Die Demenz stellt mit 47,5 Millionen Erkrankten weltweit (Stand 2016) eine große gesellschaftli che und gesundheitsökonomische Herausforderung dar. Die Tendenz ist aufgrund jährlicher Neu-erkrankungen von 7,7 Millionen Menschen signifikant steigend. 58% der derzeitigen Erkrankten befindet sich in den Entwicklungsländern, geführt von China, Südasien sowie Westpazifik. In der Bundesrepublik leben gegenwärtig etwa 1,6 Millionen demente Menschen. Zwei Drittel der Erkrankten leiden unter der am häufigsten vorkommenden Demenzform Morbus Alzheimer. Die Tatsache, dass die Mortalitätsrate gegenüber den Neuerkrankungen gering ist, klärt die Sachlage, weshalb die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich steigt. Die Prävalenz an Demenz zu erkranken erhöht sich mit zunehmendem Alter und eine Reduktion kann lediglich durch einen Durchbruch bei der Therapie erzielt werden. Solange der Erfolg nicht gelingt, bleibt die Demenz eine der kostenintensivsten Krankheiten und erfordert neue Lösungsansätze zur Versorgung von Demenzkranken. Dem Thema Demenzerkrankungen wurde bisher sowohl in der Medizin als auch in der Politik viel Aufmerksamkeit gewidmet und ist seit mehreren Jahren ein Forschungsgegenstand.
Die Bachelorarbeit orientiert sich am aktuellen Stand der Wissenschaft sowie der Problemstellung und vermittelt einen Überblick über die verschiedenen Demenzformen. Unter anderem wird die Wichtigkeit der Präventionsmaßnahmen sowie der Handlungsempfehlungen in unterschiedlichen Stadien näher betrachtet, um Stigmatisierung zu vermeiden und Verbesserungen im Umgang mit Demenzkranken zu erreichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Nervensystem
2.1 Zentrales Nervensystem
2.2 Peripheres Nervensystem
2.3 Vegetatives Nervensystem
3 Encephalon
3.1 Aufbau und Funktionen
3.1.1 Meningen
3.1.2 Ventrikel des Gehirns
3.1.3 Telencephalon
3.1.3.1 Cortex cerebri
3.1.3.2 Basalganglien
3.1.3.3 Limbisches System
3.1.4 Diencephalon
3.1.4.1 Thalamus
3.1.5 Mesencephalon
3.1.6 Rhombencephalon
3.1.6.1 Pons
3.1.6.2 Cerebellum
3.1.6.3 Medulla oblongata
3.2 Blutversorgung des Gehirns
4 Demenz
4.1 Definition
4.2 Demenzformen
4.3 Morbus Alzheimer
4.3.1 Einleitung
4.3.2 Risikofaktoren
4.3.3 Verlauf
4.3.4 Symptome
4.3.4.1 Kognitive Symptome
4.3.4.2 Motorische Beeinträchtigung
4.3.4.3 Verhaltensstörung
4.3.5 Diagnostik
4.3.5.1 Anamnese und Fremdanamnese
4.3.5.2 Neuropsychologische Diagnostik
4.3.6 Therapiemöglichkeiten
4.3.6.1 Medikamentöse Therapie
4.3.6.2 Nicht-medikamentöse Therapie
4.4 Vaskuläre Demenzen
4.4.1 Einleitung
4.4.2 Risikofaktoren
4.4.3 Symptome
4.4.4 Diagnostik
4.4.5 Therapiemöglichkeiten
4.5 Lewy-Körper-Demenz
4.5.1 Einleitung
4.5.2 Neuropathologische Befunde
4.5.3 Symptome
4.5.4 Verlauf
4.5.5 Diagnostik
4.5.6 Differentialdiagnose zur Alzheimer- und Parkinson-Demenz
4.5.7 Therapie
4.6 Frontotemporale Demenz
4.6.1 Einleitung
4.6.2 Risikofaktoren
4.6.3 Symptome
4.6.4 Diagnostik
4.6.5 Differentialdiagnostik
4.6.6 Therapiemöglichkeiten
4.6.6.1 Medikamentöse Therapie
4.6.6.2 Nicht-medikamentöse Therpie
4.7 Sekundäre Demenzen
4.7.1 Parkinson-Demenz
4.7.2 Cobalamin-Mangel
4.7.3 Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
4.7.4 Korsakow-Syndrom
4.7.5 Hypothyreose
4.8 Demenz und Angehörige
4.8.1 Rolle der Angehörigen in der Versorgung der Betroffenen
4.8.2 Belastungserleben bei Angehörigen
4.8.3 Verarbeitung der Belastungen
4.8.4 Interventionsansätze zur Entlastung von Angehörigen
5 Pflegestufen und -kosten
5.1 Pflegestufen
5.2 Teil- und vollstationäre Aufnahme in Pflegeheimen
5.3 Kostenübersicht
6 Epidemiologie
6.1 Prävalenz
6.2 Inzidenz
6.3 Zunahme der Krankenzahlen
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit vermittelt einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Formen der Demenz, ihre physiologischen Ursachen, Symptomatik, Diagnostik sowie Therapiemöglichkeiten. Ein zentrales Ziel ist es, die gesellschaftliche Bedeutung der Prävention und Handlungsempfehlungen aufzuzeigen, um die Stigmatisierung von Erkrankten zu reduzieren und den Umgang mit ihnen zu verbessern.
- Grundlagen der Neuroanatomie und deren Rolle bei Demenz
- Klassifizierung und Differenzialdiagnostik primärer und sekundärer Demenzformen
- Pharmakologische und nicht-medikamentöse Therapieansätze
- Epidemiologische Entwicklung der Krankheitszahlen bis 2060
- Psychosoziale Belastungen für Angehörige und Entlastungsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Ventrikel des Gehirns
Das Gehirn besitzt ein Ventrikelsystem, das sich aus vier Ventrikeln zusammensetzt. Diese befinden sich im Inneren des Gehirns und sind mit einem Ependym ausgekleidet, das klaren, farblosen Liquor cerebrospinalis enthält. Es wird zwischen inneren und äußeren Liquorraum unterschieden. Der innere Liquorraum wird durch die Seitenventrikel, den dritten und vierten Ventrikel gebildet, während der Subarachnoidalraum den äußeren Liquorraum darstellt. Der Subarachnoidalraum bildet um das Gehirn und Rückenmark einen Flüssigkeitsmantel. Alle Ventrikel sind mittels Foramina und einer Verbindungsstruktur miteinander verbunden.
Die in den Hemisphären gelagerten Seitenventrikel kommunizieren mit dem dritten Ventrikel, der im Diencephalon liegt, durch das Foramen Monroi. Der dritte Ventrikel mündet in die Verbindungsstruktur Aquaeductus mesencephali, über die er sich mit dem vierten Ventrikel verbindet. Der vierte Ventrikel befindet sich im Rhombencephalon und liegt der Rautengrube unmittelbar auf. Durch drei Öffnungen verbindet er sich mit dem äußeren Liquorraum.
Die Seitenventrikel kommunizieren mit dem dritten Ventrikel, der den Diencephalon in zwei Hälften teilt. Er grenzt rechts und links an die Thalamuskerne und auf der Unterseite grenzt er an den Hypothalamus. Der dritte Ventrikel ist durch einen dünnen Kanal durch das Mittelhirn mit dem vierten Ventrikel im Rhombencephalon verbunden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Problemstellung, Zielsetzung und den strukturellen Aufbau der Arbeit im Kontext der globalen Herausforderung durch Demenzerkrankungen.
2 Nervensystem: Dieses Kapitel beschreibt die funktionelle und topographische Gliederung des Nervensystems in ZNS, PNS und das vegetative Nervensystem als Grundlage für das Verständnis neurodegenerativer Prozesse.
3 Encephalon: Hier werden Aufbau, Funktionen und Blutversorgung des Gehirns detailliert analysiert, inklusive der verschiedenen Hirnareale und ihrer physiologischen Aufgaben.
4 Demenz: Dieser zentrale Abschnitt definiert verschiedene Demenzformen, beleuchtet deren Symptome, Ursachen und Therapiemöglichkeiten sowie die besondere Situation der Angehörigen.
5 Pflegestufen und -kosten: Dieses Kapitel erläutert die Kategorisierung der Pflegebedürftigkeit sowie die damit verbundenen finanziellen Rahmenbedingungen für stationäre und teilstationäre Versorgung.
6 Epidemiologie: Hier erfolgt eine deskriptive Analyse der Prävalenz- und Inzidenzraten sowie eine Vorausberechnung der Krankheitszahlen bis in das Jahr 2060.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit medizinischer Fortschritte im Umgang mit Demenzerkrankungen.
Schlüsselwörter
Demenz, Morbus Alzheimer, Encephalon, Nervensystem, Neuroanatomie, Symptome, Diagnostik, Therapie, Epidemiologie, Prävalenz, Inzidenz, Pflegestufen, Angehörige, Neurodegeneration, Gedächtnisstörung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der medizinischen und pflegerischen Betrachtung von Demenzerkrankungen, wobei der Schwerpunkt auf den neuroanatomischen Grundlagen und den verschiedenen Ausprägungsformen der Demenz liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den zentralen Themen gehören die Struktur des Gehirns (Encephalon), die Einteilung primärer und sekundärer Demenzformen, die Diagnosekriterien, therapeutische Ansätze sowie die epidemiologische Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Ziel ist die Vermittlung eines fundierten Überblicks über Demenzformen, um durch Wissen Präventionsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen zu fördern und so die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturanalyse und kombiniert anatomische Grundlagen mit klinischen Erkenntnissen sowie hospitierten Beobachtungen in einer Pflegeeinrichtung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Nervensystems und des Encephalons, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Krankheitsbilder (Alzheimer, vaskuläre Demenz, Lewy-Körper-Demenz, frontotemporale Demenz), deren Diagnostik und Therapiemöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Demenz, Alzheimer, Neuroanatomie, Pflegestufen, Epidemiologie, Inzidenz, Prävalenz und Belastungserleben von Angehörigen.
Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Entstehung von Demenz?
Die Arbeit diskutiert metabolische Faktoren wie Diabetes (Typ 3) sowie Vitamin-B12-Mangel, die durch Stoffwechselstörungen oder Mangelernährung die kognitiven Fähigkeiten negativ beeinflussen können.
Wie belastend ist die Pflege von Demenzkranken für Angehörige?
Angehörige tragen eine erhebliche psychische und physische Last durch den Verlust von Alltagsroutinen und soziale Isolation, wobei spezifische Entlastungsangebote wie Kommunikationstraining eine wichtige Rolle spielen.
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- Merve Ekici-Hemmouche (Author), 2016, Formen der Demenzerkrankung. Präventionsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385438