In den modernen romanischen Sprachen spielen Interpolationen üblicherweise keine Rolle mehr. Im Gegensatz dazu lassen sich in einzelnen altromanischen Sprachen anhand von hoch- und spätmittelalterlichen Schriftquellen viele Beispiele für Interpolationen innerhalb verschiedener syntaktischer Konstruktionen zwischen Klitika und finiten Verbformen erkennen. Dabei treten Interpolationen besonders häufig in negierten Nebensätzen auf. Bei den negierten Nebensätzen bildet die Verneinung selbst das interpolierende Element. Die ersten und ältesten Fälle dieses linguistischen Phänomens innerhalb des Mittelalters sind in Schriftquellen aus dem 12. Jahrhundert ermittelt worden.
Zunächst wird der aktuelle Forschungsstand skizziert, um einen hinreichenden Eindruck von der Bedeutung der Interpolation in der sprachgeschichtlichen Entwicklung zu bekommen. Anschließend wird die methodische Vorgehensweise bei der Stichprobe ausführlich geschildert. Daran anknüpfend wird das Ergebnis der vergleichenden und stichprobenartigen Untersuchung der zwei Schriftquellen präsentiert. Auf dieser Grundlage kann anschließend diskutiert werden, inwiefern das Ergebnis mit dem aktuellen Forschungsstand hinsichtlich der Reduktion der Interpolation im Laufe der sprachgeschichtlichen Entwicklung übereinstimmt bzw. inwiefern diese sich voneinander unterscheiden. Dabei wird auch die Aussagekraft des Ergebnisses im Zusammenhang mit dem aktuellen Forschungsstand erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Forschungsstand zu Interpolation
3. Methodische Vorgehensweise der Untersuchung
4. Ergebnis der Untersuchung
5. Das Ergebnis der Untersuchung im Kontext des Forschungsstandes
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die sprachgeschichtliche Entwicklung der Interpolation im Spanischen, insbesondere in negierten Nebensätzen, anhand eines vergleichenden Korpus von zwei spätmittelalterlichen Quellen, um die quantitative Abnahme dieses Phänomens zu belegen.
- Sprachgeschichtliche Entwicklung der Interpolation
- Vergleichende Analyse von Estoria de España I und II
- Interpolation in negierten Nebensätzen
- Einfluss des normativen Wirkens Alfons X.
- Korpusbasierte quantitative Untersuchung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
In den modernen romanischen Sprachen spielen Interpolationen üblicherweise keine Rolle mehr. Im Gegensatz dazu lassen sich in einzelnen altromanischen Sprachen anhand von hoch- und spätmittelalterlichen Schriftquellen viele Beispiele für Interpolationen innerhalb verschiedener syntaktischer Konstruktionen zwischen Klitika und finiten Verbformen erkennen. Dabei treten Interpolationen besonders häufig in negierten Nebensätzen auf. Bei den negierten Nebensätzen bildet die Verneinung selbst das interpolierende Element. Die ersten und ältesten Fälle dieses linguistischen Phänomens innerhalb des Mittelalters sind in Schriftquellen aus dem 12. Jahrhundert ermittelt worden. Die sprachgeschichtliche Entwicklung, in deren Verlauf die Häufigkeit der Interpolation kontinuierlich abnahm, vollzog sich zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Insbesondere in Schriftquellen aus dem 13. Jahrhundert treten Interpolationen relativ häufig auf, während sie in solchen aus dem 16. Jahrhundert nur noch eine äußerst seltene Randerscheinung darstellten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Phänomen der Interpolation in altromanischen Sprachen und Darlegung der Zielsetzung der vergleichenden Untersuchung.
2. Der Forschungsstand zu Interpolation: Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zur Interpolation und deren Vorkommen in mittelalterlichen Schriftquellen.
3. Methodische Vorgehensweise der Untersuchung: Beschreibung des stichprobenartigen Untersuchungsdesigns unter Verwendung der Estoria de España I und II.
4. Ergebnis der Untersuchung: Präsentation der quantitativen Fallzahlen zur Interpolation in den untersuchten Quellen.
5. Das Ergebnis der Untersuchung im Kontext des Forschungsstandes: Kritische Gegenüberstellung der eigenen Ergebnisse mit den Daten des Corpus del Español.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse über den Rückgang der Interpolation und den möglichen Einfluss Alfons X.
Schlüsselwörter
Interpolation, Spanisch, Sprachgeschichte, Altspanisch, Nebensätze, Negation, Estoria de España, Klitika, Linguistik, Mittelalter, Alfons X., Korpuslinguistik, Syntax, Sprachwandel, Quantitative Untersuchung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die sprachgeschichtliche Entwicklung der Interpolation, ein linguistisches Phänomen, bei dem andere Wortarten zwischen präverbale Klitika und finite Verbformen treten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die syntaktische Struktur negierter Nebensätze im Altspanischen sowie der zeitliche Rückgang der Interpolation zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, anhand einer vergleichenden Analyse von zwei mittelalterlichen Quellen (Estoria de España I und II) zu prüfen, wie sich die Häufigkeit der Interpolation quantitativ verändert hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor führt eine stichprobenartige, quantitative Untersuchung durch, bei der jeweils 50 negierte Nebensätze aus zwei Schriftquellen des 13. bzw. 14. Jahrhunderts analysiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Forschungsstandes, die methodische Beschreibung des Quellenvergleichs sowie die Präsentation und Diskussion der gefundenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Interpolation, Altspanisch, Syntax, Korpuslinguistik und der sprachgeschichtliche Wandel der spanischen Sprache.
Welche Rolle spielte Alfons X. für das untersuchte Phänomen?
Der Autor diskutiert, ob das normative Wirken Alfons X. und die von ihm geförderten Texte einen Einfluss auf die Hochphase der Interpolation im 13. Jahrhundert hatten.
Warum wurde gerade die Estoria de España als Quelle gewählt?
Diese Texte wurden gewählt, da sie repräsentativ für das 13. und 14. Jahrhundert sind und eine zeitliche Kontinuität bieten, um den Rückgang der Interpolation messbar zu machen.
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- Christoph Wünnemann (Author), 2017, Zur sprachgeschichtlichen Entwicklung der Interpolation im Spanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380416