Nationalismus in den Kriegserinnerungen 1813-1815 anhand ausgewählter Quellen


Hausarbeit, 2017
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Der autobiographische Boom im 19. Jahrhundert

2. Auf der Suche nach Nationalismus in den Quellen
2.1 Phase 1: Restauration und Vormärz (1815-1840)
2.2 Phase 2: Die nationalliberale Bewegung und die Revolution von 1847/48
2.3 Phase 3: Im Kaiserreich (1871-1914)

Fazit

Einleitung

Über 150 Jahre lang deutete die deutsche Historiographie die Kriege 1813-1815 als Wiege des deutschen Nationalismus und Wegbereiter des deutschen Nationalstaates. Prominente Historiker[1] des Kaiserreichs vertraten diese Deutung, und schon in den Schulgeschichtsbüchern der 1820er Jahre finden sich national überschwängliche Beschreibungen des Freiheitskampfes.[2] Erst in den 1970er Jahren der Bundesrepublik begannen junge Protestforscher die alten Thesen anzugreifen.[3] Die Historikerin Ute Planert forderte einen Perspektivwechsel in der Bewertung der Befreiungskriege.[4] Sie monierte die „borussisch nationale“ Einstellung der etablierten Forschung, die sich allein auf Zeitzeugen aus der nationalliberalen Bildungselite in Preußen gestützt und Zeitzeugen aus den Rheinbundstaaten außer Acht gelassen hatte.[5] Auch relevante soziale und psychologische Aspekte wie Geschlecht, Konfession und der sehr unterschiedliche Leidensdruck der Betroffenen in den deutschen Ländern waren nicht genügend einbezogen worden. „Die Chancen, den Krieg zu überleben […] waren so unterschiedlich, dass die Lektüre von Autobiographien gelegentlich den Eindruck erweckt, es könne unmöglich vom gleichen Krieg die Rede sein.“[6] Peter Brandt bestätigte die Kritik und gab weitere Deutungsansätze, z.B. die Befreiungskriege als eine erste sozialistische Massenbewegung.[7] Trotz ihrer Kritik bestritt Planert die Existenz von deutschem Nationalismus während der Befreiungskriege nicht. Er manifestierte sich in der Tagesliteratur und vor allem in der romantischen Freiheitslyrik.[8] Lässt sich der deutsche Nationalismus auch in den Kriegserinnerungen der Zeitzeugen belegen? Oder bestätigt der Quellenkorpus die Kritik der neueren Forschung? Nationalismus soll hier an Hand von Szenen in den Texten belegt werden, die Rückschlüsse auf die positive Einstellung des Autors zu Deutschland als Vaterland und auf den Wunsch nach einer geeinten deutschen Nation zulassen. Ein möglichst breites Spektrum an Autoren soll dabei zu Wort kommen, einfache Soldaten, Offiziere, Zivilisten, Literaten aus den verschiedenen deutschen Regionen. Basis für die Arbeit war Karen Hagenmanns Studie von 2015[9], in der sie 269 Kriegserinnerungen deutscher Zeitzeugen nach Vita, Region, Motivation des Autors und Zeitpunkt der Publikation systematisiert hat.[10] Männer von höherem militärischen Rang oder Mitglieder der zivilen Oberschicht (Adel, Bildungsbürger) verfassten die Mehrheit der Texte. Sie stammten vor allem aus den Rheinbundstaaten[11] und Preußen.[12] Angelehnt an Hagemanns Gruppierungen sind die Quellen in der Arbeit so gewählt, dass jede Gruppe mit mindestens einem Autor repräsentiert ist: zwei gemeine Soldaten (Deifel, Lindau), zwei rheinbündische Offiziere auf französischer Seite (von Funck, von Ditfurth), ein sächsischer Berufsoffizier gegen Napoleon (von François), zwei preußische Offiziere (von Müffling, von Wolzogen), ein sächsischer Musikkritiker (von Rochlitz) und ein preußischer Literat (von Kügelgen). Nicht berücksichtigt sind Autorinnen, da sie eher Ausnahmen darstellten. Zur Strukturierung erfolgte eine Phaseneinteilung unter historischen, gedächtnistheoretischen und literaturgeschichtlichen Aspekten:

- Historisch:

Restauration/Vormärz – nationalliberale Bewegung und Revolution 1847/48 – Kaiserreich stellen markante Phasen des Jahrhunderts dar.

- Gedächtnistheoretisch:

Jan Assmann definierte ein kommunikatives Generationengedächtnis des Einzelnen, das von der „rezenten“ Erinnerung über eine Schwellenphase nach ca. 40 Jahren, wenn die erste Generation ihre Erfahrungen weitergibt, mit der dritten Generation nach ca. 80 Jahren erlischt.[13] Sich verändernde Bezugsrahmen der Erinnerungsgemeinschaft sowie die Kommunikation in der Gruppe können das Generationengedächtnis im zeitlichen Verlauf manipulieren.

- Literaturgeschichtlich:

Nach Jürgen Lehmann hat sich das literarische Genre der Autobiographie im 18./19. Jahrhundert vom bekennenden über den erzählenden hin zu einem dominant berichtenden Stil (ab etwa 1840) entwickelt, was Inhalt und Darstellungsweisen der Quellen beeinflussen konnte.[14]

Es entstand eine Flut von autobiographischen Texten[15], ein Phänomen, das im Vorfeld zur Quellenanalyse erläutert wird. Die Suche nach national gefärbten Szenen erfolgte auf Grund der Textfülle überwiegend durch Querlesen. Der Fokus richtete sich auf emotionale Situationen, die nationale Äußerungen erwarten lassen, wie der Kriegseintritt des Autors, seine Teilnahme an historischen Ereignissen oder sein Erleben des Kriegsendes.

1. Der autobiographische Boom im 19. Jahrhundert

Das literarische Genre der Autobiographie kam im 18. Jahrhundert zur ersten Blüte. Es handelte sich um nach innen gekehrte, bekennende Schriften, auch „Gelehrtenautobiographien“[16], die eigene Erkenntnisse verteidigten. Der Stil änderte sich mit dem Jahrhundertwechsel. Im Zuge der Aufklärung hatte sich ein selbstbewusstes, emanzipiertes und geschichtsbewusstes Bürgertum herausgebildet.[17] Die Französische Revolution, die napoleonischen Kriege und die begleitende Säkularisierung konfrontierten sowohl den Adel als auch das erstarkte Bürgertum mit enormen politischen, gesellschaftlichen und sozialen Umbrüchen. Der Einzelne erlebte Zäsuren und Diskontinuitäten, die den eigenen Lebensentwurf veränderten oder gar vernichteten.[18] Das neue literarische Genre der Autobiographie bot eine Plattform, eigene Erfahrungen in den öffentlichen Raum zu bringen. Die „erzählenden“ Autoren schrieben mit starkem Leserbezug, das Erzählen des eigenen Lebens lieferte Informationen an eine historiographisch interessierte Leserschaft.[19] Zudem brachte die Entwicklung des Krieges zum Massen- und Vernichtungskrieg mit Millionen von Betroffenen völlig neuartige Erfahrungen mit sich.[20] So sind im Quellenkorpus Erinnerungen an die Grausamkeiten des Russlandfeldzugs 1812 besonders zahlreich.[21] Entscheidend für die Zahl der Publikationen war jedoch die Expansion des Literaturmarktes in Deutschland. Der Fortschritt der Druckindustrie ermöglichte es, Zeitschriften und Bücher billiger und in größeren Auflagen herauszugeben. Zunehmende Mobilität in der Verteilung der Druckerzeugnisse (Eisenbahn, bessere Straßen) und das Aufkommen von Leihbüchereien ließ die erreichte Leserschaft anwachsen, vor allem im mittleren und gehobenen Bürgertum der Städte.[22]

Wie sind die Erinnerungen historisch einzuschätzen? Zeitzeugenberichten ist generell mit Skepsis zu begegnen.[23] Der zeitliche Abstand zwischen Erleben und Niederschrift, das Nutzen von Notizen oder der reinen Gedächtnisleistung bestimmen die Qualität mit. Das menschliche Gedächtnis neigt zum Verdrängen und zur positiven Selektion.[24] Nach Maurice Halbwachs ist das individuelle Gedächtnis durch den Erinnerungsrahmen der Gemeinschaft bedingt.[25] Was ist sagbar, was widerspricht der „inneren Zensur“ des Autors?[26] Welchen Konversationsmaximen folgte der Autor, um die Erwartungen der Adressaten zu erfüllen?[27] Trotz der Unsicherheiten galt für Lehmann die „Aufrichtigkeitsregel“.[28] Die Annahme, dass der Autor seine Geschichte aus seiner Sicht aufrichtig niederschrieb, macht die Werke zu wertvollen Zugängen zur Vergangenheit, die kritisch befragt werden können.

2. Auf der Suche nach Nationalismus in den Quellen

Unbestritten existierte Nationalismus in den Gesellschaften Europas im 19. Jahrhundert, auch im noch nicht geeinten Deutschland.[29] Artikulierte sich deutscher Nationalismus in den persönlichen Kriegserinnerungen der deutschen männlichen Zeitzeugen?

2.1 Phase 1: Restauration und Vormärz (1815-1840)

Autobiographien zählten in dieser Phase bereits zum nachgefragten, populären Lesestoff.[30] Die Autoren der „rezenten“[31] Erinnerung waren einfache Soldaten, Rheinbundoffiziere mit Karriereeinbrüchen und direkt betroffene Zivilisten. Statt ichbezogener Bekenntnisse erzählten sie ihrer Leserschaft, was sie im Rahmen der historischen Ereignisse erlebt hatten.[32]

- Einfache Soldaten: Deifel, Lindau

Joseph Deifel aus Essing in Bayern wurde zum napoleonischen Russlandfeldzug eingezogen und nahm 1815, nach einjähriger Kriegsgefangenschaft in Russland, am Frankreichzug gegen Napoleon teil. Deifel hatte als einziger der sechs Soldaten aus seinem Dorf den grausamen Russlandfeldzug überlebt.[33] Ergreifend schilderte er seine Heimkehr aus der Gefangenschaft. Alle Soldaten und Offiziere stimmten zusammen in fast religiöser Inbrunst ein Freudenlied auf die Heimat Bayern an.[34] Deifels Nationalgefühl richtete sich allein auf Bayern. Wenig Patriotismus dagegen zeigte Friedrich Lindau aus Hameln in Westfalen. Aus Abenteuerlust und Frustration über seine Schusterlehre floh er als junger Mann zur King´s German Legion[35]. Der Analphabet[36] erzählte grausige Details über seine Morde und Plündereien auf den Schlachtfeldern in Spanien und Waterloo.[37] Neben Geldmangel nannte der wohlwollende Herausgeber das schlechte Gewissen des Veteranen als Hauptmotiv für das Verfassen der Memoiren.[38]

- Rheinbündische hohe Militärs: Ferdinand von Funck

Die hohen Offiziere des Rheinbunds wollten vor allem ihre persönlichen Fähigkeiten und die Leistungen der ihnen anvertrauten Soldaten rehabilitieren.[39] Ferdinand von Funck, der als einer der wenigen Offiziere seine Memoiren zu Lebzeiten veröffentlichte, war im sächsischen Heer zum Berater des Königs aufgestiegen. Nach dem Übertritt Sachsens zur antinapoleonischen Koalition entlassen, konnte er 1815 wieder in den Dienst des sächsischen Königs zurückkehren.[40] Funck schrieb sachlich seine Sicht und Deutung der Ereignisse und übte offen Kritik an den preußischen Siegern. So wagte er es sogar, die als nationale Helden verehrten Lützower Jäger[41] einen „disziplinlosen Haufen“ zu nennen.[42]

- Zivilisten im Kriegsgeschehen: Friedrich von Rochlitz

Von Rochlitz, ein bekannter Leipziger Musikkritiker und Komponist, erlebte die Völkerschlacht 1813 zu Hause. Er gab eine emotionale Schilderung der letzten Gegenwehr der Franzosen in der Stadt, die immer noch kämpften, obwohl alles schon verloren war. Die Sieger, Preußen, Sachsen, Russen und Österreicher, umarmten sich und Rochlitz dichtete: „Wir wollen einig sein: ein einzig [!] Volk von Brüdern; in keiner Not uns fürchten, noch Gefahr!“[43] Die Hymne bezog alle europäischen Siegermächte mit ein. Die Szene zeigte vor allem grenzenlose Erleichterung über den Sieg.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass deutscher Nationalismus in den Werken der ersten Erinnerungsphase keine Rolle spielte.

2.2 Phase 2: Die nationalliberale Bewegung und die Revolution von 1847/48

Trotz der Repressionen der Restauration entwickelte sich der liberale Nationalismus in Deutschland zur Massenbewegung. Die Ideen der bürgerlichen Bildungselite der Befreiungskriegszeit verbreiteten sich über Universitäten und Burschenschaften, in Turnvereinen und über Nationalfeste.[44] Die Entwicklung gipfelte in der Revolution von 1847/48, aber auch deren Scheitern und die erneute Restauration drehten das Rad nicht zurück.[45] In dieser Phase, 30 bis 40 Jahre danach, wollten die altgewordenen Kriegsteilnehmer von 1813-15 berichten, die Ereignisse in Erinnerung rufen und sie deuten.[46]

- Nationalliberale Freiwillige der Befreiungskriege

Schon in der national aufgeheizten Zeit vor der Revolution begannen viele der preußischen Kriegsfreiwilligen[47], allen voran der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt, ihre Memoiren zu veröffentlichen. Sie schrieben mit dem Ziel, das Nationalbewusstsein der Deutschen zu stärken[48] und die Fürsten an ihre einstigen Versprechungen zu erinnern.[49] Lehmann erläuterte mit Hilfe dieser Werke die beginnende Dominanz des berichtenden Stils in den Autobiographien. Der Autobiograph sprach zu einer „wissenden“ Leserschaft, oft in der 1. Person Plural, mit der Intention, der neuen und der eigenen Generation einen Identifikationsrahmen zu bieten. Es geht nicht mehr um das Erzählen von unbekannten Ereignissen, sondern um das Berichten bekannter Sachverhalte mit einer verbindlichen Deutung.[50]

- Posthume Offiziersmemoiren mit nationalen Ergänzungen

Das Erstarken des Nationalismus zeigte sich besonders im Phänomen posthum veröffentlichter Offiziersmemoiren, die mit nationalen Vorworten und Ergänzungen versehen worden waren. Karl von Ditfurth z.B. war 1809 bei der Niederschlagung des Tiroler Aufstands als bayerischer Offizier für Napoleon gefallen, also auf der „falschen“ Seite. Sein deutschnational gesinnter Sohn Maximilian veröffentlichte die Memoiren seines Vaters aus dessen Tagebüchern. Am Ende fügte der Sohn einen glühenden Ausruf an: „Fluch der Hand, die je wieder ein Bündniß mit dem Ausland unterzeichnet und dem brudermörderischen Kampf zwischen Deutschen entzündet! Verflucht sei jeder, der Deutsche gegen Deutsche in den Kampf treibt!“[51]

- Traditionelle Offiziersmemoiren

Unberührt von der nationalen Erregtheit erschienen die Memoiren vieler deutscher Offiziere, oft posthum, um Ärger[52] mit den Zeitgenossen zu vermeiden. Im Ruhestand in traditioneller Weise verfasst waren sie auch als Schulungsunterlagen gedacht. General Ludwig Freiherr von Wolzogen schrieb so einen Lebensbericht, in dem der Autor weitgehend in den Hintergrund trat. Seine Memoiren boten vor allem faktische Informationen zur Militär- und Kriegsgeschichte.[53] Nicht alle Autoren blieben im Hintergrund ihres Werkes. Auf expliziten Wunsch veröffentlichte Eduard Freiherr von Müffling die Erinnerungen seines Vaters Friedrich Carl Ferdinand sofort nach dessen Tod 1851.[54] Die Schilderungen des verstorbenen Freiherrn wirken sehr arrogant, so als sollten sie den Standesgenossen die eigene militärische Kompetenz und diplomatische Bedeutung vorführen. In einer Anekdote berichtete von Müffling erfreut und stolz, dass Napoleon (der Feind!) sich an ihn nach über einem Jahr wegen seiner weisen Voraussicht erinnert hatte.[55] Mehr deutschnationale Anklänge finden sich in der abenteuerlichen Lebensgeschichte des Karl von François, posthum veröffentlicht von seiner Tochter. Der Sachse diente in der preußischen Armee und verlor infolge der Niederlage 1806 die Stellung. Als Teilnehmer der Schillkampagne[56] bedauerte er die fehlende nationale Erhebung der preußischen Bevölkerung.[57] Er selbst war mit höchster Priorität dem militärischen Ehrenkodex verpflichtet. Als er 1812 in russischen Diensten gegen den eigenen Bruder kämpfen sollte, klagte er zwar darüber, tat es aber aus Ehr- und Pflichtgefühl.[58]

Zusammenfassend bot sich in der vom Nationalliberalismus dominierten Phase ein heterogenes Bild. Im Gegensatz zu den politisch gefärbten Memoiren der deutschnationalen Autoren standen die vielen Kriegserinnerungen mit traditionellen militärischen Motiven und Intentionen.

[...]


[1] z.B. Sybel, Heinrich von, Die Begründung des Deutschen Reiches durch Wilhelm I., Erster Band, München und Leipzig 1889, S.34f.

[2] Akaltin, Ferdi, Die Befreiungskriege im Geschichtsbild der Deutschen im 19. Jahrhundert, Frankfurt/Main 1997, S.187.

[3] Planert, Ute, Wessen Krieg? Welche Erfahrung? Oder: Wie national war der „Nationalkrieg“ gegen Napoleon?, in: Beyrau, Dietrich (Hrsg.), Der Krieg in religiösen und nationalen Deutungen der Neuzeit, Tübingen 2001, S.111-139, hier S.113.

[4] Dies., Der Mythos vom Befreiungskrieg. Frankreichs Kriege und der deutsche Süden, Paderborn 2007, S.23-29.

[5] Ebd., S.23f.

[6] Dies., Wessen Krieg, S.116.

[7] Brandt, Peter, Die Befreiungskriege von 1813 bis 1815 in der deutschen Geschichte, in: Michael Grüttner u.a. (Hrsg.), Geschichte und Emanzipation: Festschrift für Reinhard Rürup, Frankfurt/Main, New York 1999, S.17-57, hier S.18.

[8] Planert Ute, Der Mythos, S.483.

[9] Hagemann, Karen, Revisiting Prussia´s Wars against Napoleon: History, Culture and Memory, Cambridge 2015, S.301-330.

[10] Ebd. S.304, Fußnote 4: Hagemann wählte Quellen aus einem Pool von 569 Texten.

[11] Im Folgenden für alle Staaten des von Napoleon gegründeten Rheinbundes, also für Bayern, Württemberg, Sachsen, Baden u.a. verwendet.

[12] Hagemann, Karen, S.307-309.

[13] Assmann, Jan, Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen, München 1992, S.50f.

[14] Lehmann, Jürgen, Bekennen-Erzählen-Berichten. Studien zu Theorie und Geschichte der Autobiographie, Tübingen 1988, S.119-137.

[15] Hagemann, Karen, S.301: „A flood of autobiographies and war memories“.

[16] Lehmann, Jürgen, S.111.

[17] Wehler, Hans-Ulrich, Nationalismus und Nation in der deutschen Geschichte, in: Berding, Helmut (Hrsg.), Nationales Bewußtsein und kollektive Identität, Frankfurt/Main 1994, S.163-175, hier S.165f.

[18] Planert, Ute, Einleitung: Krieg und Umbruch um 1800, in: Planert, Ute (Hrsg.), Krieg und Umbruch in Mitteleuropa um 1800, Paderborn u.a. 2009, S.11-23, hier S.17f.

[19] Lehmann, Jürgen, S.10.

[20] Planert, Ute, Wessen Krieg, S.111. Brandt, Peter, S.20.

[21] Hagemann, Karen, S.312: ca. ¼ der Texte berichteten vom Russlandzug.

[22] Ebd., S.290-301: zum Literaturboom in Deutschland im 19. Jahrhundert.

[23] Hockerts, Hans Günther, Zugänge zur Zeitgeschichte, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 28 (2001), S.15-30, hier S.19: zur Problematik der Zeitzeugenschaft.

[24] Lehmann, Jürgen, S.45: Lehmann sprach von der „Tendenzhaftigkeit“ des menschlichen Gedächtnisses.

[25] Assmann, Jan, S.35-37.

[26] Ulrich, Bernd, „Militärgeschichte von unten“. Anmerkungen zu ihren Ursprüngen, Quellen und Perspektiven im 20. Jahrhundert, in: Geschichte und Gesellschaft, 22 (1996), S.473-503, hier S.493: mit innerer Zensur meinte Ulrich die in der Person des Autors angelegten sozialpsychischen Konventionen und Normen.

[27] Ebd., S.494: Konversationsmaximen in Bezug auf Kriegserlebnisse könnten Verschweigen, Verharmlosen, Poetisieren, Imagepflege sein.

[28] Lehmann, Jürgen, S.42.

[29] Wehler, Hans-Ulrich, S.165 und S.168.

[30] Lehmann, Jürgen, S.193: „Die Orientierung am Unterhaltungsbedürfnis des Publikums“ hatte ebenfalls Einfluss auf Zahl und Gehalt der Schriften.

[31] Assmann, Jan, S.50.

[32] Detaillierte literarische Ausführungen bei Lehmann, Jürgen, S.184-199.

[33] Deifel Joseph, Mit Napoleon nach Russland, in Anlehnung an Originalausgabe, München 1938, editiert von Elisabeth Pustet, S.132.

[34] Ebd., S.130.

[35] Von König George III. 1803 gegründete Legion für deutsche Überläufer aus den Rheinbundstaaten.

[36] Lindau, Friedrich, Erinnerungen eines Soldaten aus den Feldzügen der Königlich-deutschen Legion, Hameln 1845, S.6, Aufzeichner war Rektor Hansen.

[37] Ebd., S.72.

[38] Ebd., Der Herausgeber, Franz Georg Ferdinand Schläger, Pastor in Hameln, schrieb: „daß das Entschuldigung finden möge, was das rasche Blut in seiner Unbesonnenheit oft in großer Noth gegen die Kriegs-Ordnung und Nächstenliebe Unrechtes gethan hat“.

[39] Hagemann, Karen, S.312.

[40] Ebd., S.312-314.

[41] Krause, Arnulf, Der Kampf um die Freiheit, Hemsbach 2013, S.240-246: „Lützows verwegene Schar“ war ein berühmtes preußisches Freiwilligenkorps, in dem Freiwillige aus allen deutschen Staaten kämpften.

[42] Funck, Karl Wilhelm Ferdinand von, In Rußland und in Sachsen 1812-1813, nach der im sächsischen Hauptstaatsarchiv verwahrten Urschrift herausgegeben von Artur Brabant, Dresden 1930, S.298-299.

[43] Rochlitz, Friedrich von, Tage der Gefahr, Leipzig o.J., in Rochlitz, Friedrich von, Schriften, Züllichau 1822, S.292-297.

[44] Wehler, Hans-Ulrich, S.167-171.

[45] Ebd., S.172f.

[46] Assmann, Jan, S.51: ca. 40 Jahre danach ist eine kritische Schwelle des Erinnerns/Vergessens im Generationengedächtnis erreicht.

[47] Hagemann, Karen, S.319-323: Beispiele sind Wilhelm Traugott Krug, Heinrich Steffens, Friedrich de la Motte Fouqué, Willibald Alexis, Friedrich Jahn.

[48] Lehmann, Jürgen, S.229.

[49] Hagemann, Karen, S.325-327.

[50] Lehmann, Jürgen, S.229.

[51] Ditfurth, Karl Freiherr von, Aus dem Leben des Königlich Bayerischen Obersten Freiherrn von Ditfurth, Kassel 1864, Hrsg. Maximilian von Ditfurth, S.112.

[52] Hagemann, Karen, S.316-317: z.B. hatte Graf Henckel von Donnersmarck Ärger mit beleidigten Standesgenossen, als er seine Memoiren 1846 selbst veröffentlichte.

[53] Hagemann, Karen, S.317f.

[54] Müffling, Friedrich Carl Ferdinand, Freiherr von, Aus meinem Leben, Berlin 1851.

[55] Ebd., S.192.

[56] François, Karl von, Aus meinem Leben, Berlin 1851, S.70. Schill war ein preußischer Offizier, der nach der Niederlage Napoleons bei Wagram gegen die Österreicher (1809) versuchte, einen Aufstand in Preußen anzuzetteln, aber scheiterte.

[57] Ebd., S.72: „blieb doch die allgemeine nationale Erhebung aus“.

[58] Ebd., S.113: „als ich in vorderster Linie das Regiment erkannte, bei welchem mein guter Bruder Adolf stand! Der Krieg kennt kein Erbarmen!“.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Nationalismus in den Kriegserinnerungen 1813-1815 anhand ausgewählter Quellen
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Basiskurs Neuere Deutsche Geschichte
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V384444
ISBN (eBook)
9783668595590
ISBN (Buch)
9783668595606
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Autobiographien, Nationalempfinden, Ged#chtnistheorie
Arbeit zitieren
Christa Gries (Autor), 2017, Nationalismus in den Kriegserinnerungen 1813-1815 anhand ausgewählter Quellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384444

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