„You have to think anyway, so why not think big?” (Donald Trump)
Zum Jahresbeginn 2017 sorgt insbesondere die in Aussicht gestellte Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump für viele Veränderungen. Seine durchaus kritisch zu betrachtende handelspolitische Haltung und sein Bekenntnis, die Haushaltsausgaben auszuweiten, beeinflussen den Ausblick ins Wirtschaftsjahr 2017 maßgeblich. In seiner Zeit als Präsident der USA plant Donald Trump eine expansive Fiskalpolitik. Die geplanten Steuersenkun-gen und erhöhten Haushaltsausgaben für Infrastrukturprojekte in Höhe von etwa 2 Prozent des BIP dürften sich aber positiv auf die ohnehin bereits robuste wirtschaftliche Lage der USA auswirken.
Donald Trump spricht selbst von der größten „Steuer-Revolution“ seit der Reform von Ronald Reagan in den 1980er-Jahren. Man muss aber beachten, dass Amerika zurzeit kein Konjunkturprogramm bräuchte, die US-Konjunktur ein stabiles Wachstum aufweisen kann und das war damals bei Reagan anders. Die von Reagan veranlassten Steuersenkungen für Besserverdiener und Unternehmen sollten die Investitionen ankurbeln und mehr Wachstum und Steuereinnahmen generieren, um sich somit selbst zu finanzieren. Dieses Konzept geht auf den US-Ökonom Arthur Laffer zurück. Jedoch gelten die „Reaganomics“ als gescheitert, denn sie hinterließen verheerende Spuren im Staatshaushalt. Die Schuldenlast der USA stieg von 914 Milliarden USD im Jahr 1980 auf 2,6 Billionen USD im Jahr 1988 an. Anders als Reagan möchte Trump aber auch die Steuerlast der unteren Mittelschicht senken und den Mindestlohn erhöhen.
Die genannten Maßnahmen in der angestrebten expansiven Fiskalpolitik von Trump könn-ten das Wachstum und die Investitionen ankurbeln und neue Arbeitsplätze schaffen, allerdings könnten die daraus resultierenden höheren Ausgaben und sinkenden Steuern die fiskalische Stabilität bedrohen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aussicht auf die expansive Fiskalpolitik Trumps
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Die antizyklische Fiskalpolitik
2.1 Die Konjunkturpolitik und der Konjunkturzyklus
2.2 Die restriktive Fiskalpolitik
2.3 Die expansive Fiskalpolitik
3. Auswirkungen der expansiven Fiskalpolitik im Modell
3.1 Auswirkungen auf den Geldmarkt
3.2 Probleme und negative Aspekte einer expansiven Fiskalpolitik
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Auswirkungen der von der US-Regierung unter Donald Trump angestrebten expansiven Fiskalpolitik auf den Geldmarkt. Dabei wird analysiert, inwieweit solche Maßnahmen in der aktuellen wirtschaftlichen Lage der USA sinnvoll sind oder ob sie Risiken wie Inflation und eine Überhitzung der Konjunktur bergen.
- Analyse der instrumentellen Möglichkeiten der Fiskalpolitik zur Konjunktursteuerung.
- Untersuchung der Wirkungsmechanismen expansiver Maßnahmen mittels des IS-LM-ZZ-Modells.
- Kritische Auseinandersetzung mit den Risiken, insbesondere dem Verdrängungseffekt (Crowding-out).
- Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation der USA im Kontext geplanter Steuersenkungen und Infrastrukturinvestitionen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Auswirkungen auf den Geldmarkt
Donald Trump plant vor allem für Unternehmen und reiche US-Bürger Steuersenkungen, wodurch indirekt die Konjunktur angekurbelt und die Arbeitslosigkeit gesenkt werden soll. Zudem sollen Infrastrukturinvestitionen noch direkter auf die Konjunktur einwirken und die aggregierte Nachfrage erhöhen. Wie sieht die theoretische Umsetzung der geplanten expansiven Fiskalpolitik der neuen US-Regierung aus? Die Auswirkungen auf den Geldmarkt lassen sich im IS-LM-ZZ-Modell am besten beschreiben. Dieses Güter-Geldmarkt-Modell von Mundell und Fleming erfasst die Nachfrageseite einer offenen Volkswirtschaft, beinhaltet neben der Gleichgewichtskurve für den Gütermarkt (IS-Kurve), auch die des Geldmarktes (LM-Kurve) und der Zahlungsbilanz (ZZ-Kurve) und kann grafisch im Hicks-Diagramm, auch Zins-Einkommen-Diagramm genannt, dargestellt werden. Die ZZ-Kurve stellt alle Zins-Einkommen-Kombinationen dar, bei denen sich der Außenbeitrag und Nettokapitalexporte zu Null addieren. Die IS-Kurve ist die Menge aller Zins-Einkommen-Kombinationen, beim dem Investitionen gleich Ersparnis und Kreditangebot gleich Kreditnachfrage ist. Höhere Zinsen verringern die Kreditnachfrage und die Investitionsnachfrage, wodurch das Volkseinkommen und die volkswirtschaftliche Ersparnis reduziert wird. Dieser Zusammenhang ergibt eine fallende IS-Kurve. Die LM-Kurve stellt das Gleichgewicht auf den Geld- und Finanzmärkten dar und zeigt die jeweiligen Punkte, bei denen das reale Geldangebot gleich der realen Geldnachfrage ist. Anders gesagt zeigt sie alle Zins-Einkommen-Kombinationen, bei denen für eine gegebene Geldmenge ein Gleichgewicht auf dem Geldmarkt herrscht.
Im weiteren Verlauf wird dieses Modell benutzt, da es sich ideal für die Analyse kurzfristiger Auswirkungen von fiskalpolitischen Maßnahmen eignet. Die US-Regierung möchte mit kreditfinanzierten Investitionen die US-Wirtschaft weiterhin ankurbeln. Welche Auswirkungen kann man im IS-LM-ZZ-Modell auf dem Geldmarkt erkennen? Bei einer zinsabhängigen Investitionstätigkeit verschiebt eine kreditfinanzierte Staatsausgabenerhöhung die IS-Kurve nach rechts, dadurch entsteht ein neues Gleichgewicht mit höherem Volkseinkommen und höherem Zinsniveau. Ein entsprechendes Diagramm wird in Abbildung 3 im Anhang aufgeführt, um den Sachverhalt zu verdeutlichen. Zudem kommt es zu einem Nachfrage-
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die wirtschaftspolitischen Pläne Donald Trumps zu Beginn des Jahres 2017 vor und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2. Die antizyklische Fiskalpolitik: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Fiskalpolitik, der Konjunkturzyklus sowie die Strategien der restriktiven und expansiven Fiskalpolitik definiert.
3. Auswirkungen der expansiven Fiskalpolitik im Modell: Dieses Hauptkapitel analysiert mithilfe des IS-LM-ZZ-Modells, welche Folgen eine expansive Politik auf den US-Geldmarkt hat und welche negativen Risiken dabei auftreten können.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die geplante expansive Politik der US-Regierung als ein zweischneidiges Schwert mit potenziellen Chancen, aber auch erheblichen Risiken.
Schlüsselwörter
Expansive Fiskalpolitik, USA, Geldmarkt, Konjunkturpolitik, IS-LM-ZZ-Modell, Crowding-out, Defizitfinanzierung, Steuersenkungen, Infrastrukturinvestitionen, Zinssatz, Volkseinkommen, Konjunkturzyklus, Inflation, Investitionsfalle, Wirtschaftswachstum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Auswirkungen der von der US-Regierung unter Donald Trump geplanten expansiven Fiskalpolitik auf den amerikanischen Geldmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Konjunkturtheorie, die Funktionsweise der Fiskalpolitik (insbesondere im IS-LM-ZZ-Modell) sowie die Analyse der spezifischen ökonomischen Rahmenbedingungen in den USA zu Beginn des Jahres 2017.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen der geplanten fiskalpolitischen Maßnahmen kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen, ob diese in einer bereits gut laufenden US-Wirtschaft sinnvoll sind oder zu Problemen führen könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt als methodische Basis das IS-LM-ZZ-Modell für offene Volkswirtschaften, um die Wirkungszusammenhänge zwischen Staatsausgaben, Steuern, Zinssätzen und dem Volkseinkommen grafisch und theoretisch darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der expansiven Fiskalpolitik, wie sie sich auf Investitionen und den Geldmarkt auswirken, und diskutiert Probleme wie den Verdrängungseffekt (Crowding-out) oder die Investitionsfalle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie expansive Fiskalpolitik, IS-LM-ZZ-Modell, Konjunkturpolitik, Crowding-out und US-Wirtschaft charakterisieren.
Warum wird das IS-LM-ZZ-Modell zur Analyse herangezogen?
Das Modell wird verwendet, da es sich ideal eignet, um kurzfristige Effekte von fiskalpolitischen Maßnahmen auf den Geldmarkt sowie die Interaktion zwischen Gütermarkt und Finanzmarkt in einer offenen Volkswirtschaft abzubilden.
Was bedeutet das "Crowding-out" in diesem Kontext?
Crowding-out beschreibt den Verdrängungseffekt, bei dem durch staatliche Kreditfinanzierung die Zinsen steigen, was wiederum private Investitionen verteuert und somit teilweise verdrängt.
Warum könnte eine expansive Fiskalpolitik in den USA derzeit kritisch gesehen werden?
Kritisch ist, dass die US-Wirtschaft sich bereits in einer Phase stabilen Wachstums befindet; weitere expansive Maßnahmen könnten daher zu Inflation und einer Überhitzung der Konjunktur führen.
- Arbeit zitieren
- Christian Püschel (Autor:in), 2017, Die expansive Fiskalpolitik der USA und die Auswirkungen auf den Geldmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380700