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Belastungen im Polizeiberuf und ihre Folgen für die Betroffenen

Title: Belastungen im Polizeiberuf und ihre Folgen für die Betroffenen

Bachelor Thesis , 2017 , 49 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Malte König (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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In dieser Bachelor-Thesis soll aus psychologischer Sicht aufgezeigt werden, welchen Belastungen ein Polizeivollzugsbeamter durch seinen täglichen Dienst ausgesetzt ist. Des Weiteren soll die psychische Erkrankung „posttraumatischen Belastungsstörung“ veranschaulicht, sowie deren Krankheitsverlauf erklärt werden. Darüber hinaus sollen die Auswirkungen eines betroffenen Polizisten auf die restlichen Kollegen der Dienstgruppe erörtert werden. Anschließend sollen ausgewählte Präventionsmaßnahmen vorgestellt werden, welche die Manifestierung einer posttraumatischen Belastungsstörung bei Polizeivollzugsbeamten vorbeugen sollen.

Autounfälle, Vergewaltigungen, Kriege - solche traumatischen Erlebnisse hinterlassen ihre Spuren. Alpträume und sozialer Rückzug können die Folge sein. Das Ausmaß von Trauma-Ereignissen, ob bei Kindern, Jugendlichen, oder Erwachsenen, ist weit gefasst. Es reicht von körperlicher und sexueller Gewalt über Unfälle und lebensbedrohliche Erkrankungen, bis hin zu Naturkatastrophen. Viele Menschen, die ein solches Ereignis erleben, oder Zeugen davon werden, erleben im Anschluss Symptome wie zum Beispiel ungewollte Erinnerungen an das Ereignis, Schreckhaftigkeit oder die Vermeidung von Trauma assoziierten Stimuli. Oftmals sind solche Symptome nur vorübergehend vorhanden, bei einigen Betroffenen können sie jedoch dauerhaft auftreten.

An Polizeivollzugsbeamte sind viele Anforderungen gestellt, mit denen diese jeden Tag erneut konfrontiert werden. Diese täglichen Konfrontationen stellen nicht selten für den eingesetzten Beamten extreme Stresssituationen dar. Der Polizist ist gezwungen, mit diesen Situationen umgehen zu können, um handlungsfähig zu bleiben. Sollte er jedoch in eine Situation kommen, in der er dieser Idealvorstellung nicht gerecht werden kann, so kann sich ein traumatisierendes Erlebnis zu einer posttraumatischen Belastungsstörung entwickeln. Diese Erkrankung kann dann den gesamten Charakter, insbesondere in Hinblick auf die Leistungsfähigkeit, beeinflussen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Belastungen im Polizeidienst

2.1 Exemplarische Belastungsbeispiele durch den Polizeivollzugsdienst

2.1.1 Schichtarbeit

2.1.2 Nahrungszufuhr

2.1.3 Familie, Freundschaft und Freizeit

2.1.4 Umgang mit kriminellen Menschen

2.1.5 Schwere Verkehrsunfälle

2.1.6 „Die erste Leiche vergisst man nie“

2.1.7 Tragen einer Schusswaffe und deren Gebrauch

2.2 Psychische Belastung im Polizeidienst

2.2.1 Definition psychische Belastung

2.2.2 Psychischer Druck, dem ein Polizeivollzugsbeamter ausgesetzt ist

3 Psychische Störung

3.1 Definition

3.2 Posttraumatische Belastungsstörungen

3.2.1 Definition posttraumatische Belastungsstörungen

3.2.2 Diagnostische Kriterien für eine PTBS nach ICD-10 (International Classification of Diseases) und DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders)

3.2.3 Therapieformen und deren Erfolgschancen

3.2.4 Komorbidität (Begleiterkrankungen) einer PTBS

4 Krankheitsverlauf

4.1 Flashback

4.2 Traumagedächtnis

5 PTBS bei der Polizei

5.1 Häufigkeit

5.2 Umgang mit PTBS in der Dienstgruppe

5.3 Einsatznachbereitung

5.4 Männlichkeitsbild

6 Präventionsmaßnahmen

6.1 Kriseninterventionsteam

6.2 Seelsorger

6.3 Psychotherapeut

7 Fazit

10 Richtlinien / Gesetzestexte

Zielsetzung & Themen

Die Bachelor-Thesis untersucht aus psychologischer Perspektive die berufstypischen Belastungen von Polizeivollzugsbeamten sowie deren mögliche Folgen, insbesondere die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und notwendige Präventionsmaßnahmen zur Unterstützung der Beamten.

  • Berufsspezifische Stressfaktoren im Polizeidienst
  • Psychologische Grundlagen der PTBS-Entstehung und Symptomatik
  • Einfluss des traumatischen Ereignisses auf das Gehirn und Gedächtnis
  • Häufigkeit von PTBS bei Polizeivollzugsbeamten
  • Präventionsansätze wie Krisenintervention und psychologische Betreuung

Auszug aus dem Buch

4.2 Traumagedächtnis

Um den Mechanismus der Traumaverarbeitung zu verstehen, ist die Kenntnis einzelner Funktionsabläufe im menschlichen Gehirn erforderlich.

Für einen Flashback relevante Hirnareale sind der Thalamus, die Amygdala, der Hippocampus und der Neokortex. Der Thalamus fungiert als eine Art Schaltzentrale und ist mit dem Neokortex verbunden. Er leitet Reize von Sinnesorganen und dem Rückenmark an die zuständige Gehirnregion weiter. Die Amygdala ordnet ankommende Reize in wichtig oder unwichtig ein. Hier findet eine Vorbewertung der Eindrücke statt, die dann beispielsweise zu den Gefühlen Angst oder Wut führen können. Der Hippocampus nimmt die Sortierfunktion ein. Er ist dafür zuständig, Eindrücke schemenhaft zu kategorisieren und ist als kognitive Landkarte zu verstehen. Der Neokortex ist evolutionstheoretisch der jüngste Teil der Großhirnrinde und speichert längere Geschichten und Erfahrungen. Zudem ist seine Funktion gewonnene Eindrücke durch Vergleiche mit anderen gespeicherten Erfahrungen, zu bewerten und zu interpretieren. Der Neokortex ist der Sitz des Arbeits- bzw. des deklarativen Gedächtnisses. Damit ist gemeint, dass Informationen, die hier gespeichert sind, vom Individuum bewusst wahrgenommen werden und durch das Broca-Sprachzentrum sprachlich wiedergegeben werden können, ganz im Gegenteil zum impliziten Gedächtnis.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Problemfeld dar, in dem Polizeivollzugsbeamte durch ihren täglichen Dienst traumatischen Erlebnissen ausgesetzt sind, und skizziert den Aufbau der Arbeit.

2 Belastungen im Polizeidienst: In diesem Kapitel werden exemplarische Belastungsfaktoren im Polizeivollzugsdienst wie Schichtarbeit, Nahrungszufuhr und belastende Einsätze analysiert und psychische Belastungsbegriffe definiert.

3 Psychische Störung: Es werden allgemeine Definitionen psychischer Störungen gegeben und die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) hinsichtlich Diagnostik, Therapie und Komorbidität vertieft beleuchtet.

4 Krankheitsverlauf: Dieser Abschnitt beschreibt den Verlauf von psychischen Beschwerden nach einem Trauma und erläutert psychologische Phänomene wie Flashbacks sowie die neurophysiologischen Grundlagen des Traumagedächtnisses.

5 PTBS bei der Polizei: Hier wird die Häufigkeit von PTBS bei Polizeivollzugsbeamten thematisiert sowie der notwendige Umgang in der Dienstgruppe und die Rolle des Männlichkeitsbildes diskutiert.

6 Präventionsmaßnahmen: Das Kapitel stellt konkrete präventive Ansätze vor, um die Manifestierung einer PTBS zu verhindern, insbesondere durch Kriseninterventionsteams, Polizeiseelsorger und psychotherapeutische Unterstützung.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der präventiven Schulung von Polizeibeamten und die Bedeutung einer professionellen Betreuung zur Vermeidung von Folgeschäden nach traumatischen Ereignissen zusammen.

10 Richtlinien / Gesetzestexte: Dieses Kapitel führt relevante gesetzliche Grundlagen auf, wie beispielsweise Richtlinien zur Arbeitszeitgestaltung.

Schlüsselwörter

Polizeivollzugsdienst, Belastung, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Traumagedächtnis, Flashback, Krisenintervention, Einsatznachbereitung, Stress, Coping-Mechanismen, Präventionsmaßnahmen, Polizeiseelsorge, Trauma, Amygdala, Psychotherapie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die spezifischen beruflichen Belastungen von Polizeivollzugsbeamten und deren Auswirkungen auf die psychische Gesundheit mit einem Fokus auf die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die Identifikation von Stressfaktoren im Polizeidienst, die neurophysiologischen Grundlagen von Traumata, die Symptomatik einer PTBS sowie effektive Präventions- und Interventionsstrategien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aus psychologischer Sicht aufzuzeigen, welchen Belastungen Polizeibeamte ausgesetzt sind, wie eine PTBS entsteht und welche Maßnahmen sowohl für den Betroffenen als auch für die gesamte Dienstgruppe zur Vorbeugung ergriffen werden sollten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Bachelor-Thesis stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, unter Einbeziehung psychologischer Fachliteratur, aktueller Studien zur PTBS bei Polizeibeamten sowie gesetzlicher Richtlinien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der beruflichen Belastungsfaktoren, eine detaillierte Erläuterung der PTBS und ihrer neurobiologischen Ursachen sowie die Vorstellung von Präventionsmöglichkeiten wie Seelsorge und Krisenintervention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Polizeivollzugsdienst, PTBS, psychische Belastung, Trauma, Prävention, Stress und Einsatznachbereitung.

Wie unterscheidet sich das Traumagedächtnis bei einem traumatischen Ereignis?

Bei einem Trauma hemmt die Amygdala die Aktivität des Hippocampus, was dazu führt, dass Informationen bruchstückhaft im impliziten Gedächtnis gespeichert werden und eine zeitliche Sortierung sowie eine bewusste Verarbeitung im expliziten Gedächtnis verhindert werden.

Warum ist das Männlichkeitsbild für die Prävention relevant?

Ein oft realitätsfernes Männlichkeitsideal, das Stärke und Gefühlsresistenz fordert, erschwert es männlichen Betroffenen, sich ein psychisches Defizit einzugestehen und frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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Details

Title
Belastungen im Polizeiberuf und ihre Folgen für die Betroffenen
College
University of Applied Sciences for Public Administration of North Rhine-Westphalia; Köln
Grade
2,7
Author
Malte König (Author)
Publication Year
2017
Pages
49
Catalog Number
V386890
ISBN (eBook)
9783668609600
ISBN (Book)
9783668609617
Language
German
Tags
belastungen polizeiberuf folgen betroffenen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Malte König (Author), 2017, Belastungen im Polizeiberuf und ihre Folgen für die Betroffenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386890
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