinder und Jugendliche sollen lernen, was Erwachsene meist intuitiv ausführen, denn zumeist schreiben diese nicht einfach drauf los, sondern überarbeiten Texte nach dem ersten Schreiben (vgl. Payrhuber, 2016, S. 4).
Das Schreiben von Texten ist schwer, denn es werden „gleichermaßen emotionale, kognitive, soziale und sprachliche Aspekte berührt“ (ebd.S. 5). Motivationale Vorgänge mit kognitiven und emotional-affektiven Komponenten sind die Grundlage jeden Schreibens, das bedeutet, dass Lernende ohne jegliche Motivation nicht schreiben würden. Nicht außer Acht zu lassen sind auch „Schreibanlass, emotionale Lage des Schreibers, Vorstellungen vom Adressaten, Ort und Zeit der Textproduktion, […], inhaltliches Vorwissen, kognitive Fähigkeiten [und] emotionale Fähigkeiten“ (Payrhuber, 2016, S. 5).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Rechtschreibförderung in der Sekundarstufe und formuliert das Ziel, durch ein integratives Konzept die Leistungen der Klasse zu verbessern.
2 Der integrative kompetenzorientierte Deutschunterricht: Dieses Kapitel erläutert die fachdidaktischen Grundlagen für den Schreib- und Rechtschreibunterricht sowie das Prozess- und Erwerbsmodell beim Erlernen der deutschen Orthografie.
3 Integrativer kompetenzorientierter Rechtschreibunterricht: Hier wird die Struktur eines prozessorientierten Unterrichts dargelegt, die von einer Eingangsdiagnose über kognitive Schulung bis hin zur Reflexion reicht.
4 Eine integrative Unterrichtseinheit zur Förderung der Rechtschreibleistungen: Dieses Kapitel beschreibt die praktische Anwendung des Konzepts anhand der Unterrichtseinheit „Rezepte schreiben“, einschließlich Evaluation und Fallbeispielen.
5 Fazit: Das Fazit bilanziert den Erfolg der Unterrichtseinheit und reflektiert kritisch über die Notwendigkeit fortlaufender individueller Förderung im Rechtschreibunterricht.
Schlüsselwörter
Rechtschreibkompetenz, Schreibunterricht, integrative Unterrichtseinheit, Sprachhandlungskonzept, Rezepte schreiben, Fehleranalyse, Rechtschreibstrategien, Prozessorientierung, kognitive Schulung, Differenzierung, Sekundarstufe, Kompetenzorientierung, Schriftspracherwerb, orthografische Norm, Lernvoraussetzungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Facharbeit untersucht, wie die Rechtschreibleistungen von Schülerinnen und Schülern einer siebten Klasse durch ein integratives Unterrichtsvorhaben gezielt verbessert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig den prozessorientierten Schreibunterricht, die kognitiven Grundlagen des Rechtschreiblernens, die qualitative Fehleranalyse sowie die praktische Umsetzung einer kompetenzorientierten Unterrichtseinheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Entwicklung und Erprobung einer integrativen Unterrichtseinheit zum Thema „Rezepte schreiben“, um zu klären, inwiefern dies die Rechtschreibleistungen der Lernenden verbessern kann und ob der Ansatz ihren Bedürfnissen entspricht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative Fehleranalyse der Schülertexte sowie auf die Auswertung von Lernfortschritten im Rahmen eines prozessorientierten und strategiegeleiteten Unterrichts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Schreibprozesse, Rechtschreibmodelle) erörtert, gefolgt von einer detaillierten Darstellung der durchgeführten Unterrichtseinheit und deren Evaluation bei den Lernenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Rechtschreibkompetenz, prozessorientierter Schreibunterricht, Fehleranalyse, Strategielernen und Kompetenzorientierung.
Warum wurde das Thema „Rezepte schreiben“ für die Einheit gewählt?
Das Konzept ermöglicht eine hohe Adressatenorientierung und einen praktischen Nutzen (Kochbuch), was die Motivation der Lernenden steigert und Rechtschreibung in einen sinnvollen, handlungsorientierten Kontext einbettet.
Welche Rolle spielt die qualitative Fehleranalyse in der Arbeit?
Sie dient dazu, statt nur die Anzahl der Fehler zu zählen, die zugrunde liegenden Fehlertypen zu verstehen, um darauf basierend eine passgenaue, individuelle Förderplanung für die Schüler zu entwickeln.
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- Anonym (Author), 2017, Verbesserung von Rechtschreibbleistungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377921