Die vorliegende Arbeit bildet den Abschluss des Moduls Praxis- und Studienfeld Schule. Im Rahmen der Schulpraktischen Studien hospitierte ich Unterrichtsstunden und -einheiten sowie Pausenaufsichten und schulische Veranstaltungen an der Albert-Schweitzer Oberschule vom 08.09.14 bis zum 02.10.14. Ziele dieses Praktikums waren es, Charakteristika meines späteren Tätigkeitsfeldes Schule kennen zu lernen. Dazu gehören Verfahren der Erkundung der Praktikumsschule sowie der Unterrichtsbeobachtung und die daraus folgende Analyse und Beschreibung unter Anleitung von schulischen Mentor/innen. Die Belastungen im Lehrerberuf und Strategien für deren Bewältigung, die Analyse der Aufgaben der Lehrkräfte im Schulalltag und meinen Wandel von der Schüler- zur Lehrerrolle, sowie die Berufswahl zu reflektieren, waren weitere Ziele der Schulpraktischen Studie. Meine persönlichen Erwartungen waren es, Lehrer-Schüler-Verhältnisse sowie positive als auch evtl. negative Situationen des Schulalltags zu beobachten, um mein Bild von dem Beruf zu vervollständigen und somit angenehme aber auch problemhafte Seiten aufzuzeigen. Es sollte meine Berufsentscheidung festigen und mich in der Fortsetzung des Studiums ermutigen. Die Hospitation und der eigene Unterrichtsversuch sollten bestätigen, was ich im Studium bereits gelernt habe und ermitteln, wo meine Stärken liegen, wo meine Defizite sind und in welcher Hinsicht ich mich noch weiter entwickeln muss. Aus Gründen des praktischen Sprachgebrauchs und einem begünstigten Textfluss, verzichte ich auf das ständige Wiederholen der weiblichen oder männlichen Formen, gemeint sind aber stets beide. Um der Verschwiegenheitspflicht nachzukommen, habe ich im gesamten Portfolio sämtliche Schüler- und Lehrernamen entweder abgekürzt oder verschlüsselt. Einen besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle meiner Mentorin aussprechen, die für mich stets eine kompetente Ansprechpartnerin war. Dank gilt auch dem Schulleiter, der es mir ermöglichte, mein Praktikum an der Albert-Schweitzer-Oberschule zu absolvieren und dadurch viele neue Erfahrungen sammeln zu können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Beschreibung der Praktikumsschule
Aufgaben und Belastungen im Lehrerberuf
Unterrichtsbeobachtung: Frageverhalten im Unterricht
Unterrichtsbeobachtung: Umgang mit Unterrichtsstörungen
Hospitation - Nachvollzug didaktischer Entscheidungen
Planung, Beschreibung und Analyse der Durchführung des Unterrichts
Reflexion der Schulpraktischen Studie
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Portfolio dokumentiert und reflektiert die im Rahmen des Moduls „Praxis- und Studienfeld Schule“ gesammelten Praxiserfahrungen während eines vierwöchigen Schulpraktikums an einer Oberschule, mit dem primären Ziel, das eigene Berufsfeld durch strukturierte Hospitationen, Unterrichtsbeobachtungen und einen eigenen Unterrichtsversuch fundiert kennenzulernen und zu evaluieren.
- Detaillierte Bestandsaufnahme und Evaluation der Praktikumsschule anhand schulpädagogischer Kriterien (u. a. nach Klafki)
- Wissenschaftliche Analyse von Aufgaben, Belastungen und Bewältigungsstrategien im Lehrerberuf (unter Einbezug von Fachliteratur wie Martin Rothland)
- Empirische Untersuchung des Frageverhaltens und des Umgangs mit Unterrichtsstörungen im Fachunterricht (u. a. nach Kounin)
- Didaktische Planung, Durchführung und reflexive Nachbereitung einer eigenen Unterrichtsstunde
- Umfassender Nachweis aller erbrachten Leistungen und Tätigkeiten im Rahmen des Schulpraktikums
Auszug aus dem Buch
Beschreibung der Praktikumsschule
Mein Praktikum habe ich im Rahmen des Moduls Praxis- und Studienfeld an der 1982 gegründeten Albert-Schweitzer-Oberschule absolviert. 2008/2009 zog sie in das Gebäude der ehemaligen Nikolaus-Kopernikus-Mittelschule. Das Gebäude, welches 1980 erbaut wurde, ist ein teilsanierter, farbenfreudiger Plattenbau mit 3 Etagen und einem Kellergeschoss. Dort befinden sich die Essensausgabe, der WTH-Raum und der Schulclub. Die Schule besitzt ein Schulplanetarium und eine Sternwarte, welche von umliegenden Bildungseinrichtungen genutzt werden können. Neben zahlreichen Klassenzimmern verfügt die Schule über ein Café, welches von Schülern während der Pause geführt wird und eine WTH Schülerküche. Die Gänge sind mit künstlerischen Arbeiten von Schülern, Informationsmaterial oder Bildern von besonderen Anlässen geschmückt. In den Klassenzimmern hängen oft Wandzeitungen oder Steckbriefe, aber auch die selbst erarbeiteten Klassenregeln sowie die Hausordnung der Schule.
Der eingezäunte Schulhof grenzt direkt an die Schule an und schließt die Turnhalle mit ein. Zur Pausengestaltung haben die Schüler vier Tischtennisplatten, ein Fußball-, Basketballfeld zur Verfügung. Bälle und Schläger liegen dazu vor der Sporthalle aus. Zwischen den Grünflächen des Schulhofes sind viele Sitzgelegenheiten für die Schüler und eine Gartenmodelleisenbahn, die von einer Arbeitsgemeinschaft gepflegt wird. Das Umfeld der Schule ist dicht bebaut und durch vielgeschossige Gebäude geprägt. Aufgrund der sinkenden Einwohnerzahl wurden viele leerstehende Wohnungen abgerissen, zurückgebaut oder saniert. Durch eine gute Verkehrsanbindung zur Innenstadt und durch die Nähe des Centers mit seinen zahlreichen Einzelhandelsflächen besitzt der Stadtteil dennoch Vorzüge. Durch Kooperationsverträge unterhält die Schule engen und regen Kontakt mit angrenzenden Grundschulen, um zukünftige Oberschüler erfolgreicher auf ihren neuen Bildungsweg vorbereiten zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung formuliert die persönlichen Erwartungen, Ziele sowie organisatorische Rahmenbedingungen des vierwöchigen Schulpraktikums an der Albert-Schweitzer-Oberschule.
Beschreibung der Praktikumsschule: Dieses Kapitel analysiert Schulform, bauliche Gegebenheiten, Einzugsbereich, Kollegium sowie pädagogische Schwerpunkte und Leitbilder der Praktikumsschule.
Aufgaben und Belastungen im Lehrerberuf: Anhand von leitfadengestützten Interviews mit Lehrkräften und theoretischer Literatur werden die vielfältigen Anforderungen und psychischen Belastungen des Lehrerberufs untersucht.
Unterrichtsbeobachtung: Frageverhalten im Unterricht: Eine empirische Beobachtung des Frageverhaltens im Mathematikunterricht dokumentiert Quantität, Qualität und kognitives Niveau von Lehrer- und Schülerfragen.
Unterrichtsbeobachtung: Umgang mit Unterrichtsstörungen: Dieses Kapitel analysiert das Klassenzweigen-Geschehen bezüglich auftretender Störungen und bewertet die ergriffenen Interventionen der Lehrkraft anhand klassischer Managementansätze.
Hospitation - Nachvollzug didaktischer Entscheidungen: Die didaktische Struktur, Phasen, Methoden und Medien einer hospitierten Mathematikstunde werden detailliert rekonstruiert und evaluiert.
Planung, Beschreibung und Analyse der Durchführung des Unterrichts: Dokumentiert wird die vollständige Konzeption, Bedingungsanalyse, methodisch-didaktische Begründung sowie die kritische Nachbereitung eines selbst gehaltenen Unterrichtsversuchs.
Reflexion der Schulpraktischen Studie: Die Abschlussreflexion fasst die persönlichen Lernerfahrungen, den Kompetenzzuwachs sowie die Bestätigung der Berufsentscheidung als angehende Lehrkraft zusammen.
Schlüsselwörter
Schulpraktikum, Schulpraktische Studien, Oberschule, Lehrerberuf, Unterrichtsbeobachtung, Frageverhalten, Unterrichtsstörungen, Didaktik, Unterrichtsplanung, Unterrichtsreflexion, Klassenmanagement, Albert-Schweitzer-Oberschule, Schulentwicklung, Schulpädagogik, Lehramtsstudium
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert die Praxiserfahrungen eines vierwöchigen Schulpraktikums an einer Oberschule im Rahmen des Lehramtsstudiums, wobei Theorie und Schulpraxis systematisch miteinander verknüpft werden.
Was sind die zentralen Themenfelder des Portfolios?
Zu den Kernbereichen gehören die strukturierte Beschreibung der Ausbildungsschule, die Analyse berufsbezogener Belastungen, empirische Beobachtungen zum Frageverhalten und zu Unterrichtsstörungen sowie die Planung und Reflexion eigener Unterrichtsversuche.
Welches primäre Ziel verfolgt die vorliegende Schulpraktische Studie?
Das Hauptziel besteht darin, authentische Einblicke in das künftige Berufsfeld zu gewinnen, im Studium erworbenes theoretisches Wissen an der Realität des Schulalltags zu messen und die eigene Eignung sowie Berufsentscheidung kritisch zu überprüfen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen bei den Untersuchungen zum Einsatz?
Es werden qualitative und quantitative Methoden wie leitfadengestützte Interviews, systematische Zeitprotokolle, strukturierte Beobachtungsbögen sowie Literaturarbeiten auf Basis etablierter schulpädagogischer Theorien angewendet.
Was wird im umfangreichen Hauptteil des Dokuments behandelt?
Der Hauptteil widmet sich ausführlich der Schulprogrammanalyse, der Untersuchung des Lehrerhandelns im Hinblick auf Stress und Belastung, detaillierten Unterrichtsprotokollen zu Störungen und Fragetechniken sowie der didaktischen Analyse einer selbst gehaltenen Unterrichtsstunde.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich das Portfolio am besten charakterisieren?
Zentrale Keywords sind Schulpraktikum, Oberschule, Unterrichtsbeobachtung, Klassenmanagement, Lehrerbelastung, Didaktik, Unterrichtsplanung, Reflexion und Schulpädagogik.
Wie wird die Praktikumsschule im ersten inhaltlichen Kapitel bewertet?
Die Albert-Schweitzer-Oberschule wird nach Kriterien des Schulpädagogen Wolfgang Klafki als „gute Schule“ eingestuft, gestützt auf ein engagiertes Kollegium, ein ausgeprägtes Schulleben und ein humanes Leitbild.
Welche zentralen Erkenntnisse liefert die Untersuchung zum Frageverhalten?
Die Beobachtung in einer sechsten Klasse zeigte, dass im Vergleich zu Literaturwerten insgesamt weniger Fragen gestellt wurden und Schülerfragen meist ein eher geringes kognitives Niveau aufweisen, was unter anderem auf die spezifischen Anforderungen des Mathematikunterrichts zurückzuführen ist.
Welche Herausforderungen im Umgang mit Unterrichtsstörungen werden identifiziert?
Anhand von Beobachtungen in einer neunten Hauptschulklasse wird deutlich, dass motorische und akustische Störungen durch ein klares Klassenmanagement und konstruktive, deeskalierende Lehrerinterventionen nach Kounin erfolgreich eingedämmt werden können.
Welche wesentlichen Einsichten brachte der eigene gehaltene Unterrichtsversuch?
Der eigenverantwortlich durchgeführte Unterricht in der Klasse 5d verdeutlichte zwar den großen Lernerfolg und die Freude am Unterrichten, zeigte aber auch typische Anfängerfehler wie Zeitmanagementprobleme und die Notwendigkeit, individuelle Lernvoraussetzungen noch differenzierter zu berücksichtigen.
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- Claudia Schulze (Author), 2015, Portfolio zum Orientierungspraktikum für Lehramt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385837