Die vorliegende Bachelorarbeit behandelt den Unterschied zwischen dem deutschen und islamischen Strafrecht. Hierbei wird besonders auf den Delikt des Diebstahls eingegangen. Das islamische Strafrechtssystem ist gegenwärtig ein vieldiskutiertes und strittiges Thema in Deutschland.
Die Bachelorarbeit besteht aus der Darstellung zwei sehr unterschiedlicher Strafsysteme: Zum einen dem islamischen Strafrecht, welches auf religiösen Offenbarungsquellen basiert und nicht von Menschen verändert werden darf und zum anderen dem deutschen Strafrecht, welches sich aus menschlichen Gesetzen zusammensetzt und veränderbar ist.
Dem westlichen Betrachter zeigt sich ein befremdliches Bild und er bezeichnet das islamische Strafrecht teilweise sogar als unmenschlich und despotisch. Aus diesem Grund ist es von Nöten, sich näher mit diesem Thema zu beschäftigen; beide Strafrechte in ihrer Art und Weise zu untersuchen sowie einen Vergleich dazustellen. Wichtig ist an dieser Stelle anzumerken, dass die Absicht der Arbeit keinesfalls eine Bewertung der unterschiedlichen Strafrichtlinien ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen:
2.1 Scharia (šarīʿa):
2.2 Qur'an:
2.3 Lebenspraxis des Propheten (Sunna):
3. Islamisches Strafrecht
3.1 Die Dreiteilung der Straftaten im islamischen Strafrecht
3.2. Hadd Delikt-Diebstahl
3.2.1 Definition:
3.2.2 Koranische Grundlage:
3.2.3 Wertgrenze:
3.2.4 Diebstahltaugliches Objekt:
3.2.5 Diebstahl von entliehenen Sachen:
3.2.6 Vollendung der Tat:
3.2.7 Diebstahl bei Hungersnot
3.2.8 Reue (tauba):
3.3 Heimlichkeit und Gewahrsamkeit
3.3.1 Heimlichkeit
3.3.2 Gewahrsamkeit
3.4 Die Beweisregeln sowie Prozessvoraussetzungen und die Strafvollstreckung
3.4.1 Beweisregeln:
3.4.2 Prozessvoraussetzungen:
3.4.3 Vollstreckung der Ḥadd Strafe für Diebstahl:
3.4.4 „Sariqa“ bei mehreren Tatbeteiligten
3.5 Die Abwendung der Ḥadd Strafe in Zweifelsfällen
4. Zweck und Absicht der islamischen Strafen
5. Allgemeines zum deutschen Strafrecht:
5.1 Der Diebstahl nach deutschem Strafrecht:
6. Vergleich zwischen dem islamischen und dem deutschen Strafrecht bezüglich des Diebstahldelikts
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das islamische Strafrecht am Beispiel des Diebstahls und setzt dieses in einen vergleichenden Kontext zum deutschen Strafrechtssystem, um die Zweckmäßigkeit und Anwendung der drakonischen Strafen kritisch zu beleuchten.
- Struktur und Deliktkategorien des islamischen Strafrechts
- Tatbestandsvoraussetzungen für das Hadd-Delikt "Diebstahl"
- Vergleich der Rechtsauffassungen und der Rolle der Reue
- Gegenüberstellung mit den gesetzlichen Regelungen des deutschen Strafgesetzbuches
- Ethische und religiöse Dimensionen der Strafzumessung in beiden Systemen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Definition:
Diebstahl wird, laut des türkischen Gelehrten Omer Bilmem, wie folgt definiert:
Diebstahl liegt dann vor, wenn eine vor dem Gesetz verantwortliche Person eine Sache von dem für den Diebstahl festgesetzten Mindestwert, die weder unbedeutend noch schnell verderblich ist, von dem Orte, an dem sie verwahrt wird, heimlich wegnimmt und nach draußen bringt, und zwar so, daß er an dieser Sache keinerlei Rechtsanspruch hat, noch der Verdacht, er habe ein Eigentumsrecht an ihr, besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der beiden Strafrechtssysteme und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2. Begriffserklärungen: Definition der Grundlagen wie Scharia, Koran und Sunna sowie Klärung von deren Bedeutung im islamischen Recht.
3. Islamisches Strafrecht: Detaillierte Analyse der Straftaten, insbesondere des Diebstahldelikts, der Beweisregeln und der Vollstreckung.
4. Zweck und Absicht der islamischen Strafen: Erörterung der Ziele der islamischen Strafen, die über die bloße Abschreckung hinausgehen und die moralische Läuterung fokussieren.
5. Allgemeines zum deutschen Strafrecht: Vorstellung des deutschen Strafgesetzbuches und der spezifischen Regelungen zum Tatbestand des Diebstahls.
6. Vergleich zwischen dem islamischen und dem deutschen Strafrecht bezüglich des Diebstahldelikts: Synoptische Gegenüberstellung beider Systeme unter Berücksichtigung von Parallelen und fundamentalen Unterschieden.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für eine differenzierte Betrachtung beider Rechtsordnungen.
Schlüsselwörter
Islamisches Strafrecht, deutsches Strafrecht, Diebstahl, Hadd-Strafe, Sariqa, Scharia, Amputation, Rechtsvergleich, Strafzumessung, Tatbestandsmerkmale, Reue, Rechtsschulen, Rechtswidrigkeit, Täterschutz, Rechtsphilosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem islamischen Strafrechtssystem unter besonderer Berücksichtigung des Diebstahlsdelikts und stellt dieses dem deutschen Strafrecht gegenüber.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition von Hadd-Delikten, die Voraussetzungen für eine Bestrafung, die Rolle der Beweisregeln und das Ziel der Erziehung und Läuterung durch Strafe.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und zu zeigen, dass das islamische Strafrecht auf eine erzieherische Absicht ausgerichtet ist und viele Hürden vor der Anwendung drakonischer Strafen setzt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine rechtsvergleichende Methode angewandt, bei der sowohl religiöse Quellen als auch juristische Kommentare und Gesetzestexte beider Systeme analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des islamischen Strafrechts inklusive der Rechtsschulen sowie eine detaillierte Analyse der Tatbestände, der Beweisregeln und des anschließenden Vergleichs zum deutschen Recht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Hadd-Strafe, Sariqa, Rechtsvergleich, Scharia und deutschem Strafgesetzbuch sind für das Verständnis der Arbeit zentral.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von "Diebstahl" in beiden Rechtssystemen?
Während im deutschen Recht der Diebstahl autonom nach staatlichen Gesetzen definiert ist, erfordert das islamische Recht spezifische Bedingungen wie Heimlichkeit, Mindestwert und das Fehlen von Zweifelsfällen, um die Hadd-Strafe auszulösen.
Warum wird die Hadd-Strafe im islamischen Recht oft als "schonend" beschrieben?
Die Arbeit argumentiert, dass islamische Juristen bemüht sind, die Anwendung von Körperstrafen durch sehr enge Auslegungsregeln, Reue-Möglichkeiten und die Nutzung von Zweifelsfällen so weit wie möglich zu begrenzen.
- Arbeit zitieren
- Saime Aydin (Autor:in), 2017, Vergleich von islamischem und deutschem Strafrecht am Beispiel des Diebstahls, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383119