Wie viel Türkisches ist im Tatarischen zu finden? Hört es sich nur ähnlich an oder gibt es, grammatikalisch gesehen, weitere Gemeinsamkeiten? Eine genaue Sprachanalyse soll ebendiese Fragen untersuchen. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, sind Kenntnisse der türkischen Sprache und ihrer grammatikalischen Regeln erforderlich.
Zunächst soll jedoch nicht der Bezug zur Sprache gezogen, sondern das tatarische Volk, seine Geschichte und Kultur in Betracht genommen werden. Anschließend erfolgt die Sprachanalyse des Tatarischen im Vergleich zum Türkischen, durch welche ein abschließendes Fazit ermöglicht werden soll, ob und inwiefern türkische Elemente im Tatarischen zu finden sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Tataren
3. Tatarstan
3.1 Religionen
3.2 Bildung
4. Sprachanalyse
4.1 Geschichte
4.2 Das Alphabet
4.3 Die Vokalharmonie
4.4 Suffixe
4.5 Wortbildungen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das tatarische Volk und die tatarische Sprache mit dem Ziel, Gemeinsamkeiten und strukturelle Parallelen zum Türkischen aufzuzeigen und so die Verwandtschaft der beiden Turksprachen wissenschaftlich zu beleuchten.
- Historischer und kultureller Kontext der Tataren
- Die demografische und religiöse Struktur Tatarstans
- Vergleichende Analyse der Sprachgeschichte und Schriftsysteme
- Grammatikalische Untersuchung der Vokalharmonie und Kasusendungen
- Morphologische Analyse von Suffixen und Wortbildungen
Auszug aus dem Buch
4.3 Die Vokalharmonie
Sobald die kyrillische Schrift in das Lateinische transkribiert wird, lassen sich Bezüge zum Türkischen nehmen. Wie im Türkischen werden auch im Tatarischen alle Wörter klein geschrieben. Ausnahmen bilden die Satzanfänge und Eigennahmen. Ein grammatikalisches Geschlecht, welches wie in der deutschen Sprache das Substantiv in Maskulinum, Femininum oder Neutrum einteilt, ist nicht vorhanden. Auch ersparte man sich, wie im Türkischen auch, die Verwendung von bestimmten Artikeln, welche im deutschen Sprachgebrauch für viele ein Dorn im Auge sind. Beide Sprachen sind SOV-Sprachen, d.h. ihre Sätze beginnen mit dem Subjekt, worauf das Objekt folgt. Das Verb steht am Satzende.
Ein weiteres Hauptmerkmal des Tatarischen ist ebenfalls bekannt: die Vokalharmonie. Diese gibt vor, dass in einem Wort entweder nur helle bzw. vordere oder nur dunkle bzw. hintere Vokale vorhanden sein dürfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Motivation der Autorin, die durch den Eurovision Song Contest auf die Ähnlichkeiten zwischen dem Tatarischen und Türkischen aufmerksam wurde und daraus die Forschungsfrage ableitet.
2. Die Tataren: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über das tatarische Volk, deren Herkunft und die Rolle der Goldenen Horde sowie die späteren gesellschaftlichen Entwicklungen.
3. Tatarstan: Es wird die Republik Tatarstan als Teil der Russischen Föderation vorgestellt, wobei insbesondere die demografische Zusammensetzung, die Bedeutung der Religion und das Bildungswesen beleuchtet werden.
4. Sprachanalyse: Der Hauptteil bietet eine fundierte sprachwissenschaftliche Untersuchung, die von der historischen Einordnung über das Alphabet bis hin zu grammatikalischen Besonderheiten wie Vokalharmonie und Suffixbildung reicht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Tatarische trotz der Nutzung des kyrillischen Alphabets eine enge grammatikalische Verwandtschaft zum Türkischen aufweist.
Schlüsselwörter
Tatarisch, Türkisch, Turksprachen, Tatarstan, Kasantatarisch, Vokalharmonie, Sprachanalyse, Grammatik, Suffixe, Schriftsystem, Kyrillisch, Lateinisches Alphabet, Wolgabulgaren, Agglutination, Kulturgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der tatarischen Sprache und ihrem Vergleich zur türkischen Sprache, um die strukturellen Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden Turksprachen aufzudecken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die historische Identität der Tataren, der soziokulturelle Kontext Tatarstans sowie eine detaillierte sprachvergleichende Untersuchung der Grammatik und Morphologie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie viel "Türkisches" im Tatarischen enthalten ist und ob die Sprachen lediglich eine ähnliche Herkunft teilen oder auch grammatikalisch stark korrespondieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Sprachanalyse, bei der die tatarische Grammatik (unter Verwendung einer lateinischen Transkription des kyrillischen Textes) mit den bekannten Regeln des Türkischen abgeglichen wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der tatarischen Sprache, eine Untersuchung der Schriftsysteme, die Analyse der Vokalharmonie, Kasusendungen und diverse Aspekte der Wortbildung mittels Suffixen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Tatarisch, Türkisch, Turksprachen, Vokalharmonie, Sprachvergleich und Agglutination charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Vokalharmonie im Vergleich der beiden Sprachen?
Die Vokalharmonie ist ein zentrales Bindeglied; die Autorin zeigt auf, dass beide Sprachen das Prinzip der Unterteilung in vordere und hintere Vokale nutzen und fast identische Regelwerke anwenden.
Wie beeinflusst das Schriftsystem die Wahrnehmung der Sprache?
Das kyrillische Alphabet vermittelt laut Autorin den falschen Eindruck, das Tatarische sei stark mit dem Russischen verbunden, während die Transkription ins Lateinische die Nähe zum Türkischen sofort verdeutlicht.
Was ist eine besondere morphologische Erkenntnis der Autorin?
Die Autorin hebt hervor, dass das Tatarische spezifische Suffixe zur Diminutivbildung oder das Äquativsuffix "-daj" besitzt, die so im modernen Türkischen nicht existieren.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin am Ende?
Sie kommt zu dem Schluss, dass das Tatarische, trotz historischer Isolation und fremder Schriftsysteme, fast wie ein Dialekt des Türkischen erscheint, wenn man die Vokal- und Konsonantenverschiebungen berücksichtigt.
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- Tugba Gül (Author), 2017, Die Tataren und das Tatarische. Sprachanalyse einer Turksprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378577