In dieser Masterarbeit wurde eine Simulationsstudie durchgeführt, um die Abhängigkeit zwischen Supply-Chain-Resilience und Lieferantenflexibilität herauszufinden. Mit der Supply-Chain-Resilience ist in diesem Zusammenhang gemeint, wie sehr der Gewinn, der Servicegrad und der Erholungszeitraum des Servicegrades vom Ausfall eines Lieferanten betroffen werden. Als weiterer wichtiger Faktor wurden die Nachfrageschwankungen ebenfalls simuliert. Mit der Lieferantenflexibilität dagegen ist die Anzahl der Lieferanten und die Flexibilität in den Verträgen mit den Lieferanten gemeint. Eine höhere Lieferantenflexibilität führt dabei einerseits zu höheren Kosten und andererseits auch zu einer höheren Supply-Chain-Resilience, die wiederum zu höheren Einnahmen führt. Es ist ersichtlich, dass es sich dabei um ein Optimierungsproblem handelt, welches hier mithilfe von insgesamt 36 Szenarien gelöst wurde. Die Lösung bestand darin, dass Trends ersichtlich wurden, in welchen Fällen sich eine Erhöhung der Lieferantenflexibilität lohnt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen der Supply Chain
2.1 Supply Chain Management
2.1.1 Definition der Supply Chain
2.1.2 Definition des Supply Chain Managements
2.1.3 Ziele und Aufgabenfelder des Supply Chain Managements
2.1.4 Bedeutung und Schwerpunkte des Supply Chain Managements
2.2 Supply Chain Risiken
2.2.1 Interne Risiken
2.2.2 Externe Risiken
2.3 Supply Chain Resilience
2.3.1 Definition der Supply Chain Resilience
2.3.2 Phasen der Supply Chain Resilience
2.3.3 Maßnahmen für eine hohe Supply Chain Resilience
2.4 Supply Chain Flexibility
2.4.1 Definition der Supply Chain Flexibility
2.4.2 Bestandsmanagement
2.4.3 Lieferantenmanagement
3 Grundlagen der Simulation
3.1 Allgemeines zur Modellierung und Simulation
3.2 Bedeutung der Simulation für das Supply Chain Management
3.3 Vorgehensmodell der Simulation
3.4 Grundlagen von Plant Simulation
3.5 Grundlagen der Validierung und Verifikation
4 Simulationsmodell
4.1 Aufgabendefinition
4.2 Szenarien
4.3 Konzeptmodell
4.3.1 Systemgrenzen
4.3.2 Annahmen
4.3.3 Eingabegrößen
4.3.4 Ausgabegrößen
4.4 Formales Modell
4.5 Ausführbares Modell
5 Ergebnisse
5.1 Analyse der Ausgabedaten
5.1.1 Analyse des Gesamtgewinns
5.1.2 Analyse des Servicegrades
5.1.3 Zusammengesetzte Analyse der Ausgabedaten
5.2 Validierung und Verifikation
5.3 Interpretation der Ausgabedaten
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 Literaturverzeichnis
Anhang
Anhang A: „Init“
Anhang B: „Methode1“ und „Methode2“
Anhang C: „Vertrieb“
Anhang D: „Planung“
Anhang E: „EndSim“
Anhang F: „Reset“
Anhang G: „Tabelle_Ergebnisse“
Anhang H: t-Verteilung
Zielsetzung & Themen
Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, den optimalen Flexibilitätsgrad im Lieferantenmanagement für diverse Szenarien von Supply-Chain-Schwankungen zu identifizieren. Mittels ereignisdiskreter Simulation wird untersucht, wie Unternehmen durch strategische Lieferantenentscheidungen ihre Widerstandsfähigkeit (Resilience) gegenüber Störungen wie Lieferantenausfällen und Nachfragevolatilität bei gleichzeitiger Kostenoptimierung maximieren können.
- Analyse der Abhängigkeit zwischen Supply-Chain-Resilience und Lieferantenflexibilität.
- Untersuchung von Risikofaktoren wie Lieferantenausfällen und Nachfrageschwankungen.
- Anwendung von ereignisdiskreter Simulation zur Modellierung komplexer logistischer Zusammenhänge.
- Optimierung von Zielgrößen wie Gesamtgewinn und durchschnittlichem Servicegrad.
- Evaluation von Flexibilitätsstrategien wie Single- vs. Multiple-Sourcing und flexiblen Lieferantenverträgen.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Unternehmen sind in SC integriert und es gibt ständig Güter-, Informations- und Finanzflüsse zwischen diesen Unternehmen. Diese SC stehen in der letzten Zeit immer mehr im Fokus von wissenschaftlichen Publikationen. Ein wichtiger Grund hierfür ist die zunehmende Globalisierung und abnehmende Fertigungstiefe. Unternehmen haben sich aufgrund des zunehmenden Kosten- und Wettbewerbsdrucks immer mehr auf ihre Kernkompetenzen konzentriert und sahen sich gezwungen, unwirtschaftliche Abteilungen und Funktionen auszulagern. Außerdem gehen immer mehr Unternehmen Kooperationen mit ausländischen Unternehmen ein, um zum Beispiel neue Märkte zu erschließen. Aus diesen Gründen sind die Güter-, Informations- und Finanzflüsse in letzter Zeit stark gestiegen, weswegen die Bedeutung der SC auch gestiegen ist. Für die Unternehmen ist es somit von zentraler Wichtigkeit, dass die SC in einer effektiven und effizienten Weise funktioniert. [vgl. Bao 2009, S. 1; Klug 2010, S. 43 f.; Walters 2007, S. 7]
Wegen diesen gestiegenen Güter-, Informations- und Finanzflüssen und der zunehmenden Globalisierung ist zudem die Komplexität gestiegen und die Unternehmen sind verletzlicher gegenüber unvorhergesehener Ereignisse geworden. Globalisierung bedeutet, dass die geographische Ausdehnung grenzüberschreitender Interaktionen zunimmt, sodass ein weltweites Wertschöpfungsnetzwerk aus Zulieferern, Kunden, Logistikdienstleistern und strategischen Partner aufgebaut wird. Wenn es bei einem entfernt gelegenen Zulieferer oder auf dem Transportweg zu einem Störereignis kommt, so kann es zu umfassenden negativen Auswirkungen beim beschaffenden Unternehmen kommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung der Supply-Chain-Resilience ein, definiert die Forschungsfrage und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen der Supply Chain: Hier werden theoretische Grundlagen zu SCM, Risiken, Resilience und Flexibility gelegt, die das Fundament für die anschließende Simulationsstudie bilden.
3 Grundlagen der Simulation: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Aspekte der Simulation, einschließlich des Vorgehensmodells, der Software Plant Simulation sowie der Validierung und Verifikation.
4 Simulationsmodell: Hier wird das spezifische Simulationsmodell detailliert beschrieben, angefangen bei der Aufgabendefinition über die Szenarienerstellung bis hin zur formalen und technischen Implementierung.
5 Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die Simulationsdaten analysiert, validiert und interpretiert, um die aufgestellten Vermutungen zu prüfen und die Forschungsfrage zu beantworten.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel bietet eine abschließende Synopse der Ergebnisse sowie Anregungen für zukünftige Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Supply Chain Resilience, Lieferantenflexibilität, Simulationsstudie, Plant Simulation, Nachfrageschwankungen, Risikomanagement, Logistik, Prozessoptimierung, Servicegrad, Bestandsmanagement, Beschaffung, SC Flexibility, Störereignisse, Produktionsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Abhängigkeit zwischen der Widerstandsfähigkeit (Resilience) einer Lieferkette und der Flexibilität im Lieferantenmanagement unter verschiedenen Störbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Supply Chain Management, Risikomanagement in Lieferketten, Simulationsmethodik und Strategien zur Erhöhung der Lieferantenflexibilität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, für neun verschiedene Kombinationsmöglichkeiten von Input- und Output-Schwankungen den optimalen Flexibilitätsgrad im Lieferantenmanagement zu ermitteln, um ein Gleichgewicht zwischen Kosten und Resilienz zu finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die ereignisdiskrete Simulation als wissenschaftliche Methode, wobei die Software "Plant Simulation" zum Einsatz kommt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Fundierung der Supply-Chain-Konzepte ein detailliertes Simulationsmodell entwickelt und 36 verschiedene Szenarien auf Basis der Simulationsergebnisse analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Supply Chain Resilience, Lieferantenflexibilität, Simulationsstudie, Nachfrageschwankungen und Servicegrad charakterisiert.
Wie wirkt sich ein Lieferantenausfall auf das Modell aus?
Der Ausfall simuliert eine Unterbrechung der Materialversorgung, die zu einer Bedarfsunterdeckung führt, deren Auswirkungen auf den Servicegrad und den Gewinn durch verschiedene Flexibilitätsstrategien (wie alternative Lieferanten) abgefedert werden soll.
Welche Rolle spielen die Nachfrageschwankungen?
Nachfrageschwankungen (Output-Variabilität) erhöhen die Komplexität bei der Bestellung. Sie erzeugen gemeinsam mit den Lieferantenausfällen (Input-Variabilität) ein Belastungsszenario, auf das das Unternehmen mit Flexibilitätsmaßnahmen reagieren muss.
Warum wurde Plant Simulation als Werkzeug gewählt?
Plant Simulation wurde aufgrund seiner Eignung für ereignisdiskrete Simulationen in der Logistik und der Fähigkeit, komplexe Produktionssysteme und Materialflüsse effizient abzubilden, ausgewählt.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Lieferantenflexibilität?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Lieferantenflexibilität generell vorteilhaft ist, besonders bei hoher Ausfalldauer des Hauptlieferanten und hohen Nachfrageschwankungen, wobei der Lieferantenausfall stärker ins Gewicht fällt als reine Nachfragevariationen.
- Arbeit zitieren
- Ramazan Akan (Autor:in), 2016, Simulationsstudie zur Analyse der Abhängigkeit zwischen Supply-Chain-Resilience und Lieferantenflexibilität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384921