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Die Darstellung sexualisierter Gewalt im Film. Am Beispiel Lisbeth Salanders in David Finchers "Verblendung"

Title: Die Darstellung sexualisierter Gewalt im Film. Am Beispiel Lisbeth Salanders in David Finchers "Verblendung"

Bachelor Thesis , 2016 , 52 Pages , Grade: 1.8

Autor:in: Marie Liebich (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Die sexuelle Gewalt gegen Frauen wird in verschiedenen Filmgenres, wie etwa Dramen, Thrillern oder Actionfilmen explizit thematisiert. Welche technischen Mittel nutzen die Filmemacher, um die sexualisierte Gewalt gegen Frauen in Filmen zu inszenieren? Dieser Frage soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden. Die zentrale Fragestellung lautete daher: Wie wird die sexuelle Gewalt gegen Frauen, speziell in Hollywoodspielfilmen, im Zeitraum von 1970-2011 dargestellt?

Konkret soll im ersten Teil der Arbeit der Terminus der sexuellen und sexualisierten Gewalt zunächst definiert und der Unterschied erarbeitet werden. In einem zweiten Schritt werden exemplarische Filmbeispiele mit sexueller Gewalt, im Zeitraum von 1970-2010, vorgestellt. Dafür wird pro Jahrzehnt ein Hollywoodspielfilm aus dem Genre der Dramen und Thriller, bezüglich verschiedener Schwerpunkte, analysiert. Diese Aspekte sind die Darstellung der Opfer- und Täterrolle, des sexuellen Akts, sowie der Kameraführung, um anschließend Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen.

Des Weiteren folgt die Untersuchung von "Verblendung" als einen aktuellen Vertreter dieser Thematik. In diesem Teil der Arbeit steht zunächst die inhaltliche Analyse des Thrillers, die auf der Grundlage des gleichnamigen Buches von Stieg Larsson basiert, im Fokus. Daher werden zuerst relevante Lebensdaten des Autors aufgeführt. Ferner wird ein Interview des Regisseurs David Fincher bezüglich sexueller Gewalt gegen weibliche Personen herangezogen. Dadurch gelingt es, vorherrschende Einstellungen und Meinungen Finchers zu untersuchen, die einen möglichen Einfluss auf die Kameraführung haben könnten. Als letzter Punkt folgt anschließend die technische Analyse der Filmsequenz, in der der Protagonistin sexualisierte Gewalt widerfährt. Dabei stehen technische Aspekte, wie die eingesetzten Kameraeinstellungen, Dialoge sowie die Musik im Mittelpunkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Sexualisierte Gewalt als ein Teilbereich von sexueller Gewalt

2. Darstellung der sexuellen Gewalt im Spielfilm

2.1. Darstellung von sexueller Gewalt im Kriegs- oder Pornofilm

2.2 Darstellung von sexueller Gewalt in den Jahren 1970 – 1980

2.3. Darstellung von sexueller Gewalt in den Jahren 1980 – 1990

2.4. Darstellung von sexueller Gewalt in den Jahren 1990 – 2000

2.5. Darstellung von sexueller Gewalt in den Jahren 2000 – 2010

2.6. Zwischenfazit: Vergleich der Darstellung der sexuellen Gewalt im Spielfilm

3. Verblendung – oder The Girl with the Dragon Tattoo

3.1. Die Millenium Trilogie – Stieg Larssons Buchvorlage zum Film

3.2. Der Autor – Stieg Larsson

3.3. Der Regisseur David Fincher

3.4. Schauplatz Schweden

4. Analyse einer Filmsequenz (Min. 0:51:30 – 0:55:02)

4.1. Die Handlungsanalyse

4.2. Die Figurenanalyse

4.2.1. Lisbeth Salander – die Antiheldin

4.2.2. Nils Bjurman – nur ein Täter oder auch ein Opfer?

4.3. Die Analyse der Bauform

5. Einordnende Analyse von Verblendung in das Zwischenfazit

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Darstellung sexualisierter Gewalt gegen Frauen in Hollywood-Spielfilmen zwischen 1970 und 2011, wobei der Fokus insbesondere auf der Analyse der filmischen Umsetzung, den Opfer-Täter-Beziehungen und der verwendeten Kameraführung liegt.

  • Definition und Differenzierung von sexueller und sexualisierter Gewalt
  • Analyse der Darstellung von Gewalt in verschiedenen Filmgenres über mehrere Jahrzehnte
  • Detaillierte Fallstudie zu David Finchers "Verblendung"
  • Untersuchung technischer Aspekte der filmischen Gewaltinszenierung (Kamera, Dialog, Musik)
  • Vergleich der Ergebnisse mit soziologischen und psychologischen Erkenntnissen

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Millenium Trilogie – Stieg Larssons Buchvorlage zum Film

In diesem Abschnitt erfolgen zunächst eine inhaltliche Zusammenfassung des Buches und anschließend eine Genrezuordnung von Verblendung. Der Grund für dieses Vorgehen ist, dass der Film von David Fincher, der den Schwerpunkt dieser Arbeit darstellt, auf der gleichnamigen Buchvorlage von Stieg Larsson basiert.

In dem Buch geht es um Henrik Vanger, dem Inhaber des Vanger Konzerns. Dieser sucht nach der vor über 35 Jahren verschwundenen Enkelin seines Bruders Harriet. Des Weiteren geht der Mann davon aus, dass ein Familienmitglied sie umgebracht hat. Deshalb beabsichtigt er, den Journalisten Mikael Blomkvist für seine private Recherche einzustellen, um so den Mörder zu finden. Während seiner Recherchearbeiten trifft der Journalist auf die junge Lisbeth. Sie steht unter staatlicher Vormundschaft. Während der Handlung wird sie von ihrem Vormund Nils Bjurman vergewaltigt. Sie rächt sich kurze Zeit später, indem sie ihm die Worte „I am a rapist pig“ tätowiert. Blomkvist und Salander ermitteln gemeinsam und finden heraus, dass Harriets Vater Gottfried, seiner Tochter mehrmals vergewaltigte und seine Frau Isabella schlug. Der Bruder des Mädchens sah zunächst bei den Taten seines Vaters zu und vergewaltigte seine Schwester später selbst. Des Weiteren verführte Martin Vanger immer wieder Frauen, die er anschließend in seinem Keller gefangen hielt. Dort vergewaltigte und tötete er sie, meist indem er sie strangulierte. Als Martin das Gefühl hat, dass Blomkvist ihm auf die Spur kommt, überwältigt er den Ermittler in seinem Haus und hält ihn in seinem Keller gefangen. Lisbeth kann Blomkvist befreien und der Täter versucht zu fliehen. Bei seiner Flucht verunglückt Martin mit seinem Auto und stirbt. Harriet, die vor mehr als 35 Jahren verschwand, lebt. Die Frau wollte sich aus den Fängen ihres Bruders befreien und tauchte im Ausland unter. Sie wird von den beiden Ermittlern aufgespürt und wieder mit ihrer Familie zusammengeführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der sexuellen und sexualisierten Gewalt sowie Darlegung der Forschungsfrage und methodischen Vorgehensweise.

2. Darstellung der sexuellen Gewalt im Spielfilm: Untersuchung der Gewaltinszenierung in verschiedenen Filmgenres über mehrere Jahrzehnte hinweg, inklusive eines Vergleichs der Ergebnisse.

3. Verblendung – oder The Girl with the Dragon Tattoo: Analyse des Hintergrunds von Buchvorlage, Autor und Regisseur sowie Betrachtung des schwedischen Schauplatzes und der dortigen Gewaltproblematik.

4. Analyse einer Filmsequenz (Min. 0:51:30 – 0:55:02): Detaillierte inhaltliche und technische Untersuchung der Schlüsselszene zwischen Lisbeth Salander und Nils Bjurman.

5. Einordnende Analyse von Verblendung in das Zwischenfazit: Integration der Untersuchungsergebnisse zu "Verblendung" in den zuvor erarbeiteten Kriterienkatalog.

6. Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Beantwortung der zentralen Fragestellung unter Berücksichtigung der untersuchten Filmbeispiele.

Schlüsselwörter

Sexualisierte Gewalt, Hollywood, Spielfilm, Kameraführung, Opfer-Täter-Beziehung, Verblendung, David Fincher, Stieg Larsson, Lisbeth Salander, Voyeurismus, Thriller, Machtausübung, Filmsequenz, Medienanalyse, Gewaltinszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Bachelorarbeit setzt sich mit der filmischen Darstellung sexualisierter Gewalt gegen Frauen in Hollywood-Produktionen zwischen 1970 und 2011 auseinander.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Neben der Definition von sexueller und sexualisierter Gewalt stehen die filmische Bauform, wie Kameraeinstellungen und Perspektiven, sowie die Opfer-Täter-Beziehungen im Zentrum der Analyse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Filmemacher technische Mittel nutzen, um sexualisierte Gewalt gegen Frauen in Dramen und Thrillern zu inszenieren, ohne dabei lediglich den Hass auf Frauen zu fördern.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine literatur- und filmwissenschaftliche Analyse, inklusive der Untersuchung exemplarischer Filmbeispiele pro Jahrzehnt und einer detaillierten Analyse einer Schlüsselszene.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse der Gewaltentwicklung im Film, die spezifische Betrachtung von Stieg Larssons "Verblendung" und eine eingehende technische Untersuchung einer konkreten Filmszene aus David Finchers Verfilmung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem sexualisierte Gewalt, Kameraführung, Voyeurismus, Opfer-Täter-Konstrukt und filmische Bauform.

Warum wählt die Autorin speziell die Sequenz zwischen Lisbeth Salander und Nils Bjurman zur Analyse aus?

Diese Szene bildet einen Schwerpunkt, da sie die Machtdynamik und die Rollenverteilung zwischen Täter und Opfer in einer hochspannenden, visuell komplexen Sequenz verdeutlicht, die zentrale Motive der gesamten Arbeit aufgreift.

Welche besondere Rolle spielt die Kamera in der Analyse der Gewaltinszenierung?

Die Kameraeinstellungen werden als entscheidendes Mittel identifiziert, um den Zuschauer entweder in die Rolle eines distanzierten Beobachters oder eines Voyeurs zu versetzen und somit die Wahrnehmung der Gewalt moralisch und ästhetisch zu steuern.

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Details

Title
Die Darstellung sexualisierter Gewalt im Film. Am Beispiel Lisbeth Salanders in David Finchers "Verblendung"
College
University of Hildesheim  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Grade
1.8
Author
Marie Liebich (Author)
Publication Year
2016
Pages
52
Catalog Number
V379705
ISBN (eBook)
9783668611405
ISBN (Book)
9783668611412
Language
German
Tags
Medien Germanistik filmerische Mittel Sexuelle Gewalt Sexuelle Gewalt im Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marie Liebich (Author), 2016, Die Darstellung sexualisierter Gewalt im Film. Am Beispiel Lisbeth Salanders in David Finchers "Verblendung", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379705
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