Aus Sicht der Humanisten war das Mittelalter ein ‚dunkles Zeitalter‘, geprägt von Zerfall und Gewalt. Durch Überlieferung von mittelalterlichen Quellen, welche für die Arbeit von Historikern von enormer Wichtigkeit sind, kann dies zum Teil auch nachvollzogen werden. In der Legenda aurea, einer Sammlung von Heiligenviten und biblischen Episoden aus dem 13. Jahrhundert von Jacobus de Voragine, kommt Gewalt ebenfalls zum Ausdruck. Die Vita des Heiligen Stephanus soll für diese Arbeit als Beispiel dienen.
Sankt Stephanus ist der erste christliche Blutzeuge und somit Erzmärtyrer. Die charismatischen Predigten des Diakons erregten Anstoß und Neid bei den Juden, woraus sich schließlich das Martyrium des Sankt Stephanus entwickelte. Das Martyrium, was mit einer Disputation beginnt, zu einer Gerichtsverhandlung führt und in einer Steinigung endet, wurde im Mittelalter als exemplarisch angesehen und zeigt sowohl die Ausmaße von physischer als auch psychischer Gewalt. Im Folgenden sollen nun die Fragen geklärt werden, welche Formen von Gewalt explizit in der Vita des Heiligen Stephanus zum Ausdruck kommen, wie die Gewalt dargestellt wird und welche Wirkung sowohl die Gewalt als auch die ‚blutigen Worte‘, die von Stephanus in seiner Rede benutzt werden, haben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Quellenanalyse
- Zusammenfassung
- Abkürzungsverzeichnis
- Literaturverzeichnis
- Quelle: Die Vita des Heiligen Stephanus
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Gewalt in der Vita des Heiligen Stephanus in der Legenda aurea. Sie untersucht die Formen der Gewalt, die in der Legende zum Ausdruck kommen, sowie die Art und Weise, wie diese Gewalt dargestellt wird.
- Formen von Gewalt in der Vita des Heiligen Stephanus
- Darstellung von Gewalt in der Legenda aurea
- Wirkung von Gewalt und "blutigen Worten" in der Rede des Heiligen Stephanus
- Analyse der Legenda aurea als Quelle für die Darstellung von Gewalt im Mittelalter
- Bedeutung des Märtyriums des Heiligen Stephanus im mittelalterlichen Kontext
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Relevanz der Legenda aurea als Quelle für die Untersuchung von Gewalt im Mittelalter dar und erläutert den Fokus auf die Vita des Heiligen Stephanus.
- Quellenanalyse: Dieser Abschnitt beschreibt die Entstehung und Rezeption der Legenda aurea sowie die Rolle des Verfassers Jacobus de Voragine. Die Bedeutung der Legenda aurea als Sekundärquelle wird hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Gewalt, Legenda aurea, Vita des Heiligen Stephanus, Märtyrium, Mittelalter, Jacobus de Voragine, Quellenanalyse, "blutige Worte".
Häufig gestellte Fragen
Wer war der Heilige Stephanus?
Er gilt als der Erzmärtyrer und erste christliche Blutzeuge, dessen Martyrium in der Apostelgeschichte und später in der Legenda aurea beschrieben wird.
Was ist die „Legenda aurea“?
Eine berühmte Sammlung von Heiligenviten und biblischen Episoden aus dem 13. Jahrhundert, verfasst von Jacobus de Voragine.
Welche Formen von Gewalt werden in der Vita dargestellt?
Die Arbeit analysiert sowohl physische Gewalt (Steinigung) als auch psychische Gewalt (Disputation, Neid und Anstoß durch Predigten).
Was meint der Begriff „blutige Worte“?
Es bezieht sich auf die rhetorische Gewalt und die harten Worte, die Stephanus in seiner Verteidigungsrede gegen seine Ankläger verwendet.
Warum wurde das Mittelalter als „dunkles Zeitalter“ bezeichnet?
Aus Sicht der Humanisten war es durch Zerfall und Gewalt geprägt, was sich auch in den drastischen Darstellungen der Heiligenlegenden widerspiegelt.
- Quote paper
- Sabrina Engler (Author), 2012, Darstellung und Formen von Gewalt in der Vita des Heiligen Stephanus in der Legenda aurea, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379718