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Kind und Familie. 1950 und heute, Anfang 21. Jahrhundert. Bildanalyse. Historische Entwicklung und Perspektive

Titel: Kind und Familie. 1950 und heute, Anfang 21. Jahrhundert. Bildanalyse. Historische Entwicklung und Perspektive

Hausarbeit , 2017 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Petra Brahm-Schmidt (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Bild der Gesellschaft von Familie, das gelebte Familienmodel, hat seit jeher einen entscheidenden Einfluss auf die Kindererziehung. Das familiäre Umfeld prägt das Kind mindestens die ersten drei Lebensjahre. Bildung beginnt in der Familie und Bildungschancen werden bestimmt durch die Familie, in der das Kind aufwächst.

Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sondern bereits im Kindergarten, in den Kinderkrippen und in den jeweiligen Herkunftsfamilien. (Hüther, 2016)

Das Ideal der bürgerlichen Kleinfamilie hat sich erst im Laufe der Industrialisierung und der damit verbundenen Änderungen in der bürgerlichen Gesellschaft im 19. Jahrhundert entwickelt. Davor war Struktur und Funktion der Familie von der Produktionsweise und Wirtschaftsweise der verschiedenen Bevölkerungsgruppen geprägt, die überwiegend Familienwirtschaft war. Die Einheit von Produktion und Familienleben führte zu gefühlsarmen Beziehungen im Verhältnis der Geschlechter zueinander wie auch zu den Kindern, die eine gesindegleiche Stellung einnahmen. Daneben erfüllte die Familie den Zweck der Vergrößerung, Sicherung und Weitergabe von Macht und Besitz durch Eheschließung und Erbfolge, in allen Bevölkerungsgruppen, die über Macht und Besitz verfügen. Erst die Trennung von Arbeits- und Wohnstätte in der Folge der Industrialisierung führt zum Herauskristallisieren eines Typs der „auf emotional-intime Funktionen spezialisierten bürgerlichen Familie als Vorläufermodell der modernen Kleinfamilie“, zunächst im gebildeten und wohlhabenden Bürgertum, in der „Frauen und Kinder von der Erwerbsarbeit freigestellt werden konnten“ (Peukert, 2008). Dem Mann wird die Rolle des Ernährers zugeschrieben, die Frau auf den intimen Binnenraum der Familie festgelegt. Kindheit bekommt einen anerkannten Raum. Kindererziehung wird zur spezifischen Aufgabe der Frau. Trotz zunehmender normativer Orientierung am bürgerlichen Familienleitbild, dauert es bis nach der krisenhaften Zeit bis 1950 bevor sich das „moderne bürgerlich gefärbte Familienmuster“ etabliert und generalisiert. Ausschlaggebend sind die tiefgreifenden Veränderungen der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts mit deutlichen Verbesserungen der Lebensverhältnisse aller Einkommensbezieher. Die Mutter ist zuständig für die emotional-affektiven Bedürfnisse der Familie und die Haushaltsführung. Der Vater ist Autoritätsperson und zuständig für die Außenbeziehungen und instrumentellen Aspekte des Familienlebens. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontext der ausgewählten Bilder

3. Beschreibung der Bildinhalte

4. Interpretation

4.1. Familie als Raum für Intimität und Kindererziehung

4.2. Rollenverteilung der Geschlechter

4.3. Stellung des Kindes

5. Fazit/Analyse

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Familienbildes und der Kindererziehung anhand einer bildanalytischen Gegenüberstellung von Familienmodellen der 1950er Jahre und der heutigen Zeit, um den Einfluss auf das Rollenverständnis der Eltern und das Bild des Erzieherberufs zu beleuchten.

  • Historischer Wandel des bürgerlichen Familienleitbildes
  • Vergleichende Bildanalyse (1950er Jahre vs. Moderne)
  • Entwicklung der Geschlechterrollen und Aufgabenverteilung
  • Veränderung der Stellung des Kindes und der familiären Kommunikation
  • Einfluss sozioökonomischer Bedingungen auf die Familienstruktur

Auszug aus dem Buch

4.1. Familie als Raum für Intimität und Kindererziehung

Der eigene Wohnraum schafft einen von der übrigen Gesellschaft abgetrennten Raum für die Familie. Im Zentrum der Familie stehen intim expressive Funktionen wie z.B. Intimität und persönliche Nähe und sozialisatorische Leistungen (vgl. Peukert 2008, S.20). Die Beziehungen innerhalb der Familie sind geprägt durch Zuwendung und Liebe, Kindheit wird als eigene Lebensphase anerkannt und die Erziehung und Bildung der Kinder ist ein wesentlicher Fokus der Familie (vgl. Hungerland 2008).

Die Nähe und Zuwendung ist in der Darstellung der Familie der 1950er Jahre vor allem in der Zuwendung des Vaters zu seinem älteren Sohn erkennbar. Neben dem Vater sind die beiden Kinder in Zentrum des Bildes zu finden. Der Vater und auch die Mutter interessieren sich für die Kinder geben Ihnen, hier insbesondere dem älteren Sohn, Raum sich selbst zu äußern (zu eigenen Schilderungen, z.B. Erlebnisse beim Spiel oder in der Schule/Kindergarten). Die Mutter steht zwar ein wenig abseits, ihre Augen sind aber dem Sohn zugewandt, zeigen ihre Teilnahme am Gespräch und Ihr Sorgen für Ihr Kind. Die Familie nutzt die Zeit des Abendessens für die Pflege und Weiterentwicklung ihrer Beziehungen, schafft Raum für emotionale Momente. Die Zuwendung zu den Kindern zeigt, dass diese als eigenständige Personen wichtig genommen werden. Kindheit hat in der Familie der 1950er Jahre einen eigenen Stellenwert.

Auch die „Moderne Familie“ nutzt das Abendessen, um sich um den gemeinsamen Tisch zu versammeln und schafft damit Raum für Begegnung (und Nähe). In der Darstellung wirken die Kinder und Eltern aber auf gewissen Weise distanziert. Aus der Gruppierung der Kinder und Eltern um den Tisch ergeben sich drei Gruppen: Die Kinder an der linken Tischseite, der Vater an der Stirnseite des Tisches und die Mutter an der rechten Tischseite. Allerdings beschäftigt sich keiner mit dem anderen. Auch die beiden Geschwister, die in der Darstellung eine Gruppe bilden, gehen ihrer eigenen Beschäftigung nach. Das Mädchen hat Kopfhörer in den Ohren und scheint Musik zu hören. Der Junge ist wie seine Eltern mit dem Laptop beschäftigt. Die Familie ist sich zwar physisch nahe, aber es lässt sich keine emotionale Nähe in dem Foto erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das gesellschaftliche Familienmodell und den historischen Wandel der Kleinfamilie im Kontext der Industrialisierung und des Wohlstands ein.

2. Kontext der ausgewählten Bilder: In diesem Abschnitt wird die methodische Entscheidung erläutert, anhand zweier spezifischer Fotografien den Wandel der Familienstrukturen und Elternrollen über 60 Jahre zu vergleichen.

3. Beschreibung der Bildinhalte: Hier erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Situation, Raumausstattung, Atmosphäre und Rollenverteilung in den beiden analysierten Bildern.

4. Interpretation: Dieser Teil analysiert die sozioökonomischen Hintergründe des Wohlstands und der veränderten Familienbilder aus einer historischen Perspektive.

4.1. Familie als Raum für Intimität und Kindererziehung: Hier wird untersucht, wie sich die familiäre Nähe und die Interaktion mit den Kindern zwischen den Jahrzehnten gewandelt haben.

4.2. Rollenverteilung der Geschlechter: Dieser Punkt beleuchtet die Entwicklung von der klassischen Rollenverteilung hin zu einer weniger klaren Aufgabenstruktur in der modernen Familie.

4.3. Stellung des Kindes: In diesem Kapitel wird die veränderte Bedeutung der Sozialisation und die Rolle des Kindes im familiären Gefüge analysiert.

5. Fazit/Analyse: Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Familie weiterhin ein zentraler Bildungsort ist, sich jedoch zunehmend durch Individualisierungstendenzen in einem Spannungsfeld bewegt.

Schlüsselwörter

Familie, Kleinfamilie, 1950er Jahre, Bildanalyse, Industrialisierung, Kindererziehung, Sozialisation, Rollenverteilung, Geschlechterrollen, Moderne Familie, Wohlstand, Individualisierung, Familienleitbild, Erzieherberuf, Wohnraum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wandel des Familienbildes in den letzten 60 Jahren anhand einer vergleichenden Bildanalyse einer Familie aus den 1950er Jahren und einer modernen Familie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernpunkten zählen die Entwicklung der bürgerlichen Kleinfamilie, die Veränderung der Geschlechterrollen, die Stellung der Kinder sowie der Einfluss von Digitalisierung und Wohlstand auf das Familienleben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das vorherrschende Bild vom Kind sowie die Rollen der Eltern über 60 Jahre hinweg gewandelt haben und welchen Einfluss dies auf das Bild des Erzieherberufs ausübt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Bildanalyse, um visuelle Darstellungen von Familienleben in verschiedenen Epochen der Moderne in Bezug auf sozioökonomische Kontexte zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung und Interpretation der Bilder, wobei insbesondere auf die räumliche Trennung, die Kommunikation innerhalb der Familie und die Rollenverteilung eingegangen wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Familie, Kindererziehung, Rollenverteilung, Sozialisation, Bildanalyse, Kleinfamilie und sozioökonomischer Wandel.

Wie unterscheidet sich die Kommunikation in den analysierten Familienbildern?

Während die Familie der 1950er Jahre durch den Vater als Zentrum der Kommunikation und ein direktes Gespräch mit den Kindern geprägt ist, zeigt die moderne Familie eine digitale Distanz, bei der die Interaktion zugunsten der Nutzung von Mediengeräten entfällt.

Welchen Einfluss hat der Wohlstand laut Autorin auf das Familienmodell?

Der gestiegene Wohlstand ermöglichte die Etablierung des idealisierten bürgerlichen Familienmodells mit separatem Wohnraum, führt heute jedoch zu einer Individualisierung, bei der jedes Familienmitglied eigene technische Ressourcen nutzt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kind und Familie. 1950 und heute, Anfang 21. Jahrhundert. Bildanalyse. Historische Entwicklung und Perspektive
Hochschule
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter  (Kindheitspädagogik)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,0
Autor
Petra Brahm-Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V384951
ISBN (eBook)
9783668597143
ISBN (Buch)
9783668597150
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildanalyse Vergleich 1950-21. Jahrhundert veränderte Familienstruktur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Petra Brahm-Schmidt (Autor:in), 2017, Kind und Familie. 1950 und heute, Anfang 21. Jahrhundert. Bildanalyse. Historische Entwicklung und Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384951
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Leseprobe aus  16  Seiten
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