Der Jemen ist ein armer, landwirtschaftlich geprägter Staat mit hohem Bevölkerungswachstum, mit einem sunnitischen Süden und einem schiitischen Norden. Das Land ist der Schauplatz terroristischer Anschläge und liegt an einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, dem Übergang vom Golf von Anden in das Rote Meer. Der Konflikt im Jemen ist durch mehrere Akteure geprägt. Die Hauptbeteiligten sind die Huthi-Rebellen, die Regierung unter Abed Rabbo Mansur Hadi sowie ihre zahlreichen Unterstützer. Die Huthi-Rebellen werden vom ebenfalls schiitisch geprägten Iran unterstützt und Präsident Hadi von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten, Kuwait, Sudan, Marokko, aber auch Großbritannien und den USA. Desweiteren gibt es im Jemen immer noch große Stammesverbände, die einen sehr großen Einfluss haben und von denen die Mehrheit gegen die Regierung von Abed Rabbo Mansur Hadi ist.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 KONFLIKTINHALTE
2.1 Akteure
2.2 Mittel der Akteure
2.2.1 Regierung des Jemen unter Hadi
2.2.2 Huthi-Rebellen
2.3 Konfliktverlauf
2.4 Typologisierung des Konfliktes/Landes
2.4.1 Schneckener
2.4.2 Münkler
2.4.3 AKUF Arbeitsgemeinschaft Uni-Hamburg
2.4.4 Heidelberger Institut für Konfliktforschung
2.4.5 Bernhard Zangl und Michael Zürn in "Frieden und Krieg"
2.4.6 Das zivilisatorische Hexagon
3 MEDIALE WAHRNEHMUNG
4 KONFLIKTPROGNOSE UND LÖSUNGSVORSCHLÄGE
5 BEWERTUNG DES LÖSUNGSANSATZES MIT HILFE DES ZIVILISATORISCHEN HEXAGONS
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, den Konflikt im Jemen anhand verschiedener politikwissenschaftlicher Theorien zu analysieren und zu typologisieren, um darauf aufbauend Lösungsansätze zu entwickeln. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern der Jemen-Konflikt als Krieg klassifiziert werden kann und welche Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung, unter Anwendung des "zivilisatorischen Hexagons", bestehen.
- Strukturelle Analyse der Konfliktakteure und deren Einflussfaktoren
- Typologisierung des Konflikts als gescheiterter Staat und asymmetrischer Krieg
- Untersuchung der medialen Wahrnehmung und deren Auswirkungen auf das politische Handeln
- Entwicklung und Bewertung von Lösungsstrategien für den innerstaatlichen Konflikt
Auszug aus dem Buch
2.4.6 Das zivilisatorische Hexagon
Das zivilisatorische Hexagon ist ein Analyseinstrument, um den Frieden in einem Land zu beurteilen. Hierfür werden die Kriterien Entprivatisierung von Gewalt, Kontrolle des Gewaltmonopols und Herausbildung von Rechtstaatlichkeit, Interdependenz und Affektkontrolle, demokratische Beteiligung, soziale Gerechtigkeit und konstruktive politische Konfliktkultur herangezogen.
Das Kriterium der Entprivatisierung von Gewalt ist im Jemen nicht erfüllt, da es keine internationale anerkannte Regierung gibt und weite Teile der Bevölkerung, wie zum Beispiel die Stammesgruppen im Norden des Landes, schwer bewaffnet sind.
Ebenfalls ist auch nicht das zweite Kriterium, die Kontrolle des Gewaltmonopols und Herausbildung von Rechtstaatlichkeit erfüllt, da die aktuellen Machthaber keinen demokratischen Anspruch auf die Herrschaft im Jemen haben, und die Lage in Jemen in den letzten Jahren einem Bürgerkrieg sehr ähnlich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die sozioökonomische Lage des Jemen und Vorstellung der zentralen Akteure sowie deren internationaler Unterstützer.
2 KONFLIKTINHALTE: Detaillierte Betrachtung der Akteure, ihrer Mittel, des Konfliktverlaufs und Einordnung des Konflikts mittels verschiedener politikwissenschaftlicher Ansätze.
3 MEDIALE WAHRNEHMUNG: Erörterung der geringen medialen Präsenz des Jemen-Konflikts in Deutschland aufgrund fehlender direkter sicherheitspolitischer Relevanz.
4 KONFLIKTPROGNOSE UND LÖSUNGSVORSCHLÄGE: Analyse der humanitären Situation und Diskussion verschiedener Lösungsansätze durch die UN sowie deren Herausforderungen.
5 BEWERTUNG DES LÖSUNGSANSATZES MIT HILFE DES ZIVILISATORISCHEN HEXAGONS: Evaluierung der theoretischen Wirksamkeit eines Lösungsansatzes zur Wiederherstellung staatlicher Stabilität.
Schlüsselwörter
Jemen, Huthi-Rebellen, Konfliktanalyse, zivilisatorisches Hexagon, failed state, asymmetrischer Krieg, Friedenssicherung, humanitäre Krise, UN-Resolution, politische Stabilität, Machtvakuum, Bürgerkrieg, Regierungsführung, Gewaltmonopol, internationale Akteure
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der Konfliktlage im Jemen, beleuchtet die beteiligten Akteure und deren Interessen und prüft verschiedene theoretische Erklärungsmodelle für den Konfliktverlauf.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören die Analyse der Konfliktinhalte, die mediale Wahrnehmung der Krise in Deutschland sowie die kritische Auseinandersetzung mit Lösungsansätzen unter Anwendung des Modells des "zivilisatorischen Hexagons".
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Status quo des Konflikts zu typologisieren und die Erfolgsaussichten für eine internationale Konfliktlösung, insbesondere unter dem Aspekt staatlicher Wiederaufbaumaßnahmen, zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden politikwissenschaftliche Klassifizierungsmodelle, wie der Ansatz von Schneckener (Failed States), Münklers Theorie der neuen Kriege und das Analyseinstrument des zivilisatorischen Hexagons, angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Akteursanalyse, die Darstellung des historischen Verlaufs ab 1990, die Einordnung in Kriegstypologien sowie die Prognose zukünftiger Entwicklungen unter Berücksichtigung der UN-Diplomatie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Konfliktanalyse, Jemen, Huthi-Rebellen, zivilisatorisches Hexagon und internationale Akteure maßgeblich geprägt.
Warum ist das Kriterium der "Entprivatisierung von Gewalt" im Jemen nicht erfüllt?
Da es an einer international anerkannten Regierung mangelt, die das Gewaltmonopol hält, und gleichzeitig bewaffnete Stammesgruppen im Norden des Landes agieren, bleibt das Gewaltmonopol in privater bzw. fragmentierter Hand.
Welche Rolle spielen die Medien in der Wahrnehmung des Konflikts?
Die mediale Darstellung in Deutschland ist laut der Analyse minimal, da der Konflikt von anderen Krisen, wie etwa dem Krieg in Syrien, überlagert wird, die eine direktere sicherheitspolitische Relevanz für Europa aufweisen.
Welche Rolle spielt die Cholera-Epidemie in der Argumentation des Autors?
Die Epidemie dient als Beispiel für die mangelnde soziale Gerechtigkeit und das Fehlen staatlicher Wohlfahrtsfunktionen, was die katastrophale humanitäre Lage infolge des Konflikts verdeutlicht.
Wie bewertet der Autor die Erfolgschancen für eine UN-gestützte Lösung?
Der Autor zeigt sich skeptisch und stellt fest, dass aufgrund der widerstreitenden Interessen internationaler Akteure wie Iran und Saudi-Arabien eine diplomatische Lösung derzeit kaum zu erwarten ist.
- Quote paper
- Lukas Maack (Author), 2017, Konfliktanalyse Jemen. Akteure, Mittel, Konfliktverlauf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380449