Hegels Ästhetik des Hässlichen


Hausarbeit, 2004
16 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Problemstellung

3. Hässliches als Unästhetisches
3.1 Biographie
3.2 Hegels Philosophie
3.3 Hegels Ästhetik
3.4 Hegels Ästhetik des Hässlichen

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Kommunikations- und Medientheoretiker Norbert Bolz hat einmal gesagt: „Was wir Moderne nennen - also die Zeit zwischen der europäischen Aufklärung und dem Ersten Weltkrieg - hat uns mit idealistischen Zumutungen überlastet und mit humanistischen Idealen geködert. Deshalb haben wir heute eine ambivalente Einstellung zur Moderne: sie ist Utopie und Alptraum zugleich. Deshalb fällt es uns so schwer, souverän in eine neue Zeit einzutreten. Wir haben ein Entwöhnungstrauma der beendeten Moderne." (in Theorie der Müdigkeit - Theoriemüdigkeit, 1997)

Der Geist der Moderne durchdrang seit Ende des 18. Jahrhunderts alle Lebensbereiche und die Künstler machten es sich zur Aufgabe dieses neue Welt- und Zeitempfinden zu befördern. Jedes Kunstwerk wurde zur Antwort auf die sozialen, politischen und geistigen Zustände und Veränderungen dieser Zeit. Die Maler verließen ihren bisherigen Weg, die Wirklichkeit naturgetreu wiederzugeben - und setzten ihr ihre innere Natur entgegen. Diese neue Art, die Welt wahrzunehmen und zu beurteilen, wurde zum neuen Inhalt der Kunst.

Zu diesem Inhalt der Kunst gehörten nun auch Provokationen, Obszönitäten und Hässliches als Antwort auf eine aus den Fugen geratene Welt mit einer fragwürdig gewordenen Kultur.

Die Philosophen im Allgemeinen und die Ästhetiker im Speziellen fühlten sich dazu berufen, dieser neuen Kunst auf den Zahn zu fühlen. Was war plötzlich aus der schönen Kunst geworden an deren Stelle nun zunehmend das Hässliche und Obszöne trat? Wie hässlich und obszön durfte die Kunst sein, damit überhaupt noch von Kunst die Rede sein konnte? Der Schriftsteller Christian Felix Weisse sagte über das Hässliche, es sei das „unmittelbare Dasein der Schönheit“ und laut dem Philosophen Karl Rosenkranz ist das Hässliche das notwendige negative Korrelat zum Schönen, dessen die Kunst bedarf, um die Idee nicht einseitig zur Anschauung zu bringen.

2. Problemstellung

Einzig Hegel verbannte das Hässliche aus seiner Ästhetik als Philosophie der schönen Kunst und es drängt sich unwillkürlich die Frage auf nach dem „Warum?“.

Doch damit nicht genug. Im gleichen Atemzuge verkündete er, mit der schönen Kunst sei es vorbei, die Kunst sei tot. Für ihn ist die moderne Kunst nicht auf der Höhe des Weltgeistes, sie ist nur subjektivistische "faule Existenz", die nicht auf die objektiven Strukturen der Welt verweist und so lehnt er sie entschieden ab.

Auch heute noch erhitzt Hegels Behauptung die Gemüter. „Am Beginn oder am Ende beinahe jeder Interpretation zu Hegels Ästhetik steht eine Auseinandersetzung mit der These vom Ende der Kunst. […] Schon Hegels Zeitgenossen mokierten sich darüber, wie der Philosoph sagen könne, die Kunst sei mausetot, da ihre Lebendigkeit doch offensichtlich war, das Interesse an der Kunst keineswegs abnahm.“ (Gethmann-Siefert: Ist die Kunst tot und zu Ende?, S. 1)

Obwohl Hegel das Hässliche aus seiner Ästhetik ausklammert, geht er an verschiedenen Stellen seiner philosophischen Abhandlungen darauf ein. Ziel dieser Hausarbeit soll es nun sein, dieser verstreuten Ansichten und Äußerungen über das Hässliche zusammenzutragen und sie genauer zu beleuchten, um letzten Endes eine Antwort auf die Frage nach dem „Warum?“ zu erhalten.

Die Gliederung meiner Arbeit wird dabei wie folgt aussehen: beginnend mit einer kurzen Biographie von Georg Wilhelm Friedrich Hegel wird meine Arbeit zunächst einen kleinen Einblick in Hegels Philosophie im Allgemeinen geben. Im Anschluss daran wird sich die Hausarbeit seiner Ästhetik sowie dem Hässlichen als Unästhetischem widmen, wobei das Hauptaugenmerk auf den Fragen „Warum klammert Hegel das Hässliche aus seiner Ästhetik aus?“ und „Ist die Kunst tot und zu Ende?“ liegen wird. Eine abschließende Zusammenfassung soll die Arbeit schließlich abrunden.

3. Hässliches als Unästhetisches

3.1 Biographie

Georg Wilhelm Friedrich Hegel war ein bedeutender deutscher Philosoph und gleichzeitig der Hauptvertreter des deutschen Idealismus, der das dialektische Denken in spekulative Höhen trieb und enzyklopädisch ausweitete.

Hegel wurde am 27. August 1770 in Stuttgart geboren und wechselte nach dem Besuch der Deutschen und Lateinischen Schule in Stuttgart an das Gymnasium illustre. Ab 1788 studierte er als herzoglicher Stipendiat Theologie im Tübinger Stift, wo er auch die Bekanntschaft mit Hölderlin und Schelling machte. Seit 1793 arbeitete er zunächst in Bern, um dann ab 1797 als Privatlehrer in Frankfurt tätig zu werden. Im Jahre 1801 nahm er sein Studium wieder auf und die Freundschaft zu Schelling ebnete ihm den Weg zur Habilitation an der Universität in Jena, wo er 1805 zum Professor für Philosophie ernannt wurde. 1807 wurde Hegel Redakteur der "Bamberger Zeitung", weil er Jena aufgrund der Kriegsereignisse verlassen musste und im Jahre 1808 wurde er Rektor des Nürnberger Egidyen-Gymnasiums. Ab 1816 lehrte er als Professor für Philosophie an der Universität Heidelberg und folgte Fichte 1818 auf den Lehrstuhl für Philosophie an der Universität in Berlin, wo er am 14. November 1831 verstarb.

Am vollständigsten schlägt sich sein Lehrplan in der „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften“ (1817) nieder, die er als Professor in Heidelberg und Berlin wiederholt seinen Studenten vortrug. Ebenfalls bedeutend ist auch die einzige von ihm selbst publizierte Vorlesung, die „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ (1821).

Seine zu Lebzeiten veröffentlichten Hauptwerke sind die „Phänomenologie des Geistes“ (1807) und die "Wissenschaft der Logik" (1812-16).

In die späteren Werkausgaben gingen weitere Vorlesungen ein wie z.B. die Vorlesungen über die Ästhetik (gehalten 1817/18 bis 1828/29; herausgegeben 1835-1838) sowie die Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte (gehalten 1822/23 bis 1830/31; herausgegeben 1837).

Wie bereits erwähnt ist Hegel in die Zeit des deutschen Idealismus einzuordnen, dessen Voraussetzungen von Immanuel Kant geschaffen wurden. „Im Gegensatz zum Realismus ist der Idealismus eine Erkenntnistheorie, die eine äußere, vom Bewusstsein bzw. der Ideenwelt unabhängige Realität für unerkennbar hält. […] Im Gegensatz zum Materialismus ist der Idealismus eine Ontologie, nach welcher dem materiellen Sein ein geistiges Sein zugrunde liegt.“ (http://www.lexikon-definition.de/Idealismus.html) Bedeutende Vertreter des deutschen Idealismus in Nachfolge von Immanuel Kant waren Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Wilhelm Schelling und eben Georg Wilhelm Friedrich Hegel.

3.2 Hegels Philosophie

Laut Hegel dient die Philosophie zur wissenschaftlichen Erkenntnis der Wahrheit, wobei Wahrheit hier gleichbedeutend ist mit der Übereinstimmung von Vernunft und Wirklichkeit. Ziel seiner Philosophie ist also eben jene wissenschaftliche Erkenntnis der Wahrheit, denn nur in der Form der Wissenschaft kann Philosophie wirkliches Wissen sein.

Als Hauptvertreter des Idealismus war der Satz „Das Geistige allein ist das Wirkliche“ ein ganz zentraler in Hegels Denken, der diese idealistische Position auf den Begriff bringt. Hegel zufolge ist die gesamte Wirklichkeit (Menschen, Tiere, Natur, etc.) geistigen Charakters und dieses geistige Prinzip, der so genannte Weltgeist, liegt seiner Meinung nach auch der historischen Entwicklung zugrunde, denn sie ist nicht zufälliger Natur, sondern die Manifestation des objektiven Geistes, mit der Hegel auch die Entwicklung von Wissenschaft, Religion und Kunst erklärt. Auch der Einzelne handelt nicht wie bei Kant als sittliche Einzelpersönlichkeit, sondern als ein Werkzeug des Weltgeists.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Hegels Ästhetik des Hässlichen
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Das Hässliche
Note
1,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
16
Katalognummer
V37869
ISBN (eBook)
9783638370981
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hegels, Hässlichen, Hässliche
Arbeit zitieren
Maja Roseck (Autor), 2004, Hegels Ästhetik des Hässlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37869

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