Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten


Einsendeaufgabe, 2017

23 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 ANALYSE DER AUSGANGSSITUATION
1.1 Rahmenbedingungen
1.2 Personengruppen im gewählten Setting
1.2.1 Personengruppe „Lehrkräfte“
1.2.2 Personengruppe „Schüler“
1.3 Analyse gesundheitsbezogener Daten
1.3.1 Analyse gesundheitsbezogener Daten von „Lehrkräften“
1.3.2 Analyse gesundheitsbezogener Daten von „Schülern“
1.4 Ableitung von Handlungsschwerpunkten
1.4.1 Handlungsschwerpunkte der Personengruppe „Lehrkräfte“
1.4.2 Handlungsschwerpunkte der Personengruppe „Schüler“

2 SCHWERPUNKTTHEMA FÜR EIN PROJEKT ZUR GESUNDHEITSFÖRDERUNG IM GEWÄHLTEN SETTING

3 RECHERCHE MODELLPROJEKT
3.1 Vorstellung und Auswertung des Projekt
3.2 Beurteilung des Projekt

4 LITERATURVERZEICHNIS

5 TABELLENVERZEICHNIS

1 Analyse der Ausgangssituation

Die Gesundheitsförderung und Prävention gewinnt immer mehr an Bedeutung und nimmt eine zentralisierte Rolle in den Lebenswelten, hier besonders im Alltag und Be ruf, ein.

Im weiteren Verlauf wird die Ausgangssituation im Setting Schule analysiert und Handlungsschwerpunkte für eine Gesundheitsförderung abgeleitet.

1.1 Rahmenbedingungen

Das „Lau“, wie es von den Schülerinnen und Schülern genannt wird, ist das Gymnasium Laurentianum, eines von drei Gymnasien der Stadt Warendorf (ca. 38.059 Einwohner, Stand Dez. 2015) (2017) im Kreis Warendorf in NordrheinWestfalen. Es liegt am westlichen Rand des Schulzentrums der Stadt, im sogenannten Schulviertel, in unmittelbarer Nähe des Hallenbades und des städtischen Sportstadions. Hier sind mehrere Schulen unterschiedlichster Ausrichtung (Grund, Haupt, Real, Gesamt und Berufsschulen) angesiedelt. Träger ist die Stadt Warendorf (2017).

Das Laurentianum besuchen 491 Jungen und 435 Mädchen, welche sich auf die Klassen 5 9 in der Sekundarstufe I und 1012 in der Sekundarstufe II verteilen (Nach der Jahr gangstufe 9 beginnt die Sek. II mit einer einjährigen Einführungs und anschließender Qualifikationsphase Q1 und Q2) (Laurentianum, 2017). Die 926 Schülerinnen und Schüler werden zurzeit von 70 Lehrkräften und 10 Referendaren unterrichtet. Die Sek. I ist seit dem Jahr 2009/2010, beginnend mit der Jahrgangsstufe 5, ein Ganztagsgymnasi um. Die Schule wird täglich um 07.20Uhr geöffnet und ab 07.40Uhr können die Klas senräume betreten werden. Unterrichtsbeginn ist um 07.45Uhr. Das Schulsekretariat ist ab 07.30Uhr besetzt. Die Unterrichtseinheiten betragen überwiegend 95 Minuten, in denen flexible kleine Pausenzeiten integriert sind. Der Unterricht endet an vier Tagen in der Woche um 15.30h und freitags um 13.00Uhr. An den vollen Unterrichtstagen wird eine 60MinutenStunde frei gehalten, in der die Schülerinnen und Schüler im eigens eingerichteten Bistro 32 gemeinsam Mittag essen.

Die Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 9 und 19 Jahren kommen aus Waren dorf oder den umliegenden Stadtteilen. Häufig mit verschiedenster Herkunft und aus allen sozialen Schichten werden sie auf ihrem individuellen Leistungsniveau unterrich tet und betreut. Besonders begabte Schülerinnen und Schüler können zusätzlich in Pro jekten arbeiten. Hausaufgaben gibt es durch das Ganztagssystem keine mehr. In der

Mittagspause, nach der Einnahme der Mahlzeit, gibt es die Möglichkeit im Ganztagsraum zu entspannen oder sportliche bzw. kreative Aktivitäten im Rahmen offener Angebote wahrzunehmen. Des Weiteren werden außerunterrichtliche Aktivitäten in den Bereich Sport (Fußball, Jonglage, Volleyball), im kulturellen Bereich (Chinesisch, Chor, Theater, Schülerzeitung, Schulbands) oder Naturwissenschaften/Technik (Chemie, FotoAG, Roboter Technik/Werken) angeboten.

Zudem ist das Gymnasium Laurentianum (2017) Mitglied im Landesprogramm „Bildung und Gesundheit“ und arbeitet in dem Netzwerk mit anderen Schulen zum Themenfeld „gesunde Schule mit guter Bildung“ zusammen.

1.2 Personengruppen im gewählten Setting

Am Gymnasium Laurentianum bilden die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehre rinnen und Lehrer die Hauptpersonengruppen. Dazu gesellen sich Personen aus der Schulleitung, dem Sekretariat, den Referendaren, dem Hausmeisterteam, den Reini gungskräfte, dem Fachpersonal aus den Bereichen Sozialarbeit und Sonderpädagogik und die Eltern.

1.2.1 Personengruppe „Lehrkräfte“

Das „Lau“ hat insgesamt 70 Lehrkräfte. Davon 37 Lehrerinnen und 33 Lehrer im Alter von 26 bis 64 Jahren (Laurentianum, 2017). Fast alle Lehrkräfte sind verbeamtet oder befinden sich in der Probezeit zur Verbeamtung. Zu ihren Arbeitsaufgaben gehört neben dem Bildungs und Erziehungsauftrag, in dem sie Fach und Sachkompetenz, Sozial kompetenz, Lern und Methodenkompetenz, Selbstkompetenz und die Fähigkeit zu kre ativen Denken vermitteln, auch das Ausbilden von praktische Kompetenz. Des Weiteren entwickeln sie ausgewogene Unterrichte mit Hilfe von Lern und Lehrstrategien, um die Schülerleistungen anschließend bewerten zu können. Zudem tragen sie durch ihre Prä senz und ihr Auftreten zur Motivation, Entscheidungsfindung und dem Schulklima bei. Dabei gilt es positives Verhalten zu fördern und den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler aus deren Sicht, aber auch aus Sicht der Eltern gerecht zu werden. Gleichzeitig sind sie Teil des Kollegiums und ihr persönliches Befinden hat Auswirkungen auf die eigene Zufriedenheit und die der Kollegen.

Aufgrund der ständigen Erreichbarkeit, der hohen Verantwortung und den regelmäßigen Konflikten mit Schülern und deren Eltern, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule, ist das Stresslevel sehr hoch. Nicht besetzte Stellen und der krankheitsbedingte Ausfall von Kollegen, der wiederrum kompensiert werden muss, sorgt für das Gefühl des Präsentismus und hat zwangsläufig psychische Erkrankungen zur Folge. Dazu sorgt die überwiegend stehende Tätigkeit, kombiniert mit Bewegungsmangel und einem sehr hohen Lärmpegel für physische Erkrankungen, die sich in Form von Verspannungen, Rücken und Kopfschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie ein schwaches Immunsystem bemerkbar machen.

1.2.2 Personengruppe „Schüler“

Am Gymnasium sind 926 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 9 und 19 Jahren gemeldet. Sie teilen sich in 491 Jungen und 435 Mädchen auf und gehören unterschied lichen Jahrgangstufen mit Klassen oder in der Oberstufe Neigungsgruppen an. Häufig kommen die Kinder und Jugendlichen aus der gleichen Stadt bzw. dem gleichen Stadt teil und haben die gleiche Grundschule besucht. Für andere ist es ein komplett neues Umfeld, in welches sie sich eigenständig integrieren müssen und nicht auf bereits beste hende Freundschaften zurückgreifen können. Ihr Alltag wird unter der Woche von spä testens 07.45Uhr bis 15.30Uhr durch die Schule bestimmt und mittels eines Stunden plans geregelt. Die Schülerinnen und Schüler halten sich überwiegend in den Klassen zimmern oder auf den Sportstätten auf. Die Pausen werden auf dem Schulgelände, in dem Bistro 32 oder dem von der Schule zur Verfügung gestellten Ganztagsraum ver bracht. Durch flexible Pausenzeiten in den 95minütigen Unterrichtseinheiten können die Sitz und Konzentrationsphasen dem individuell tagesbedingten Leistungsvermögen angepasst werden. Aufgrund des Ganztagskonzepts entfallen die Hausaufgaben, so dass sich die Schülerinnen und Schüler nach dem Unterricht sozialen oder soziophysiologi schen Aktivitäten widmen können. Die ethnische Herkunft wie auch die soziale Schicht, aus der die Schüler kommen, kann in jeglicher Form Einfluss auf die Gesundheitssitua tion und damit einhergehende Risikofaktoren haben. Dazu kommen von innen und au ßen erzeugter Stress (Leistungsdruck, Markenzwang, Schulreisen und Ausflüge bei mangelnden oder nichtvorhandenen finanziellen Ressourcen, Mobbing, der Druck da zugehören zu müssen), ein erhöhter Lärmpegel in den Klassen und auf dem Schulhof, Bewegungsmangel sowie falsche Sitzposition oder Mangel bzw. Fehlernährung. Da Kinder und Jugendliche den Großteil dieses Lebensabschnittes im Setting „Schule“ verbringen, kann hier, neben dem familiären Einfluss, am wirksamsten auf die Ausbil dung und Erziehung der Gesundheit eingewirkt werden.

1.3 Analyse gesundheitsbezogener Daten

Bund, Länder, Kommunen, Städte aber auch Versicherungen und Krankenkassen erheben jährlich verschiedenste Daten zu ihren Mitgliedern bzw. Bürgern, unter anderem auch für die beiden in 1.2 beschriebenen Hauptpersonengruppen, um branchen oder tätigkeitsbezogene Belastungen zu ermitteln. Diese werden verwendet, um im jeweiligen Setting entsprechende Gesundheitsförderung betreiben zu können.

1.3.1 Analyse gesundheitsbezogener Daten von „Lehrkräften“

Im Lehrerberuf finden sich ca. 797.257 Lehrkräfte, davon 498.273 in Vollzeit, 298.984 in Teilzeit sowie 148.361 stundenweise in allgemeinbildenden und beruflichen Schulen wieder (Statistisches Bundesamt, 2014). Dabei sind die Lehrerinnen und Lehrer physi kalischen (Lärm und Raumklima), chemischen (Gefahrstoffe im Fachunterricht und Baustoffe) sowie ergonomischen (Bildschirmarbeitsplatz) Belastungsfaktoren ausge setzt. Zudem geben die Lehrkräfte Präsentismus, Zeitdruck, unvorteilhafte Arbeitszeit, Schullärm, zu große Klassen, Probleme mit den Schulbehörden und mangelnde Auto nomie, andererseits Leistungsschwäche, Verhaltensauffälligkeiten und mangelnde Mo tivation der Schüler, Problemverhalten der Eltern sowie geringes gesellschaftliches An sehen als Belastungsfaktoren an (Scheuch, Seibt, Rehm, Riedel, & Melzer, 2010; Schaarschmidt & Kieschke, 2013; Schönwälder, Berndt, Ströver & Tiesler, 2003; Seibt, R., Galle, M. & Dutschke, D. 2007; Seibt, Spitzer, Druschke, Scheuch & Hinz 2013). Somit ist die Belastung primär psychoemotional einzustufen (Scheuch, Seibt, Rehm, Riedel, & Melzer, 2010; Seibt, Galle, & Dutschke, 2007; Seibt, Spitzer, Druschke, Scheuch & Hinz, 2013; Bauer et al., 2006; Weber, Weltle & Lederer, 2004). Zudem wird sie stets als hoch bis sehr hoch empfunden und auf folgende Anforderungen zu rückgeführt (Scheuch, Haufe, & Seibt, 2010):

- Komplexität, mangelnde Durchschaubarkeit und Vorhersehbarkeit von Situatio nen
- hohes Anspannungsniveau mit Sachzuwendung über längere Zeit
- verteilte Aufmerksamkeit
- eingeschränkte Erholungszeiten während des Unterrichtstags
- situationsbezogener Wechsel von Verhaltensweisen im Unterricht
- unterschiedliche Bewertungskriterien durch Schüler, Eltern, Schulleitung, Schulbehörde und Öffentlichkeit
- „Einzelkämpfer“ im (bürokratischen) System
- Vermischung von Arbeit und Freizeit

Dies hat zur Folge, dass sich unabhängig von der Schulart 50% der Lehrkräfte er mattet fühlen, weitere 46% verspüren innere Unruhe und erhöhte Reizbarkeit, Erschöp fung und Müdigkeit sowie Kopfschmerzen. Gefolgt von Nacken und Schulterbe schwerden (39%) sowie Rückenschmerzen (38%) und immer noch 25% leiden unter Schlaf und Konzentrationsstörungen (Nieskens, Schumacher & Sieland, zitiert nach Nieskens, Rupprecht & Erbring, 2012, S. 61). Deshalb ist die Tendenz an einem Burn outSyndrom zu erkranken bei Lehrkräften besonders hoch (Scheuch & Vogel, 1993), da eine Kombination aus geringer Distanzierungsfähgkeit von der Arbeitssituation, star ker Resignationstendez bei Misserfolg und geringe Fähigkeiten zum Einholen sozialer Unterstützung vorliegen (Hillert, Koch, & Lehr, 2013). Des Weiteren liegen Erkrankun gen des Bewegungsapparates, des HerzKreislaufSystems und des Verdauungssystems, sowie eine erhöhte Betroffenheit des Nervensystems vor (Seibt, Ulbricht, Rehm, Stepu tat, & Scheuch, 2010; Scheuch, & Vogel, 1993). Es ist zum einem dem Bewegungs mangel und der hauptsächlich stehenden bzw. sitzenden Tätigkeit geschuldet, aber auch der oft „schlechten/ falschen“ Ernährung, da kaum ausreichend eigene Pausenzeiten eingerichtet werden können. Dies führt neben den psychischen und psychosomatische Erkrankungen zu den zum Teil hohen Ausfallzeiten bzw. vorzeitiger zur Ruhesetzung des Lehrpersonals.

Lehrkräfte zeichnen sich im Bezug auf die Allgemeinbevölkerung durch ein gesund heitsförderliches Verhalten und geringere kardiovaskuläre Risikofaktoren, ausgenom men Hypertonie, aus. Wie in anderen Berufsgruppen gehören MuskelSkelett und HerzKreislauferkrankungen zu den häufigsten Diagnosen. Psychische und psychoso matische Erkrankungen kommen hingegen häufiger vor als in anderen Berufen. Die ist auf eine Veränderung der Rahmenbedingung im Bereich des Bildungsauftrages zurück zuführen und bedarf einer qualifizierten und besonderen Betreuung (Scheuch, Haufe, Seibt, 2015).

1.3.2 Analyse gesundheitsbezogener Daten von „Schülern“

Schülerinnen und Schüler bilden an den Schulen die größte Personengruppe und ver bringen im Schnitt 12 Jahre im Setting „Schule“, davon ca. 38,5 Stunden pro Woche mit schulischen Angelegenheiten die Kleinen weniger, in den Klassen 9 bis 13 auch mal bis zu 45 Stunden pro Wochen (Spiegel, 2012). Zudem sind Kinder und Jugendliche einer rasanten Entwicklung der Informationstechnologie und eines immer größer wer denden multikulturellen Soziallebens ausgesetzt. Die voranschreitende Techni und Di gitalisierung unserer Gesellschaft, die Informationsflut über soziale Medien, Radio und Fernsehen nehmen stetig zu. Der Zwang der ständigen Erreichbarkeit durch mobile Kommunikation setzt schon im Kindes und Jugendalter ein, sorgt für eine beschleunig te Wahrnehmung im Alltag und führt damit zu einem sehr früh einsetzenden Gefühl den Anforderungen nicht mehr gerecht werden zu können (Güller, 2016, S. 9). Dies hat zur Folge, dass Kinder und Jugendliche massive psychische und physische Beeinträchti gungen und Einschränkungen aufweisen. Besonders betroffen sind Kinder und Jugend liche aus Migrantenfamilien, die ein bildungsfernes soziales Umfeld haben und Heran wachsende, die in Armut aufwachsen. (Hundeloh, Schnabel & Yurdatap, 2004). Des Weiteren zeigen einige Zahlen aus epidemiologischen Studien das 35 % der Kinder im Grundschulalter von Aufmerksamkeitsdefizit, HyperaktivitätsSyndromen betroffen (ADHS) sind. 10 % der Kinder in Grundschulen leiden unter Ängsten, 16 % der Jugend lichen. Mädchen mehr als Jungen, Hauptschüler mehr als Gymnasiasten. 10 % der Ju gendlichen leiden im Verlauf des Jugendalters mindestens an einer ernsthaften depressi ven Episode. Am häufigsten sind Schülerinnen und Schüler von Realschulen betroffen, gefolgt von Hauptschülern. Am wenigsten betroffen sind Schülerinnen und Schüler von Gymnasien. 5060 Kinder mit depressiven Störungen im Alter von 1015 Jahren neh men sich jährlich das Leben. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahren sind es 1500. 3040 % vornehmlich der Jugendlichen klagen über psychosomatische Beeinträchtigungen, wie z. B. Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Rückenschmerzen, Nervosität, Schlafprobleme, Müdigkeit und Erschöpfung. Bis zu 60 % der Hauptschüle rinnen und schüler geben solche Beschwerden an, bei Gymnasiastinnen und Gymnasi asten sind es 45% (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 1998; Blanz, See man, Schönejahn & Fricke, 1999; Petermann 2000; Junge, Neumer, Manz & Margraf, 2002; Hurrelmann, Klocke, Melzer & RavensSieberer, 2003). Gefolgt werden sie von diagnostizierten Erkrankungen wie Erkältungen mit 89% sowie 52% mit MagenDarm Erkrankungen. Dazu gesellen sich Unfälle (4%), die in Bildungseinrichtungen passie ren, und eine kontinuierliche Zunahme der übergewichtigen (15%) und adipösen (6,3%)

Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren (Bundeszentrale für gesundheitli che Aufklärung (BZgA) & Robert Koch Institut (RKI), 2008). Nur 15,2 % der Jungen und 10 % der Mädchen bewegen sich täglich, die durchschnittlich drei Schulstunden Sport pro Woche eingerechnet (Güller, 2016). Weiteren Einfluss hat die Ernährung, so nehmen zwar etwa 28 % der Kinder die empfohlene Tagesmenge Obst zu sich, gleich zeitig findet jedoch eine Überversorgung der Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren (80%) mit Süßwaren, Limonade und Knabbergebäck statt (BZgA & RKI, 2008).

Aufgrund ihrer langen Verweildauer im Setting „Schule“ (12 bis 13 Jahren) muss es das Ziel sein die Gesundheitskompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu stärken und in ihrem Entwicklungsprozess zu unterstützen. Deshalb ist eine ganzheitliche gesundheitliche Aufklärung unumgänglich. Dazu müssen alle Beteiligten (Bund, Länder, Kommunen, Städte, Bildungseinrichtungen, Sozialeinrichtungen und Eltern) zusammengebracht, geschult, gefördert und gefordert werden, um gesundheitsrelevantes Wissen und Verhalten zu vermitteln und in den Alltag zu integrieren.

1.4 Ableitung von Handlungsschwerpunkten

Nach der Analyse der Datenlage gilt es Handlungsschwerpunkte aus der settingspezifschen Gesundheitssituation abzuleiten und geeignete Themen und Ziele für Interventionen/ Projekte zur Gesundheitsförderung und Prävention zu formulieren, planen und umzusetzen (GKVSpitzenverband, 2014, S. 7275).

1.4.1 Handlungsschwerpunkte der Personengruppe „Lehrkräfte“

In einer Zusammenstellung von Krankenkassendaten wird ersichtlich, dass angestellte, gesetzlich versicherte Lehrkräfte einen tendenziell geringeren Krankenstand als der Durchschnitt aller Krankenkassenpatienten haben (Badura, Ducki, Schröder, Klose & Meyer, 2014; DAK, 2014; Techniker Krankenkasse (TKK), 2014). Jedoch sind die Atemwegs und psychischen Erkrankungen gegenüber dem Durchschnitt erhöht; Herz Kreislauf, Muskel und Skeletterkrankungen sowie Verletzungen liegen darunter.

Seitdem, im Jahr 2004, die ICDZusatzdiagnose Z73, die auch Burnout als Diagnose aufnimmt, eingeführt wurde, haben sich die bevölkerungsbezogenen Z73AUTage bis 2013 verzehnfacht (Badura, Ducki, Schröder, Klose & Meyer, 2014). Der Anteil im Bereich Erziehung bei den AOK Versicherten 2013 war etwa dreimal höher als der Branchendurchschnitt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1
Autor
Jahr
2017
Seiten
23
Katalognummer
V385124
ISBN (eBook)
9783668602625
ISBN (Buch)
9783668602632
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesundheitsförderung, prävention, lebenswelten
Arbeit zitieren
Manuel Knubel (Autor), 2017, Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385124

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