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Biopolitics. Wie natürlich ist Demokratie?

Titel: Biopolitics. Wie natürlich ist Demokratie?

Hausarbeit , 2015 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Frank Krause (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit möchte der Frage nachgehen, wie überzeugend die Theorie der natürlichen Demokratie ist und wie kohärent die Vertreter der Biopolitics ihre Thesen darlegen. Dabei soll diese Theorie ideengeschichtlich, mit der Methode der Kommentierung, rekonstruiert und dabei der These Platz eingeräumt werden, dass die Institutionen, und somit auch die Demokratie, nicht über einen „natürlichen biologischen Evolutionsprozess“ entstanden sein können, sondern lediglich über kulturelle Vermittlung.

Insgesamt möchte diese Hausarbeit einen Überblick über die verschiedenen Erklärungsansätze der Biopolitics geben und diese kritisch betrachten. Hier sollen, unter anderem, stellvertretend für die Biopolitics bzw. Sozialbiologie der Aufsatz von Heiner Flohr: „Die Bedeutung biokultureller Ansätze für die Institutionentheorie“ und die Publikation von Eckart Voland: „Sozialbiologie. Die Evolution von Kooperation und Konkurrenz“ herangezogen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biopolitics und Sozialbiologie

2.1. Wie Biopolitics argumentiert

2.2. Biologische Bezüge von Institutionen bis hin zum Staat?

3. Kritische Überprüfung

3.1. Zu Biopolitics allgemein

3.2. Zu Institutionen und Staat

4. Ist Demokratie natürlich?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die wissenschaftliche Stichhaltigkeit biopolitischer Ansätze, die versuchen, menschliches Sozialverhalten und staatliche Institutionen – insbesondere die Demokratie – durch evolutionäre und genetische Erklärungsmodelle zu legitimieren.

  • Kritische Analyse des biopolitischen Erklärungsanspruchs gegenüber den klassischen Sozialwissenschaften
  • Untersuchung der These einer genetischen Vordeterminiertheit menschlichen Sozialverhaltens
  • Rekonstruktion der Argumentation für eine "natürliche Demokratie"
  • Ideengeschichtliche Betrachtung der Verbindung von Biologie und Staatsbildung
  • Diskussion des Verhältnisses von biologischer Determiniertheit und kultureller Vermittlung

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Mit dem Fortschritt bei der Entschlüsselung des menschlichen Genoms wurden medienwirksam bald Ankündigungen laut, dass dadurch auch das Verhalten von Menschen, quasi über die Anordnung ihrer Genesequenzen, allgemeingültig erklärt werden könne. So gäbe es zum Beispiel jeweils ein Gen für Aggression oder für Alkoholismus (Wahl 2009: 98). Eine Popularisierung zu diesem Thema fand spätestens mit Richard Dawkins viel diskutiertem Werk „Das egoistische Gen“ in der Mitte der 1970er Jahre statt. So bildete sich bald eine kontroverse Forschungsdiskussion heraus, bei der die Frage im Mittelpunkt stand, und steht, ob, wie und vor allem auf welche Weise menschliches Verhalten erklärt werden könne.

Den Sozialwissenschaftlern, welche bis dahin praktisch über einen tradierten Alleinerklärungsanspruch verfügten, wurde nun vorgeworfen, dass sie reduktionistisch lediglich den kulturellen Teil des Menschen zu Erklärungsversuchen heranzögen und die Biologie dabei völlig unbeachtet ließen. Im Umkehrschluss kritisierten dann viele Sozialwissenschaftler, die junge Disziplin der Biopolitics bzw. Sozialbiologie sei zu sehr darum bemüht, jegliches menschliches Verhalten, bis hin zur Bildung von Institutionen auf biologische Erklärungsmuster stellen zu wollen. Selbst die Demokratie, so erklärt mit Heiner Flohr (1990: 38) einer der deutschen Wortführer der Biopolitics, sei analog zu Darwins „Theorie der natürlichen Selektion“ zu betrachten und somit auch, zumindest über einen Teil, mit der Biologie zu erklären. Auch Masters, ein Biopolitics-Vertreter der ersten Stunde, zieht naturalistische Erklärungsmuster zum Entstehen einer Demokratie heran. (Masters 1975)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Debatte zwischen biologischen Erklärungsansätzen und traditionellen Sozialwissenschaften ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Plausibilität einer "natürlichen Demokratie".

2. Biopolitics und Sozialbiologie: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Forschungsrichtung und beschreibt das Bestreben, menschliches Verhalten, Kooperation und Institutionen wie den Staat auf biologische Selektionsvorteile zurückzuführen.

3. Kritische Überprüfung: Hier werden die Argumente der Biopolitics einer skeptischen Analyse unterzogen, wobei insbesondere die Fragwürdigkeit einer biologischen Determiniertheit gegenüber kulturellen Sozialisationsfaktoren betont wird.

4. Ist Demokratie natürlich?: Das Kapitel diskutiert verschiedene, teils widersprüchliche biopolitische Versuche, das demokratische System entweder als genetisch bedingt oder als Resultat evolutionärer Selektion zu deuten.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die biopolitischen Ansätze zwar den Blick erweitern können, aber bei der Erklärung von Demokratie und komplexem menschlichem Sozialverhalten an ihre Grenzen stoßen und den kulturellen Aspekt vernachlässigen.

Schlüsselwörter

Biopolitics, Sozialbiologie, natürliche Demokratie, evolutionäre Selektion, Institutionentheorie, genetischer Determinismus, Sozialwissenschaften, menschliches Verhalten, Kooperation, Altruismus, Staatensysteme, Kulturalismus, Biokulturalismus, Machtstrukturen, Evolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die Theorien der Biopolitics, die menschliches Verhalten und politische Systeme wie die Demokratie primär durch biologische und genetische Konzepte erklären möchten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstelle zwischen Genetik und Sozialwissenschaften, die Evolution von Institutionen, das Phänomen des Altruismus sowie die Frage nach der natürlichen Legitimation politischer Herrschaftsformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Kohärenz und Überzeugungskraft biopolitischer Thesen zu prüfen und der Frage nachzugehen, ob die Demokratie als Ergebnis eines biologischen Evolutionsprozesses verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit wendet eine ideengeschichtliche Rekonstruktion sowie eine kritische Kommentierung der gewählten Fachliteratur an, um die Thesen der Biopolitics zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung biopolitischer Argumente, deren kritische Hinterfragung hinsichtlich ihrer Plausibilität sowie die spezifische Anwendung dieser Theorien auf das Konzept der Demokratie.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Biopolitics, Sozialbiologie, natürlicher Determinismus, kulturelle Vermittlung, evolutionäre Fitness und Staatstheorie.

Wie stehen die Autoren der Biopolitics zur Demokratie?

Die Sichtweisen sind heterogen: Einige interpretieren die Demokratie als ideale Entsprechung für das Streben nach Wohlstand, andere sehen sie als seltene Ausnahme gegen natürliche Hierarchien oder als Überlebensvorteil in einem Wettbewerb der Systeme.

Welches zentrale Problem identifiziert der Autor bei biopolitischen Erklärungsansätzen?

Der Autor identifiziert vor allem den naturalistischen Fehlschluss sowie die Vernachlässigung kultureller Faktoren, die eine rein biologische Erklärung für komplexe soziale Institutionen wie die Demokratie als unzureichend erscheinen lassen.

Warum wird der Begriff des "egoistischen Gens" im Text thematisiert?

Er dient als populärwissenschaftliche Grundlage, auf der viele Biopolitics-Vertreter ihre Annahme aufbauen, dass sämtliches menschliches Handeln – auch soziales Verhalten – auf die Maximierung der eigenen genetischen Fitness ausgerichtet sei.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich der "natürlichen Demokratie"?

Die Arbeit schlussfolgert, dass die Behauptung, Demokratie sei "natürlich", wissenschaftlich nicht haltbar ist, da menschliches Handeln weitgehend durch kulturelle Prozesse geprägt ist und sich nicht ausschließlich auf biologische Zwänge reduzieren lässt.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Biopolitics. Wie natürlich ist Demokratie?
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar: Politische Anthropologie
Note
1,3
Autor
Frank Krause (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V381424
ISBN (eBook)
9783668585867
ISBN (Buch)
9783668585874
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Anthropologie Biopolitics Demokratie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frank Krause (Autor:in), 2015, Biopolitics. Wie natürlich ist Demokratie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381424
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Leseprobe aus  19  Seiten
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