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Höchstleistungen sind nicht genug - Sportberichterstattung in deutschen Medien

Analyse im Hinblick auf geschlechterspezifische Unterschiede

Title: Höchstleistungen sind nicht genug - Sportberichterstattung in deutschen Medien

Seminar Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jonathan Lock (Author)

Sport - Media and Communication
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[...] In der folgenden Arbeit geht es im speziellen darum herauszuarbeiten, inwieweit der Sportjournalismus bestehende männliche und weibliche Rollenschemata beeinflusst, bestärkt und erneuert. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf ein hinsichtlich seiner Auflagenstärke und Leserzahl sehr einflussreiches Blatt gelegt werden, wobei Ausgaben der letzten Wochen als Grundlage der Untersuchung immer wieder herangezogen und detailliert analysiert werden sollen. Schon eine erste, oberflächliche Betrachtung der Welt des Sports - seiner Stars und Sternchen, seiner Gewinner und Verlierer – scheint ein eindeutiges Übergewicht an männlichen Protagonisten zu ergeben. Ob Fernsehen, Presse oder Hörfunk – als Akteure wie Berichterstatter scheinen Frauen eindeutig die Ausnahme zu sein. Nicht nur dass „König Fußball“ einen Großteil der Sportseiten – in der Boulevardpresse sogar der Titelseite – füllt, auch bei den Sportarten, die auf den weiteren Plätzen folgen (Formel 1, Tennis...) richtet sich das Interesse der Presse meist auf die männlichen Hauptdarsteller. Wenn jedoch mal eine Sportlerin im Focus der Berichterstatter auftaucht, dann hat das nicht immer mit ihrer sportlichen Leistung zu tun. Häufig sind eher ihr apartes Äußeres oder ihre aufregenden privaten Lebensumstände, die von Interesse sind. Damit geschieht mit Frauen in der Sportberichterstattung das, wogegen Feministinnen in den letzten Jahrzehnten an allen Fronten vorzugehen versucht haben: das Aufrechterhalten von veralteten Rollenmustern, die ständige Abwertung von Leistungen, die von Frauen erbracht wurden usw. Es gilt im folgenden, diesen ersten Eindruck näher zu überprüfen und gegebenenfalls an Zahlen zu belegen. Vor allem aber muss geklärt werden, inwieweit das von den Medien dargestellte Bild mit der Realität des Spitzen- und Breitensports übereinstimmt oder diese verzerrt darstellt und damit Vorurteile und Fehleinschätzungen festigt. Die unterschiedliche Berücksichtigung, die Männer- und Frauensport in der Presselandschaft findet, hat quantitative, wie qualitative Ausmaße. So werde ich zunächst versuchen darzulegen, dass der Sportjournalismus wie der Sport im allgemeinen sich allein zahlenmäßig als eine Männerdomäne darstellt. Im Anschluss daran folgt eine Aufschlüsselung der inhaltlichen Aspekte, die sich in diesem Ungleichgewicht auftun.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Männerdomäne Sportjournalismus

Asymmetrie der Geschlechterdarstellung

„Wer so goldig ausschaut, müßte eigentliche eine Medaille sicher haben“ Sportlerinnen in der Bild-Zeitung

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht mittels der Kritischen Diskursanalyse, inwiefern der deutsche Sportjournalismus bestehende Rollenschemata von Frauen und Männern beeinflusst, bestärkt oder erneuert und welche Mechanismen der Ungleichbehandlung dabei zum Tragen kommen.

  • Quantitative Analyse der Sportberichterstattung hinsichtlich geschlechtsspezifischer Unterschiede.
  • Qualitative Untersuchung der inhaltlichen Darstellung von Athletinnen im Vergleich zu Sportlern.
  • Analyse der Rolle der Bild-Zeitung als einflussreiches Leitmedium im Sportressort.
  • Kritische Betrachtung von Rollenklischees und der Inszenierung von Sportlerinnen über Ästhetik und Privatleben.
  • Diskussion des Einflusses der Berichterstattung auf gesellschaftliche Normen und die Wahrnehmung von Frauensport.

Auszug aus dem Buch

Asymmetrie der Geschlechterdarstellung

Wie diverse Untersuchungen zeigen, weicht die Berichterstattung über Sportlerinnen neben den genannten zahlenmäßigen Unterschieden auch auf inhaltlicher, rein informativer Ebene von den Berichten über männliche Sportler ab. Nach Klein/Pfister wird „über Frauen also nicht nur weniger, sondern auch ganz berichtet.“

Erst seit den zwanziger Jahren findet die öffentliche Darstellung von Frauensport generell eine ansatzweise positive Bewertung. Bis dato wurde die Notwendigkeit körperlicher Übung und Kräftigung der Frauen zwar gebilligt, der außerhäuslich betriebene Sport dagegen war verpönt. Bei den sportlichen Übungen der Frauen waren keine Zuschauer erlaubt und in den Medien waren diese Veranstaltungen kein Thema. Wenn mal ein Artikel sich mit dem Thema Frauensport auseinander setzte, geschah das immer in Verbindung mit der Frage, ob Frauen überhaupt Sport treiben sollten. Eine wichtige Rolle spielten vor allem die Aussagen von Medizinern, die anhand ‚wissenschaftlicher’ Theorien dies klar zu verneinen versuchten. Dies führte lange Zeit zu Stagnation und Ausgrenzung des Frauensports.

Modernere Ansichten verbreiteten sich vor allem durch die Entdeckung der Frauen als Zielgruppe der Werbung. Neue Leitbilder einer modernen, jungen Frau ließen es erstmals zu, dass weiblicher Sport positive Resonanz erhielt – allerdings nur „solange geschlechtsspezifische Rollenelemente nicht in Frage gestellt wurden.“ Das „Sportgirl“ wurde neues Ideal und löste die gutbürgerliche Dame ab. Als Folge eines veränderten Erscheinungsbildes stieg das öffentliche Interesse am Frauensport.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Methode der Kritischen Diskursanalyse ein und legt die Zielsetzung dar, die geschlechterspezifische Berichterstattung im deutschen Sportjournalismus kritisch zu beleuchten.

Männerdomäne Sportjournalismus: Dieses Kapitel thematisiert die quantitative Unterrepräsentation des Frauensports und den starken Selektionszwang bei der Themenwahl, der Sport zur Männerwelt degradiert.

Asymmetrie der Geschlechterdarstellung: Der Abschnitt analysiert die qualitativen Unterschiede in der Berichterstattung, bei der Sportlerinnen häufig über ihr Äußeres oder Privatleben statt über sportliche Leistung definiert werden.

„Wer so goldig ausschaut, müßte eigentliche eine Medaille sicher haben“ Sportlerinnen in der Bild-Zeitung: Das Kapitel untersucht die spezifische Rolle der Bild-Zeitung als Leitmedium, das durch eine sexualisierte Darstellung von Frauen aktiv Rollenklischees festigt.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer sachlicheren Darstellung sowie die Förderung von Frauen in medienrelevanten Positionen.

Schlüsselwörter

Sportjournalismus, Kritische Diskursanalyse, Geschlechterdarstellung, Bild-Zeitung, Sportlerinnen, Rollenklischees, Medienberichterstattung, Frauensport, Leistungsbegriff, Boulevardpresse, Stereotype, Mediensport, Geschlechterdifferenzierung, öffentliche Wahrnehmung, Weiblichkeitsmuster.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie deutsche Medien, insbesondere im Sportjournalismus, über Frauen im Sport berichten und welche Rollenbilder dabei vermittelt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die quantitative Unterrepräsentation von Sportlerinnen, die qualitative Asymmetrie in der Berichterstattung sowie die Festigung von Geschlechterklischees durch Leitmedien.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwieweit der Sportjournalismus männliche und weibliche Rollenschemata beeinflusst, bestärkt oder erneuert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf der Methode der Kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der strukturellen Männerdomäne im Sportjournalismus, eine Analyse der asymmetrischen Darstellung von Geschlechtern und eine Fallstudie zur Berichterstattung der Bild-Zeitung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Sportjournalismus, Diskursanalyse, Rollenklischees, Geschlechterdarstellung und Medienwirkung.

Warum wird die Bild-Zeitung als Fallbeispiel explizit hervorgehoben?

Aufgrund ihrer enormen Auflage und ihres großen Sportteils fungiert die Bild-Zeitung als meinungsbildendes Leitmedium, das maßgeblichen Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung des Sports hat.

Welche Rolle spielt das Äußere der Sportlerinnen in der medialen Darstellung laut der Autorin?

Die Autorin zeigt auf, dass Sportlerinnen häufig über ihre Attraktivität und private Umstände definiert werden, anstatt ihre sportlichen Höchstleistungen in den Vordergrund zu stellen.

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Details

Title
Höchstleistungen sind nicht genug - Sportberichterstattung in deutschen Medien
Subtitle
Analyse im Hinblick auf geschlechterspezifische Unterschiede
College
University of Lüneburg
Course
Einführung in die Kritische Diskursanalyse
Grade
1,7
Author
Jonathan Lock (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V37959
ISBN (eBook)
9783638371629
Language
German
Tags
Höchstleistungen Sportberichterstattung Medien Einführung Kritische Diskursanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonathan Lock (Author), 2002, Höchstleistungen sind nicht genug - Sportberichterstattung in deutschen Medien , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37959
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