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Das arabische Element in Spanien. Auswirkungen auf Sprache und Identität

Title: Das arabische Element in Spanien. Auswirkungen auf Sprache und Identität

Term Paper , 2003 , 35 Pages , Grade: 1

Autor:in: Anonym (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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[...] Innerhalb der romanischen Sprachwissenschaft, in deren Wirkungsbereich diese Arbeit entsteht, bietet sich als Untersuchungsgegenstand der Kontakt der Araber mit den romanischen Völkern auf der Iberischen Halbinsel im Mittelalter an. Freilich sind die Konsequenzen dieses Ereignisses vielfältig. Eine mögliche Facette jedoch erschien uns besonders interessant, nämlich das Aufeinandertreffen der Kulturen im Sinne eines Aufeinandertreffens von Sprachen. Ziel unserer Untersuchungen soll daher die Klärung der Frage sein, inwieweit sich der Kontakt zwischen Arabern und Iberern auf sprachlicher Ebene ausgewirkt hat und wie er aus sprachwissenschaftlicher Perspektive zu beurteilen ist. Sprache - ein Teil unserer Kultur. Kultur – ein Teil unserer Identität. Mit diesem Gedanken rücken wir eine weitere Dimension des oben beschriebenen Sprachkontaktes in den Mittelpunkt und formulieren somit eine weitere Fragestellung: Inwieweit hatte der (Sprach-) Kontakt identitätsstiftende Wirkung auf die Bevölkerung der damaligen Zeit, oder: Betrachten die Spanier heute die „arabischen Elemente“ in ihrem Leben (hier im Besonderen in ihrer Sprache) als identitätsstiftend? Beide Aspekte –der Sprachkontakt ebenso wie dessen Einfluss auf die Identitätsbildungerscheinen uns äußerst interessant und stellen in Kombination zudem eine besondere Betrachtungsweise des Untersuchungsgegenstandes dar, weswegen auch beide berücksichtigt werden sollen. Allerdings wurde während der Vorbereitungsphase schnell deutlich, dass selbst die erschöpfende Erörterung nur eines der beiden Aspekte deutlich über den vorgegebenen Rahmen dieser Arbeit hinausgehen würde. Aus diesem Grund haben wir zum einen beschlossen, gerade bei der Erarbeitung der theoretischen und wissenschaftlichen Grundlagen nicht allzu sehr ins Detail zu gehen; zum anderen soll der Bereich „(Sprach-) Kontakt und Identität“ nur am Rande analysiert werden – nicht zuletzt auch wegen der schwer möglichen Rekonstruierbarkeit des Einflusses auf die Menschen im Mittelalter. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Sprachkontakts bzw. Sprachkonflikts. Dabei steht zunächst die Herausarbeitung der wissenschaftlich–theoretischen Grundlagen im Vordergrund. Im Anschluss daran werden die Kontaktsituationen zwischen Arabern und Iberern aufgezeigt, um abschließend eine Einschätzung aus sprachwissenschaftlicher Sicht zu wagen. Den zweiten Teil bildet schließlich die Betrachtung des Identitätsaspektes.

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Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. AL – ANDALUS: OSMOSE UND SYMBIOSE DER KULTUREN UND SPRACHEN

1. Sprachkontakt und Sprachkonflikt aus sprachwissenschaftlicher Sicht

1.1 Sprachkontakt

1.2 Sprachkonflikt

1.3 Linguistische Konsequenzen von Sprachkontakt und Sprachkonflikt

1.3.1 Intralinguistische Konsequenzen

1.3.2 Interlinguistische Konsequenzen

1.4 Extralinguistische Konsequenzen von Sprachkontakt und Sprachkonflikt

2. Das arabische Iberien: eine Analyse der Konsequenzen für die sprachliche Entwicklung

2.1 Ein geschichtlicher Überblick

2.2 Der arabische Einfluss vom 8. bis zum 16. Jahrhundert

2.2.1 Die Invasion der Araber

2.2.2 Die Expansion der arabischen Kultur

2.2.3 Die Entstehung des Mozarabischen

2.2.4 Der arabische Einfluss während der Reconquista

2.2.5 Blütezeit der arabischen Hochkultur: Die Übersetzerschulen

2.2.6 Die Aljamiadotexte

2.3 Das arabische Element in der spanischen Sprache

2.3.1 Kurzcharakteristik der Arabischen Sprache

2.3.2 Der Arabismus im Spanischen – konkrete Beispiele

2.3.3 Zusammenfassende Aspekte

2.4 Die Araber im historischen Spanien – ein Resümee unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten

3. Convivencia de las culturas - ein identitätsstiftendes Modell?

3.1 Theoretische Grundlagen

3.2 Der arabische Einfluss auf die Identität Spaniens

3.3 Persönliche Stellungnahme

III. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Sprachkontakt zwischen Arabern und Iberern im mittelalterlichen Spanien. Dabei wird analysiert, welche linguistischen Auswirkungen dieser Kontakt auf die spanische Sprache hatte und inwieweit die Koexistenz der Kulturen als identitätsstiftendes Modell für die Bevölkerung fungierte.

  • Sprachwissenschaftliche Analyse von Sprachkontakt und Sprachkonflikt
  • Der arabische Einfluss auf die spanische Sprache vom 8. bis zum 16. Jahrhundert
  • Die Rolle der Aljamiadotexte und der Übersetzerschulen
  • Untersuchung des "Convivencia"-Modells und dessen Identitätsbezug
  • Kritische Reflexion der Thesen von Américo Castro und Claudio Sánchez Albornoz

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Die Entstehung des Mozarabischen

Mit dem Mozarabischen hatten die iberoromanischen Sprachen seit Beginn der Reconquista eine weitere Kontaktsprache. Um das Wesen des Mozarabischen besser verstehen zu können, muss man zunächst wissen, dass es sich bei dieser Sprache eigentlich um „eine Variante von Spanisch handelt, die man genauer gar nicht kennt, d. h. ein Bündel von Dialekten im mittleren Teil und im Süden der Halbinsel“ mit teilweise arabisiertem Wortschatz.

Diese Dialekte wurden von Christen gesprochen, die in den von den Mauren eroberten Gebieten blieben und sogar die arabische Lebensweise übernahmen. Diese Tatsache verlieh ihnen die Bezeichnung Mozaraber, sp. mozárabe, was sich von ar. musta rab ableitet und übersetzt „arabische Sitten annehmen“ bedeutet. Die Mozaraber waren zweisprachig, d. h. sie sprachen neben dem Romanischen auch das Arabische der Mauren, was wiederum verdeutlicht, dass der Einfluss der arabischen Bevölkerung zu dieser Zeit nicht nur aus kultureller Sicht, sondern auch aus sprachlicher Sicht bedeutend war. INEICHEN erwähnt in seinen Ausführungen, dass diese „maurisch-romanische Symbiose“, wie er sie bezeichnet, verantwortlich dafür war, dass sich ein „umgangssprachlicher, religiös nicht diskriminierter volkssprachlicher Bilingualismus“ etablieren konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des Sprachkontakts zwischen Arabern und Iberern und Darlegung der Fragestellung zur sprachlichen und identitätsstiftenden Dimension.

II. AL – ANDALUS: OSMOSE UND SYMBIOSE DER KULTUREN UND SPRACHEN: Theoretische Grundlagen des Sprachkontakts und detaillierte Analyse der historischen arabisch-spanischen Begegnung sowie deren linguistische Folgen.

1. Sprachkontakt und Sprachkonflikt aus sprachwissenschaftlicher Sicht: Definition der zentralen Begriffe Sprachkontakt und Sprachkonflikt sowie Klassifizierung möglicher linguistischer Konsequenzen.

2. Das arabische Iberien: eine Analyse der Konsequenzen für die sprachliche Entwicklung: Historischer Überblick und detaillierte Untersuchung der sprachlichen Einflüsse, insbesondere im Wortschatz und durch literarische Zeugnisse wie die Aljamiadotexte.

3. Convivencia de las culturas - ein identitätsstiftendes Modell?: Untersuchung der Frage, ob das mittelalterliche Zusammenleben der Kulturen identitätsstiftend für Spanien war, inklusive einer kritischen Auseinandersetzung mit gegensätzlichen geschichtswissenschaftlichen Thesen.

III. SCHLUSSBETRACHTUNG: Resümee über die historische Bedeutung der arabischen Vorherrschaft und kritische Einordnung der heutigen Relevanz des arabischen Elements.

Schlüsselwörter

Sprachkontakt, Sprachkonflikt, Mozarabisch, Aljamiado, Reconquista, Arabismen, Linguistik, Identität, Convivencia, Übersetzungstechnik, Bilingualismus, Hispanoromanistik, Kulturgeschichte, Diglossie, Spanien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Sprachkontakt zwischen arabischen Eroberern und der romanischen Bevölkerung auf der Iberischen Halbinsel im Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die sprachwissenschaftliche Theorie des Sprachkontakts, den arabischen Einfluss auf das Spanische sowie die kulturelle Identitätsbildung im mittelalterlichen Spanien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich der Kontakt zwischen Arabern und Iberern sprachlich auswirkte und ob dieses Zusammenleben (Convivencia) eine identitätsstiftende Wirkung auf die Bevölkerung hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein qualitativer sprachwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der theoretische Modelle der Kontaktlinguistik auf den historischen Kontext von Al-Andalus anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der historischen Kontaktphasen, die Untersuchung arabischer Einflüsse auf die Sprache (Lehnwörter, Aljamía) und eine Diskussion über die kulturelle Identität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachkontakt, Mozarabisch, Aljamiadotexte, Reconquista, Sprachidentität und das Modell der Convivencia.

Welche Rolle spielen die "Aljamiadotexte" in der Argumentation?

Sie dienen als Beleg für die Sprachverhältnisse der Moriscos und verdeutlichen, wie arabische Elemente in einer unterdrückten Minderheitensprache fortlebten.

Warum wird das Modell der "Convivencia" kritisch hinterfragt?

Der Autor hinterfragt, ob die oft idealisierte friedliche Koexistenz tatsächlich als identitätsstiftendes Element im heutigen spanischen Bewusstsein verankert ist oder ob dies eher einer retrospektiven Wunschvorstellung entspricht.

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Details

Title
Das arabische Element in Spanien. Auswirkungen auf Sprache und Identität
College
University of Passau
Grade
1
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2003
Pages
35
Catalog Number
V38621
ISBN (eBook)
9783638376273
Language
German
Tags
Element Spanien Auswirkungen Sprache Identität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2003, Das arabische Element in Spanien. Auswirkungen auf Sprache und Identität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38621
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