Gedichtinterpretation von Bertold Brechts "Über das Frühjahr" und Gedichtvergleich von Georg Heyms "Der Gott der Stadt" und Josef von Eichendorffs "Danzig"


Facharbeit (Schule), 2009

9 Seiten, Note: Sehr gut


Leseprobe

1. Gedichtinterpretation: Bertolt Brecht: Über das Frühjahr (1928)

In seinem 1928 veröffentlichten Gedicht "Über das Frühjahr" beschreibt Bertolt Brecht den Frühling und das Verhältnis der Menschen zu ihm bzw. zur Natur vor und nach Beginn der Industrialisierung. Der einst als schön und positiv empfundene Frühling wird kaum noch wahrgenommen. Die Hinwendung zu Erdöl und Eisen macht den Menschen zu einem Wesen, dass sich seiner Umwelt und der Natur immer weniger bewusst ist.

Inhalt: Brecht erinnert sich im ersten Teil seines Gedichts "Über das Frühjahr" auf die Zeiten "lange bevor" die Industrialisierung (wir uns stürtzten aufErdöl, Eisen und Ammoniak) einsetzte. Zeiten in denen "jedes Jahr" Bäume "unaufhaltsam und heftig" grünten. Der Frühling verlängerte die Tage und machte den Himmel heller (V.6f) Veränderte Luft ließ die Menschen wissen, dass der Frühling vor der Tür stehe. Doch heute (1928) lesen die Menschen nur noch "in Büchern" von dieser so schönen und "gefeierten Jahreszeit". Auch die "berühmten" Vogelschwärme, die sonst nach ihrer Heimkehr aus dem Süden wieder über den Städten flogen, sind "schon lange nicht mehr gesichtet worden" Die Menschen bemerken den Frühling nicht mehr, höchstens noch, wenn sie in "Eisenbahnen" über die weiten "Ebenen" fahren, "fällt" ihnen der Frühling "auf". Die Frühjahrstürme berühren den Menschen in der Stadt nicht mehr. Dort streift er höchstens noch die "Antennen" auf den Dächern der Stadt.

Äußerer Aufbau: Das strophenlose Gedicht setzt sich aus 22 Versen zusammen, die sich in zwei Sinneinheiten (l.Einheit V.1-14; 2.Einheit V.14-22) aufteilen. Hier findet ein Wechsel der Perspektive statt. Zuerst wird ein Rückblick in die Vergangenheit gewährt und anschließend gegenwärtige Zustände angesprochen. Ein Metrum ist nicht zu erkennen. Der Text setzt sich insgesamt aus fünf Sätzen zusammen. Die erste Sinneinheit ist durch vier- (V.1-4) und fünfzeilige (V.5-9; V.10-14) Enjambements geprägt. Die ausgedehnten Sätze wurden hier verwendet, um den Frühling und seine Wirkung ausführlich beschreiben zu können. Die fragmenthaften Erinnerungsausschnitte in den Versen 5-8 sind hingegen durch die Kürze der Verse unterstrichen. Zum Ende hin (V.15- 22) werden die Verse immer kurzatmiger und auch die Distanz des Autors zum unbewussten "Volk"wird ein Stück größer.

Innerer Aufbau: Schon der Titel des Gedichts enthält das Hauptmotiv "das Frühjahr", welches Brecht verwendet um die Entfremdung des Menschen von der Natur, in den Zeiten der Weimarer Republik, darzustellen. Es können zwei Hauptmotive erkannt werden, nämlich die Natur, welcher das Frühjahr untergeordnet ist und das Motiv der Großstadt, welches sozusagen als Oppositionsmotiv gesehen werden kann. Zur Natur gehörende Motive sind: Frühjahr, grünende Bäume, Himmel, Luft, Jahreszeit, Schwärme, Vögel, Ebenen, Stürme. Der Großstadt untergeordnet sind hier: Erdöl, Eisen, Ammoniak, Eisenbahnen, Antennten. Gleich zu Anfang des Gedichts wird durch das Bild im Vers 2 (stürzten uns aufErdöl, Eisen und Ammoniak), welches auf die 1929 im vollen Gange begriffenen Industrialisierung verweist, und durch das Bild "der unaufhaltsam und heftig grünenden Bäume" eine starke Kontrastspannung erzeugt. Die beiden auffällig langen Verse heben diesen Kontrast zusätzlich hervor. Vers 2 zeigt deutlich, wie gierig (wir stürzten) die Menschen sich über die Natur hermachten und sie ausbeuteten. Vers 4 enthält eine Dynamik (unaufhaltsam und heftig grünend), die den Leser das kraftvolle und farbenprächtige Naturschauspiel, wie es über das Land kommt, vor Augen führt. Die Tage dieser Jahreszeit werden länger und heller, die Luft wird mild (V.6.ff). Lauter angenehme Auswirkungen, die für das Leben der Menschen eine spürbar positive Veränderung mitsich bringen. Dies wird durch helle Vokale (e, i, a, ä) unterstützt. Diese ersten Anzeichen ließen die Menschen sicheren Wissens, dass der Frühling nun kommt und durch nichts aufzuhalten ist (V.9). Ab hier wird die Blickrichtung auf vergangene Zeiten langsam verknüpft mit gegenwärtigen Zuständen. Denn "noch" wird "in Büchern von dieser gefeierten Jahreszeit gelesen". Den Frühling unmittelbar zu erleben ist also nicht mehr möglich, vielmehr versucht man sich durch das Lesen von Büchern die Wirkung des Frühlings vorzustellen. Aber auch das scheint zukünftig nicht mehr sichergestellt zu sein. Dies lässt sich am Wörtchen "Noch" am Anfang des Satzes feststellen. Der Autor ist sich also nicht sicher, ob die Menschen den Frühling, die einst "gefeierte Jahreszeit" nicht ganz vergessen werden. Das Bild der "gefeierten Jahreszeit" lässt erkennen, wie sehr die Menschen früher das Frühjahr schätzten. Nicht nur in der Natur bewirkte es eine Art Aufbruchstimmung (alles wächst und grünt, die Tiere paaren sich etc.), auch beim Menschen löste es Heiterkeit aus. Aber diese Empfindungen werden den Menschen in der Stadt, am Anfang des 20 Jahrhunderts, nicht mehr zu teil. Hier sieht man nicht einmal mehr die "berühmten Schwärme der Vögel", die einstjedes Jahr im Frühling, aus dem Süden kommend, wiederkehrten. Mit dem Wort "berühmt" wird darauf verwiesen, dass sich früher alle Menschen dieser großartig anmutenden Vogelscharen bewusst waren. Heute (1928) ist die Stadt mit einer Smogglocke umhüllt, die nicht nur die Sicht auf den blauen Himmel versperrt. Auch die Vögel halten sich von der verpesteten Luft fern und so ist auch diese Möglichkeit, den Frühling wahrzunehmen, nicht mehr gegeben. Einzig in "Eisenbahnen sitzend", wo man nichts anderes zu tun hat, als aus dem Fenster zu schauen, bleibt dem Menschen noch die Möglichkeit, zumindest durch eine Glasscheibe (wieder nur getrübte Wahrnehmung), sich des Frühjahrs bewusst zu werden. Hier wird es sogar "in alter Deutlichkeit" den Menschen vor Augen geführt. Die Natur ist in den Ebenen offenbar noch unberührt und die natürlichen Lebenszyklen können sich hier noch frei entfalten. In "großen Höhen" gehen auch die Frühjahrsstürme, die aber von den Menschen in der Stadt nicht mehr bemerkt werden, da werden nur noch die "Antennen" auf den Dächern, wo sich keine Menschen aufhalten, "berührt".

b) Sprachlich-stilistische Mittel: Auf die Bildlichkeit der traditionellen Lyrik wird in diesem Gedicht weitestgehend verzichtet. Als erstes sticht einem die Antithetik der Verse 2 und 4 ins Auge. Die Akkumulation von starren technisch konnotierten Substantiven (Erdöl, Eisen und Ammoniak) und den dynamischen und kraftvoll klingenden Vorgängen der Natur (unaufhaltsam und heftig grünend) scheinen sich hier zu widersprechen. Genau diese Bestätigung des Gegensatzes sollte das Gedicht im weiteren Verlauf seiner Aussage hervorbringen. Eine technisierte Welt schließt die Natur aus und der Mensch entfremdet sich ihr unumgänglich. Die Farbsymbolik der "grünenden Bäume" kann eine Metapher der Hoffnung sein, die sich im Vers 6ff fortsetzt. Die "Verlängerten Tage" und der "Hellere Himmel" stehen für Licht, das auch mit der Hoffnung verknüpft ist. Die Veränderungen im Außen können den Menschen neue Hoffnung geben und als oft nötiger Impuls dienen um eigene Probleme und Lebensunklarheiten zu überdenken und zu lösen, andere und neue Wege zu finden. Die Inversionen in den Versen 10, 12ff, 15f dienen hier dazu, die Aufmerksamkeit des Lesers zu steigern und sein Interesse auf die noch folgenden Verse zu lenken (Noch lesen wir.../Und doch.../Nicht mehr...). In den Versen 14 und 15 erfolgt ein Tempuswechsel ins Präsens. Zudem wird hier das Bild der aktiven Natur (Vogelschwärme) und dem passiven Volk, das nur "noch in Eisenbahnen sitzend" das Frühjahr wahrnimmt, deutlich. Auch die Distanzierung des Autors tritt hier hervor. Zuvor wird noch vom "Wir", "Wir alle", "lesen Wir" und "unseren Städten" gesprochen, dann, fast abwertend, nur mehr vom "Volk". Verstärkt wird dies durch die Aussage im Vers 17 und 18 (Die Ebenen zeigen es in alter Deutlichkeit). Was beweist, dass das Frühjahr nach wie vorjedes Jahr "unaufhaltsam und heftig" über das Land kommt und nur der Mensch verlernt hat es zu bemerken. Die Menschen sind demnach blind geworden, weil möglicherweise zu viele Reize, welche durch die Industrialisierung hervorgerufen wurden, auf ihn einströmen, so dass er das natürlichste der Welt, also die ihm umgebende Natur, nicht mehr erkennen kann. Im Weiteren wird die Personifizierung der Natur (Ebenen zeigen.../Stürme gehen...bzw. berühren) der Entmenschlichung (Unsere Antennen) entgegengestellt. Dies wird auch hier wieder verknüpft mit der aktiven Natur (V.17, 20f) und dem passiven Volk in Vers 22, das nicht mehr selber berührt und sinnlich erlebt, sondern nur noch indirekt, über Antennen, berührt wird.

Insgesamt kann man sagen, dass der äußere Aufbau und die sprachlich-stilistischen Gestaltungsmittel die Aussage des Gedichts durchgehend unterstützen. Die Strophenlosigkeit und das fehlende Metrum, sowie auch die fehlende Bildlichkeit traditioneller Lyrik unterstreichen, gerade durch ihr Nicht-Vorhanden-Sein sehr deutlich den Mangel an Bewusstheit der Menschen. Die vielen Inversionen verstärken hier zusätzlich die Feststellung der Verstelltheit des Verhältnisses des Menschen zur Natur. Die Antithetik spiegelt im Großen, also im Tenor des Gedichts (Technik-Natur-Mensch), wie auch im Kleinen (Form und sprachlich-stilistische Mittel) (aktive Natur/passiver Mensch), die zwei im Gedicht vorherrschenden Sinneinheiten wider. Auch die Distanzierung des Autors, der sich zwar Gedanken macht, doch aber von Traurigkeit und Resignation überkommen zu sein scheint, wirkt hier unterstützend. Seine individuelle Sichtweise ändert sich im Laufe des Gedichts synchron mit dem Tempuswechsel und dem Wechsel der Sinneinheiten. Generell wird das gesamte Gedicht in einer eher distanzierten und rationalen Sprechweise gehalten, was auch durch das distanzierte, für den Menschen nur noch aus zweiter Hand erlebbare Naturschauspiel zum Ausdruck gebracht wird.

c) In Brechts Gedicht wird ein traurig anmutendes Bild einer sich selbst entfremdeten Menschheit gezeichnet, die sich den natürlichen und ewigen Zyklen der Erde entzogen und einem neuen, technischen und dem Menschsein feindlich gesinnten Rhytmus unterworfen hat. Dem Rhytmus der Großstadt, der Massen und der Hektik. Der Mensch, der aus der Natur stammt, hat sich entschlossen sich diese untertan zu machen und sie auszubeuten. Gleichzeitig bemerkt erjedoch nicht, dass er sich dabei seiner eigenen Natur immer mehr entfernt und dadurch eine Leere in sich erzeugt, die ihn unglücklich und traurig macht. Die sich fortschreitend entwickelnde Industrialisierung scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein und so auch nicht die Entfremdung des Menschen von der Natur.

Ganz klar kann das Gedicht in die Strömung des Expressionismus eingeteilt werden. Themen, wie Großstadt, Wir, Entfremdung, Verdinglichung und Masse deuten daraufhin. Der Sinnverlust und die durch Reizüberflutung hervorgerufene Verwirrtheit des modernen Menschen in einer entindividualisierten und verdinglichten Welt wird von Brecht hier zum Thema gemacht. Wie schon erwähnt, ist festzustellen, dass Strophenbildung, Reim und Metrum fehlen, was sich auf das Bemühen der Dichter dieser Zeit zurückführen lässt, eine neue und passendere Sprachform zu finden. Denn die alte Art und Weise der Lyrik die Welt wahrzunehmen und zu beschreiben, deckt sich in der Zeit der Moderne nicht mehr mit der Wirklichkeit und dem Empfinden des Künstlers. Die Dichter des Expressionismus sehen sich beauftragt diese Verzauberung und Illussionierung der Welt zu entzaubern und zu desillussionieren. Dies wird in unserem Gedicht hier sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, indem auf eine fast "unlyrische" Sprache gesetzt wird. Zudem ist die Mehrdimensionalität des Gesagten auch ein Kennzeichen moderner Lyrik.

2, GEDICHTVERGLEICH

a) Interpre bekanntesten Gedichte Georg Heyms "Der Gott der Stadt", welches 1910 veröffentlicht wurde, thematisiert das Leben in der Großstadt. Heym benutzt in seinem Gedicht das Bild eines orientalischen Gottes, der über die Stadt herrscht. Seine düstere Darstellung wird durch diesen Mhythos symbolkräftig unterstützt. So wird die industrialisierte Stadt zum opferfordernden Gebilde, welches Hoffnungslosigkeit, Verfall und Identitätsverlust des Einzelnen bedeutet. Einzuordnen ist dieses Gedicht in die literarische Strömung des Expressionismus, was sich anhand typischer, im Text vorkommender Elemente bestimmen lässt. Auch zeitlich lässt sich das Gedicht dem Expressionismus zuordnen.

Das Gedicht, zugehörig zur Großstadtlyrik, besteht aus 5 Strophen, dieje 4 Verse enthalten. Es setzt sich ein fünfhebiger Jambus mit männlichen Kadenzen durch, mit Ausnahme von den Versen 1 und 3 in der 4. Strophe. Hier enden die Verse mit weiblichen Kadenzen, welchejedoch eine inhaltliche Funktion erfüllen. Alle 5 Strophen bilden Kreuzreime. Enjambements sind injeder Strophe vorzufinden, führen aber nicht über die einzelnen Strophen hinaus. Insgesamt herrscht eine sehr regelmäßige und konventionell­formale Struktur vor.

Bevor ich klären. Der Begriff "Baal" kommt aus dem hebräischen und bedeutet soviel wie "Herr" oder "Eigentümer". Baal war eine Fruchtbarkeits- und Sturmgottheit, die von vielen verschiedenen orientalischen Völkern verehrt wurde. Es wurden ihm auch Menschopfer gebracht. Im späteren Christentum wurde Baal zum Dämonen erklärt. Ein zweiter Begriff der geklärt werden muss ist "Korybanten". Korybanten waren Vegetationsdämonen und später Priester, die Kybele, eine Göttin der Antike, bei orgiastischen Ritualen wild tanzend begleiteten.

Die erste Strophe beginnt mit der Darstellung der Position des bereits im Titel erwähnten "Gott(es) der Stadt", welcher im ersten Vers nur durch das Personalpronomen "er" erwähnt wird. Der Leser kann hier vorerst nur vermuten, dass es sich um einen großen und mächtigen Gott handelt. Und zwar sitzt dieser "breit" auf einem "Häuserblocke", was schon auf seine mächtige Stellung hinweist. Dies wird zusätzlich betont durch das ans Ende gesetzte Adverb "breit". Die Inversion sowohl am Anfang des Verses (Auf), als auch am Ende (breit) hebt die übermächtige und raumeinnehmende Position des Gottes hervor. Er thront über der Stadt und "Winde lagern schwarz um seine Stirn". Mit dieser Antithese wird die ausgedehnte Herrschaftsgewalt deutlich gemacht, denn selbst die sonst frei umherwehenden Winde sind dem Gott untergeordnet. Dies wird durch das statische Verb "lagern" betont. Auch das Farbadjektiv "schwarz" wirkt düster und bedrohlich. Die "schwarzen Winde" könnten hier auch für den schwarzen Rauch aus den Industrieanlagen stehen. Der Herrscher "schaut voll Wut" in die Ferne, wo sich "die letzten Häuser in das Land verirrn" und sich somit seinem Einflussbereich entziehen. Die Personifizierung der "Häuser", die sich "verirrn" scheint auf die Landflucht hinzudeuten. "Die Einsamkeit", die durch ein Enjambement ans Ende des Verses gesetzt wurde, hebt die Gegensätzlichkeit des Landlebens, das mit Ruhe und Abgeschiedenheit gleichgesetzt wird, zusätzlich hervor. Der Stadtgott ist wütend über die Tatsache, dass nicht alle Gebiete unter seiner Kontrolle stehen.

Die ganze erste Strophe ergibt ein eher ruhig und statisch wirkendes Bild, das sich auch in der zweiten Strophe fortsetzt. Hier wird der Gott nun namentlich erwähnt. Der Baal, dem der Bauch "vom" abendlichen Sonnenuntergangslicht "rot" glänzt, könnte schon ein Hinweis auf den Untergang der Stadt bedeuten. Auch hier verwendet Heym die Wirkung der Fabe. Die Farben "Schwarz" und "Rot" sind typisch für den Expressionismus. Rot steht hierjedoch nicht für Liebe und Leidenschaft, sondern für Reizbarkeit, Kampf und Wut. Baal wird von den umherknieenden "großen Städten", die zu ihm aufschauen, in seiner Allmächtigkeit bestätigt. Selbst die "ungeheure Zahl" an Kirchenglocken "wogen" zu ihm "auf", "aus schwarzer Türme Meer". Die beiden Personifizierungen "Städte knien" und "Kirchenglocken wogen auf" wirken sehr ironisch, da Baal ein heidnischer Gott ist und diese Gesten ganz klar christlicher Herkunft sind. Man sieht, alles unterliegt der Herrschaft Baals. Unterstrichen wird dies durch die Hyperbel "ungeheure Zahl", die wieder durch ein Enjambement ans Ende des Verses gesetzt wurde und so Nachdruck erzeugt. Auch die im Plural dargestellten "großen Städte" zeigen, dass es sich nicht nur um eine bestimmte Stadt handelt, sondern alle Städte diesem Baal unterworfen sind.

Der dritte Abschnitt stellt dar, wie die in der Stadt lebenden Menschen, hier als "Korybanten" bezeichnet, dem Stadtgott huldigen, indem sie zu "Millionen"

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Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Gedichtinterpretation von Bertold Brechts "Über das Frühjahr" und Gedichtvergleich von Georg Heyms "Der Gott der Stadt" und Josef von Eichendorffs "Danzig"
Hochschule
Studiengemeinschaft Darmstadt
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2009
Seiten
9
Katalognummer
V386122
ISBN (eBook)
9783668609211
ISBN (Buch)
9783668609228
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gedichtinterpretation, Gedichtvergleich, Bertold Brecht, Georg Heym, Über das Frühjahr 1928, Der Gott der Stadt 1910, Josef von Eichendorff, Danzig
Arbeit zitieren
Manuela Mikl (Autor), 2009, Gedichtinterpretation von Bertold Brechts "Über das Frühjahr" und Gedichtvergleich von Georg Heyms "Der Gott der Stadt" und Josef von Eichendorffs "Danzig", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386122

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